Gazakrieg

Lawrow erklärt Russlands Position zum Gazakrieg

Der russische Außenminister Lawrow wurde nach dem Besuch Außenministerrat der OSZE nach der russischen Position zum Krieg in Gaza gefragt.

Bei der Pressekonferenz nach dem Treffen des Außenministerrates der OSZE hat sich der russische Außenminister Lawrow über eine Stunde der internationalen Presse gestellt, wobei weit mehr westliche als russische Journalisten Fragen stellen durften. Bei einer Frage ging es um die russische Position zum Krieg in Gaza und ich habe die Frage und Lawrows Antwort komplett übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Frage (aus dem Englischen übersetzt): Es gibt Berichte, dass US-Außenminister Blinken ein Treffen mit dem Nationalen Sicherheitsrat Israels abgehalten hat. Wie können Sie die Fakten solcher Treffen und der bedingungslosen Unterstützung der USA für Israel kommentieren? Ich denke, genau das ist ein Beispiel für „die Koordinierung von Politik“.

Lawrow: Was im und um den Gazastreifen herum geschieht, ist eine schwierige Situation. Die von den Leitern der UNO und ihrer verschiedenen im Nahen Osten tätigen Abteilungen bekannt gegebenen Statistiken sind erschreckend. Die Zahl der toten Zivilisten, der Kinder, hat bereits 6.000 überschritten, mehr als 4.000 Frauen sind gestorben.

Wir haben uns bereits mehrfach zu diesem Thema geäußert. Wir haben den Terroranschlag auf Israel am 7. Oktober dieses Jahres kategorisch verurteilt, sind aber auch kategorisch dagegen, dass der Terrorismus mit allen Mitteln bekämpft werden kann, auch mit groben Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht. Unsere israelischen Kollegen sind sich dessen wohl bewusst. Denselben Standpunkt vertreten auch praktisch alle anderen Länder, denen diese Region nicht egal ist.

Ich habe Erklärungen von Vertretern der USA gehört, darunter auch von Herrn Blinken. Am Morgen habe ich die Nachrichten bei Al-Jazeera gesehen. Sie betonten, dass die Amerikaner die israelische Führung auffordern, die Folgen für die Zivilbevölkerung so gering wie möglich zu halten. Das ist wahrscheinlich das Mindeste, was getan werden kann.

Wir haben versucht, noch ein wenig weiter zu gehen. Unmittelbar nach Beginn dieser Situation, als auf den Terroranschlag die Militäroperation folgte, haben wir im Sicherheitsrat vorgeschlagen, einen humanitären Waffenstillstand auszurufen. Das wurde uns nicht gestattet. Die USA waren dagegen. Dann legte Brasilien eine ähnliche Resolution vor. Die USA legten ihr Veto ein. Dann brachten die Länder der Region, vor allem arabische und muslimische Länder, einen Resolutionsentwurf in die UN-Generalversammlung ein. Er war schwächer als die Resolutionen, die die Amerikaner im Sicherheitsrat nicht durchgelassen haben. Er sah keinen Waffenstillstand vor, sondern einen humanitären Waffenstillstand. Diese Resolution wurde angenommen.

Die nächste Resolution im UN-Sicherheitsrat wurde wiederum von Brasilien vorgeschlagen. Wir mussten uns der Stimme enthalten, weil sie schwächer war als die Position der Generalversammlung. Sie hat dem UN-Sicherheitsrat nicht zur Ehre gereicht.

Wir hören von der israelischen Führung, dass sie nicht aufhören wird, bis sie die Hamas vernichtet hat. Ich werde nicht im Detail darauf eingehen, wie Experten das aufgenommen haben und wie professionelle Militärs das kommentiert haben. Niemand hat die Gesetze der Kriegsführung außer Kraft gesetzt. Daran muss man sich erinnern.

Wir waren immer an der Sicherheit Israels interessiert, das sich in einer sehr verwundbaren Lage befindet. Der Grund für die Verwundbarkeit ist, dass der Beschluss des UN-Sicherheitsrats zur Gründung eines palästinensischen Staates nicht umgesetzt wird – eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, der in Frieden und Sicherheit mit Israel und allen anderen Nachbarn leben muss.

