Die Welt hat sich verändert

Wie nicht-westliche Medien über die BRICS-Erweiterung berichten

Deutsche Medien erwecken den Eindruck, als sei die Erweiterung der BRICS um sechs Länder keine große Sache. Medien außerhalb der westlichen Medienblase sehen das ganz anders.

Westliche – und ganz besonders deutsche – Medien berichten nur sehr ungern darüber, wenn es für den US-kontrollierten Westen schlecht läuft. Die Erweiterung der BRICS ist dafür ein klassisches Beispiel, denn die deutschen Medien veröffentlichen über den BRICS-Gipfel zwar viele Artikel, aber die geopolitische Bedeutung der BRICS-Erweiterung erklären sie ihren Lesern nicht.

Auch wenn die Staats- und Regierungschefs sich in ihren Erklärung mit frontalen Attacken gegen den Westen zurückgehalten haben (siehe zum Beispiel Putins Rede) und Indien und Brasilien in ihren Erklärungen Wert darauf legen, dass die BRICS gegen niemanden gerichtet sind, zeigen die Ziele der BRICS, dass die Realität eine andere ist. Die BRICS sprechen sich für Ziele aus, die den Interessen des Westens konträr entgegenstehen, zum Beispiel lehnen sie die vom Westen propagierte „regelbasierte Weltordnung“ ab und sind für eine Stärkung des geltenden Völkerrechts oder sprechen sich für eine Abkehr vom Dollar (und Euro) im internationalen Handel aus, wenn sie mehr Handel in ihren nationalen Währungen fordern und sogar eine eigene „BRICS-Währung“ für den internationalen Handel einführen wollen.

Um aufzuzeigen, wie anders außerhalb der westlichen Medienblase über die BRICS-Gipfel berichtet wird, veröffentliche ich hier eine Zusammenfassung von Presseberichten über den BRICS-Gipfel, die in aller Weit veröffentlicht wurden. Die Zusammenfassung hat die russische Nachrichtenagentur TASS verfasst. Sie ist deshalb interessant, weil russische Medien – im Gegensetz zu westlichen – aus weltweiten Medien (darunter auch westlichen) zitieren und so einen besseren Überblick über weltweite Meinungen Trends und Berichte geben, als es deutsche Medien tun. Daher ich habe die Presseschau der TASS übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

„Die Welt wird nicht mehr dieselbe sein“: Ausländische Medien über die Ergebnisse des BRICS-Gipfels

Sechs neue Mitglieder werden der internationalen Organisation beitreten

Das 15. BRICS-Forum endete am 24. August in Pretoria. Gemäß dem Beschluss der Teilnehmer werden sechs neue Mitglieder – Saudi-Arabien, Argentinien, Iran, Äthiopien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten – der Vereinigung am 1. Januar 2024 beitreten. Die derzeitigen Mitglieder – Russland, China, Indien, Brasilien und Südafrika – verabschiedeten eine 94 Punkte umfassende gemeinsame Erklärung.

SÜDAFRIKA

SABC Radio: „Die Welt wird nach dem BRICS-Gipfel in Johannesburg nicht mehr dieselbe sein. Mit der Aufnahme von sechs neuen Ländern wird BRICS zu einem neuen geopolitischen Pol der Welt, um den sich eine neue Kraft herauskristallisiert – der Globale Süden mit über 100 Nationen. Diese mächtige Struktur, die die BRICS und ihre Partner repräsentieren, wird zunehmend eine Kraft sein, mit der die Länder des Westens rechnen müssen.“

City Press: „Etwa 65 Staatsoberhäupter, die an dem Gipfel teilnahmen, darunter auch Führungskräfte des Globalen Südens, erklärten, sie sähen in den BRICS eine wirtschaftliche und politische Alternative für die Zukunft… In ihren Reden während des Gipfels warnten viele Staatsoberhäupter die BRICS jedoch davor, dass ihre Expansion zu Widersprüchen innerhalb der Gruppierung führen sollte.“

