Die Gefahr einer Spaltung der russischen Gesellschaft
Nach diversen Terroranschlägen durch Islamisten in Russland wächst in der russischen Gesellschaft eine Stimmung gegen muslimische Migranten aus ehemaligen Sowjetrepubliken. Das ist gefährlich für Russland, von den USA aber gewollt.
Nach diversen Terroranschlägen und auch Unruhen in der moslemischen russischen Teilrepublik Dagestan wächst in der russischen Bevölkerung eine Stimmung, die sich gegen (muslimische) Einwanderer aus ehemaligen Sowjetrepubliken in Asien und den Islam generell wendet. Da es bei den Terroranschlägen und auch den Unruhen in Dagestan eine direkte Spur in die Ukraine gibt, deren Geheimdienste von US-Geheimdiensten ausgebildet wurden, liegt der Verdacht nahe, dass die USA daran nicht ganz unschuldig sind.
Die Handschrift der USA
Das passt auch zum erprobten Muster der USA, die in „ungehorsamen“ Ländern immer wieder Konflikte zwischen ethnischen oder religiösen Teilen der Gesellschaft schüren, um diese Länder zu destabilisieren. Ein klassisches, aber bei weitem nicht das einzige Beispiel ist Syrien, wo die USA genau das getan haben. Syrien war vor dem Krieg ein säkulärer Staat und der einzige Staat im Nahen Osten, wo Moslems, Christen und Juden gleichberechtigt und friedlich zusammengelebt haben. Um Assad zu stürzen, haben die USA auf radikale Islamisten gesetzt und diese im Zuge der von deutschen Medien bis heute weitgehend verschwiegenen CIA-Aktion „Timber Sycamore“ bewaffnet und so den Krieg in Syrien ausgelöst, um Assad zu stürzen.
Daher dürfte es kein Zufall sein, dass die von den USA de facto geleiteten ukrainischen Geheimdienste auf Islamisten setzen, wenn sie in Russland Unruhen oder Terroranschläge inszenieren. Das Ziel ist nicht nur der Terror selbst, sondern das Ziel dahinter ist es, in Russland anti-muslimische Stimmungen zu schüren, die den Vielvölkerstaat Russland, in dem alle Weltreligionen friedlich zusammenleben und wo der Anteil von Moslems landesweit bei über 20 Prozent liegt, zu destabilisieren.
Der Vielvölkerstaat Russland
Die russische Regierung tut viel dafür, dass alle weit über 100 Ethnien in Russland ihre Kultur und Sprache bewahren und ihre Religion frei auslegen können. Jede Art von Handlungen, die Rassismus oder religiösen Hass schüren könnten, sind in Russland streng verboten. Deswegen wurden beispielsweise die Mitglieder von Pussy Riot zu Haftstrafen verurteilt, denn sie haben ihren Anti-Putin-Auftritt auf dem Altar der wichtigsten russischen Kirche veranstaltet, was die Gefühle gläubiger Christen beleidigt hat. Hätten sie das in einem Park getan, wäre ihnen nichts passiert. Und aus diesem Grund sind auch die Zeugen Jehovas in Russland verboten, weil sie bei ihren Versuchen, Menschen von ihrer Sekte zu überzeugen, andere Religionen schlecht machen.
Da sich die in Russland wachsende anti-muslimische Stimmung pauschal gegen alle muslimisch aussehenden Südländer richtet, sind davon nicht nur Migranten betroffen, sondern auch russische Staatsbürger aus beispielsweise kaukasischen Gebieten wie Dagestan, wo das wiederum die kleine Minderheit radikaler Islamisten gegen Russland aufbringt.
Für Russland als Staat kann das sehr gefährlich werden, was den USA und der Ukraine natürlich nur recht sein kann. Aber es ist für Russland auch außenpolitisch gefährlich, denn wenn die russische Regierung dieser Stimmung nachgibt und zum Beispiel die Migration aus ehemaligen Sowjetrepubliken einschränkt, in denen die Überweisungen ihrer in Russland lebenden und arbeitenden Landsleute oft einen wichtigen Teil zur Wirtschaftskraft beisteuern, könnte das in diesen Ländern zu anti-russischen Tendenzen führen, die die USA sofort nutzen würden, um dort Fuß zu fassen und Russlands Einfluss in den GUS-Staaten zurückzudrängen. Über diese Pläne wird in den USA ja offen gesprochen.
„Islamistische“ Anschläge in Russland
Der im Westen bekannteste Terroranschlag in Russland war der Angriff auf die Crocus-City-Hall mit Dutzenden Toten. Begangen wurde der Anschlag von Migranten aus Tadschikistan, die in sozialen Netzwerken angeworben wurden und dem radikalen Islamismus angehören. Ob sie dem IS angehören, wie der Westen behauptet, ist zweitrangig, denn dass sie Verbindungen in die Ukraine hatten und nach der Tat dahin fliehen wollten, ist eindeutig.
