Westliche Werte

Die Unterdrückung der Religionsfreiheit in der Ukraine

Die Unterdrückung der Religionsfreiheit in der Ukraine ist ein Thema, von dem kaum jemand im Westen je gehört hat. Dabei wird gerade eine ganze Glaubensrichtung brutal unterdrückt und ihre Kirchen werden von Bewaffneten gestürmt und gewaltsam übernommen.

Im Westen wird über die Unterdrückung von Gläubigen in der Ukraine nicht berichtet und weil das Thema zum Verständnis viel Vorwissen über den orthodoxen Glauben und die Geschichte der orthodoxen Kirchen voraussetzt, habe auch ich es in den letzten Jahren, aber vor allem in den letzten Monaten der brutalen Zuspitzung, leider nicht behandelt.

Die orthodoxe Kirche der Ukraine unterstand dem Moskauer Patriarchat und unter Präsident Poroschenko wurde eine ukrainische orthodoxe Kirche gegründet, die seitdem Stück für Stück gegen die Gläubigen vorgeht, die von ihrem traditionellen Glauben nicht ablassen wollen. Dabei ist es immer wieder zu Gewalt gegen Gläubige, Priester und Gotteshäuser gekommen.

In den letzten Monaten ist der Konflikt eskaliert, denn die letzten Gotteshäuser wurden gewaltsam gestürmt und übernommen. Nun hat das Finale begonnen, denn die ukrainische Regierung will auch die Mönche des Kiewer Höhlenklosters (Kiewer Petschersk Lawra), eines besonders heiligen Ortes, vertreiben.

In der orthodoxen Welt hat die Gewalt für einen Aufschrei des Entsetzens gesorgt und sogar der Papst hat an die ukrainische Regierung appelliert, die Gläubigen und ihre heiligen Orte zu achten. Jedoch wohl vergeblich, denn die westlichen Medien berichten nicht darüber und die westlichen Politiker lassen Selensky gewähren. Kritik an der Verfolgung von Gläubigen in der Ukraine hört man aus dem angeblich so sehr um die Menschenrechte besorgten Westen keine.

In der russischen Nachrichtenagentur TASS wurde eine Analyse der Ereignisse und ihrer Vorgeschichte veröffentlicht, die ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Glaube und Politik: Der Konflikt um die Kiewer Petschersk Lawra geht in die letzte Phase

Die Kiewer Petschersk Lawra, deren Geschichte fast tausend Jahre zurückreicht, befindet sich in einer schweren Krise: Am 30. März müssen die Geistlichen und Mönche der kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche (UOC) das Kloster auf Anordnung der Verwaltung des historischen und kulturellen Reservats, in dem sich das Kloster befindet, verlassen. Die Mönche weigerten sich, dieser Anordnung nachzukommen, und haben vor Gericht Klage eingereicht. In der Zwischenzeit hat die schismatische Orthodoxe Kirche der Ukraine (PCU) ihren eigenen „Gouverneur“ des Klosters ernannt. Nach diesen Anzeichen zu urteilen, handelt es sich entweder um einen Streit zwischen wirtschaftlichen Einheiten oder um einen religiösen Streit. In Wirklichkeit geht es jedoch um Politik, genauer gesagt um den unklugen Wunsch der derzeitigen Machthaber in Kiew, eine der letzten Säulen der kulturellen, ideologischen und geistigen Bindungen zwischen den Völkern der Ukraine und Russlands zu zerstören.

In den Fußstapfen der Vorgänger

Die moderne Kirchenspaltung in der Ukraine geht auf die frühen 1990er Jahre zurück, als der ehrgeizige Metropolit Filaret (Denisenko), das damalige Oberhaupt der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, beschloss, die volle Autokephalie zu erlangen, jedoch seines Amtes enthoben und geächtet wurde. Dann gründete er mit Unterstützung der ukrainischen Regierung das Kiewer Patriarchat (KP) und ließ es registrieren. Etwa zur gleichen Zeit nahm die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche (UAOC), die von 1917 bis 1930 bestanden hatte, als sie ihre Selbstauflösung bekannt gab, ihre Tätigkeit wieder auf.

