Finanzsystem

Was könnte den Dollar als Weltreservewährung ersetzen?

Dass der Prozess der Entdollarisierung läuft, ist unbestritten. Die Frage ist, wie ein Finanzsystem ohne den Dollar aussehen könnte.

Die Entdollarisierung der Weltwirtschaft läuft und fast täglich finden sich in den Medien Meldungen darüber. Ein paar Beispiele aus dem August 2023 zeigen das: Am 5. August wurde gemeldet, dass Bolivien im Außenhandel auf den chinesischen Yuan umsteigt, nach der BRICS-Erweiterung wird erwartet, dass der Dollar im Handel zwischen den BRICS-Staaten an Bedeutung verliert, was die Entdollarisierung beschleunigen würde, und Ende August wurde auch gemeldet, dass die Verwendung des Euro im internationalen Handel auf ein Allzeittief gefallen ist.

Die Frage ist, welche Art von Finanz- und Abrechnungssystem den Dollar (und auch den Euro) ersetzen kann. Dazu hat eine russische Professorin einen interessanten Artikel verfasst, den die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht und den ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Die wichtigsten Eigenschaften verlieren: Welche Möglichkeiten gibt es, den Dollar zu ersetzen?

Ksenia Bondarenko, Senior Lecturer am Department of World Economy, Faculty of World Economy and Politics der russischen Nationalen Universität für Wirtschaft, über den US-Dollar, Öl und die mögliche Erneuerung der Architektur des globalen Finanzsystems

Der US-Dollar und das Vertrauen in die USA waren nicht nur die Grundlage des Bretton-Woods-Systems (wegen des Goldstandards), sondern auch des Jamaika-Finanzsystems, das an seine Stelle trat (dank des Öls). Das ist der so genannte QWERTY-Effekt: Das derzeitige Tastaturlayout gilt nicht als das ergonomischste und bequemste, aber jeder ist daran gewöhnt, und es ist zu teuer und schwierig, es zu ändern (sowohl bürokratisch als auch technisch). Der Status quo kann jedoch nur so lange bestehen, bis eine Situation eintritt, in der die positiven Auswirkungen einer Änderung die Kosten überwiegen.

Warum der US-Dollar?

Das 1944 gegründete Bretton-Woods-Finanzsystem machte den Dollar zum wichtigsten Instrument für den internationalen Zahlungsverkehr (Handel und Investitionen) und Ersparnisse (einschließlich internationaler Reserven). Die wichtigste Weltreservewährung sollte sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen: Stabiler inländischer und internationaler Wert; bedeutende Rolle im internationalen Handel; freier Tausch auf dem Währungsmarkt; freie Konvertierbarkeit; Vorhandensein zuverlässiger Institutionen des Ausgabelandes, stabile wirtschaftliche Lage und Krisenfestigkeit; hohe Zahlungsfähigkeit von Staatsanleihen. Trotz einiger „Nachteile“ war es der US-Dollar, der von allen Währungen der Welt – auf die eine oder andere Weise – diese Eigenschaften erfüllte und jahrzehntelang die wichtigste Reservewährung der Welt blieb.

Gemäß der auf der Konferenz von Bretton Woods 1944 unterzeichneten Vereinbarung wurde der Dollar zum Preis von 35 Dollar pro Troy-Unze an Gold gekoppelt. Die Krisen der 1970er Jahre in den USA und der Absturz der US-Währung führten jedoch zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems, und die US-Regierung weigerte sich, den Dollar in Gold umzutauschen.

In den 1970er Jahren, als sich das Weltfinanzsystem im Transformationsprozess befand, war eines der wichtigsten – wenn auch unausgesprochenen – Themen in der US-Regierung die Frage, was als mögliche „Sicherung“ für den Dollar dienen könnte. Die zunehmende Bedeutung von Energieträgern in der Weltwirtschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (insbesondere Öl und Gas) und die sich verändernde Struktur des Weltenergiesystems spielten dabei eine wichtige Rolle. Im Jahr 1974 besuchte der damalige US-Außenminister Henry Kissinger Saudi-Arabien und die Länder unterzeichneten die Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit zwischen Saudi-Arabien und den USA. Obwohl in diesem Dokument der US-Dollar nicht einmal erwähnt wurde, führte es zu einer Vertiefung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern in verschiedenen Bereichen (u. a. Finanz-, Energie- und Verteidigungspolitik) und war faktisch die Vorwegnahme der Entstehung des Petrodollars. So einigten sich Mitte der 1970er Jahre mit Unterstützung Saudi-Arabiens alle OPEC-Länder darauf, Öl in US-Dollar zu verkaufen. Obwohl einige erdölexportierende Länder versuchten, von dieser Währung wegzukommen – z. B. durch Umstellung auf SZR (Sonderziehungsrechte des IWF) für Öl -, wurden in diesem Bereich keine nennenswerten Ergebnisse erzielt, und der US-Dollar blieb das wichtigste Zahlungsmittel für Öl.

Trotz der freien Konvertierbarkeit der Währungen im Rahmen des neuen Jamaika-Finanzsystems banden die großen Erdöl exportierenden Länder ihre Währungen an den US-Dollar. Daher würde ich sagen, dass Öl und nicht Gold die neue „Sicherung“ für den US-Dollar wurde: Mit einer gewissen Menge an US-Währung konnte ein Käufer auf jeden Fall Öl kaufen (ob viel oder wenig ist nicht wichtig, wichtig ist nur, dass er es konnte).

Die Ölschocks der 1970er Jahre führten zu einem Anstieg der Ölpreise, was wiederum die Nachfrage der ölimportierenden Länder nach US-Dollars anheizte. Gleichzeitig überstiegen die Öleinnahmen der ölexportierenden Länder die Ausgaben. Infolgedessen befanden sich unbare US-Dollar ohnehin immer auf Korrespondenzkonten amerikanischer Banken, und diese Banken konnten sie für ihre Geschäfte als nahezu kostenlose Passivposten verwenden. Darüber hinaus kauften die Exportländer US-Treasuries und britische Staatsanleihen und trugen so zur Finanzierung der bestehenden Ungleichgewichte bei. So sicherten sich die USA dank der Öldollars einen garantierten Kapitalzufluss. Infolgedessen wurde das Lucas-Paradoxon beobachtet, bei dem faktisch mehr Kapital aus den Entwicklungsländern in die Industrieländer floss und nicht umgekehrt.