Und dass britische und US-amerikanische Geheimdienste den IS geschaffen und ihn immer wieder für ihre Ziele eingesetzt haben, ist zwar im Westen kaum jemandem bekannt, aber trotzdem wahr. Daher kann der IS dabei eine Rolle gespielt haben, aber der IS kann ohne die ukrainischen Geheimdienste keine Fluchtroute über die russisch-ukrainische Grenze organisieren, die die Terroristen bei ihrer Flucht nutzen wollten. Dass die Ukraine (und damit letztlich die USA) hinter dem Terroranschlag stehen, ist daher recht eindeutig.
Gleiches gilt für die Unruhen, die es in letzter Zeit in der muslimischen russischen Teilrepublik Dagestan gegeben hat. Am 29. Oktober 2023 stürmten Islamisten vor dem Hintergrund des israelischen Angriffs auf Gaza den Flughafen von Machatschkala, der Hauptstadt Dagestans, weil dort ein Flugzeug aus Israel mit Juden an Bord gelandet war. Der Mob konnte nur mit einem großen Polizeiaufgebot zurückgedrängt werden.
Allerdings war dieser Vorfall keineswegs eine autonome Aktion von radikalen Islamisten, denn die Menge wurde von einem Telegram-Kanal aus der Ukraine aufgehetzt, wie man in Kiew kurz darauf stolz erzählte. Dass die „Vorzeigedemokratie“ Ukraine in Dagestan antisemitische Unruhen organisiert hat, fanden deutsche Medien übrigens nicht berichtenswert.
Die wachsende anti-muslimische Stimmung ist im Interesse der USA
Dass Terroranschläge in Russland oft von islamistischen Tätern durchgeführt werden, hat in Russland anti-muslimische Stimmungen geweckt. Immer öfter hört man bei Gesprächen in Russland die Forderung, alle muslimischen Einwanderer müssten abgeschoben werden, weil unter denen die Kriminalität so hoch sei.
Solche Stimmungen mögen menschlich verständlich sein, objektiv sind sie jedoch unbegründet. Ich habe gerade erst über die Kriminalität in Russland geschrieben, die im Vergleich zu Deutschland fast schon verschwindend gering ist. In Deutschland wurden 2023 5,94 Millionen Straftaten gemeldet, in Russland mit seiner fast doppelt so großen Bevölkerung wurden hingegen nur 1,95 Millionen Straftaten gemeldet.
Der nächste große Unterschied besteht in der Ausländerkriminalität. In Deutschland sind von ca. 2,25 Millionen Tatverdächtigen 925.000 Ausländer. Das bedeutet, dass Ausländer in Deutschland insgesamt ca. 41 Prozent der Tatverdächtigen ausmachen, obwohl sie mit ca. 13,9 Millionen Menschen nur etwa 16,7 Prozent der Bevölkerung stellen.
In Russland hingegen, wo der Ausländeranteil etwa genauso groß ist, wie in Deutschland, wurden von den knapp zwei Millionen Verbrechen, die 2022 in Russland begangen wurden, nur 40.000 von Ausländern begangen, das sind gerade mal zwei Prozent im Vergleich zu 41 Prozent in Deutschland.
Man kann also ganz objektiv feststellen, dass sich die Ausländer in Russland ausgesprochen gesetzestreu verhalten, was daran liegt, dass Russland nur Migranten ins Land lässt, die sich auch selbst versorgen, indem sie arbeiten. Und in Russland kann ein Migrant seine Aufenthaltserlaubnis schon verlieren, wenn er zwei Ordnungswidrigkeiten begangen hat, also beispielsweise zwei Mal etwas zu schnell gefahren ist. Wer als Migrant nach Russland kommt, der weiß, dass er sich gut benehmen muss, wenn er im Land bleiben will, während Deutschland sogar Migranten mit seitenlangen Vorstrafenregistern nicht abschiebt.
Die Stimmung gegen (muslimische) Migranten in Russland ist also ganz objektiv unbegründet, aber sie wird von pro-westlichen Medien geschürt, die bei jedem Vorfall in Russland auf die Herkunft und die Religion der Täter hinweisen, wodurch bei vielen Russen das subjektive Gefühl entsteht, die muslimischen Migranten wären kriminell und eine Gefahr. Es ist übrigens vielsagend, dass die westlichen Medien, die bei Verbrechen im eigenen Land gerne verschweigen, dass die Täter Migranten waren, bei Vorfällen in Russland genüsslich über Herkunft und Religion der Täter berichten.
Da Russland aber als Vielvölkerstaat mit allen Weltreligionen nur friedlich existieren kann, wenn sich die verschiedenen Ethnien und Religionen nicht gegeneinander aufhetzen lassen, ist diese Tendenz im Interesse der Feinde Russlands und die Russen, die diesen Stimmungen nachgeben spielen – ohne es zu wollen oder zu wissen – den USA in die Hände.
Kommentare werden geladen...