CHINA

Xinhua: „Die Zusammenarbeit zwischen den BRICS-Mitgliedsländern befindet sich in einer Schlüsselphase, in der es darum geht, Kontinuität zu wahren, auf Traditionen aufzubauen, nach der Zukunft zu streben und Frieden und Ruhe zu gewährleisten. Sie bezieht sich sowohl auf die Stärkung der humanitären Zusammenarbeit, den Austausch von Erfahrungen der Zivilisationen als auch auf die Gewährleistung von Gleichheit, Gerechtigkeit und globaler Führung. Eine Reihe von Positionen, die auf dem Gipfel dargelegt wurden, tragen dem Kern der (chinesischen) Initiativen zu globaler Entwicklung, Sicherheit und dem zivilisatorischen Faktor Rechnung. Das bedeutet, dass sich die Zusammenarbeit (der BRICS-Länder) ständig vertieft und immer solider wird, was den stabilen und langfristigen Charakter der Vereinigung gewährleistet.“

Renmin Ribao: „BRICS wurde in der Ära des Aufstiegs der Schwellen- und Entwicklungsländer gegründet. In den letzten 17 Jahren hat der BRICS-Kooperationsmechanismus eine wichtige historische Entwicklung durchlaufen und seine starke Lebensfähigkeit bewiesen. Die Vereinigung hat sich zu einer zunehmend konstruktiven Kraft für das Wachstum der Weltwirtschaft, die Verbesserung der Global Governance und die Demokratisierung der internationalen Beziehungen entwickelt.“

INDIEN

Indian Express: „Der Beitritt des Irans, der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens, Argentiniens, Ägyptens und Äthiopiens zu den BRICS könnte einerseits den Anspruch der BRICS stärken, die ‚Stimme des globalen Südens‘ zu sein, und andererseits Besorgnis über die wachsende Dominanz Chinas auf der internationalen Bühne auslösen. Die Aufnahme der neuen Mitglieder stärkt das Gewicht der Gruppe als Vertreterin der Entwicklungsländer. Die BRICS repräsentieren nun etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung und mehr als ein Viertel des globalen BIP. Nach der Erweiterung werden die BRICS fast die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentieren und die drei größten Ölproduzenten der Welt, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Iran, umfassen.“

BRASILIEN

O Globo: „Die Form, die BRICS ab 2024 annehmen wird, ist für seine Mitglieder sehr wichtig. Zu dem Block, zu dem die größten Produzenten von Nahrungsmitteln und Industriegütern, Brasilien und China, gehören, wird sich der weltweit größte Ölproduzent, Saudi-Arabien, gesellen.“

ÄGYPTEN

Al Kahira 24: „BRICS ist eine Alternative zum Internationalen Währungsfonds und zur Weltbank, wenn es darum geht, wirtschaftliche Unterstützung zu leisten. Sie wird es Ägypten ermöglichen, seine Abhängigkeit vom Dollar im Handel mit den Ländern der Vereinigung zu beenden. Die Abrechnungen im Handel werden in den Landeswährungen erfolgen. Der Handel mit den wichtigsten Schwellenländern der Welt wird zunehmen und den Weg für ein rasches Wirtschaftswachstum und die Überwindung von Krisen ebnen.“

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE

Asharq Al-Awsat: „In Anbetracht der unterschiedlichen Ziele der fünf Länder, ihrer unterschiedlichen demografischen Situation, ihrer unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen und ihrer unterschiedlichen Bestrebungen hat jedes von ihnen ein anderes Interesse am Erfolg dieses Zusammenschlusses und an seiner Ausweitung, um noch mehr Gewicht zu erlangen. Und während die BRICS-Länder heute 40 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren, sind es in der G7 nur 10 Prozent. Hinzu kommt die Wirtschaft, die ein Viertel des weltweiten BIP ausmacht“.

Al Khaleej: „Der Beitritt der Vereinigten Arabischen Emirate zu den BRICS stellt eine wichtige Entwicklung auf der Bühne der Weltwirtschaft dar, da er die Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate als globale Wirtschaftsmacht stärkt und neue Horizonte für die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und vielen Ländern der Welt eröffnet, insbesondere Brasilien, Indien, China, Russland und Südafrika, die eine Gruppe von vielversprechenden und größten Volkswirtschaften der Welt darstellen.“