China, Krisen, Geopolitik… und wieder Öl

Die Beschleunigung des chinesischen Wirtschaftswachstums zu Beginn des 21. Jahrhunderts und die globale Finanzkrise von 2008/2009 führten zu einer Veränderung der internationalen Kapitalströme (das Lucas-Paradoxon verschwand) und des Handels (China weitete den internationalen Handel aktiv aus), was wiederum einen leichten Rückgang der Bedeutung des US-Dollars in der Welt zur Folge hatte. Die Entdollarisierung beschleunigte sich in den 2010er Jahren vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen (u. a. der Handelskonflikt zwischen den USA und China, Sanktionen gegen Russland) und der Folgen der Krise von 2020 (u. a. Aufstieg Chinas zur größten Volkswirtschaft der Welt im internationalen Handel, makroökonomische Probleme in den Industrieländern, einschließlich der USA).

Die Ereignisse der Jahre 2022/2023 haben die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft noch stärker auf die Prozesse der Entdollarisierung gelenkt.

Erstens trat am 1. Januar 2022 ein Abkommen über die Schaffung der größten Freihandelszone der Welt (FTAA) – unter Beteiligung von zehn ASEAN-Ländern und fünf Ländern, mit denen die ASEAN bereits Freihandelsabkommen unterzeichnet hatte (darunter China) – in Kraft. Indien und die USA (Chinas direkte Konkurrenten) waren jedoch nicht an dem Abkommen beteiligt, das den Handel in der Region erheblich erleichterte. Ende 2022 bestätigte China seinen Status als wichtigster Handelspartner der Welt – und zwar nicht nur für Entwicklungsländer, sondern auch für viele Industrieländer (insgesamt ist China der wichtigste Exportpartner für 40 Länder der Welt).

Zweitens haben die gegen Russland verhängten Sanktionen (aufgrund der Größe seiner Wirtschaft und seiner bedeutenden Rolle als internationaler Handelspartner) und die Risiken von Sekundärsanktionen zu Einschränkungen bei internationalen Abrechnungen in US-Dollar geführt. Infolgedessen begannen viele internationale Geschäftspartner im Rahmen des Handels mit Russland, Abrechnungen in US-Währung zu vermeiden. Dieser Prozess hat sich zu einer Art „Präzedenzfall“ entwickelt und in den Nachrichten und politischen Reden auf der ganzen Welt werden zunehmend Aussagen über die Ausweitung internationaler Transaktionen in nationalen Währungen gemacht. Statistisch gesehen ist es jedoch schwierig, das Volumen dieser Transaktionen zu erfassen (da viele von ihnen außerhalb von SWIFT, über lokale Finanznachrichtensysteme und in Zukunft auch über digitale Währungen abgewickelt werden).

Drittens fand im Dezember 2022 der chinesisch-arabische Gipfel statt. Die Rhetorik dieser Veranstaltung ähnelte stark der von Kissingers Besuch in Riad im Jahr 1974. Auf dem Gipfeltreffen wurde eine Vielzahl von Themen erörtert, wobei der Handel und die Finanzierung der Energieversorgung im Mittelpunkt standen. Der Verkauf von Öl durch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Russland und den Iran in ihren nationalen Währungen ist ein sehr großer „Stein im Garten“ des US-Dollars, da diese vier Länder nach Angaben von BP etwa ein Drittel der weltweiten Ölproduktion ausmachen. Wichtig ist, dass diese vier Länder (die auch die größten Ölexporteure sind, auf sie entfallen etwa 40 Prozent der weltweiten Ölexporte) sowie Indien und China (die mit 34 Prozent der weltweiten Ölimporte größten Importeure) ab dem 1. Januar 2024 Mitglieder derselben Organisation, der BRICS, sein werden, was die Zusammenarbeit zwischen diesen Ländern sicherlich verstärken wird. In der Zwischenzeit erhöhen Saudi-Arabien und China ihr bilaterales Handelsvolumen und unter diesen Bedingungen könnte sich mittelfristig die Frage stellen, ob die Abhängigkeit der Geldpolitik des Königreichs von der amerikanischen Zentralbank (die im Übrigen bei der Inflationsbekämpfung eine eher geringe Effizienz gezeigt hat) verringert werden sollte und… um den Wechselkurs des saudischen Riyal vom US-Dollar abzukoppeln.

Viertens haben sich die Probleme in der US-Wirtschaft verschärft. Bereits zwei der drei internationalen Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit der USA von AAA auf AA+ herabgestuft, nämlich S&P im Jahr 2011 und – im August 2023 – Fitch Ratings. Der hohe Leitzins der FRS, die sich verschlechternde Qualität der US-Institutionen, die Instabilität des Dollarkurses, die hohe Inflation, die enormen Zwillingsdefizite (Leistungsbilanz und Haushalt) und, als Folge davon, die wachsende Verschuldung mit der Aufhebung der „staatlichen Schuldenobergrenze“ – all dies verringert das Vertrauen in die USA als Emittent der wichtigsten Reservewährung.

Szenarien für Veränderungen im globalen Finanzsystem

Infolgedessen verliert der Dollar in der Tat allmählich seine Schlüsseleigenschaften als wichtige Reservewährung und die Architektur des globalen Finanzsystems erfährt erhebliche Veränderungen. Die Frage, wie diese aussehen werden, ist jedoch nach wie vor umstritten. Experten betonen die folgenden vier Szenarien der Transformation der Architektur des globalen Finanzsystems.