Die schleichende Zwietracht hielt anderthalb Jahrzehnte an: Aus politischen Gründen unterstützte die Regierung, wenn auch nicht sehr aktiv, die schismatische UOC-KP und die UAOC, während die Gläubigen die kanonische UOC bevorzugten. Eine Ausnahme bildete die kurze Regierungszeit von Viktor Janukowytsch, der ein Anhänger der UOC war. Unter Janukowytsch übertrug die ukrainische Regierung dem Kloster übrigens 79 Grundstücke der Unteren Lawra zur unentgeltlichen Nutzung auf Dauer.

Petro Poroschenko, der Janukowitsch kurz nach dem Putsch auf dem Maidan 2014 ablöste, war bei der Verfolgung der traditionellen Orthodoxie viel durchsetzungsfähiger als seine Vorgänger. Es war weitgehend sein Verdienst, dass die UOC-KP und die UAOC zur Orthodoxen Kirche der Ukraine (PCU) fusionierten. Und er war es, der dafür sorgte, dass die PCU im Januar 2019 vom Patriarchat in Konstantinopel den Status einer autokephalen Kirche erhielt. So hat Poroschenko die Gründung der PCU, die „geistig und verwaltungstechnisch unabhängig von Moskau, vom Aggressorland“ ist, zu Recht gewürdigt und ist stolz mit dem Slogan „Armee, Sprache, Glaube“ zur Wiederwahl angetreten. Er verlor jedoch gegen Wladimir Selensky, der übrigens von der kanonischen UOC unterstützt wurde.

Vermutlich dachten die Hierarchen der Kirche, dass der neue Präsident sie vor Verfolgung und Schikanen schützen würde, denen die UOC und ihre Gemeindemitglieder unter Poroschenko ausgesetzt waren. Leider ging diese Rechnung nicht auf, ebenso wenig wie die Hoffnungen von Millionen gläubiger und ungläubiger Ukrainer, denen Selensky vor der Wahl Frieden im Donbass, die Wiederherstellung des Status der russischen Sprache und den Schutz der Religionsfreiheit versprochen hatte. Im Gegenteil, die Verfolgung der UOC hat sich noch verschärft, ihr wurden Pfarreien und Klöster weggenommen, und Geistliche und Mönche wurden mit allen rechtlichen und nicht-rechtlichen Mitteln dazu gedrängt, der PCU beizutreten.

„Kollaborateure Moskaus“

Kurz nach dem Beginn der russischen Militäroperation nahm der Rat der UOC Änderungen an der Satzung der Kirche vor, die de facto einen Bruch mit dem Moskauer Patriarchat bedeuteten. Das schützte sie jedoch nicht vor Verfolgung: In den Augen der Regierung blieb die UOC ein „Agent des Kreml“. Im vergangenen Jahr hat der ukrainische Geheimdienst SBU wiederholt Razzien und Durchsuchungen in Kirchen und Klöstern durchgeführt, um „Kollaborateure Moskaus“ zu identifizieren und sie wegen „Verrats“ vor Gericht zu stellen. Dieses Klima des Terrors und der Repression hat zweifellos zur Unruhe unter den Geistlichen und ihren Gläubigen beigetragen.

Meinem Bekannten aus Kiew zufolge beschloss ein Teil der Gemeindemitglieder, sich unter die Ägide des PCU zu begeben. Noch mehr zogen es vor, eine Zeit lang gar keine Kirche zu besuchen, um nicht die Aufmerksamkeit der Geheimdienste auf sich zu ziehen oder von nationalistischen Gruppen angegriffen und bedroht zu werden, deren Mitglieder die „Falschgläubigen“ offen terrorisieren.

Die Verfolgungskampagne gegen die UOC, die unter Poroschenko begann, hat unter Selensky ihren Höhepunkt erreicht. Die Regierung hat die wichtigsten heiligen Stätten der Orthodoxie in der Ukraine ins Visier genommen: die Kiewer Petschersk- und Potschajewsk-Lawra sowie die Verklärungskathedrale aus dem elften Jahrhundert in Tschernigow.

Den Ausgang gezeigt

Diese Objekte haben den Status von historischen und architektonischen Denkmälern und befinden sich in staatlichem Besitz, was aber nicht ausschließt, sie für den vorgesehenen Zweck zu nutzen. Insbesondere das UOC-Kloster in Kiew befindet sich in der Unteren Lawra, während die Obere Lawra unter die Zuständigkeit des Historischen und Kulturellen Schutzgebietes fällt. Bis Ende 2022 waren auch die Uspenskij-Kathedrale und die Trapeznaja-Kirche, die sich in der Oberen Lawra befinden, von der UOC gepachtet. Die Verwaltung des Schutzgebietes weigerte sich jedoch, die Nutzungsverträge mit der UOC zu verlängern, und ab dem 1. Januar 2023 war der Zugang zu diesen Gotteshäusern für die Geistlichen der UOC gesperrt. Die Gottesdienste zu Weihnachten und Dreikönig in der Mariä-Entschlafenskirche wurden in diesem Jahr erstmals von der PCU abgehalten.