SAUDI ARABIEN

Arab News: „Der Wunsch, ein Gegengewicht zum gegenwärtig wahrgenommenen Monopol des Westens zu bilden, mag ein Schlüsselfaktor für die BRICS gewesen sein. Das kann jedoch nur durch die Entdollarisierung der Weltwirtschaft durch die Verwendung nationaler Währungen und möglicherweise die Schaffung einer neuen Einheitswährung oder sogar durch das Experimentieren mit alternativen Instrumenten wie Blockchain und Bitcoin beginnen… Die Chancen des Blocks, ein globaler politischer und wirtschaftlicher Akteur zu werden, sind aufgrund des Fehlens einer kohärenten Vision und konkreter Ergebnisse und Meinungsverschiedenheiten begrenzt.“

ÄTHIOPIEN

Ethiopian Radio and Television Agency: „Ministerpräsident Abiy Ahmed erklärte, der Beitritt zu BRICS sei ein großer diplomatischer Sieg für alle Afrikaner. Er sagte, dass Äthiopien durch seine Teilnahme an den BRICS daran arbeiten wird, eine gemeinsame Lösung für die Probleme des Kontinents zu finden und die multilaterale Zusammenarbeit zu fördern.“

ANGOLA

Jornal de Angola: „Das Bruttoinlandsprodukt der BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) wird mit dem Beitritt von sechs neuen Mitgliedern von derzeit 23 Prozent auf 36 Prozent des weltweiten Gesamtprodukts steigen. Alle Länder, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Stärke, werden mit einem solchen Zusammenschluss rechnen müssen.“

SAMBIA

Lusaka Times: „Der BRICS-Zug ist unaufhaltsam. Die Flut von Investitions- und Handelsabkommen, die die Mitgliedsstaaten, insbesondere China, auf dem Gipfel abschließen, ist der beste Beweis für die Einigkeit der Ziele. Aus diesem Grund fordern zahlreiche afrikanische Länder einen Platz in diesem Handelsverband. Die BRICS-Gruppe setzt sich aus gleichgesinnten Wirtschaftsnationen zusammen, deren Ziel es ist, ihre Position bei Investitionen und Handel zu stärken.“

MAROKKO

Maghreb Arabe Presse: „Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten haben bei ihrem Treffen in Johannesburg eine Erklärung verabschiedet, in der sie ihr Engagement für den Multilateralismus im Einklang mit den Grundsätzen der UN-Charta bekräftigen, die die territoriale Integrität, die Nichteinmischung in die Angelegenheiten von Staaten und die friedliche Beilegung von Streitigkeiten schützen.“

TANSANIA

Citizen: „Die Staats- und Regierungschefs der BRICS kündigten am Donnerstag die „historische“ Aufnahme von sechs neuen Ländern in die Gruppe an. Mit diesem Schritt versuchen die BRICS, die bestehende Weltordnung zu verändern. Etwa 50 Staats- und Regierungschefs aus dem Globalen Süden nahmen an dem Gipfel teil, der nach Ansicht der Staats- und Regierungschefs der BRICS die Attraktivität ihrer Politik und die wachsende Bedeutung der Vereinigung auf der Weltbühne unterstreicht.“

USA

The Wall Street Journal: „Die BRICS, eine Gruppe von Entwicklungsländern, hat sechs weitere Länder eingeladen, dem Block beizutreten, um ihren globalen Einfluss zu vergrößern und die Fähigkeit zu erlangen, den Westen in wichtigen politischen und wirtschaftlichen Fragen herauszufordern. …. Die BRICS-Erweiterung ist ein Sieg für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und den russischen Präsidenten Wladimir Putin, die angesichts des wachsenden geopolitischen und wirtschaftlichen Wettbewerbs mit dem Westen auf die Erweiterung des Blocks gedrängt haben… Der Beitritt neuer Länder könnte die einheitliche Vision und den politischen Entscheidungsprozess des Blocks untergraben, dessen derzeitige Mitglieder bereits sehr unterschiedliche Wirtschafts- und Regierungssysteme, Ideologien und Ansätze für die Beziehungen zu den USA vertreten.“

Newsweek: „Was aus BRICS+ werden könnte, bleibt unklar, ebenso wie die Fähigkeit des Blocks, mit den erheblichen internen Spaltungen zwischen den Mitgliedsländern umzugehen. Was jedoch immer deutlicher wird, ist die sich abzeichnende gemeinsame Vision, alternative, vom Westen unabhängige Finanz- und Handelsinstitutionen zu schaffen. Diese Bestrebungen sind vor dem Hintergrund eines vorherrschenden Klimas der Desillusionierung über die verfügbaren Optionen zur Unterstützung der Entwicklung im globalen Süden und, was die Außenpolitik Washingtons betrifft, über den Einsatz von Sanktionen entstanden.“