Die 2002 von König Fahd bin Abdul-Aziz Al Saud von Saudi-Arabien ins Leben gerufene Arabische Friedensinitiative geht davon aus, dass alle arabischen und muslimischen Länder normale Beziehungen zu Israel aufnehmen werden, sobald ein palästinensischer Staat gegründet ist. Es scheint, dass dies der wahre Weg zu einer stabilen, nachhaltigen Situation in diesem leidgeprüften Land ist. Aber bisher ist uns das nicht gelungen.

Es gab den israelischen Außenminister Lapid. Er war mal in einer Koalition mit Premierminister Bennett. Sie haben die Wahlen gewonnen und haben die Posten aufgeteilt. Bennett war Premierminister und Lapid war Außenminister. Er kam uns besuchen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Als die russische Militäroperation begann, gab Lapid mehrere Erklärungen ab: „Es gibt keine Rechtfertigung dafür, die Souveränität der Ukraine zu verletzen und Zivilisten zu töten“. Einfach so, „unverblümt“ – es gibt keine Rechtfertigung. Auf Twitter schrieb er: „Ich bin äußerst besorgt über die Bombardierung von Mariupol und die katastrophale humanitäre Lage. Ich fordere Moskau auf, die Bombardierung einzustellen und die Bewohner evakuieren zu lassen.“ Er verurteilte das „Massaker in Butscha“. Obwohl längst allen klar ist, dass es sich nicht um ein Massaker handelte, sondern um eine reine Inszenierung.

Sie schreiben über Butscha. Ich fordere Journalisten, die sich beruflich für internationale Angelegenheiten interessieren, dazu auf. Anfang April 2022, zwei Tage nach dem Abzug der russischen Soldaten, wurden die Leichen von Menschen auf der Hauptstraße dieser Stadt gezeigt. Sie wurden gezeigt und es wurde gesagt, es seien „russische Schlächter, die Zivilisten abschlachten“. Ein Sanktionspaket wurde angekündigt. Das war auch einer der Vorwände, warum sich die Ukrainer weigerten, das Abkommen über die Einstellung der Kampfhandlungen zu unterzeichnen.

Seitdem habe ich auf Pressekonferenzen, in Appellen an den Generalsekretär und in Sitzungen des UN-Sicherheitsrats nur eine einzige Forderung gestellt. Seitdem sind anderthalb Jahre vergangen. Niemand hat irgendetwas untersucht. Keiner erzählt irgendetwas. Können wir wenigstens eine Liste mit den Namen der Menschen bekommen, deren Leichen in Butscha als „gefoltert und getötet“ gezeigt wurden? Völliges Schweigen.

Ich appelliere an die Journalistengemeinschaft. Sie sind doch daran interessiert, die Wahrheit herauszufinden, oder? Führen Sie eine „kleine“ journalistische Untersuchung durch. Fragen Sie nach den Namen derer, die das britische Fernsehen am 4. April 2022 in der ukrainischen Stadt Butscha zeigte.

Aber damals verurteilte Lapid das Massaker in Butscha und fügte hinzu: „Die vorsätzliche Schädigung der Zivilbevölkerung ist ein Kriegsverbrechen. Ich verurteile das aufs Schärfste.“

Aber auf die Frage nach Gaza, nach den Tausenden und Abertausenden von Zivilisten, sagte ein Soldat – nicht der ranghöchste Offizier -, dass dies eine „Tragödie des Krieges“ sei. Erinnern Sie sich?

Der nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Sullivan, sagte: „Unsere Waffen an Israel unterliegen den Gesetzen der Kriegsführung und der Erfordernis, dass wir Maßnahmen ergreifen, um unschuldiges Leben zu schützen. Das sind die Anforderungen, die wir jedem auferlegen, an den wir Waffen liefern.“ Der gleiche Sullivan sagte, aber nicht in Bezug auf Israel, sondern in Bezug auf die Ukraine: „Wir haben der Ukraine keine Beschränkungen für Angriffe auf das Gebiet innerhalb ihrer Grenzen auferlegt.“ Es gibt Einschränkungen für Israel, aber nicht für die Ukraine. Auch hier hat die Ukraine alle anderen „überflügelt“.