Am 10. März teilte die Leitung des Heiligtums von Kiew-Petschersk Lawra mit, dass der unbefristete Mietvertrag mit der UOC gekündigt wurde und forderte die Mönche auf, das Kloster bis zum 30. März zu verlassen. Daraufhin setzte das ukrainische Kulturministerium eine Kommission ein, die den Erhaltungszustand der „Kulturgüter“ überprüfen sollte. Die Mitglieder dieser Kommission, die die Höhlen, in denen die Reliquien der Heiligen aufbewahrt werden, inspizierten, deckten angeblich eine Reihe von Verstößen bei der Aufbewahrung der „Museumsexponate“ auf, aber das Kulturministerium weigerte sich, die Ergebnisse der Arbeit der Kommission zu veröffentlichen, und verwies dabei auf die Klassifizierung „Nur für den Dienstgebrauch“.

Die UOC ist nicht zu Unrecht der Meinung, dass diese Verschwörung „nur ein Beweis für die repressive Absicht der einseitigen Kündigung des Vertrages sein kann, die nicht auf die Erhaltung historischer Denkmäler abzielt, sondern auf die offene Diskriminierung von Bürgern der Ukraine aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen.“ Der Gouverneur der Lawra, Metropolit Pavel, bezeichnete das Vorgehen der Regierung als rechtswidrig und erklärte, dass die Brüder sich weigerten, das Kloster zu verlassen. Die Leitung der Lawra versuchte auch, die Rechtmäßigkeit der Räumung vor Gericht anzufechten, aber nach Angaben des Metropoliten traten drei Richter zurück, bevor die Klage angenommen wurde. Außerdem kamen Mitglieder der Synode der UOC unter der Leitung ihres Oberhauptes, Metropolit Onufry, zum Büro des ukrainischen Präsidenten, in der Hoffnung, ihm ihre Argumente persönlich vortragen zu können, verbrachten aber mehrere Stunden vergeblich vor verschlossenen Türen: Weder Selensky selbst noch jemand aus seiner Verwaltung empfing sie.

Während sich die Aufmerksamkeit auf die Kiewer Petschersk Lawra konzentrierte, erklärte der ukrainische Kulturminister Aleksander Tkatschenko, dass die Behörden ein Verfahren einleiten, um der UOC das Recht zur Nutzung der Potschajewsk-Lawra zu entziehen, und sogar ein Strafverfahren gegen den Vikar des Klosters, Metropolit Wladimir von Pochtajaew, einleiten werden, da dieser den Vertretern der Behörden den Zutritt zur Kirche verweigert habe. Tkatschenko fügte hinzu, dass die Behörden planen, anderen Klöstern und Organisationen der ukrainisch-orthodoxen Kirche das Recht auf Nutzung der historischen Stätten zu entziehen.

Am 28. März beschlagnahmten Anhänger der PCU die Kathedrale der Geburt Christi in Iwano-Frankiwsk, die letzte UOC-Kirche in der Region Iwano-Frankiwsk.

Kulminierte Konfrontation

Die Krise erreichte am 29. März einen kritischen Punkt, als Konstantin Krainik, der stellvertretende Generaldirektor für wissenschaftliche Arbeit im Kiew-Petschersker Lawra-Schutzgebiet, sagte, dass die Kleriker und Mönche der UOC das Kloster bis Mitternacht verlassen sollten. Der Leiter der Informations- und Bildungsabteilung der UOC, Metropolit Kliment von Nizhyn und Prylutsk, erklärte, diese Forderung sei rechtswidrig und die Mönche würden ihr nicht nachkommen.