GROSSBRITANNIEN

The Guardian: „Die BRICS-Gruppe der großen Schwellenländer (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) hat die Aufnahme von sechs neuen Mitgliedern in das Bündnis angekündigt, um zu versuchen, die globale Weltordnung neu zu gestalten und ein Gegengewicht zu den USA und ihren Verbündeten zu schaffen. Es ist jedoch unklar, wie die Erweiterung der Union ihren Einfluss auf der Weltbühne erhöhen wird. Das wird von der Fähigkeit der BRICS-Länder abhängen, zusammenzuarbeiten, so Analysten.“

DEUTSCHLAND

Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Auf dem dreitägigen (BRICS-)Treffen wurde viel über die „Stimme des Globalen Südens“ und die „multipolare Weltordnung“ gesprochen, zu der die Staats- und Regierungschefs der Schwellenländer nach eigenen Angaben beitragen wollen. Im Hintergrund wurde versucht, ein Gegengewicht zu den bisherigen westlich dominierten Institutionen zu schaffen, wobei sich China und Russland am lautesten äußerten… Die Gruppe von Staaten nutzte die internationale Unzufriedenheit mit dem Westen. Die Entwicklungsländer haben sich zusammengeschlossen und die Ansicht vertreten, dass der Westen für den mangelnden Fortschritt in ihrer Entwicklung verantwortlich ist. Es herrscht auch eine tiefe Enttäuschung über das internationale Finanzsystem, das nach Ansicht der Mitgliedsstaaten der Gruppe nicht ihren Interessen dient.“

FRANKREICH

La Tribune: „Die BRICS-Erweiterung ist eine Herausforderung für die westlichen Länder. Sie dürfte in den kommenden Monaten stattfinden und einen Block schaffen, der stark genug ist, um die internationale Politik zu beeinflussen und die Interessen der Entwicklungsländer in der Weltwirtschaft zu verteidigen. Ob das zu einem historischen Wendepunkt wird, wird die Zeit zeigen. Das ist ein Sieg für Peking und Moskau, die die Erweiterung gegenüber den anderen drei Mitgliedern – Indien, Brasilien und Südafrika – favorisiert haben. Die Entwicklungsländer wissen jetzt, dass sie sich nicht an die Weltbank oder den Internationalen Währungsfonds (IWF) wenden müssen, sondern an eine andere Organisation – die BRICS – wenden können, um ihre Entwicklung zu finanzieren.“

UNGARN

Magyar Nemzet: „Die Erweiterung der BRICS-Gruppe könnte den Weg für viele andere Länder ebnen, sich um den Beitritt zu der Organisation zu bewerben – zu einer Zeit, in der die geopolitische Polarisierung Peking und Moskau dazu zwingt, ein Gegengewicht zum Westen zu schaffen… Die Länder, die der Gruppe beitreten wollen, werden von dem Wunsch angetrieben, das globale Spielfeld zu stabilisieren, nicht zuletzt aufgrund des Versprechens der BRICS, die Weltordnung auszugleichen.“

JAPAN

NHK TV: „China und Russland sind sehr daran interessiert, BRICS zu stärken, damit die Organisation ein Gegengewicht zum Westen bilden kann. Indien und Brasilien befürchten jedoch, zu antiwestlich zu werden. Aus diesem Grund wird sich die Aufmerksamkeit bald darauf richten, welche Richtung die BRICS verfolgen werden, zu denen auch der Iran, der sich in Konfrontation mit den USA befindet, und Saudi-Arabien, das sich in letzter Zeit China angenähert hat, gehören werden.“

ISRAEL

Calcalist: „Die Tatsache, dass vier der beitretenden Länder aus der Region des Nahen Ostens stammen, könnte darauf hindeuten, dass sie, mit Ausnahme des Irans, angesichts des nachlassenden Interesses der USA an der Region nach einer Alternative suchen. Von allen Ländern ist der Beitritt von Saudi-Arabien am dramatischsten. Es ist die größte arabische Volkswirtschaft mit einem BIP von mehr als einer Billion Dollar, einer der wichtigsten Akteure auf dem globalen Ölmarkt und es verfügt über etwa 15 Prozent der weltweiten Ölreserven. Der Beitritt Saudi-Arabiens wird sicherstellen, dass die Finanzkraft der BRICS gestärkt wird.“

