Es sei daran erinnert, dass die Klimakleber bei ihren Protesten laufend Straftaten begehen. Sei es Sachbeschädigung, wenn sie Kunstwerke oder das Brandenburger Tor mit Farbe beschädigen, sei es Nötigung, wenn sie Straßen oder Flughäfen blockieren. Aber Politik und Medien reagieren mit Verständnis, weil die Fanatiker der Klimasekte ja für „die gute Sache“ kämpfen. Wenn es mal zu Anklagen kommt, sind die Strafen meist gering und medial werden die Fanatiker sogar positiv dargestellt.

Nun können wir am Beispiel der Bauernproteste sehen, was passiert, wenn ein Protest nicht gewollt ist. Von Sympathie für die Forderungen der Bauern ist in den Medien wenig zu sehen, obwohl das Höfesterben zeigt, dass es für viele von ihnen um die nackte Existenz und für Deutschland auch um die eigene Ernährungssicherheit geht, wenn Deutschland nicht irgendwann völlig von den großen Agrar- und Lebensmittelkonzernen abhängig werden will.

Das funktionierende Rezept

Pünktlich einige Tage vor den für den 8. Januar angekündigten großen Bauernprotesten haben die Medien, um die Bauernproteste zu verunglimpfen, wieder das Schreckgespenst der „Rechten“ aus den Hut gezaubert, die die Proteste angeblich unterwandern wollen. Das Rezept hat schon bei Covid funktioniert, um die damaligen Proteste gegen die Corona-Politik der Regierung zu diskreditieren. Nun wird das Spiel wiederholt.

Als Bauern gegen den aus dem Urlaub zurückkehrenden Habeck protestieren wollten, waren Medien und Politik entsetzt. Medien und Politiker haben schnell von Gewalt gesprochen, obwohl es keine Gewalt gegeben hat. Jedenfalls wurde niemand wegen gewalttätigem Verhalten angezeigt. Der Spiegel hat dazu einen langen Artikel veröffentlicht, in dem er die Demonstranten in gewohnter Manier als „Meute“ und „pöbelnden Mob“ bezeichnet, damit die Spiegel-Leser wissen, was zu denken haben. Und Regierungspolitiker haben geäußert, es sei die „demokratische Grenze überschritten“ worden. Die Bauern werden damit auch schon mal als (potenzielle) Demokratiefeinde einsortiert.

Zustimmung bei der Mehrheit der Deutschen

Achim Spiller, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) und Berater der Bundesregierung, sagte dem dem Tagesspiegel, dass die Menschen in Deutschland aber mehrheitlich Verständnis für die Proteste der Bauern hätten:

„Anders als bei den Klimaklebern stoßen die Bauernproteste in der Bevölkerung auf Zustimmung“

Die Menschen würden die Bauern als Opfer ansehen, „die zwischen der Ernährungsindustrie und dem Lebensmittelhandel aufgerieben werden“, sagte er weiter.

Proteste möglichst im Keim ersticken

Das erklärt, warum die Medien und die Politiker bereits vor den Protesten vom 8. Januar alle bewährten Kampfbegriffe aus dem Arsenal holen, denn dieses Verständnis der Menschen in Deutschland für die „falschen“ Proteste, gilt es zu bekämpfen. Da sich auch andere Verbände, wie die Jäger oder die Fischer mit den Bauern solidarisieren wollen, ist es aus Sicht von Medien und Politik höchste Zeit, dagegen vorzugehen und die Bauernproteste zu diskreditieren.

Die Welt am Sonntag schrieb bereits von Aufrufen zu einem „Generalstreik“ und zu „Umsturzrandalen“, wobei ich mich sofort an den Rollatorputsch erinnert habe, der – wenn man Politik und Medien glaubt – fast die Regierung gestürzt hätte, wenn die Polizei nicht in letzter Minute so beherzt eingegriffen hätte.

Wer sich dem medialen Dauerfeuer entgegenstellt, ist mal wieder der Chef der Freien Wähler Hubert Aiwanger, der die „vielfach geäußerte Befürchtung einer Unterwanderung der Bauernproteste durch Extremisten“, wie der Spiegel es formuliert, als gezielte Verunglimpfung „von linker Seite“ bezeichnet. Die „überwältigende Mehrheit der Landwirte“, so der stellvertretende bayerische Ministerpräsident, habe mit Extremismus nichts zu tun:

„Es ist politisch äußerst unanständig, damit die berechtigten Bauernproteste in Misskredit bringen zu wollen, um die Bauern zu verunsichern“

Aber die Medienkampagne trägt schon Früchte, denn anstatt sich über die Unterstützung der Bevölkerung und anderer Berufsgruppen zu freuen, hat der Präsident des Bauernverbands bereits Angst um den Ruf seines Verbandes, wie der Spiegel berichtet:

„Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, hat die Teilnahme rechter Gruppierungen an den Bauernprotesten der kommenden Woche für unerwünscht erklärt. »Rechte und andere radikale Gruppierungen mit Umsturzgelüsten wollen wir auf unseren Demos nicht haben«, sagte Rukwied der »Bild am Sonntag«. Der DBV-Präsident sagte weiter: »Wir sind Demokraten, und da findet ein politischer Wechsel – wenn, dann über die Stimmabgabe in der Wahlkabine statt.«“

Damit dürfte für die Medien die Jagd eröffnet sein und ich würde mich sehr wundern, wenn es nach dem Protest-Tag keine Medienberichte über „Rechte“ geben würde, die zusammen mit den Bauern protestiert haben. Das ist, wir kennen das noch von den Corona-Protesten 2020, der erste Schritt dahin, die Teilnehmer der Demos zu verunsichern, denn welcher Deutscher will schon auf eine Demo gehen, bei der laut Medien viele „Rechte“ mitgelaufen sind?

Kein Politikwechsel gewollt

Längst läuft in Deutschland etwas vollkommen falsch: Es ist doch vollkommen egal, wer auf einer Demo mitläuft. Es geht um das Thema der Demo und nicht darum, ob da der eine oder andere Depp auftaucht. Aber die deutschen Medien arbeiten mit dem Prinzip der Kontaktschuld, bei dem es wichtiger ist, wer auf einer Demo ist, als worum es bei der Demo geht.

Zur Erinnerung: Die Bauern protestieren gegen die Politik der Bundesregierung, mit der 70 Prozent der Deutschen unzufrieden sind. Da aber alle etablierten Parteien im Kern für die Dinge (außer vielleicht das Heizungsgesetz) stehen, für die auch die Regierung steht, würde ein Regierungswechsel kaum zu einem Politikwechsel führen. Daher müssen Medien und Politik, wie schon bei Corona, die Proteste und ihre Teilnehmer verteufeln, weil die Politik im Kern nicht geändert werden soll. Also werden die Proteste diskreditiert.

Und leider befürchte ich, dass dieses erprobte Rezept auch dieses Mal aufgehen wird.