Der Anwalt des Klosters, Erzpriester Mykyta Tschekman, erinnerte daran, dass in dem Prozess, dessen Verhandlung das Kiewer Wirtschaftsgericht für den 26. April angesetzt hat, alle Handlungen verboten werden müssen, die darauf abzielen, die Aktivitäten der religiösen Gemeinschaft für die Dauer des Prozesses zu behindern. Die Leiterin der Abteilung des Kulturministeriums, Marianna Tomin, erklärte daraufhin, dass die Vertreter der UOC trotz des Prozesses „keine rechtliche Grundlage haben, um im Kloster zu bleiben.“

Alexej Danilow, der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, versprach, dass die Regierung die Mönche nicht mit Gewalt vertreiben werde. „Niemand wird jemanden an den Beinen herausziehen oder Gewalt anwenden. Alles wird im Einklang mit der geltenden Gesetzgebung geregelt werden“, sagte er der ukrainischen Zeitung Novoye Vremya.

Die Gläubigen, die am Morgen zu einem Gebetsgottesdienst ins Kloster gekommen waren, schienen diesem Versprechen nicht zu glauben, denn mehrere hundert Menschen beschlossen, die ganze Nacht im Kloster zu bleiben, um die Vertreibung der Mönche zu verhindern.

In der Zwischenzeit ernannte die PCU in aller Eile ihren eigenen „Vikar“ der Kiew-Petschersker Lawra: Archimandrit Avraamiy (Lotysh), der zuvor der UOC angehört hatte, dann aber zu den Kirchenspaltern gewechselt ist.

Der Tag endete mit zwei Videobotschaften. In einer davon bezeichnete Präsident Selensky das Vorgehen der Behörden in Bezug auf die Kiew-Petschersker Lawra als „weiteren Schritt zur Stärkung der geistigen Unabhängigkeit des Staates“ und begründete das mit der Notwendigkeit, die Gesellschaft vor „Moskaus Manipulatoren der Religion“ zu schützen. Gleichzeitig bezeichnete er die Ukraine als „das Gebiet mit der größten Religionsfreiheit“ in diesem Teil Europas.

In einer weiteren Ansprache, die direkt an Selensky gerichtet war, drohte der Vikar der Lawra, Metropolit Pavel, dem Präsidenten mit einer himmlischen Strafe für die Ausweisung der Lawra-Mönche: „Ich sage Ihnen und Ihrer Meute, dass unsere Tränen nicht auf den Boden fallen werden, sondern auf Ihre Köpfe. Glaubt ihr, die ihr auf unseren Rücken an die Macht gekommen seid, dass ihr das tun könnt? Gott wird euch und eurer Familie nicht verzeihen!“

Das Finale ist nah

Am Donnerstagmorgen, dem 30. März, trafen die Mitglieder der Kommission für die Inventarisierung des Vermögens im Kloster ein, konnten aber nicht mit der Arbeit beginnen, da die Gemeindemitglieder, die sich zur Liturgie versammelt hatten, sie daran hinderten. Die Mitglieder der Kommission verließen das Kloster mit dem Versprechen, am nächsten Tag wiederzukommen, und mit automatischen Waffen bewaffnete Polizeibeamte betraten das Gelände des Klosters. Auch am Haupteingang des Geländes erschienen verstärkte Patrouillen. Es gibt Berichte über das Auftauchen von Mannschaftswagen.

Berichte aus Kiew deuten darauf hin, dass die UOC-Mönchsgemeinschaft im Kloster ihre letzten Tage verlebt. Wenn nicht heute, dann morgen oder übermorgen, werden die Mönche „erdrückt“ und gezwungen, das Kloster zu verlassen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass an der Vertreibung nicht die Sicherheitskräfte des Staates beteiligt sind, sondern die Mitglieder nationalistischer Gruppen – das gleiche Szenario wurde bei der Beschlagnahmung vieler anderer Pfarreien der UOC wiederholt praktiziert. Und dann werden die Behörden die Hände in den Schoß legen und scheinheilig sagen: Das waren nicht wir, das war der Wille des Volkes, und wir können uns nicht gegen das Volk stellen.

Für diese Version spricht die internationale Reaktion auf die Ereignisse rund um die Kiew-Petschersk Lawra, oder vielmehr ihr völliges Fehlen. Eine Reihe von orthodoxen Kirchen – die russische, die weißrussische, die serbische, die Jerusalemer und einige andere – haben sich für die Unterstützung der UOC ausgesprochen. Das Oberhaupt der Katholiken, Papst Franziskus, rief alle Seiten dazu auf, „religiöse Orte zu respektieren“. Scheich Ravil Gainutdin, Vorsitzender des Russischen Mufti-Rates und der Russischen Geistlichen Direktion der Muslime, bezeichnete die derzeitige Situation als „satanistischen Kampf“ gegen die orthodoxe Kirche.