LIBANON

Al Akhbar: „Das Interesse, das der BRICS-Gipfel in Johannesburg hervorgerufen hat, zeigt, dass die Vereinigung genügend politisches Gewicht erlangt hat, um auf der internationalen Bühne einen Durchbruch zu erzielen, und dass sie in der Lage ist, die geopolitischen und wirtschaftlichen Ziele Washingtons durch ihren Zusammenhalt herauszufordern. Vor dem Gipfel glaubte man, dass Unstimmigkeiten zwischen den Mitgliedsstaaten die BRICS daran hindern würden, ihre erklärten Ziele, wie die Schaffung einer gemeinsamen Währung, zu erreichen. Die Vereinigung hat jedoch bewiesen, dass sie in der Lage ist, Krisen zu überwinden.“

Ende der Übersetzung


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

23 Antworten

  1. „Die Zusammenfassung hat die russische Nachrichtenagentur TASS verfasst. Sie ist deshalb interessant, weil russische Medien – im Gegensetz zu westlichen – aus weltweiten Medien (darunter auch westlichen) zitieren und so einen besseren Überblick über weltweite Meinungen Trends und Berichte geben, als es deutsche Medien tun.“

    Ich bewundere Herrn Röpers Vertrauen in die Fähigkeit und vor allem Motivation der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS, eine objektive Auswahl an weltweiten Zitaten auszuwählen.

    1. Es ist bei Herrn Röper vermutlich nicht Vertrauen sondern Gewissheit in die Fähigkeit und vor allem Motivation der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS.

      Vermutlich – ich nehme an, Herr Röper ist über die Fähigkeit und vor allem Motivation zur plumpen Selbstdarstellung des staatlich-deutschen Nachrichtendienstes Deutschlandfunk und seinen beiden Presseschauen, täglich 7.10 Uhr (aus deutschen Zeitungen) und 12.50 Uhr (international) gut im Bilde.

      Die Redakteure solch Langweilertums werden zuverlässig nach Tarif Öffentlicher Dienst (TöD oder TV-L) bezahlt! So ein Abhängigkeitsverhältnis lädt nicht gerade zu Innovation und Frische, doch aber zu Hans Fritzsche und besonderem Gelöbnis zu Fü! + Vo! + Vaterland ein.

      Verglichen damit müsse sich die vglw. liberale TASS nicht besonders wählerisch zeigen, um es vornherein zu toppen. Die deutschen Presseschauen sind nicht nur einfach furchtbar … sie sind absolut ungenießbar!

      Wie ich das beurteilen könne? Objektiv zu urteilen kann man selten – hier kann man es!

      Roland Tichy vom konservativen Tichys Einblick hat auch die Sause voll aus (durch) – er meint mittlerweile (mal in ein altes Bekenntnis falsch übersetztz:) „Vorwärts nimmer! – Rückwärts immer!“

    2. Lieber Herr Perleburg,
      haben sie sich die jeweiligen Zitate überhaupt durchgelesen. Es ist eine wunderbare Mischung von verschiedensten Medien über die ganze Welt verteilt. Fast alle berichten relativ neutral. Nur bei den westlichen Medien liest man wieder das abwertende und das überhebliche.

    3. @GustavPerleburg
      „Ich bewundere Herrn Röpers Vertrauen in die Fähigkeit und vor allem Motivation der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS, eine objektive Auswahl an weltweiten Zitaten auszuwählen.“

      hm…nun haben Sie schon Hr. Röper zitiert aber offensichtlich NICHT gelesen, dass das Wort „objektiv“ gar nicht enthalten ist…..
      Es steht ihnen als Kommentator ja frei, zu überprüfen ob die Auswahl der Tass der Wahrheit aus weltweiten Medien – auch dem Westen – entspricht & dann dürfen SIE gerne überprüfen wie die „Motivation & Fähigkeit“ der Tass ist. Vielleicht vertrauen Sie den Falschen?

    4. GustavPerleburg, kann es sein, dass Sie schon in Ihrem 2. Lebenszeichen ankündigen: Ich-bin-hier-die Heldenrolle zu übernehmen!

      GustavPerleburg schreibt @holylord – Kleiner Tipp: Zahlen und Fakten bringen in diesem Forum nicht viel. Hier geht es um Gefühle (leider meistens keine schönen).

