Vor allem in den nicht-westlichen Medien gab es einen wahren Aufschrei, nachdem Reuters eine Meldung über ein Interview mit dem britischen Außenminister Cameron veröffentlicht hat, in der Cameron sagte, die Ukraine habe das Recht, mit aus Großbritannien gelieferten Waffen Ziele in Russland anzugreifen. Dass das eine dumme öffentliche Äußerung war, wurde den Verantwortlichen in London schnell klar, denn Cameron hatte damit offen bestätigt, was Russland seit langem sagt, was der Westen aber vehement bestreitet, nämlich dass der Westen de facto Kriegspartei gegen Russland ist.

Daher hat Reuters, wahrscheinlich auf Druck aus London, die Meldung zwei Stunden wieder gelöscht, um „einige Details“ der Meldung zu überarbeiten, wie es in einer Erklärung hieß. Aber da hatten die Meldung schon ungezählte Nachrichtenagenturen und Medien weltweit weiterverbreitet, was der Grund dafür sein dürfte, dass Reuters sie einige Stunden später unverändert wieder online gestellt hat, denn sie ließ sich nicht wieder „einfangen“.

Wie brisant die Meldung ist, sieht man daran, dass deutsche Medien fast gar nicht darüber berichtet haben. Es gab nur sehr wenige Artikel in Deutschland darüber. Die Zeit beispielsweise hat nur eine aus zwei Sätzen bestehende Kurzmeldung mit der Überschrift „David Cameron verspricht der Ukraine Militärhilfen „so lange wie nötig““ über das Interview gebracht, in der die britische Militärhilfe für Kiew erwähnt wurde, nicht jedoch Camerons Aussage über Angriffe auf Ziele in Russland. Dem Artikel war allerdings ein Video beigefügt, in dem die Aussage Camerons quasi nebenbei erwähnt wurde. Aber diese Kurzmeldung – und erst recht das Video – dürfte kaum ein Leser der Zeit gesehen haben.

Der Focus hat etwas ausführlicher berichtet, aber die Aussagen Camerons stark verharmlost, wie schon die Überschrift „David Cameron – Ukraine darf sich mit britischen Waffen gegen Russland wehren“ gezeigt hat.

Angesichts der Tatsache, dass die Bundesregierung ständig behauptet, der Westen sei keine Kriegspartei gegen Russland, was die deutschen Medien brav genauso ständig nachplappern, wollen die Medien den Deutschen die Aussage Camerons möglichst verschweigen, denn würden sie in großen Überschriften über Camerons Aussage berichten, dann dürfte die Reaktion der in der Frage der Ukraine-Hilfen ohnehin gespaltenen deutschen Öffentlichkeit nicht allzu positiv ausfallen und viele Deutsche könnten Verständnis für die russische Position entwickeln und erkennen, mit welchem Feuer der Westen gerade spielt.

Da in Kiew offen angekündigt wird, man wolle die Krimbrücke noch in der ersten Jahreshälfte zerstören und die New York Times Ende April gemeldet hat, die Ukraine könne dafür mit Einverständnis der US-Regierung die nun gelieferten ATACMS-Raketen nutzen, was auch ukrainische Quellen berichtet haben, hat man in Russland entsprechend deutlich auf die Aussage von Cameron reagiert.

Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat sich dazu am Freitag bei ihrer regulären Pressekonferenz ausführlich geäußert. Ich habe die beiden entsprechenden Passagen ihrer offiziellen russischen Erklärung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Heute, am Vorabend des 80. Jahrestages der Befreiung der Krim, steht die Krimbrücke wieder einmal im Fadenkreuz. Die Vorbereitungen für einen Angriff auf sie werden offen, mit demonstrativer Angeberei und mit der absoluten, direkten und schamlosen Unterstützung des „kollektiven Westens“ durchgeführt. In den letzten Tagen habent die ukrainischen Streitkräfte bereits den Einsatz mehrerer amerikanischer ATACMS-Langstreckenraketen gegen die Krim „gefeiert“, die sie vor einem Monat heimlich erhalten hatten. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden alle abgefeuerten Raketen zerstört. Nach Ostern erwartet Kiew die ersten F-16-Flugzeuge, die nach Ansicht der Briten auch bei der Operation zur Zerstörung der Krimbrücke eingesetzt werden können. Bei der Pressekonferenz am 18. April dieses Jahres haben wir diese Pläne unter Bezugnahme auf die entsprechende Veröffentlichung in der englischen Ausgabe von The Sun ausführlich kommentiert.