Von den offiziellen internationalen Organisationen wies nur das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in seinem jüngsten Bericht bescheiden darauf hin, dass einige der Maßnahmen der ukrainischen Regierung gegenüber der UOC „diskriminierend“ sein könnten. Alle anderen internationalen Organisationen und Vereinigungen – die UNESCO, der Europarat, die OSZE, die EU – und die einzelnen Staaten, deren Regierungschefs so gerne ihre Solidarität mit der Ukraine bekunden, reagieren überhaupt nicht auf das, was geschieht. Genauso, wie sie seit vielen Jahren nicht auf den Beschuss des Donbass, die Verletzung der Rechte der russischsprachigen Bevölkerung in der Ukraine oder die Fackelzüge der Nationalisten in Kiew reagiert haben.

Der Vikar der Lawra von Kiew-Petschersk sagte in einer Ansprache an Selensky: „Sie konnten den rasenden, wütenden und hasserfüllten Kulturminister nicht aufhalten – also macht er alles mit Ihrer Erlaubnis. Wehe Ihnen! Fürchtet euch!“ Aber hier ist das Problem: Alles, was Selensky selbst tut, tut er mit der Erlaubnis und Zustimmung des Westens. Und solange der Westen mit Kiews politischem Kurs des totalen Abbruchs aller Formen und Arten von Beziehungen zu Russland einverstanden ist, wird Selensky diesen Kurs weiter verfolgen. Schließlich ist der Zorn Gottes für ihn weit weniger beängstigend als die Möglichkeit, die Gunst der westlichen Sponsoren und Gönner zu verlieren.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

23 Antworten

  1. 6. Januar 2019, löste sich ein Teil der orthodoxen Kirche der Ukraine aus dem postsowjetischen Kosmos. Bei einem Gottesdienst in der Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats in Istanbul nahm Metropolit Epiphani, das Oberhaupt der neuen Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), den «Tomos», die Urkunde der kirchlichen Eigenständigkeit, von Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel entgegen. Der Patriarch von Konstantinopel gilt in der Orthodoxie mit weltweit 300 Millionen Gläubigen als Primus inter Pares. Er besitzt traditionell das Recht, die Eigenständigkeit zu verleihen

    1. @Dynamo. Nicht ganz richtig. Analog der „Deutschen Christen“ Adolf Hitlers stützte Poroschenko eine neue, nationale ukrainische orthodoxe Kirche, indem er auf einen unbedeutenden Patriarchen aus Istanbul zurückgriff, der in Istanbul keine Gläubigen mehr hatte.
      Und deshalb vermutlich nur allzu bereit war, einer anderen Kirche die Gläubigen abspenstig zu machen.
      Hitler, selbst Katholik mit Erfahrung als Ministrant, hat aber die Kirchen – ev., kath. – nie so rigoros verfolgt. Im Gegenteil: Er hat ’33 mit dem Vatikan ein für die Kirche fast unglaublich vorteilhaftes Konkordat abgeschlossen, von dem die Kirchen noch heute profitieren.

      Die mit Hitler verbündeten Kroaten dagegen benützten die Spannungen auch schon, um gegen die serbische orthodoxe Kirche vorzugehen. Bischof Stepanic meinte einmal sinngemäß: 1/3 machen wir katholisch, 1/3 vertreiben wir und 1/3 bringen wir um. Die Folge: ein versuchter Genozid an den Serben mit 750.000 Opfern (die Zahlenangaben schwanken bei verschiedenen Historikern).

      Die Ermordung von Tausenden von Ostukrainern weist da in meinen Augen Parallelen auf.

  2. Ich denke mir, dass zur Motivation der Kräfte in der Ukraine, welche ihr eigenes Engagement aus Angst eingestellt hatten, sich dieser Brut zu erwehren, es effektiver wäre, wenn die NAZIS auch das durchziehen und räumen.

    Klingt hart, würde aber letztendlich zum Frieden führen. Jedwede Argumentation Kiews zur Motivation der Masse der Soldaten verschwimmt im Nichts.