1) Keine Transformationen. Das heißt, die Welt wird weiterhin unter Bedingungen leben, bei denen der US-Dollar das wichtigste Zahlungs-, Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel der Welt bleibt. Ich sehe hier jedoch eine Reihe von Problemen, die mittelfristig nicht gelöst werden können (und einige werden wahrscheinlich überhaupt nicht gelöst), weshalb ich die Verwirklichung dieses Szenarios für unwahrscheinlich halte.

Damit der Dollar das wichtigste, einzige und einzigartige Zahlungsmittel sein kann, muss er erstens ein einheitliches Zahlungsmittel sein, also in den meisten Ländern der Welt als Zahlungsmittel akzeptiert werden – aber schon jetzt ist diese Eigenschaft aufgrund der Sanktionen eingeschränkt. Zweitens muss er ein Wertaufbewahrungsmittel sein, indem er eine niedrige Inflation im Ausgabeland aufweist – auch das ist ein wichtiger Punkt, denn im Jahr 2022 könnte die Kontrolle über die Inflation verloren gehen. Drittens muss es „den Wert“ einer bestimmten Art von Ware oder Dienstleistung messen (im Zusammenhang mit dem Weltgeld wird diese Eigenschaft durch die Währung bestimmt, in der der Preis von Waren an der Börse ausgedrückt wird). Viertens muss es ein Umlaufmedium sein, also eine Ware wird gegen eine bestimmte Währung getauscht, und eine andere Ware kann mit dieser Währung direkt (und nicht über einen Wechselkurs) gekauft werden. Die beiden letztgenannten Eigenschaften treffen derzeit auf den Dollar zu, doch wenn der Verkauf von Energie und anderen wichtigen Gütern (einschließlich derjenigen, die mit der Herstellung von High-Tech-Ausrüstung zusammenhängen) an den Börsen anderer Länder (z. B. China, Indien oder Russland) zunimmt, werden diese beiden Eigenschaften an Bedeutung verlieren.

2) Vollständige Ersetzung des Dollars durch eine andere Währung, einen Währungskorb oder ein anderes Zahlungsmittel. Meiner Meinung nach ist die Wahrscheinlichkeit der Verwirklichung dieses Szenarios recht gering, da eine vollständige Ablösung des US-Dollars angesichts des abnehmenden, aber immer noch bedeutenden Gewichts der USA in der Weltwirtschaft kaum realisierbar ist (natürlich unter sonst gleichen Bedingungen – sofern sich mittelfristig keine erheblichen systemischen Risiken in der US-Wirtschaft ergeben).

Bei der großen Mehrheit der Transaktionen auf dem Weltwährungsmarkt ist eine der Parteien nach wie vor der Dollar. Die führenden Währungspaare sind fast alle auf die eine oder andere Weise mit ihm korreliert, nur zwei existieren ohne den Dollar: der Euro und das Pfund Sterling, der Euro und der japanische Yen (aber auch sie werden nicht auf den führenden Positionen gehandelt, sondern über Kreuzparität). Was einen Währungskorb anbelangt, so ist der Zahlungsverkehr für Waren/Dienstleistungen in diesem Fall technisch begrenzt, insbesondere wenn alle Länder der Welt beteiligt sind.

In der Struktur der internationalen Reserven ist der Anteil des US-Dollars nach Angaben des IWF vom 4. Quartal 2016 (dem Zeitpunkt, zu dem der IWF den Yuan als eigenständige Währung in der Struktur der Weltreserven auswies) bis zum 1. Quartal 2023 (den letzten verfügbaren Daten) zwar rückläufig (von 65,4 auf derzeit 59,0 Prozent), bleibt aber im Vergleich zu den anderen Reservewährungen (Euro, Yuan, Yen, Pfund, australischer und kanadischer Dollar und Schweizer Franken) am höchsten. Der Euro ist der nächste „Konkurrent“, aber seine Emission ist teilweise mit der des Dollars korreliert. Andere wichtige Währungen in Bezug auf den Anteil der internationalen Reserven sind der japanische Yen und das Pfund Sterling sowie der chinesische Yuan (dessen Anteil ebenfalls wächst, von 1,1 auf 2,6 Prozent). Die indische Rupie steht noch nicht auf der Liste, da sie nach der Methodik des IWF und den Ansätzen der meisten Zentralbanken der Welt nicht als hoch liquide gilt. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die Länder ihre Reserven diversifizieren: der Anteil der „anderen“ Währungen, die keine Reservewährungen sind, nimmt zu (von 2,3 auf 3,7 Prozent).

3) Regionalisierung der Währungen: Zusammenarbeit zwischen Ländern und Bildung gemeinsamer Währungen in Blöcken. Dieses Szenario ist angesichts der beträchtlichen Unterschiede zwischen den Volkswirtschaften der Welt recht schwierig zu verwirklichen. Als eine mögliche Option schließe ich die Schaffung einer Art „Alternative“ zum SZR des IWF (als Reserve und bargeldloses Zahlungsmittel) nicht aus, dessen Wert auf der Grundlage eines Korbs mehrerer Währungen gebildet würde. Eine solche „Alternative“ wird jedoch nicht alle Eigenschaften des internationalen Geldes haben, sondern vielmehr als Rechnungseinheit verwendet werden (zur Erinnerung: das SZR des IWF ist ein Reserveaktivum, das weder eine Währung noch eine Schuldverpflichtung ist).

4) Ein bipolares Finanzsystem, in dem einige Transaktionen in US-Dollar und andere in alternativen Währungen getätigt werden. Das ist meines Erachtens das wahrscheinlichste Szenario für die Umgestaltung der Architektur des Weltfinanzsystems, auch wenn es mit einer Reihe von Schwierigkeiten verbunden ist: die Kosten für den Übergang und die Organisation dieser Abrechnungen und Fragen der Außenhandelsbilanz – wenn ein Land mit einem hohen Leistungsbilanzüberschuss gegenüber einem bestimmten Partnerland einen Währungsüberschuss eines anderen Landes (z. B. Russland – indische Rupien, da die Exporte Russlands nach Indien die Importe deutlich übersteigen) oder sein Defizit hat.