Konteradmiral Kirby, Koordinator für strategische Kommunikation im Nationalen Sicherheitsrat der USA, antwortete auf die Frage, ob die USA wüssten, dass die Ukrainer mit der Sprengung der Krim-Brücke einen Terrorakt begangen hätten: „Wir sagen den Ukrainern nicht, was ein legitimes Ziel ist und was nicht. Sie bestimmen ihre eigenen Ziele.“

Wie man so schön sagt: Finde den Fehler.

Ende der Übersetzung


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

23 Antworten

  1. Hm, die Diplomatie ist schwierig!
    Es ist zwar verbal richtig, das formell die USA den Israelis Beschränkungen beim Waffeneinsatz auferlegt haben, aber die Israelis machen mit den Waffen, den Bomben, die die USA liefert, was sie wollen. Sie töten Babies, bombardieren Krankenhäuser, killen Journalisten und UN-Mitarbeiter, vertreiben erneut die Palästinenser, töten arabische Jugendliche in der Westbank und führen willkürliche Verhaftungen durch und die Welt schaut einfach zu, kommentiert diplomatisch und zynisch.
    Das darf doch nicht war sein?
    Russland ist doch der große Gewinner dieses Krieges, denn die Bomben, die die USA Israel liefert, fehlen den Ukrainern. Wäre da nicht etwas mehr Empathie für die Palästinenser wünschenswert?

  2. Es ist für uns Bürger hier sehr schwer nachzuvollziehen was da im Nahen Osten passiert.
    Die Israelis kennen gegenüber den Palästinensern keine Menschenrechte!

    https://www.n-tv.de/politik/Israelische-Siedler-setzen-mehr-denn-je-auf-Gewalt-article24505485.html

    Dies berichtet ntv kein kommunistischer Sender. Das heißt dies ist nur die Spitze des Eisberges. Auch Joe Biden hat die Gewalt im Westjordanland schon bemängelt.
    Im Westjordanland regiert nicht die Hamas, die Gewalt seitens der israelischen Siedler ist trotzdem ganz massiv!
    Es ist inzwischen bekannt, dass Israel längst über den Anschlag der Hamas gegen Israel Bescheid wusste.
    Es wäre möglich gewesen das Ganze zu vermeiden! Da taucht die Frage auf >> hat Israel und der große Bruder die USA dies bewusst in Kauf genommen für mehr Land Die Palästinenser aus dem Gazastreifen zu vertreiben + Tatsachen auch im Westjordanland zu schaffen! Es gab inzwischen auch tote Geiseln die bei den Kämpfen (Israel -Hamas getötet worden sind!

    Ja und die USA wird auch bei aller extremsten Menschenrechtsverletzungen, von Israel ihr Veto (UN) einlegen!
    In Israel leben nicht wenige ehemalige Russ. Staatsbürger..!
    Ob der Westen in Sachen Ukraine ähnlich agiert! Nicht als es um Butscha ging usw.. Ja u. Deutschland ist absolut nicht unabhängig u. will dies auch nicht!
    Vielleicht sollte Israel nicht genau so reagieren wie es Deutschland einmal getan hat! Ja u. sonst die Sache Gil Ofarim: Musiker gesteht Lüge vor Gericht! (Was sollte dies ? )
    Jetzt war Steinmeier in Israel – Deutschland zahlt die Folgen des Krieges Israel> Hamas. Was zahlen wir sonst noch? Usw..

    1. „Ja u. sonst die Sache Gil Ofarim: Musiker gesteht Lüge vor Gericht! (Was sollte dies ? )“

      Ist doch gut, dass er wenigstens jetzt die Wahrheit gesagt hat.
      Der war wegen des unprofessionellen Verhaltens des Hotelmanagers sauer und dachte, Euch zeig ichs mal.
      Dass das dermaßen hohe Wellen schläg, damit hat er garantiert nicht gerechnet und damit war auch ein Rückzieher nicht leicht.
      Jetzt reißen schon wieder alle Blöcker ihren Mund auf und diesmal gehts in die entgegengesetzte Richtung.
      Hohlbirnen sind das, ohne eigene Meinung, aber mit großem Ego und exorbitanter Rücksichtslosigkeit.
      Es sollte klar sein, für die Menschen sind diese Quakautomaten nicht da, entgegen ihrer Beteuerungen.