    1. Wollte schon verlinken, fand es jedoch nicht, da im falschen Jahr gesucht. Man sendete mir gerade den Link. Und wer die Ereignisse in 2016 sich anschaut, der versteht vielleicht etwas besser, dass die Macht der NAZIS auch ihre Grenzen hat, wo gerade die Drecksbande es am wenigsten erwartet.

      https://voicedonbass.wordpress.com/2016/07/12/der-sieg-ueber-die-angst-ist-der-tag-an-dem-die-friedensglocken-leuten-im-donbass/

      …. und zumindest ich es nicht ausschließe, dass es der bekannte Tropfen sein könnte, der das Fass zum Überlaufen bringen könnte.

  3. Die Ukrainer (genau wie die Deutschen) sind jetzt wohl gezwungen zu erkennen,
    wem sie da auf den Leim gegangen sind. Aber anscheinend war das wohl bis jetzt nicht so
    tragisch. Sterben tun ja die in der Westukraine.
    Viele fanden es durchaus lustig als die Grimmbrücke gesprengt wurde.
    Ich erinnere an das Plakat (dort haben sich viele ablichten lassen) und die Briefmarke.

    1. Sterben tun die Menschen in der Ostukraine,und nicht im Westen,aber hey,rechts ist,wo der Daumen links,und umgekehrt.Aber was ist schon Westen oder Osten,ist doch sowieso alles USA.
      Wie blöd Missmanagements sein.

      1. Sie haben recht, Herr Weiler
        das war eine Verwexlung . Gut das es viele aufmerksame Menschen gibt.
        Was das jetzt allerdings mit der USA zu tun hat,
        erschließt sich mir nicht so ganz ??

        Ach ja, so viele Krimsekten und Grimmsmärchen.
        Da kann Frau schon mal durcheinanderkommen.

  4. Komisch – diese „christen“ berufen sich auf ein und das selbe Geschreibsel…. – doch bei Interpretation sprich Auslegung hat jeder sein eigen Ding im Hinterstübchen und denkt, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen und müßte alle Anderen seiner „Wahrheit“ unterwerfen – zur Not mit roher Gewalt überzeugen oder murksen…..

    Die pure Diktatur also…. – da schlagen sich die christen am meisten gegenseitig die Köpfe ein – so auch aktuell wieder an vielen Kriegsschauplätzen zu beobachten…

    ….und dabei stehet doch geschrieben…: „DU SOLLST NICHT TÖTEN!!!“

    ?😇? — ??? — nö – wohl doch nur alle 😈😈

    1. Wer nun mal religiös erzogen wurde, unabhängig der Einzelreligion hat nun einmal einen Halt, ob gegeben oder nicht, ob er abgelegt wurde, weil er nur das glaubt was er sieht. Doch es kommt
      immer wieder der Punkt, dass man wieder dran denkt. So gings mir und vielen anderen mit denen ich sprach und davon las. Speziell eben in absoluten Krisensituationen im stillen Kämmerlein.
      Und nun, nach so viel Jahren der Unterdrückung, des Schweiges , der Hinnahme nach Aussen, da kommt es wieder durch. Und nun bekommt der Begriff Massenpsychologie „wieder Beine“

      Im Kiewer Höhlenkloster begannen Scharmützel, die Überschrift des Beitrages von vesti

      https://www.vesti.ru/article/3279480

      Noch mit den Waffen, welche die Menschen im Kopf haben, was ihnen in Fleich und Blut übergegangen ist.
      Sie praktizieren Exorzismus in der Masse, Als Exorzismus , also das Hinausbeschwören böser Mächte. Sie sehen diese Aufwiegler ( wird im Film ersichtlich) nicht mehr als Menschen an sondern vom Teufel besessen. Muss man sich anschauen.
      Das geht dann so weit, dass der POPE Weihwasser versprenkelt in die schon sehr aufgeregte Menge. Dem wohl Chef dieser Verwaltung schüttet der Pope dann den ganzen Eimer über.
      Nein, ich lache nicht darüber.

      Ich habe die Hoffnung, dass sich dieser Fakt, dass diese Menschen in dem Kloster nun mal ihre Gegenüber nicht mehr als Menschen ansehen, sich wird in die Unterstände und Schützengraben wird übertragen….

      Schaun wir mal…. da hatte Poroschenko was sehr saudummes angefangen und der Clown verstehts nicht. Er ist Jude auf dem Papier, wurde jedoch nie religiös erzogen. Und so kommt eines zum anderen.