In diesem Szenario werden einerseits die Handels- und Investitionstransaktionen zwischen den G7-Ländern weiterhin hauptsächlich in US-Dollar und Euro abgewickelt. Auf der anderen Seite wickeln die Entwicklungsländer internationale Transaktionen in ihren Landeswährungen ab. Hier können die Rolle einer erweiterten BRICS und bilaterale Abkommen einzelner Länderpaare in Bezug auf Handel/Investitionen in Landeswährung eine wichtige Rolle spielen. Auch die Frage des Handels mit Energie und anderen wichtigen Rohstoffen würde hier gut passen und den Entwicklungsländern die Möglichkeit geben, das Volumen der Transaktionen in US-Dollar zu reduzieren. In diesem Szenario wird die Hauptwährung für Transaktionen natürlich der chinesische Yuan sein – aufgrund seiner Bedeutung als Handels- und Investitionspartner (China vergibt hauptsächlich Kredite an Entwicklungsländer) sowie der Tatsache, dass er derzeit die einzige Reservewährung unter den Entwicklungsländern und die liquideste ist.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

34 Antworten

  1. Das Szenario eines Totalabsturzes des US-Dollars sollte nicht aus den Augen verloren werden. Der Fall tritt zwangsläufig ein, wenn China sämtliche US-Dollar (Schatzbriefe, etc.) gleichzeitig verkauft.

  2. ich halte einen plötzlichen Totalabsturz des Dollars für unwahrscheinlich. Das wäre auch für den „Weltfrieden“ (derzeit laufen ca 50 Kriege) schlecht.
    Die Idee eine Währung zu schaffen die auf tatsächlichen Werte beruht halte ich allerdings für gut. Vor Bretton Woods war der Dollar ja Goldbasiert(War allerdings nur Glitter). In Japan gab es mal eine Währung die den festen Umtausch in Reis garantierte.
    Ich denke die Idee des Warenkorbs die als Gegenwert steht ist sehr gut. Vielleicht nicht perfekt jedoch sehr viel besser als FIAT-Geld(Aus der Luft gehascht) und ist weniger Finanzspekulationen unterworfen.

      1. Ich dachte früher auch so (Industrierohstoff als Geld), aber Geld (an einen Rohstoff gebunden) sollte eigentlich keinen praktischen Nutzen haben, weil sich Engpässe (oder Überschüsse) eines Stoffs sonst ganz extrem auf die gesamte Wirtschaft auswirken. Zudem würde dann die Kupferförderung unnötig explodieren und entsprechend die Umwelt zerstören.
        Historisch war Geld immer an begrenzt verfügbare Stoffe (Edelmetalle, Muscheln,…) gebunden oder als Kredit (z.B. Holzstäbe mit Kerben… da musste man die Kreditwürdigkeit des Herausgebers eben persönlich kennen). Regional ist da viel mehr möglich als international.
        Ob eine Währung stabil ist, hängt meiner Meinung (!) nach viel mehr davon ab, ob die „Kontrolleure“ der Währung ehrlich oder gierig sind. Münzfälscherei gab es früher auch schon, damit meine ich, dass z.B. der Kupfergehalt in römischen Goldmünzen immer weiter stieg.
        Eine an einen möglichst breiten Warenkorb gekoppelte Währung, die von einer Vielzahl an Staaten unterstützt wird, halte ich aber für eine gute Idee.

  3. Sehr geehrter Herr Röper,

    da haben Sie wieder einen rausgehauen! Vielen Dank für diese kurze, aber gute Analyse der Optionen.

    Allerdings fällt mir da noch eine formfremde Erweiterung zu Punkt 1 ein.

    Was wäre, wenn….:

    – Die Amerikaner die Deindustrialisierung der EU bewusst geplant hatten…. (Russland in die Knie zu zwingen ist ja nun nicht wirklich alltagstauglich gewesen und schon garnicht mit einem David/Goliath-Krieg).

    Ergo kann es nach einem gehörigen Wirtschaftabschwung (wlecher mit allen nur erdenklichen (und unerdenklichen ) Schwierigkeiten einhergehen würde) sein, dass nun ganz Europa von den USA mit einem neuerlichen „Marschallplan“ gerettet werden müsste und dies dazu führt, dass wir dann einen „Eurodollar“ eingeführt bekommen, welcher gegenüber dem echten Dollar im Verhältnis 1:3, oder 1:4 abgewertet wird.

    Danach werden bestimmte eurozonenbasierte Schulden gegenseitig erlassen (intern) und neue Schulden gegen den „Retter“ gemeinschaftlich aufgenommen und wir erleben einen neuen schuldenbasierten Aufschwung. Ist zwar dann bezgl. der realexistierenden Schulden den USA gegenüber ein Witz, aber die EU und Deutschland könnte ein neues Jobwunder erleben und die USA Ihren Dollar stützen. Bzw. diese hätten wieder einen neuen Liquiditätsherd geschaffen.

    Das Szenario liesse sich ergo auch mit anderen Ländern, die vom Dollar abhängig sind und im westlichen Format gefangen sind, durchziehen. Ein Schelm wer da an GB, oder gar an Übersee denkt. Es kann aber auch sein, dass es in Geheimgesprächen dort längst angesprochen wurde und GB diesbezüglich rechtzeitig aus dem Projekt EU ausgestiegen sind (Brexit). Wer erinnert sich noch? Alle waren damals so: Ha, die werden es bereuen… aber wer weiß? Sag niemals nie….

    Das alles wäre unter normalen Umständen nie denkbar. Aber da Brüssel und unsere Politiker (und die Politiker anderer EU-Länder) so unsäglich devot sind, was destrukive Entscheidungen anbelangt, ist das nicht auszuschliessen.

    Was denkt Ihr?

    1. Eine interessante Überlegung, aber meines Erachtens wird es aus folgendem Grund nicht funktionieren:

      Der erneute Schuldenbasierte Aufschwung ist aufgrund von fehlender Manpower nicht realisierbar.
      Und das Jobwunder wird ebenso nicht stattfinden. Wer bitte soll das bewerkstelligen? Unsere völlig
      umerzogene, verdummte Schneeflockenjugend? Die kleben sich lieber auf die Straße und warten auf
      den Weltuntergang und der Rest muß erst einmal überlegen welches von gefühlt 100 Geschlechtern
      das jeweil ihre ist.
      Der kleine verbleibende vernünftige Rest, wird das nicht bewerkstelligen können.

