Über das Versagen des Secret Service beim Trump-Attentat wird immer mehr bekannt
Am Donnerstag wurden in den USA neue Informationen über das Versagen des Secret Service beim Trump-Attentat bekannt. Es fällt immer schwerer, das als Versagen zu sehen, es sieht eher danach aus, als wäre das Attentat bewusst zugelassen worden.
LIHOP bedeutet „Let it happen on Purpose“ (deutsch etwa „lass es absichtlich geschehen“). Im konkreten Fall des Trump-Attentats würde das bedeuten, dass die US-Behörden von den Plänen des Täters gewusst haben, ihn gewähren ließen und die Sicherheitsmaßnahmen des Secret Service so organisiert haben, dass das Dach, von dem aus er geschossen hat, nicht überwacht wurde.
MIHOP wäre noch dramatischer, denn MIHOP bedeutet „Make it happen on Purpose“ (deutsch etwa „mach es absichtlich“) und würde bedeuten, dass die Sicherheitsdienste der USA Trump ausschalten wollten und in das Attentat verwickelt sind.
Die aktuellen Meldungen aus den USA deuten für mich stark darauf hin, dass es hier mindestens LIHOP war. Aber urteilen Sie selbst, ich habe die Meldungen von Donnerstag zusammengestellt.
Der Täter ist der Polizei schon eine Stunde vor dem Attentat aufgefallen
Der US-Geheimdienst erhielt mehr als eine Stunde vor dem Attentat auf den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump Berichte über das seltsame Verhalten eines Verdächtigen, sagte der republikanische Senator John Barrasso nach einem Briefing für Abgeordnete durch den Secret Service auf Fox News:
„Er wurde als verdächtig eingestuft, weil er mit einem Entfernungsmesser und einem Rucksack gesehen wurde. Und das war mehr als eine Stunde vor der Schießerei.“
Auch der Secret Service bemerkte den Täter lange vor den Attentat
Ein Scharfschütze der Polizei von Pennsylvania meldete den potenziellen Schützen Thomas Matthew Crooks und schickte sein Foto Minuten vor den Schüssen auf den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump an die Kommandozentrale, berichtet der Fernsehsender CBS unter Berufung auf einen örtlichen Polizeibeamten.
Demzufolge befanden sich drei Polizeischarfschützen in dem Gebäude, von dessen Dach aus Crooks anschließend das Attentat verübte. Einer von ihnen entdeckte Crooks, als dieser auf das Dach eines nahe gelegenen Gebäudes blickte. Der vermeintliche Schütze verschwand daraufhin, kehrte aber kurze Zeit später zurück. Dem Polizeischarfschützen gelang es dann, ein Foto von ihm zu machen. Der Polizeibeamte sah, wie der verdächtige junge Mann etwas durch einen Entfernungsmesser, ein Gerät zur Bestimmung der Entfernung zu einem Ziel, betrachtete. Kurz darauf meldete sich der Polizeischarfschütze, der Crooks mit dem Entfernungsmesser gesehen hatte, über Funk bei der Kommandozentrale und versuchte, das Foto weiterzuleiten.
Die Kommandozentrale war für die Koordinierung zwischen den örtlichen Polizeibeamten, den Strafverfolgungsbehörden und dem Secret Service erforderlich. Dem Fernsehsender liegen keine Angaben darüber vor, ob die Spezialisten die Nachricht von dem Polizeischarfschützen erhalten haben.
Nach Angaben von CBS verlor die Polizei Crooks eine Zeit lang aus den Augen, doch irgendwann kehrte er zum dritten Mal zurück, dieses Mal mit einem Rucksack. Das Scharfschützenteam im Gebäude forderte sofort Verstärkung an und meldete den Rucksack, aber Crooks hatte es bereits nach oben geschafft und war in Schussposition. Einer der Polizeibeamten versuchte, auf das Dach zu klettern, kletterte aber schnell wieder herunter, als der Crooks seine Waffe auf ihn richtete. Kurze Zeit später fielen die Schüsse.
Scharfschützen des Secret Service entdeckten Thomas Matthew Crooks 20 Minuten, bevor er bei der Kundgebung in Pennsylvania auf den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump schoss, berichtet auch der Fernsehsender ABC News unter Berufung auf Quellen in Strafverfolgungsbehörden und US-Abgeordneten.
Dem Sender zufolge sahen die Scharfschützen Crooks, als er sich auf dem Dach des Gebäudes in der Nähe des Kundgebungsortes befand. FBI-Beamte teilten US-Abgeordneten mit, dass Crooks 62 Minuten vor den Schüssen als „Person von Interesse“ identifiziert worden sei.
Quellen zufolge beschlagnahmten die Strafverfolgungsbehörden Crooks‘ Telefon und untersuchten seinen Browser-Suchverlauf. Sie fanden heraus, dass er im Internet nach Bildern von Präsident Joe Biden, Fotos von Trump und Terminen für Kundgebungen sowie nach Terminen für den Parteitag der Demokraten in Chicago gesucht hatte. Die Ermittler waren jedoch nicht in der Lage, aus diesen Daten Crooks‘ politische Ansichten zu ermitteln und können auch das Motiv des Schützen noch nicht bestimmen.
Der Secret Service erhielt neun Minuten, bevor auf Trump geschossen wurde, Informationen über eine verdächtige Person am Veranstaltungsort der Kundgebung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump, berichtet das Portal Axios.
Demnach teilten Beamte des Secret Service den Abgeordneten des Repräsentantenhauses das am Mittwoch bei einem Briefing hinter verschlossenen Türen mit. Die Geheimdienste erhielten um 17:51 Uhr Ortszeit Informationen über eine verdächtige Person am äußeren Rand des Geländes, und Trump betrat die Bühne um 18:00 Uhr. Die Schüsse fielen elf Minuten nach Beginn der Rede des ehemaligen Präsidenten. Laut einer Tonaufnahme, die dem Portal vorliegt, bezeichneten die Geheimdienste den Ort, von dem aus geschossen wurde, als „besorgniserregendes Gebiet“.
Die geheimen Informationen sind „noch beunruhigender“
Die geheimen Informationen über das versuchte Attentat auf den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump seien sogar noch beunruhigender als das, was die Öffentlichkeit über die Geschichte weiß, sagte der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, der Republikaner Mike Johnson am Rande des nationalen Parteitags der Republikaner in Milwaukee in einem Interview mit Politico über das Versagen des Secret Service:
„Die geheimen Teile sind sogar noch beunruhigender als das, was wir bisher [öffentlich] gehört haben. Dafür gibt es absolut keine Rechtfertigung.“
Laut Johnson werden für die Mitglieder des Kongresses in der kommenden Woche geheime Briefings von Mitarbeitern des Secret Service über die Umstände des versuchten Attentats auf Trump abgehalten. Außerdem werde eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit allen Fragen im Zusammenhang mit dem Fall befassen und unter anderem die Befugnis haben werde, die Exekutive zur Bereitstellung der erforderlichen Informationen zu zwingen, sagte Johnson:
„Es ist klar, dass es schwerwiegende Versäumnisse gab. Direktorin Cheatle muss zurücktreten. Sie zeigt kein Interesse, dies zu tun. Deshalb habe ich heute Morgen im Weißen Haus angerufen und gesagt, dass der Präsident sie entlassen muss, um Führungsstärke zu zeigen.“