      1. Ein kluger Staatsführer oder Feldherr würde sich das Wissen um die Mentalität der Menschen zueigen machen und die Soldaten entsprechend vorbereiten und an der Front behandeln. Doch es sind halt Dummköpfe….

        1. Der Großmogul Akbar – der hatte religiöse und ethnische Toleranz ausgeübt, sowie die Wissenschaften und Baukunst gefördert… – doch im Endeffekt trotz aller Toleranzen war auch er nur ein über Millionen von Leichen gehender Eroberer…

          Zu lesen in der Geschichte Indiens während der Zeit der Großmogulen.

          1. Genau Vlad. Da man ja nicht alles und jeden im Kopf hat, googelte ich, weil ich ihn zwar einordnen konnte, jedoch die Details nicht mehr im Kopf hatte. Doch in der Schule war er mir ein Begriff.

            Ja, und eben hast du wohl das beste Beispiel für die bodenlose Dummheit des Poroschenko und des Clowns hervorgehoben, wie man eben Religion auch zum eigenen Vorteil nutzen kann und eben nicht sich selbst „abschießt“ .

  5. Die Abspaltung vom Moskauer Patriarchat, besser die Schaffung einer eigenständigen ukrainisch-orthosoxen Kirchenorganisation war eine cleverer Schachzug, und man hat, soweit ich das verfolgt habe, seit 2019 immer wieder „administrativ durchgegriffen“, mit „freiwillig“ war da nicht viel, die meisten wollten das, jedenfalls anfangs, wohl nicht.
    Daß zudem Konstantinopel mitgespielt hat, macht die ganz Geschichte so durchsichtig, trivial, „abgedroschen“ – es ist immer die gleiche Technologie …

  6. Das passt den Banderisten natürlich überhaupt nicht, dass Russland und die Ukraine eine gemeinsame Kirche haben. Denn Geschichte und Kultur wurden über Jahrhunderte von der Kirche geprägt und sie waren aus diesem Grund eine gemeinsame. Die Sowjets sahen das ebenso. Um das nun gewaltsam auseinander reißen zu wollen, muss man ukrainischer Rassist sein. In jedem anderen Land würden diese Vorgänge im Westen Empörung hervorrufen. Hier nicht. Wenn die Nazis mit Gewalt auf die Gläubigen losgehen, ist das der „Volkswille“. Seit 2014 bekommen die Nazis immer, was sie wollen. Sie haben das uneingeschränkte Gewaltmonopol. Dass sie nur zwei Prozent der Wählerstimmen hinter sich haben, ist keinerlei Hinderungsgrund.

    Hat Poroschenko in seinem Wahlkampf angekündigt, dass er das machen wird? Selbstverständlich nicht, das wäre Selbstmord gewesen. Selensky hat sich als Mann des Ausgleichs und der Vernunft angepriesen. Heute ist er wohl der falscheste Fuffziger in der gesamten Geschichte der Menschheit. Russland sieht das durchaus richtig, wenn es seit 2014 eine Junta am Werk sieht. Die ohne massive Wählertäuschung längst am Ende wäre.

    Auf die Freiheit, die die Ukraine da angeblich verteidigt, kann ich mühelos verzichten.

    1. Hier ein Vorgeschmack auf die Freiheit die Joe Biden, neuer Gott von Schlenski, vertritt

      „Joe Biden erklärt den US-Bürgern: „Transgender-Amerikaner prägen die Seele unserer Nation““
      Quelle: de.rt.com/international/166642-joe-biden-verkuendet-us-buergern/

      „Im Jahr 2007 gab es in Amerika eine pädiatrische Geschlechtsklinik; Heute sind es Hunderte. Testosteron ist für Jugendliche von Orten wie Planned Parenthood und Kaiser leicht verfügbar, oft bei einem ersten Besuch – ohne die Notiz eines Therapeuten.“
      Quelle, englisch: imprimis.hillsdale.edu/gender-ideology-run-amok/

      … der Wahnsinn ist das Optimum, das Ziel aller Umtriebe.
      Verwirrte Menschen ohne gefestigte Identität, ohne Innere Führung, leicht beeinflussbar, ohne Hemmungen, zu allem Bereit!

  7. Natürlich ist es ein schweres Verbrechen, die über 1000 Jahre gelebte kulturelle Einheit zwischen den Moskauer Russen und den Kiewer Russen gewaltsam einreißen zu wollen.