      1. @ Evamaria

        auch sehr interessant betrachtet. Die Frage bleibt, was von den hohen moralischen Ansprüchen an die Umwelt (und sich selbst mit der Vielgeschlechterei) noch übrigbleibt, wenn der Magen knurrt…
        Wissen Sie, ich habe Armut erlebt und kann sagen, dass nicht anderes so erzieht, wie Armut. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Moral das Erste sein wird, was hier über Bord geschmissen werden wird, wenn es wirklich mal anfängt hier an allen Enden knapp zu werden. Es ist brutal, aber einfach. Der Lehrmeister, welcher diese Wahrheit kundtut, ist wahrlich kein Menschenfreund, aber wer die Lektion kennt, der weiß warum die „Deutschen“ nach dem Krieg wie verrückt angefangen haben zu arbeiten.
        Ich könnte mir schon vorstellen, dass es hier noch einmal soetwas wie ein Jobwunder geben könnte und wenn nicht hier, dann vielleicht in Italien, oder Griechenland. Da gibt es nicht so viele Verschwurbelte, wie hierzulande.
        Mal sehen….

        1. @ wodkaontherocks
          die Deutschen haben nach dem Krieg sozusagen in Blitzgeschwindigkeit ihr Land wieder
          aufgebaut. Das Problem ist leider, sie haben den Krieg und die Geschehnisse, die damit einher
          gingen nicht aufgearbeitet und es ging munter weiter wie zuvor. Ich weiß wovon ich spreche,
          da ich ein Nachkriegskind bin.
          Nach einem Krieg ist ein Wirtschaftsaufschwung immer gegeben.
          Bedauerlicherweise wurde auch das ausgereizt und man fing an auf Kosten anderer seinen
          Wohlstand zu generieren. Die Großmachtsfantasien haben sie nach wie vor nicht aus den Augen
          verloren und tun bis heute noch so, als wären sie Mitspieler von Großmächten. Sie gebärden sich
          dabei mehr als unhöflich und anmaßend.
          Das das irgendwann ein Ende haben wird ist logisch.
          Ich habe keine Glaskugel, aber ich denke, daß mit dem Jobwunder können Sie getrost vergessen.

          1. @ Evamaria

            „Bedauerlicherweise wurde auch das ausgereizt und man fing an auf Kosten anderer seinen
            Wohlstand zu generieren.“

            Das unterschreibe ich sofort! Erst national, dann global, dann sch…al! Egal auf welche Kosten und das führte dann zu der sogenannten „goldenen Milliarde“, die ja Putin so deutlich ansprach. Er weiß selbst, dass die Politik nur noch Erfüllungsgehilfe des kannibalistischen Systems ist, da der Mammon neues Blut braucht. Zu welchen Kosten war schon immer egal. Nur das Ausmaß und die Technik habe neue Höhen erreichen. Waren es damals noch die „-stan-Länder“ und solche, die man als „Regime“, oder „Diktatoren“ gleich richtig markieren konnte, sind es heute eher zu dicke Fische, an denen man sich hoffentlich verschluckt. Irgendwann kommte immer der Moment der Wahrheit. Auch dieses Mal leider werden wir kräftig leiden müssen, aber jeder größere Wechsel ging einher mit viel Leit und Hingabe. 80 Jahre Frieden. Kein Frieden hat je so lange gedauert. Wahrscheinlich sind wir wieder reif für einen solchen Dämpfer. Gier frisst Hirn, das ist leider menschlich und wird jedes Mal auf´s neue Bestraft.
            Es gibt aber Organisationen, die inszwischen so mächtig geworden sind, das denen Kollateralschäden vollkommen am Arsch vorbeigehen. Schauen Sie sich mal z.B. den Clerical Medical Fonds an. Der hat alle 2 Weltkriege überstanden und steht nach wie vor hervorragend da. So gibt es hinter den Kulissen leider Schattengesellschaften, für die Geld und Moral nicht mehr die erste Geige spielen und selbst damals Kriege nur „Mittel zum Zweck“ waren. Geopolitik halt.
            Habe unlängst mit deutschen Geopolitikern sprechen können und in einem 4-Augengespräch wird auch klar, dass diese studierten Leute eigentlich zu 180° anders denken, als das die Politiker tun. Ein rennomierter Stratege berät sogar das Aussenministerium. Denken Sie vielleicht auf Ihn wird gehört? Das bestätigt eher die These, dass die deutschen oberen auf vollkommen andere Kräfte hören, als auf das Volk selbst und daher auch die starke Zensur.
            Es gilt daher diesen gordischen Knoten irgendwann zu durchschlagen. Irgendwann ist immer der Punkt erreicht. Leider wird das in D wieder so ablaufen, dass dann zunächt einmal die falschen ans Ruder kommen und sich der Hass und die Rachsucht vollkommen ausbreitet. Erst danach wird es wieder eine halbwegs lebenswerter Raum werden. Aber bevor es besser werden wird, wird es aus meiner Sicht erst einmal furchtbar werden. Es werden sich all die Leute am System rächen, die Ihr Leben „verloren“ haben und die danach im Nichts enden. In Frankreich gibt es die Gelbwesten, die machen ständig Rabatz. Wir Deutschen machen zu lange nichts, fressen alles in uns rein und dann eskalieren wir mal 10.000% und übertreiben es mit der Rache an allem und jedem auch wieder. Leider! Ich hoffe jedoch immer noch auf irgend eine positive Wendung in diesem Jahr, denn im kommenden Jahr sind im Westen Neuwahlen und keiner kann eine misslungene Offensive als Erfolg verkaufen. Von daher müssten die Amis normalerweise aussteigen, denn ansonsten würde es eine Machtumkehr dort verursachen und in letzter Konsequenz sind sich die Leute dort immer noch näher, als bei uns. Die werden sich ab einem gewissen Punkt schnell aus dem Konflikt verabschieden und sagen, nun ist die EU dran. Wir sind an dem Punkt raus (wohlwissentlich, dass das die EU nicht alleine stemmen können wird). Ein dreckiges Spiel!