Wir möchten Washington, London und Brüssel noch einmal warnen, dass jede aggressive Aktion gegen die Krim nicht nur zum Scheitern verurteilt ist, sondern auch einen zerstörerischen Vergeltungsschlag erhalten wird.

(…)

Gestern haben westliche Medien wieder einmal ihre Verlogenheit, ihren anti-freiheitlichen und anti-demokratischen Charakter demonstriert.

Am 2. Mai erklärte der ehemalige Premierminister und jetzige britische Außenminister Cameron in einem Interview mit Reuters plötzlich, die Ukraine habe das Recht, russisches Gebiet mit britischen Waffen anzugreifen.

In den weltweiten, einschließlich der britischen Medien, hat das einen furchtbaren Aufruhr ausgelöst. Zum ersten Mal hat ein westlicher Politiker so offen zugegeben, was für alle Länder der Weltmehrheit schon lange ein offenes Geheimnis ist: Der Westen führt mit den Händen der Ukrainer unverhohlen Krieg gegen Russland.

Aber es war eine so offensichtliche Selbstentlarvung und ein Beweis für die eigenen Verbrechen, dass Reuters die Veröffentlichung zwei Stunden später, offenbar auf Druck von Downing Street, gelöscht und erklärt hat: „Der Bericht, dass der britische Außenminister Cameron der Ukraine Hilfe verspricht, wurde aufgrund der Überarbeitung einiger Details im Material zurückgezogen. Die überarbeitete Version des Materials wird zu gegebener Zeit veröffentlicht werden.“

Diese unverhohlene Zensur blieb nicht unbemerkt. Und selbst diejenigen, die lieber schweigen wollten, sahen sich gezwungen, sich dagegen auszusprechen.

Nicht einmal einen halben Tag später stellte die Agentur die Nachricht ohne sichtbare Änderungen wieder auf die Website. Unter anderem ist dort das Zitat von Cameron über Angriffe auf russische Regionen zu lesen. Das zeigt, dass Cameron das gesagt hat. Die Wirkung übertraf alle Erwartungen. Offenbar wurde auch auf Reuters Druck ausgeübt. Wir müssen der Tatsache Tribut zollen, dass sie sich offenbar nicht unter Druck setzen ließen. Das Material ist wieder da, wo es war.

Wir erinnern daran, dass bei dem Terroranschlag auf der Krim-Brücke im Oktober 2022 genau solche bravourösen Erklärungen und aufrichtigen Glückwünsche von Vertretern der NATO-Länder zu hören waren. Wir erinnern uns an die hämischen Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken und auf Websites, in denen die „brillante Arbeit“ des ukrainischen Geheimdienstes offen gelobt wurde. Am Tag nach dem Terroranschlag wurden diese Veröffentlichungen in einem Versuch des „kollektiven Westens“, das Geschehene zu „leugnen“ und „den Spieß umzudrehen“, auf die gleiche Weise „gesäubert“. Hier ein paar Beispiele.

Der Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, Richard Moore, erklärte, er fühle sich geschmeichelt von den Anschuldigungen, London sei in den Terroranschlag auf der Krim-Brücke verwickelt: „Ich fühle mich geschmeichelt von der Tatsache, dass Präsident Wladimir Putin glaubt, mein Dienst stecke dahinter. Aber die Realität ist viel nüchterner. Großbritannien hat deutlich gemacht, dass es der Ukraine helfen wird, sich zu verteidigen. Und genau das tun wir auch.“

Der ehemalige Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte der NATO in Europa, General Breedlove, riet den ukrainischen Streitkräften, die Krimbrücke als Angriffsziel zu betrachten, um Russland zu schwächen. Dem ehemaligen Befehlshaber der Allianz zufolge könnte Kiew die Krim-Brücke angreifen, indem es sie über die Straße von Kertsch mit Hilfe von Harpoon-Schiffsabwehrraketen angreift, die die USA der Ukraine geliefert haben. Breedlove zufolge ist ein Angriff der Ukraine auf die Krim-Brücke völlig gerechtfertigt.

Der estnische Außenminister Reinsalu begrüßte die Explosion auf der Krim-Brücke und beglückwünschte die ukrainischen Streitkräfte: „Estland begrüßt das natürlich und beglückwünscht die ukrainischen Spezialeinheiten, die wahrscheinlich hinter dieser Operation stehen…. Das Positive ist, dass der Verkehr zum Stillstand gekommen ist.“

Kirill Budanow, der Leiter des militärischen Nachrichtendienstes im ukrainischen Verteidigungsministerium, gab zu: „Die Brücke ist gut geschützt, aber alle arbeiten an dem Problem.“ Der Ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen Kislitsa spielte auf den bevorstehenden Angriff Kiews auf die Krimbrücke an, indem er im sozialen Netzwerk X ein Bild mit „sechs Typen von Brücken im Jahr 2024“ veröffentlichte, auf dem neben der Aufschrift „Kertsch“ ein leeres Bild zu sehen ist.