    Nebenbei kann man aber dabei lernen, dass es bei religiösen Fragen eigentlich immer nur um Macht geht. Wir sind es gewohnt, Politik und Religion für zwei unterschiedliche Dinge zu halten. Das ist ein schizophrenes Denken, dass uns beigebracht wurde und dazu führt, dass Herrschaft geduldig ertragen wird. Aber abseits der Kritik an dem Selenkij Regime, dass sich hier gewaltsam seine eigene regimehörige Kirche schafft, sollten wir erkennen, dass wir Christentum hin oder her, dringend Versammlungsräume brauchen, die uns nicht nur zur inneren Einkehr, sondern auch zum gemeinsamen Handeln befähigen.

  8. Hallo, ich bin Franzose, Rentner und wohne in Portugal.
    Meiner Meinung nach trotzt Kiew mit diesem Manöver dem Kreml.
    Ich wünsche dem Kiewer Clown und seinen Sponsoren eine gute Resonanz.
    Auch wenn ich am falschen Ort, am falschen Tag und zur falschen Zeit bin.

    En français :
    Bonjour, je suis français, retraité et résident au Portugal.
    A mon avis, Kiev, par cette manoeuvre défie le Kremlin.
    Je souhaite que le clown de Kiev et ses sponsors reçoivent une bonne réponse.
    Même si je me trouve au mauvais endroit, à la mauvaise journée et à la mauvaise heure.

  9. Noch eine weitere Gemeinsamkeit, welche die gegenwärtige Regierung der Ukraine mit den führenden Nazis des III. Reiches hat, wobei die letztgenannten es nicht gewagt haben die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland schlussendlich zu verbieten.

    1. …wobei die Katholiken massive Unterstützung an Hitler gewährt haben… – ging es doch gegen den „Erzfeind“…

      Doch auch der „Erzfeind“ hat Hitler am Anfang seines Aufstieges beträchtlich unterstützt… – ging es doch damals schon gegen den Bolschewismus – sprich um einen sich abzeichnenden Krieg gegen die damalige UdSSR – und deren Bodenschätze… – siehe seine Stoßrichtungen gen Odessa etc. …

  10. …. Herr Selensky braucht keine Aufforderung des Westens, um zu tun, was er tut!

    Der Mann agiert bar jeder Menschenethik, geführt von grenzemlosen Hass, einer überhöhung seines Landes und seiner eigenen Person, welches durch die Unterstützung des Westens zustandekam —> die so auch als voll schuldfähig zu betrachten ist!

    Der Rest ist Makulatur! Er würde sogar noch die Hexenverbrennung einführen, wenn es denn russische Hexen gäbe. Hier heiligt jetzt jeder Zweck die Mittel! Mit dem Genozid am Glauben selbst unterstreicht er nur einen homophoben Trieb, den er nun in sich trägt. Dieser Mann sieht sich bereits als Held im Grab unter Helden. Vollkommen entrückt von der Realität sieht er nicht, dass er sein Volk für die Schandtaten anderer opfert und das ist das Schändlichste, was man als politischer Führer seinen eigenen Leuten antun kann und ja der Donbass und die Republik Donetsk waren ja mal seine Leute und davor die von Proschenko. Von beiden wurden diese Leute verraten und verkauft. Das Land immer wieder ausgebeutet und nun trifft es sogar die Religion. Da ist der Gedanke an die „Endlösung“ der sog. Juden auch nicht mehr fern.

    Für den Mann gelten keine roten Linien mehr. Gib Ihm ein Schwert und er wird es einsetzen. Gib Ihm eine Armee und er wird sie einsetzen. Gib Ihm eine Atombombe….
    Von daher kam Russlands Eingreifen nicht eine Sekunde zu spät! Da wurde von aussen eine sehr kranke Sichtweise aufgebaut, dank der Abhängikeit. NGO´s sollten überall gleich ganz verboten werden (wie übrigens in den USA schon ständig der Fall).

    Das ist das Dilemma, welches Wahnsinnigen immer anheimsteht. Sie allesamt wollen die Welt zu etwas „besserem“ machen und machen Sie doch schlechter.

    Dieser Mann sollte dringend Dante Alleghieri´s „Inferno“ lesen. Das würde Ihm sicher sehr gefallen. Ich bin mir sicher, beim Lesen würde er eine Menge Schmunzeln. Aber andere Leute zum Lachen bringen wird er danach nie wieder können! Seine Seele ist verbrannt! Für immer!

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