      1. Dass das dermassen hohe Wellen schlaegt hat er aber gewollt, denn sein Spruch war ja sinngemaess „Facebook, Instergram, Twitter [oder so] bang bang bang – geht alles raus“ – so aehnlich… und in diversen TV-Talks war er deshalb auch. Was sollte das denn sonst als hohe Wellen schlagen? … auch bzgl. grossem Ego und exorbitanter Ruecksichtslosigkeit… Und gestanden, dass das eine Luege war, hat er nach ZWEI Jahren! Ausserdem kommt mit dem Antisemitismusvorwurf noch eine Extrawuerze hinzu weil das naemlich gerne mal verallgemeinert wird und hier auch wurde. Ist der Hotelmitarbeiter ein Antisemit dann ist er einer von vielen Deutschen und die Presse hat naemlich dann auch genau in dieses Horn gestossen. Und dann sagt er mal kurz „Tschuldigung“, nach ZWEI Jahren, und der Brei soll gegessen sein… 10000 Euro an eine juedische Organisation… Wieso an eine juedische Organisation? …oder wenigstens wieso NUR an eine juedische Organisation? Nichtjuden wurden MINDESTENS genauso geschaedigt…

        1. Oder wahrscheinlich ist das fuer das Hotel immer noch nicht erledigt. Denn es wird sicherlich immer wieder Gaeste geben, die die Mitarbeiter auf das Thema ansprechen und dann wird man wohl antworten, dass man es mit dem richterlichen Entscheid gut lassen sein will, aber es gibt dann eben durchaus Leute, die nicht locker lassen. Sowas in der Art: „Ja ok, aber Sie muessen doch sagen, dass das nicht in Ordnung ist“ oder bla oder blupp. Das wird wahrscheinlich noch einige Monate dort so gehen und je nach dem kriegen das auch andere Gaeste mit und so wird es dann immer wieder in Erinnerung gerufen und erneut zum Thema gemacht und das warum? Weil’s irgend einer C-Promi-Gestalt mit Staralllueren bei der Abfertigung nicht schnell genug ging…

          1. @Chefkoch Mugridge

            Ja, das trifft alles zu.
            Aber versetzten Sie sich mal in Lage von dem Mann.
            Im Zorn etwas rausgehauen und vorher nicht nachgedacht.
            Und dann stand er da.
            Er ist nicht der Erste, der trotz gegenteiligen Sachverhalts hartnäckig sagt: ‚So war es und nicht anders‘.

  3. Ich bin kein großer Fan von Friedrich Nietsche, aber er hat etwas sehr Richtiges gesagt, was einer Analyse vielleicht gar nicht so zugänglich ist, sich aber durch die Tatsachen immer wieder bestätigt hat und bestätigt:

    „Jede Art höhere Kultur beruht auf Grausamkeit.“ Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse

    Das scheint mir mehr eine intuitive Erkenntnis gewesen zu sein als eine rationale. Das Römische Imperium wird von vielen bewundert, wobei ich mich frage: wofür? Es ist der Prototyp der EU, es hat ständig Kriege geführt und mindestens 50 Völker ausgelöscht. Das tut China mit den Turkmenen, indem es sie mit Han-Chinesen einfach erdückt, mit Tibet, das tut Deutschland, indem es die Deutschen mit Ausländern erdrückt und andere Staaten mit seinem Geld erpresset, das tut es, indem es Waffen und ganze Produktionsstätten in Krisengebiete und an despotische Regime liefert. Das tut Amerika, welches seit 45 über 100 Kriege geführt hat.
    Die EU ist nun genau das Gegenteil einer „blühenden Landschaft“, das ist ein unterdrückerischer und ausbeuterischer Amtsapparat, der mit Drohungen, Verfolgung, Lügen, Krieg und Terror regiert.

    Oswald Spengler hat zwischen Kultur und Zivilisation interessant unterschieden. Für ihn war Kultur innerlich und Zivilisation äußerlich. Wir leben hier in einer Zivilisation, der die Leichen egal sind, welche sie hinterläßt. Für Spengler war der zivilisierte Mensch ein Städter, der das Bauerntum verachtet, rational, irreligiös und dämonisch.