  4. Sollte da wirklich ein bedeutendes, internationales Finanz- und Zahlungssystem, unabhängig von Dollar und SWIFT entstehen, dann werden USA und Gehilfen mit Sanktionen kommen: Entweder mit uns und in Dollar und mit SWIFT oder eben raus aus „unserem“ System – so wie man es mit Russland gemacht hat. Man wird das irgendwie mit Terrorismuskontrolle, Schwarzgeld, Waffenhandel etc. begründen und durchsetzen. SWIFT sitzt zwar in Belgien, wird aber zu 100% von den USA kontrolliert und Amerika wird sich das nicht nehmen lassen.
    BRIGS+ ist ein lockerer Verbund von vielen Wackelkandidaten … und dieses Entweder | Oder wird wohl kaum einer aussitzen wollen oder können, wenn’s denn so kommt.
    Möglicherweise kommt es vermehrt zum Handel von Ware gegen Ware auf bilateraler Ebene … bissl wie auf dem Basar … aber ob das im Welthandel eine bedeutende Rolle spielen kann … ich habe da meine Zweifel, schon weil die „alte Welt“ massiv dagegen vorgehen wird – mit allem was sie hat.
    Die Golddeckung einer Währung war eine tolle Sache – hielt die Notenpresse im Zaum … sowas kommt nie wieder … leider.

      1. Schon 2016 holte Deutschland 216 Tonnen Gold aus New York und Paris nach Frankfurt zurück .

        Was heißt den hier Deutschland? Du meinst die Frankfurter Rothschilds?

        Der Dollar als Leitwährung bröckelt. Schön und gut, aber im Zuge des Great Resets wird das Bargeld eh abgeschafft werden.

      2. Schon 2016 holte Deutschland 216 Tonnen Gold aus New York und Paris nach Frankfurt zurück .

        Was heißt den hier Deutschland? Du meinst die Frankfurter Rothschilds?

        Der Dollar als Leitwährung bröckelt. Schön und gut, aber im Zuge des Great Resets wird das Bargeld eh abgeschafft werden.

        1. @ Ikaros

          Nein, es ist gekommen.. aus den USA und aus Frankreich und es liegt jetzt hier. Intern hiess es damals schon, es diene in der Not als Standard, um eine neue Deutsch Mark einzuführen, falls der Euro scheitern solle.

  5. Off topic – ich habe bei manchen Kommentaren den Eindruck, dass manche bereits ein überaus ergonomisches und bequemes Tastenlayout gefunden haben.
    Was mir, der – belächeltes QWERTY-gewöhnt, doch auffällt!

    (Das ist der so genannte QWERTY-Effekt: Das derzeitige Tastaturlayout gilt nicht als das ergonomischste und bequemste, aber jeder ist daran gewöhnt …)

  6. (Welt)-Handel kann nicht bilateral gelöst werden, sondern muss länderübergreifend sein.

    Die Weltbank Gruppe kennt bisher nur eine Akzeptanz-Regel: Jedes Land erhält gratis (!) eine SDR Zuteilung (SDR Allocations) und muss SDR bis zum Doppelten dieser Zuteilung akzeptieren (SDR Holdings).

    Per 31.12.2022 sind, nach einer massiven Aufstockung 2021 (PSYOP Corona), 660 Milliarden SDR in Umlauf. Die Schweiz hält 9’190’558’162 SDR. https://www.imf.org/external/np/fin/tad/extsdr2.aspx?date1key=2022-12-31

    SDR ist (wie jedes Geld!) nicht mit einem Wert verbunden. SDR wird von der Weltbank Gruppe nicht konvertiert, sie hält keine Währungsreserven.

    Der informelle Kurs aus einer gewichteten Gruppe (Korb) der fünf wichtigsten Währungen (USD, EUR, GBP, JPY, CNY) wird täglich errechnet und publiziert – und damit beginnt das Unrecht schon.

    Eine Neue Weltbank könnte so aussehen:

    WELTBANK
    a) Jedes Mitglied erhält schuldfreies Weltgeld. Die Zuteilung entspricht der Bevölkerungsanzahl und wird jährlich angepasst!
    b) Die Anbindung des Weltgeldes an die eigene Währung ist Sache des Landes!

    SOUVERÄNITÄT
    d) Die Weltbank ist neutral. Sie pfändet nicht und mischt sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Länder ein.

    ZERO HUNGER
    c) Die Weltbank schenkt Ländern in Not ergänzende Zuteilungen! Sie finanziert Ergänzungsleistungen in erster Linie aus Holdings, die das Doppelte der Zuteilung übersteigen. (Zero Hunger)

    PEACE
    e) Die Weltbank kann ein Mitglied suspendieren, bis ein ungehinderter Transitverkehr gewährleistet ist. (Peace)

    SELBSTBESTIMMUNG DER VÖLKER
    f) Die Weltbank anerkennt Staaten sowie Länder, deren Bevölkerung sich unabhängig erklärte und über genügend Kulturfläche verfügt, um sich zu ernähren. (Selbstbestimmungsrecht der Völker)

    g) Die Weltbank anerkennt keine anderen Körperschaften. Mit der Weltbank verbunden ist der Zoll der Mitgliedsländer.

    Wir wären einer friedlichen Epoche sehr nah! Allerdings bezweifle ich, dass die Mächtigen – eine Elite zusammen mit den Grossbanken – und deren Regierungen in diese Richtung gehen wollen.

    1. SO EIN HUMBUG!!!!
      ALLE digitalen Währungen sind und wirken DEFLATIONÄR!!! Somit eignen sich diese GRUNDSÄTZLICH nicht als TAUSCHWÄHRUNG!!
      Alle diese Währungen sind reine Thesaurierungswährungen nach dem Prinzip „First serve, best Winner! Last serve best looser!“ Kann so etwas eine weltweite gerechte Tauschwährung sein!???
      NEIN!

