Eilmeldung

Massenproteste in Armenien, Opposition fordert Rücktritt von Ministerpräsident Paschinjan

In Armenien finden Massenproteste statt und ein Oppositionsführer hat Ministerpräsident Paschinjan ein Ultimatum gesetzt, er solle binnen einer Stunde zurücktreten. Paschinjan selbst ist derzeit zu Gesprächen mit Präsident Putin in Moskau

Dass der armenische Ministerpräsident Paschinjan sein Land, das eigentlich mit Russland verbündet ist, offen Richtung Westen führt, habe ich oft berichtet. In Armenien ist seine anti-russische Politik keineswegs beliebt, wie sich nun bei einer Massendemonstration zeigt.

Erzbischof Bagrat, der Führer der oppositionellen Bewegung „Im Namen der Heimat“, sagte auf bei der Demonstration mit Tausenden von Teilnehmern auf dem Platz der Republik in Eriwan, er gebe Ministerpräsident Nikol Paschinjan eine Stunde Zeit, um zurückzutreten. Die Demonstration wurde von armenischen Nachrichtenportalen live übertragen, Bilder davon, die zeigen, wie viele Menschen daran teilnehmen, finden Sie beispielsweise hier.

Nachdem die Stunde abgelaufen war und Paschinjan nicht reagiert hatte, leitete armenische Opposition im Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen Paschinjan ein, wie Bagrat erklärte:

„Wir werden das Amtsenthebungsverfahren im Parlament einleiten und uns dazu mit allen drei Fraktionen beraten“

Er fügte hinzu, dass parallel dazu Aktionen des zivilen Ungehorsams stattfinden werden.

Über die weiteren Entwicklungen werde ich bei Bedarf natürlich in den nächsten Tagen berichten.


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

20 Antworten

  1. Uuuuuuh. Da ist natürlich die Demokratie westlicher Werte in Gefahr. EU und Nato müssen unverzüglich eingreifen und Widerstände wegbomben. Da sind schließlich keine echte Demokraten wie in Georgien sondern nur Delegitimierer am Werk.

  2. ….die EU – NATO – Lakeien, besonders die WEST – brd – Lakaien, sollten sofort nach Jerewan fliegen, die brd – GRUENEN mit dem Fucks und der Becking, vorneweg !!..😈

    1. Ufff… Schwer zu sagen was da überhaupt los ist. Diese sogenannten Revolutionen werden immer von irgendjemanden geplant und finanziert. Auch muss die neue Regierung nicht unbedingt pro-Russland sein sondern pro-Armenien in erster Linie, desweteren sich für absolut neutral erklären wie etwa die Schweiz international angesehen wird. Glaube das wäre das klügste und man würde Armenien in Frieden lassen. Gute Beziehungen zu Russland pflegen, selbstverständlich, ist ja auch ein Nachbar der anständig ist und sein Wort hält.

  3. Anfrage an Radio Eriwan: „Ist Westen am Südkaukasus noch zu retten?“

    Antwort von Radio Eriwan: „Ja, selbstverständlich! Russlands Achillesferse ist ‚seine Grenze zur Türkei‘
    ‚ … oder Griechenland‘? … Verzeihung: wir prüfen das nochmals eingehender … im Sinne sorgfältiger!“

    Haben Sie Geduld … wir melden uns bei Ihnen, … wenn die Grenzkommission näheres weiß!

  4. Hab ich das richtig verstanden?
    Auf eine „Farb-Revolution“ folgt eine „Komplementär-Farben-Revolution“?
    Kann sich kein (heutiger) Kabarettist ausdenken. Pispers, wir vermissen dich !

    Aber eines ist jetzt wenigstens klar: „Der Wertewesten kann dem Rest der Welt nie mehr vorwerfen, er wäre nicht lernfähig“.

    1. Naja, bekannt ist eigentlich bisher nur, dass Paschinjan seine Politik gegenüber Aserbaidschan auf die Füße fällt. Die zumindest offen angegebenen Gründe sind die Abgabe von Bergkarabach und die letzte Grenzregelung, die nochmals vier Dörfen an Aserbaidschan abgibt.
      Inwieweit dann die Verprellung des bisherigen Verbündeten Russland eine Rolle spielt, wird die Zeit zeigen. Das Amtsenthebungsverfahren muss ja auch von der Partei von Paschinjan unterstützt werden, wenn es eine Chance haben soll.
      Wie die Entwicklung weiter geht, wenn es erfolgreich sein sollte ist ebenso offen, wie wenn es scheitert.

      1. Ab vom Thema: Hab nach unserer Diskussion zur Titanic das Buch von Wisnewski dazu bestellt (Das Titanic Attentat, KOPP, Tb., 15 €) und die letzten Tage durchgelesen.

        kopp-verlag.de/a/das-titanic-attentat

        Er kommt hinsichtlich der Opfer zu einem anderen und konventionelleren Schluß als ich, entwickelt aber dafür keine Beweise und zieht meine alternative These nicht in Betracht, außer in Einzelfällen, die auch dokumentiert sind.

        Der Fall der Vertauschung von Titanic und Olympic ist dagegen viel klarer erwiesen als ich dachte. Daran kann es überhaupt keinen Zweifel mehr geben. An den Bugplanken wurde sogar der eingravierte Name „OLYMPIC“ durch Eisenlettern mit „TITANIC“ überschrieben. Davon sind am Wrack A & N abgefallen und darunter sieht man M & P eingraviert.

        Die Titanic Dokus verschweigen nicht nur dies, sondern auch die Tatsache, daß der Bug keinerlei Spuren der Kollision mit einem Eisberg aufweist. Eis war aber massig präsent. Es lag quasi eine Barriere quer zur Südroute nach New York.

        Man erfährt einiges über die Atlantik Schiffahrt zu Beginn des 20.Jh, die Umtriebe von J.P. Morgan, die Rivalität von USA und GB – schon dafür lohnt sich die Lektüre.

        Das Buch entwickelt auf 400 gut lesbaren Seiten einige der wohl einschlägig bekannten Themen aus der Titanic Literatur (kenne wie gesagt sonst kein Buch zum Thema). Es ist journalistisch leicht geschrieben und gut zu lesen, dabei sorgfältig lektoriert (Standard bei KOPP, meiner Erfahrung nach) und hat ein sehr brauchbares Register. Es setzt keinerlei Vorbildung zur Titanic voraus.

        Dafür enthält es ein paar triviale Sachfehler (zum Beispiel Positionsangabe in Tabelle nicht umgerechnet von Paris auf Greenwich), die wohl aus Kostengründen auch in der 2023er Neuauflage des 2012er Textes nicht korrigiert wurden. Diese fallen jedoch nicht ins Gewicht, da sie nur Bagatellen sind und die Argumentation nicht schwächen.

  5. „Wenn die letzten und höchsten Güter von Volk und Vaterland auf dem Spiele stehen, versagen die juristischen Formen und Formeln, die auf Erden gemacht sind; wer zum letzten Kampf fürs Vaterland geht, holt sein Recht vom Himmel.“

    Ernst Moritz Arndt

  6. Endlich einmal eine Bewegung in die richtige Richtung… Ausser, wenn der Westen inzwischen dazu übergegangen ist, seine eigenen Marionetten wegzuputschen , um dann eine noch extremere Marionette zu installieren. Sieht in Armenien zum Glück gerade nicht so aus, aber auch Selenskyj hat vor der Wahl eher ausgesehen wie jemand, der die Situation beruhigen wollte (jedenfalls im Vergleich zu Poroshenko und Tymoshenko).

Schreibe einen Kommentar