    1. „Das Römische Imperium wird von vielen bewundert, wobei ich mich frage: wofür?“

      Für die Verbreitung von Straßen, Wasserleitungen, Kanalisation, Bäder, Architektur, Verwaltung, Geld, Kunst und Handel, Schrift.
      Anderes war halt nicht so gut, andernorts zum Teil allerdings noch schlechter.
      Die Menschen der jeweiligen Völker wurden übrigens nicht ausgelöscht, die wurden gebraucht und zwar als Arbeiter und Soldaten.

      1. Schön, die relativierende Nachsichtigkeit, wenn es um andere Völker geht.

        Ob die übrigens nicht ausgelöschten Völker, die noch als Arbeiter und Soldaten gebraucht wurden (puh, noch mal Glück gehabt), an den Segnungen der Römer, der Verbreitung von Straßen, Wasserleitungen, Kanalisation, Bäder, Architektur, Verwaltung, Geld, Kunst und Handel und Schrift, interessiert waren?

        1. @JanKa

          Ja, sie waren sogar sehr daran interessiert.
          Und auch am römischen Bürgerrecht.

          Nein, auch zu Zeiten Roms war nicht alles perfekt und gut.
          Aber mangelnde Differenzierung macht blind.

          Und mangelndes Relativierungsvermögen macht dumm.
          Ein besonders schwachsinniger Einfall von politischen Aktivisten war es, Relativierungen als Verminderungen zu deklarieren.
          Relativierung bedeutet nichts anderes als ‚in Bezug‘ setzen.
          Und Denken besteht ausschließlich aus Relativierungen.

          1. Relativierung bedeutet nichts anderes als ‚in Bezug‘ setzen.
            Und Denken besteht ausschließlich aus Relativierungen. [???]

            re­la­ti­vie­ren
            zu etwas anderem in Beziehung setzen und dadurch in seinem Wert o. Ä. einschränken

            sagt der Duden

          2. Ja, sie waren sogar sehr daran interessiert.
            Und auch am römischen Bürgerrecht.

            Mir ist kein Volk bekannt, dass sich nicht mit Händen und Füßen gewehrt hätte, die eigene Souveränität gegen die Segnungen der Römer und das Gebrauchtsein als Arbeiter und Soldat einzutauschen und freudig seine Abgaben zahlte.

            Nein, auch zu Zeiten Berlins war nicht alles perfekt und gut.
            Aber mangelnde Differenzierung macht blind.

    2. Mal so nebenbei, bez. Nietzsche:

      Ich habe in letzter Zeit mehrere Bücher aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelesen und war doch sehr erstaunt, wie oft Nietzsche zitiert oder vom Protagonisten gelesen wurde.

  4. Ja, so sieht das im Lande ‚first‘ aus.
    Es zählen ausschließlich die eigenen Interessen und alle Mittel, diese durchzusetzen sind legal, einschließlich dem Messen mit zweierlei Maß.
    Abgesehen davon, dass diese Verhaltensweise auf Dauer unglaublich kurzsichtig ist, was kann solchen Leuten noch geglaubt werden?

  5. Jeder der einige Zeit dort unten verbracht hat und nicht absolut blind durch die Gegend gelaufen ist weiß das es nur eine Frage der Zeit war für solch ein Chaos war..
    Hätte die Pfeifen der Hamas nur Israelisch Soldaten und militärische Einrichtungen ins Auge gefasst könnte man ja noch ein wenig Verständnis aufbringen und ein Auge zudrücken aber das was die Pfeifen dort aufgeführt haben ist nicht zu Entschuldigen was haben die den erwartet ein Schulter Zucken der Israeli und dann wieder zum Tages Geschäft.. ja auch in Israel ist nicht alles das Gelbe vom Ei aber ein vorsätzliches geplanter Angriff auf Zivilisten das geht einfach gar nicht.. sich jetzt als Opfer hinzustellen oder um Mitleid zu betteln ist einfach nur Erbärmlich.. Sorry mein Mitleid hält sich dabei in Grenzen auch weil ich 4 Familien kenne die persönlich davon betroffen sind und die waren bisher absolut für eine friedliche 2 Saaten Lösung Tja jetzt nicht mehr.. Ich rechne es Moskau hoch an das sie alles versuchen Zivilisten zu schon den sein wir mal ehrlich Kiew und so manch andere Stadt dort wären schon längst ein Trümmer Feld mit zig tausenden Toten Zivilisten wen sie auch nur ansatzweise Krieg wie die USA oder wie Israel derzeit Krieg führt..