      1. „Die Endlösung“ hat eine grauenvolle Geschichte! Und dasselbe ist auch Bitcoin. Geld ist Arbeit und Rente; es gibt keinen Herrengewinn! Aber Bitcon ist nur Herrengewinn – first serve, best Winner!

  7. Endlich mal ein wunderbarer ausführlicher Artikel von kompetenter Seite! – Nun – die Sache wird noch klarer, wenn man die Schaffung dieses Systems in Brettonwoods 1944 genauer betrachtet! -Diese Tagung wurde von vielen Ländern mit Vertretern beschickt, aber außer John Maynard Keynes, war eigentlich wohl niemand zugegen, der die Diskussionen kompetent verfolgen konnte! –
    J.M. Keynes hatte sich, als Ökonom, ja auch bereits intensiv mit dem Thema „CLEARING-Währung“ – also INTERNATIONALER Vermittlungs- und Tausch-Maßstab auseinander gesetzt und sich seine Gedanken darüber gemacht indem er von einem „Libor“ sprach.
    Aber es gelang den US-Spezialisten J.M.Keynes, der zudem gesundheitlich etwas angeschlagen war, mit allen Regeln der Kunst „AUSZUBEAMEN“. Er wurde in eine Arbeitsgruppe gesteckt, die völlig unbedeutend war, den möglichen kompetenten Kritiker aber aus dem Weg schaffte.
    Denn es gab ja nun die Möglichkeit eine NATIONALE Währung als INTERNATIONALE Verrechnungseinheit zu nutzen oder per gemeinsamen Beschluß z.B. so etwas wie einen Währungskorb aus welchem sich dann ein LIBOR berechnen ließ – zu statuieren und zu nutzen.
    Dies wurde wirksam verhindert, indem ein 30- (DREISSIG) seitiges Papier über Nacht neu getippt! -ja nix computer! – und dann den Teilnehmern 1 Stunde Zeit gegeben wurde dieses zu paraphieren bzw. zu zeichnen. Dabei wurde die Bestimmung, wo es um die „INTERNATIONALE VERRECHUNGSEINHEIT“ ging mehrfach verschlüsselt bzw. verklausuliert, so dass es niemand bewältigen konnte zu verstehen, dass DAMIT der US-Dollar zu ebendieser „INTERNATIONALEN VERRECHNUNGSEINHEIT“ wurde! – Somit hatten die USA den Weltmarkt in der Hand!
    Der ERFOLG bestand darin, nun mit zunehmenden Welthandel beliebig US-Dollar emittieren und damit eine riesige Armee aufbauen und unterhalten zu können! -DAS ist der WAHRE Grund für derartige Machenschaften!
    Und wie die Geschichte zeigt, gelang es den USA auch weiterhin diesen Nimbus und diese Schimäre aufrecht zu erhalten! –
    Zwar versuchte es GB die Ratifizierung dieser Verträge auf Anraten von Keynes aufzuschieben, wurde aber von den USA mit der Kündigung eines 5 Mrd $ Kredites erpresst, den es für die Ernährung seiner Bevölkerung im Kriegswinter 1945 dringend benötigte!
    Am Beispiel des WIR können wir erkennen, dass sich eine Gemeinschaft, jederzeit ein eigenes Geld schaffen kann zum gegenseitigen Austausch! – Genauso könnte es mit den Ländern des BRICS passieren! –
    Weitere Hintergründe für eine ECHTE GELD – und Währungsreform finden sich u.a. auf

    fragen-der-freiheit.de

    geldreform – .de und weiteren Sites!
    WAS aber leider auch von dieser Autorin NICHT erwähnt wurde ist eine UMLAUFSICHERUNG!!! DIESER BEDARF es UNBEDINGT!!! um schädiliche SPEKULATIONEN einzudämmen und zu vermeiden!!! – s.a. Prof.Dr. Dieter Suhr, diverse Publikationen.. kostenlos auch auf seiner Website!
    UND es bedarf auch einer WELTWEITEN Abschöpfung der Ressourcen-Renten inklusive einer Rückausschüttung auf die gesamte Weltbevölkerung auf PRO-KOPF Basis! – (Die Dreigliderung des sozialen Organismus wird hierbei voraussgesetzt)
    P

    1. Ich kenne die ganzen Argumente gegen Zins und für Umlaufsicherung. Trotzdem bin ich der Meinung, daß jeder Bürger frei entscheiden können sollte, welche Währung er verwendet. Das würde auf einen Währungswettbewerb hinauslaufen. Natürlich geben Staaten, Gemeinden, etc Währungen vor, mit denen sie ihre Beamten und Angestellten bezahlen und in denen sie dann auch wieder Steuern und Abgaben annehmen.

      Dennoch finde ich, es sollte in jedem System immer die Möglichkeit geben, z.B. in eine goldgedeckte Währung zu investieren, und wenn es nur darum geht, Ersparnisse zu sichern. Eine Umlaufsicherung hätte dort nichts zu suchen, es würde das Prinzip der Deckung konterkarieren. So eine Währung muss natürlich 100% physisch unterlegt sein, und der Bürger muss jederzeit sein Gold ausgehändigt bekommen, wenn er dies wünscht. Also kein Betrugsmodell wie Bretton Woods, wo nur Zentralbanken Gold beziehen konnten, und der private Goldbesitz in den USA verboten war. An Letzteres scheint sich heute kein Schwein mehr zu erinnern.

      Ich finde auch die Argumente gegen Zinsen immer witzig, natürlich sollte Geld an der Quelle ohne Zins und auch ohne Schuld geschöpft werden, sozusagen als zinsfreier Gutschein, Vollgeld, kein Giralgeld, das wäre ja schon ein fundamentaler Systemwechsel. Aber ein generelles Zinsverbot wird scheitern, natürlich werden Investoren immer einen Zins oder eine äquivalente Gewinnbeteiligung verlangen. Wer glaubt, man müsse nur formal den Zins verbieten, könne sich zurücklehnen, und dann würde der ganze Wohlstand der Welt zu einem kommen, der ist hoffnungslos naiv. Selbst in einer Silvio-Gesell-Welt mit allumfassender Umlaufsicherung würden Investoren lieber in eine Firma mit z.B. -2% Rendite investieren wie in eine mit -10% Rendite.