      Frage an Sie überhaupt – was will Ihnen denn dieses Forum bringen? Wenn Sie, mit Ihrer herausragenden Qualität: bringt nicht viel – und Sie es trotzdem machen … müssen wir uns jetzt gemeinsam Sorgen um Sie machen?

  2. Der Spiegel hat es ja sogar fertiggebracht, in demselben Artikel, in dem die Aufnahme weiterer Mitglieder benannt wurde, zu suggerieren, in Südafrika hätten sich nur die 6 bisherigen Mitglieder getroffen. Nicht etwa 40 oder sogar 65 Delegationen und Staatsoberhäupter….

  3. Es ist immer wieder interessant beide Seiten gegenübergestellt zu sehen.

    Die Berichterstattung aus dem Westen:
    Ersteinmal neutral berichten und dann kommen die üblichen Sticheleien.

    Nach dem Motto, die versuchen da jetzt was um unsere Herrlichkeit zu
    untergraben, aber so wie es aussieht, wird das eher nichts werden, weil…….
    Nur ja nicht zugeben, daß sich da etwas sehr großes und wichtiges anbahnt.
    Mit Verleumdungen und Verdrehungen kann jetzt ja dummerweise nicht mehr
    gearbeitet werden.

    1. Der wichtigste Faktor, ob aus dem neuen BRICS-Modell etwas wird, war die Wahl Indiens. Indien ist seine Neutralität heilig, und es will sich nur sehr distanziert mit seinem Rivalen China einlassen. Geholfen haben Wunderwaffen Made in Germany. Von der Leyens Sanktionen haben Indien anfangs sehr geschadet, es wurde gezwungen, an dem neuen System teilzunehmen. Und Baerbock hat wirklich alles genutzt, was sie hatte, um die Inder zu brüskieren.

      Die EU hat keinerlei Hemmungen, sich mit allen zu verkrachen. Für die USA ist die Sache schwieriger. Es sind nun zu viele Länder in BRICS+, die sie nicht verlieren wollen. Zu viele, um sie unter Druck setzen zu können, und das würde sie nur noch weiter nach BRICS treiben.

  4. „Auch wenn … Indien und Brasilien in ihren Erklärungen Wert darauf legen, dass die BRICS gegen niemanden gerichtet sind, zeigen die Ziele der BRICS, dass die Realität eine andere ist.“

    So denken Westler. Entweder sie ordnen sich unseren Zielen unter oder sie sind unsere Gegner. Die zivilisierte Welt sieht das anders: Der Westen hat Ziele, wir haben Ziele. Wenn der Westen seine so gestaltet, daß sie auch uns nutzen, kann man sie zu gemeinsamen machen. Sonst nicht. Und das muß gegenseitig akzeptiert werden, warum sollten alle die gleichen Ziele und Interessen haben?

    Das „Angebot“ des Westens, neokoloniales Modell, Konzept „europäischer Überlegenheit“ und Erwartung von Unterordnung, ist nicht akzeptabel und auch sonst hat der Westen nichts mehr zu bieten. Also entwickelt man eben ein eigenes Modell.

    BRICS+ ist kein Block und soll auch keiner werden, aber es verteidigt das Prinzip der Blockfreiheit gegen einen Block, der es nicht hinnehmen will. Sehr unterschiedliche Länder, die zu fast allen Zivilisationen der Welt gehören. Und von denen kann, wer will, einige „antiwestlich“ nennen, andere sind es nicht:

    Für Indien, Brasilien, Südafrika, Argentinien, Ägypten, Emirate, Äthiopien sind ihre Beziehungen zu den USA Teil ihrer multivektoralen Außenpolitik. Für Saudi-Arabien nun auch, es hat mit den USA von „einseitig“ auf „multivektoral“ umgestellt.

    Man hat gewisse Probleme nit dem Westen. Bei BRICS+ geht es hauptsächlich um die Störungen und Blockaden durch die Sanktionen. Aber der Westen ist längst zu unbedeutend, als daß er das Gewicht hätte, und sei es als „Anti“, die Ausrichtung von BRICS+ beeinflussen zu können.