  6. 10Viele werden gereinigt, geläutert und bewährt werden; und die Gottlosen werden gottlos Wesen führen, und die Gottlosen alle werden’s nicht achten; aber die Verständigen werden’s achten.
    11Und von der Zeit an, wenn das tägliche Opfer abgetan und ein Greuel der Verwüstung aufgerichtet wird, sind tausend zweihundertundneunzig Tage.
    12Wohl dem, der da wartet und erreicht tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage!
    Dan 12, 9-12

    Judentum, Christentum, Daniel und Endzeitreden gehören eigentlich in ein Christen- beziehungsweise kirchliches Forum, aber da ist die Harthörigkeit besonders verbreitet.

    Alle großen Völker haben die Weissagung ihres Endes. Für die Deutschen ist das Ende in der Ende festgeschrieben und das hat Merkel eingeleitet. Ragnarök hat sich erfüllt. Die Erde ist noch da, aber praktisch waren die Jahre seit 2015 ein Weltuntergang – für die Germanen.

    Das Problem mit den Prophezeiungen ist, daß die keinen Klartext sprechen und wie in der Politik die falschen Leute sich die Deutungshoheit anmaßen. Das gilt auch für Daniel, die Endzeitreden und die Apk.
    Interessant ist, daß sich alle Prophezeiungen ziemlich zeitgleich erfüllen.

    Meines Erachtens war Jesus kein Jude, bei der Vorstellung sträuben sich bei den Kirchenfürsten schon die Haare. Aber Jesus Freunde ware fast alle keine Juden, das waren Griechen und Römer. Außerdem wollten die Juden seine Tod, und da ist es doch wahrscheinlich, weil er sich ja ziemlich aufgespielt hat. Ein Römer, der sich als Sohn Gottes bezeichnet, das muß am Selbstbewußtsein des angeblich auserwählten Volkes kratzen.

    Origines war überzeugt, Jesus Vater sei ein römischer Bogenschütze gewesen. Das erklärte die Aversion der Juden gegen das Christentum viele besser als das Kirchengeschwätz.

    Damit ist das A.T. das Testament der Juden, aber nicht das der ganzen Welt. Jahwe, Jehova, Tertragrammaton oder wie auch immer war ein völkischer Gott wie Odin, Zeus und Manitou, ein identitätsstiftender Nationalmythos.

    Den Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat nur das Evangelium, das ist ein Glaube, der über den völkischen Mythen und Prophezeiungen steht. Daran können alle glauben, ohne ihre Kultur und ihre Herkunft zu verraten. Fragt die Russen!

    Kurz und schlecht: Das „Gräuel der Verwüstung“, über das Daniel spricht, könnte der Gaza-Krieg sein. Prophezeiungen sind zwingend. Deshalb findet man keine Warnung bei Daniel, Achtung Juden, führt keinen Krieg in Gaza, denn das wäre das Ende eurer Welt!
    Das wäre zu einfach.

    Im Mai 2027 könnte Israel von der Landkarte verschwunden sein. Die israelische Politik sägt seit dem Ende des 2. WKs nämlich mit viele Ehrgeiz an ihrem eigenen Ast.

    Viele Prophezeiungen haben eine Vorliebe für runde Zahlen. Kabbala jedenfalls ist Blödsinn.

    Beispiel, das Tier 666. Mit Kabbala kommt man nicht dahinter, wer das ist. Heute ist der Teufel und Antichtrist vor allem ein beliebtes Tattoo samt seiner dämonischen Heerscharen. Rockbands, Popgirls, Politiker, alle flirten mit dem Teufel!
    A=100, B=101, C=102, .. H+I+T+L+E+R = 666. Hitler war der Antichrist. Und ist allgegenwärtig.

    Jesus ist vor 2000 Jahren geboren und mit 31 Jahren gekreuzigt worden. Das heißt, 2031 könnte das letzte Stündlein für die gesamte Menschheit geschlagen haben.