      Was würde nun passieren, wenn man in einem Land gleichzeitig eine physisch gedeckte Goldwährung und ein umlaufgesichertes Schwundgeld im Einsatz hätte? Das Schwundgeld würde relativ an Wert verlieren, es würde nicht komplett wertlos werden, aber die Menschen würde wahrscheinlich versuchen, mit dem, was nach Abzug ihrer Kosten übrigbleibt, in langfristig werthaltige Dinge oder eben die Goldwährung zu investieren.

      Ein „sozialistisches“ System würde dann wahrscheinlich die starke Neigung entwickeln, die Konkurrenz in Form von Kryptowährungen und gedeckten Währungen zu verbieten oder so stark zu regulieren, daß der Bürger keinen Spaß mehr damit hätte, KYC, AML und Mica gehen ja schon in diese Richtung, auch wenn es hauptsächlich gegen Krypto geht.

      Das wäre aber dann ein ideologischer Offenbarungseid. Wir werden ja beim CBDC sehen, ob man damit Gold kaufen oder ihn in normale Euros oder Dollar wechseln kann, das wäre nämlich das erste, was ich damit tun würde. Wenn sie das verhindern oder verbieten, weiß man, woran man ist.

  8. Selbst wenn die BRICS+ es schaffen sollten, eine wie auch immer gedeckte Verrechnungseinheit für den internationalen Handel zu etablieren, so ändert das nichts an der Tatsache, dass alle beteiligten Staaten weiterhin auf ein Schuldgeldsystem mit ZinsesZins und Spekulationswut setzen. Zusammen mit dem selbstverständlich noch existierenden Dollar, der als CBDC virtuell am Laufen gehalten werden kann, haben wir zwei Währungssysteme, die sich auf Mark und Fleisch bekriegen können – na danke tolle Leistung, bin begeistert! 😵🤮
    Wenn zwei sich streiten, gibt es immer auch einen Dritten, dessen Ziele im Verborgenen bleiben!
    Die Menschen bzw. das Personal der westlichen Wertegemeinschaft verarmt zunehmend in der CBDC Sklaverei, während die Menschen im BRICS+ Verband eine Zeit zunehmenden Wohlstands verzeichnen dürfen, bis auch dort irgendwann der systembedingte Zenit überschritten ist, und die Abwärtsspirale beginnt… Und dann schlägt der unsichtbare Dritte zu… Ein System, um sie alle zu knechten, um sie auf ewig in die Dunkelheit zu führen…
    Meines Erachtens bedarf es einer nachhaltigen Lösung. Wann wird die Menschheit je verstehen, dass es eines völlig neuen Geldsystems bedarf, das von unten nach oben verwaltet und nicht umgekehrt! Das Geld muss dem Menschen dienen, nicht der Mensch dem Geld!
    Wer hat Angst vor Silvio Gesell?

    1. Silvio Gesell hat das Landesgeld beschrieben, nicht aber die Anbindung an andere Länder – den Handel! Und es fehlt ein dem Landesgeld angepasste Eigentumsrecht, denn ohne Änderung wird „das Muttergeld“ der Mutter überwälzt, sie erhält netto nichts (wenn nicht schlimmer)!

      1. Und letztlich: Warum soll Geld aus Arbeit und Rente schwinden (Negativzinsen), wenn eine – durch den Sparer verursachte – Inflation dieselbe Wirkung hat; aber positiv für den Schuldner ist? Mir scheint ein generelles Zinsverbot auf Darlehen wie auf Guthaben sinnvoll!

  9. Ich würde dies nicht so dogmatisch sehen. 1944 passte der Dollar als Leitwährung halt in die Welt, da die US-Wirtschaft dominierte. Diese Zeit ist nun vorbei und es gibt etwas neues.

    Heute gibt es auch ganz andere Möglichkeiten. Dank IT sind Echtzeitkurse und -transaktionen der Standart geworden. Das Prinzip der Verrechnungswährung ist also nicht mehr notwendig.

    Was wichtiger wäre, ist die Frage der Reservewährungen, wobei die logischerweise ohnehin mitziehen werden.

    Das ist bezüglich BRICS also ohnehin ein Selbstgänger und wirtschaftlich zwangsläufig folgerichtig. Wichtiger wird eher sein, ob man auch irgendwie einen gewissen Zusammenhalt erzeugen kann, der auch praktische Auswirkungen hat. Es ist also die Frage was die BRICS-Mitglieder tun werden, sollten z.B. die USA, als Beispiel Ägypten sanktionieren. Wenn man so etwas nicht schafft, kann man eine eigene Verrechnungswährung vergessen. Da kann man ansonsten auch gleich eine Schießbude aufmachen.

  10. Sollte der Dollar in der Form ersetzt werden?
    Jedes Land sollte eine Export – Importsteuer in gleicher Höhe machen, die Einnahmen sollten dazu dienen, den Import und Export auszugleichen, diese könnten dann als Subventionen vergeben werden.

    Des weiteren bilde man einen historischen Warenkorb, Beispiel DM 2000, und lege damit die Kaufkraft seiner Währung fest, nun werden alle Währungen eine gesunde Relation erkalten.

    Da die heutigen Währungen durch die Bank Dollarderrivate sind und ein Goldstandandart in die Deflation führt, wäre eine umlaufgesteuerte Vollgeldwährung von nutzen.

    Nun ist die Geldmenge unabhängig vom Zins steuerbar, dafür muß aber die Funktion „Wertspeicher“ begrenzt werden!

    Dies alles hat es schon mehrmals auf dem Planeten, sehr erfolgreich gegeben und wird aktiv verschwiegen: http://freigeldpraktiker.de/weltenaufgang/blog/article/nur-zwei-buecher

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