  5. ….schon interessant, das „Wallstreet – Journal“ schreibt: “ Die BRICS-Erweiterung ist ein Sieg für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und den russischen Präsidenten Wladimir Putin“ !!
    …und „La Tribune“ schreibt: „Das ist ein Sieg für Peking und Moskau, die die Erweiterung gegenüber den anderen drei Mitgliedern – Indien, Brasilien und Südafrika – favorisiert haben.“…
    ….vielleicht, wollen die USA und Vasallen, auch noch beitreten ??..🤣😈

  6. Wenn man die westlichen Pressemitteilungen liest, bemerkt man besonders eins, sie sind nach wie vor in ihrer westlichen Überheblichkeit gefangen und glauben das was sie machen ist das einzig Richtige. Sie erheben sich immer noch als Gott über die Welt, nicht bemerkend, oder es zu bemerken zu wollen, dass der Zug langsam aber sicher ohne sie abfährt. Die einzige Pressestimme wo man Nachdenklichkeit bemerkt konnte war die französische Stimme. Da ist man wohl schon weiter. Siehe Herr Macron hatte um Teilnahme gebeten.
    Natürlich wird das Ganze nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen aber die Ansätze sind die richtigen und unterscheiden sich grundlegend von den des Wertewestens. Schon deshalb ist die BRICS auf dem richtigen Weg. Sie brauchen auch nicht nach dem Westen schielen, außer wo unbedingt notwendig. Gehen sie den Weg so wie sie ihn beschrieben haben und konzentrieren sich auf sich, dann erledigt sich das mit dem Westen von ganz alleine und natürlich wird dieser jede passende Gelegenheit nutzen um ihnen Steine, nein Felsbrocken in den Weg zu legen. Nur haben diese Länder einen großen Vorteil, sie haben die Naturschätze über die, die meisten Länder des Wertewestens nicht mehr verfügen und nun müssen sie diese nicht mehr verschenken. Es wird spannend in der nächsten Zeit, Leute zieht euch warm an, die Kälte greift den Darm an.

  7. Die 6 Beitrittkandidaten vereinen 601 Millionen Menschen! Das ist mehr Bevölkerung als die EU hat. Ich würde mal sagen, das war ein gewaltiger Beitritt. Haben die BRICS damit schon die halbe Weltbevölkerung erreicht?

    Der Westen denkt immer nur in Wirtschaftskraft, aber die kann sich schnell ändern. Ich denke in Bevölkerungsanteilen, die Wirtschaftspotential haben.

  8. Wahrscheinlich muss man dies einmal von einer anderen Seite sehen. Ja und zwar von Seiten der Rohstoffe!

    China – Seltene Erden (wichtig für Die Elektronik von Waffensystemen und allgemein Elektronik bis hin zum Mobilphon) Silizium (Solarzellen) usw. usw.
    Russland – Uran und Brennelementen (auch wenn Deutschland seien AKWs zurückbaut. In der EU werden neue AKWS gebaut z.B. SWE ). Aluminium Nickel usw. usw.
    Niger (Uran – Gold + Erdöl) ,
    Sudan ( Erdöl, Eisen, Marmor, Gold und Uran. Nach US-Schätzungen aus den 1990er Jahren betrugen die Ölreserven rund drei Milliarden Barrel. )
    Kongo – (Kobalt, Kupfer, Erdöl, Diamanten, Gold, Mangan, Zink, Blei und Zinn).

    Wir im Westen liefern gerne Waffe! Welche Rohstoffe haben wir? Die USA OK Irak Erdöl Marionettenregierung , Syrien Erdöl ein Grund findet sich immer für eine Besetzung. Südamerika Hinterhof der USA Chile Kupfer , Bolivien z.B. Lithium (Batterien E- Autos).
    Das heißt wichtige Rohstoffe um die es Heute schon „Krieg“ gibt werden für den Westen immer schlechter erreichbar. Darum auch die Drohung der Neokolonialstaaten. Eine Hoffnung war da natürlich die Wagnergruppe z.B. in Afrika. Es war also kein Zufall das ein Ziel hier u.a. Prigoschin war !! Klar wird man im Westen sofort sagen nur Verschwörungstheorie, oder?
    Im Westen wird Niemand auf die Idee kommen einen fairen Handel zu treiben -siehe z.B. Frankreich! Usw..
    Die meisten Rohstoffländer im Süden sind bettelarm. Sie haben auf Hilfe gehofft – kam Weizen aus der Ukraine ?

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