    1. „Das Christentum ist Kultur und Religion für Erwachsene.“ Das war das, was ich zur Differenzierung von nationalem Mythos und univeralem Glaube gesucht habe. 5 Stunden später fällt mir das spontan ein.

      Gott ist ewig. Schon Ägypter im Alten Reich glaubten an den universalen Gott, wenn sie über die nötige Bildung verfügten, lange bevor sich der kanaanitsche Bergott zu Wort gemeldet hat und lange bevor Echnaton seine groteske Idee der Sonnenanbetung in die Tat umgesetzt hat. Echnaton wird oft als Erfinder des Monotheoismus verehrt, aber das ist falsch:

      „Nicht die Pläne der Menschen sind es, die sich verwirklichen, sondern der Wille Gottes.“ Pharao Ptahhotep, Altes Reich.
      „Gott kennt den, der nach seinem Willen handelt.“ Merikare, 10. Dyn.
      „Einer, der so handelt, der wird von Gott verherrlicht werden.“ Amenemope, Ende Neues Reich.

      Es gibt nur weniges Schriftliches aus dem Alten Ägypten, also kann man nicht sagen, wie verbreitet der glaube an den universalen Gott wirklich war. Die Zitate könnte man auch dem Christentum unteschieben und keiner würde es merken.

      Konfuzius glaubte auch an Gott: „Mit 50 Jahren habe ich den Willen des Himmels erkannt, mit 60 Jahren habe ich angefangen, auf ihn zu hören.“ Konfuzius

      Das Tausendjährige Friedensreich gehört meines Erachtens nicht ans Ende. Das ist eine Zusammenfassung und gehört deshalb hinter Jesu Geburt und die beiden Tiere. Das war das Mittelalter. Da war der Satan eingesperrt, was heißt, er ist seit Ende des Mittelalters aus dem Abgrund raus.

      Wer sich darüber klar wird, sollte sich auch klar sein, daß die Hütte brennt.

  7. Die russische Diplomatie schaut im Falle Israels idR nur bis zum Jahr 1967 zurück.

    Im Bezug auf andere Zusammenhänge gelingt es ihr auch, weiter zurück zu schauen. Weil das notwendig ist.

    Man kann die Gegenwart nicht aus den vergangenen 50 bis 60 Jahren erklären. Es ist komplexer.

    Und eigentlich weiß ein gebildeter Mann wie Lawrow das auch.

    DAS ist der eigentliche unverständliche Punkt.

    1. Stalin war einer der Gründerväter Israels und er unterstützte anfangs des Zionismus als sozialistische Idee. Die Sowjetunion lieferte Waffen an Israel und die Tschechoslowakei baute die israelische Luftwaffe auf, die heute die Kinder Gazas abschlachtet. Ich habe Verständnis daß diese Tatsachen den heutigen Russland peinlich sind.
      Auch Russland muß sich entscheiden, auf welcher Seite es steht? Jede Toleranz für das Schlachten der Zio-Faschisten muß als Beihilfe zum Völkermord gewertet werden. Wenn dies die Deutschen tun, dann entspricht dies ihrer faschistischen Tradition. An Russland aber muß die Welt andere, höhere Maßstäbe anlegen, den Russland ist eine antifaschistische Nation. Russland hat das faschistische Deutschland besiegt, kämpft jetzt in der Ukraine gegen Nazis. Auch in Palästina wird gegen Nazis gekämpft denn Netanjahu ist ein Faschist. Wenn Russland sich nicht stärker propalästinensisch positioniert, wird es Ansehen unter denn arabischen Völkern verlieren. Will das Putin?

    2. Richtig, danke! Die UdSSR war Mitschuld an der Gründung eines europäischen Staates inmitten semitischer Völker – der Umsetzung des Zionismus 1948! Von GB das Land; von den USA das Geld; aus der UdSSR das Humankapital.

      Es stellt sich die Frage, warum die UdSSR dem Zionismus verbunden war und warum Russland dieses Gedankengut schützt, das weltweit abgelehnt wird: Die Errichtung eines religiös-kapitalistischen Staates mit dem Drang nach „Lebensraum beidseits des Jordans“.