Der linke polnische Sejm-Abgeordnete Bedróń nannte die Nachricht über das Brückenunglück „Balsam für sein Herz“. Seine Kollegin von der Partei Recht und Gerechtigkeit, Stachowiak-Ruzeckaia, sagte, dieses Ereignis habe „nicht nur symbolische, sondern auch praktische Bedeutung“.

Der lettische Außenminister Brazhe sagte, dass die Ukraine angeblich das Recht habe, russische Einrichtungen anzugreifen, und dass einige westliche Länder, die Waffen an die Ukraine liefern, es Kiew erlaubten, russische Einrichtungen anzugreifen.

Der litauische Botschafter in Schweden und ehemalige litauische Außenminister Linkevičius deutete einen bevorstehenden Angriff auf die Krim-Brücke an, indem er einen Post mit folgendem Wortlaut veröffentlichte: „Wenn jemand noch keine Gelegenheit hatte, ein Foto von der Kertsch-Brücke zu machen, dann ist noch Zeit“, und fügte ein Bild der Brücke und ein Foto eines Raketenstarts bei.

Ich habe eine Frage an all diesen politischen Pöbel und „Bombenleger“. Können Sie sich vorstellen, dass jemand in Russland oder in anderen Teilen der Welt etwas Ähnliches veröffentlicht, zum Beispiel über den Tunnel unter dem Ärmelkanal oder eine zivile Infrastruktureinrichtung? Wie würde das auf Sie wirken? Andererseits ist meine Frage wahrscheinlich eher rhetorischer Natur.

Die zivilen Infrastruktureinrichtungen Nord Stream 1 und Nord Stream 2 wurden bereits auf deren Territorium gesprengt. Die führen nicht einmal eine Untersuchung durch, denn alles deutet darauf hin, dass sie selbst dahinterstecken. Es zeigt sich, dass sie nicht nur die terroristischen Aktivitäten des Kiewer Regimes sponsern, sondern selbst wie Terroristen denken.

Die enthusiastischen Glückwünsche des Westens im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf der Krimbrücke wurden schon bald wieder „gesäubert“. Offenbar wurde ihnen klar, dass das buchstäblich ein Beweis für ihre terroristische Mentalität ist. Gibt es hier keine direkte Analogie zu den Äußerungen von Cameron über Anschläge auf russische Einrichtungen? Steht das nicht in einer Reihe? Es ist nicht neu für uns, dass der „kollektive Westen“ nicht nur die Augen vor all den Verbrechen des Kiewer Regimes verschließt, sondern deren Begehung auch noch offen fördert und ermutigt. Die Worte von Cameron sind eine Bestätigung dafür. Die Frage ist eine andere. Das bedeutet, dass sie nicht nur historisch gesehen andere auf den Weg zu terroristischen Aktivitäten drängen. Sie selbst halten es für normal.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Worte Camerons ein weiterer Beweis für den hybriden Krieg sind, den der „kollektive Westen“ gegen unser Land führt und auf den wir reagieren. Wir werden das auch weiterhin tun.

Ich möchte noch eines sagen. Alle derartigen und ähnlichen Projekte, die der „kollektive Westen“ gegen andere Länder, Organisationen und gesellschaftliche Gruppen entwickelt hat, indem er sie mit Waffen, Geld und politischer Unterstützung versorgte und sie vor allem auf die gleiche Weise auf den terroristischen und extremistischen Weg drängte, enden auf die gleiche Weise. Die vom „kollektiven Westen“ geschaffenen und genährten Terroristen kehrten in den Westen zurück. Genau das Gleiche wird jetzt passieren. Das läuft bereits. Westliche Waffen tauchen bereits direkt in den Ländern des „kollektiven Westens“ auf. Überall auf der Welt gibt es Terroranschläge, an denen diese Waffen beteiligt sind. Sie tauchen auch in Konfliktgebieten auf. Kein Mensch in den westlichen Länder ist davor gefeit, Opfer eben dieser Waffen und eben jener Ideologie zu werden, die sie dem Kiewer Regime eingeimpft haben.

Ende der Übersetzung