      Unmittelbar gesehen hat die UdSSR, dass der kollektive Gedanke der Kibbuzime (Kommunismus) nicht erblühte, ganz abgesehen davon, dass mit der Gründung der Kolonie Israel das Selbstbestimmungsrecht der Völker verletzt wurde und die Kibbuz-Ideologie aus Weissrussland ebensogut in Osteuropa und Russland hätte umgesetzt werden können.

      Israel muss politisch aufgelöst und das Land vom Jordan bis zum Meer den Palästinensern in Gänze zurückgegeben werden. Israeli können nach Osteuropa, Russland remigrieren. Und dann können alle in Frieden leben: Muslime, Christen, Juden und alle anderen Menschen zusammen. Solange Lavrov drumherum laviert, verliert Russland seine Glaubwürdigkeit im semitischen Raum und erweckt den Verdacht, es sei von Zionisten unterwandert.

      1. Die Juden hätten in einen säkularen palästinensischen Staat – der ALLE Religionen schützt und deren heilige Stätten achtet – ein sehr gutes Leben. Die arabische Kultur ist traditionell sehr weltoffen und tolerant. Juden, die europäische Christen verfolgten, fanden in arabischen Ländern Zuflucht und wurden hoch geachtet. Der deutsche Roman „Die Jüdin von Toledo“ von Feuchtwanger illustriert diese Erfahrung.

        Nach all den Terror, den die Israelis täglich den Palästinensern antun, das KI-gesteuerte Schlachten, wird dies bei den gequälten Opfern zunächst wenig Sympathie für die Israelis erzeugen. Deshalb sollten die Juden – gemäß den UN-Teilingsplan vom November 1947 in einen verkleinerten Israel leben. Wenn dann nach 200 Jahren die Wunden verheilt sind, könnte man an eine Einstaatenlösung denken.
        Aber während ich dies schreibe werden die Kinder Gazas abgeschlachtet und die Welt – auch Russland – schaut zu. Das muß aufhören.
        Nebenbei, Aug um Aug, Zahn um Zahn, das widerspricht den arabischen Werten. Allerdings reisen die Zio-Faschisten für jeden verlorenen Zahn 10 palästinensische Köpfe ab und sie sagen dies ganz offen und zu wenige widersprechen. Für die Juden sind Araber keine Menschen, das sagen sie ganz offen.

        1. @Hassan

          Kleiner Tipp: israelhassende Gräuelpropaganda nicht ganz so dick auftragen, sonst fällt es doch auf.

          Die Wahrheit ist:

          es gibt längst einen Palästinenserstaat. Sein Name: Jordanien.

          Die Wahrheit ist ebenfalls:

          eine eindeutige Trennung von Hamas und sogenannter palästinensischer Bevölkerung lässt sich nicht so leicht ziehen, wie die meisten es gerne hätten. Der Grad der Duldung bis hin zur Verehrung der Hamas ist in der Bevölkerung vergleichbar mit der, die das Hitlerregime unter den damaligen Deutschen genoss: sehr viel Zustimmung.

          Womit wir beim nächsten Punkt wären:

          es gibt keine faschistische Tradition Deutschlands. Das Land existiert als von Deutschen und ihren Vorfahren besiedeltes Territorium durch römische Quellen nachgewiesen seit über 2.200 Jahren. In dieser Zeit gab es wie viele Jahre Faschismus?
          Genau: 0
          Faschismus gab es in Italien. In Deutschland gab es NationalSOZIALISMUS. Die Unterschiede werden sie evtl. nicht interessieren. Das heißt aber nicht, dass sie nicht bedeutsam wären.
          Diesen Nationalsozialismus gab es:
          12 Jahre.
          Angesichts 2.200 Jahren Geschichte lässt sich da schwer von einer „Tradition“ sprechen. Zumal die Deutschen nach 1945 als einziges Volk der Weltgeschichte das taten, was Völker immer tun sollten. wenn sie sich schuldig gemacht haben:
          sie gingen auf die Knie, erkannten ihre Verbrechen an und leisteten Wiedergutmachung.

          Der Wunsch, in die Deutschen auf alle Zeiten DAS PURE BÖSE hineinzuzeichnen mag sehr verbreitet und sehr groß sein. Es ruht aber in der Regel auf dem Wunsch, von den eigenen Verbrechen abzulenken.

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