Ukraine

Das „strategische Ziel“ der USA für russische Vermögenswerte: Die Ereignisse des 22. Dezember

Hier übersetze ich die Zusammenfassung der Ereignisse in und um die Ukraine des 22. Dezember, wie sie in der russischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde.

Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich versuche, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint.

Hier übersetze ich die Zusammenfassung des 22. Dezember.

Beginn der Übersetzung:

Die Ukraine erleidet Verluste, Kiew will sie aus Ausland ausgleichen: Die Ereignisse rund um die Ukraine

Russische Truppen haben in der vergangenen Woche Dutzende von Angriffen der ukrainischen Streitkräfte erfolgreich abgewehrt und dem Gegner spürbare Verluste an Personal und Ausrüstung zugefügt, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Die Verluste der Ukraine beliefen sich auf etwa 4.700 Soldaten.

Michail Podoljak, ein Berater des Chefs des ukrainischen Präsidialamtes, befürwortete die Idee, Ukrainer zu rekrutieren, die ins Ausland gegangen sind. Ihm zufolge sollten Menschen, die sich im Ausland vor der Mobilmachung verstecken, die Vergünstigungen oder Aufenthaltsgenehmigungen der Länder, in denen sie sich jetzt aufhalten, entzogen werden.

Die TASS hat die Ereignisse rund um die Ukraine zusammengestellt.

Verlauf der Operation

In der vergangenen Woche haben russische Truppen mehr als 120 Angriffe von ukrainischen Angriffsgruppen bei Donezk, Saporoschje, Krasnoliman, Kupjansk und südlich von Donezk abgewehrt und außerdem alle Versuche feindlicher Sabotagegruppen vereitelt, auf Inseln und bei Cherson am linken Ufer des Dnjepr zu landen, so das russische Verteidigungsministerium. Die Gesamtverluste der Ukraine beliefen sich auf etwa 4.700 Soldaten.

In der Zeit vom 16. bis 22. Dezember wurden 39 Präzisionsangriffe auf Einrichtungen und Infrastrukturen der Ukraine durchgeführt, insbesondere auf Flugplätze, Treibstofflager, Lager, Zentren für die Ausbildung und den Einsatz von Drohnen, Kontrollpunkte und Unterbringungsorte für ausländische Söldner. Durch die Angriffe und im Verlauf der Kampfhandlungen wurden etwa 80 gepanzerte Fahrzeuge zerstört, darunter 12 Panzer, darunter zwei deutsche Leopard-Panzer, und mehr als 100 Feldartilleriegeschütze, darunter auch solche, die von NATO-Ländern hergestellt wurden. Die russische Luftabwehr schoss vier ukrainische Flugzeuge (Su-25, Su-27 und 2 MiG-29) und drei Hubschrauber (Mi-8 und 2 Mi-24) ab.

Drohnenangriffe

Die russische Luftabwehr und elektronische Kriegsführung vereitelte im Laufe des Tages mehrere Versuche des Kiewer Regimes, mit Hilfe von Drohnen Terrorangriffe auf Einrichtungen auf russischem Territorium zu verüben. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurde in den Regionen Belgorod und Moskau je eine Drohne abgeschossen, in der Region Brjansk wurden sechs Drohnen und in der Region Kaluga vier Drohnen zerstört.

Nach Angaben der regionalen Behörden gab es keine Verletzten oder Schäden.

In Donezk berichteten die Behörden, dass im Laufe des Tages sechs Zivilisten durch von Drohnen abgeworfene Munition verletzt wurden.

Russische Vermögenswerte

Die USA verfolgen das „strategische Ziel“, eingefrorene russische Vermögenswerte für den Wiederaufbau der Ukraine zu nutzen, sagte ein hochrangiger Beamter der US-Regierung. Washington unterhalte in dieser Frage „aktive Kontakte mit Partnern und Verbündeten“, sagte er.

Moskau akzeptiere das Thema der illegalen Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte nicht, da dies für das globale Finanzsystem äußerst gefährlich sei, erklärte Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten. „Diejenigen, die versuchen, dies in die Wege zu leiten, und diejenigen, die das umsetzen, sollten verstehen, dass Russland diejenigen, die das getan haben, niemals in Ruhe lassen wird“, betonte er. „Wenn von uns etwas konfisziert wird, werden wir prüfen, was wir als Antwort konfiszieren können. Und wenn dieses Etwas gefunden wird, werden wir das natürlich sofort tun“, sagte der Kreml-Sprecher.

Neue Sanktionen

US-Präsident Joe Biden hat ein Dekret unterzeichnet, das auf eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland abzielt und die Möglichkeit vorsieht, Beschränkungen gegen Finanzinstitute zu verhängen, die nach Ansicht Washingtons Transaktionen im Interesse des russischen militärisch-industriellen Komplexes durchführen. Wie der Pressedienst des Weißen Hauses mitteilte, geht es vor allem darum, der Nutzung „internationaler Finanzsysteme für die Lieferung von Dual-Use-Produkten aus Drittländern“ durch Russland entgegenzuwirken.

Das US-Finanzministerium verhängte ein Einfuhrverbot für russischen Lachs, Kabeljau, Seelachs und Krabben sowie für Produkte, die aus deren Verarbeitung stammen.

Die Schweiz hat sich teilweise dem 12. anti-russischen Sanktionspaket der EU angeschlossen. Wie der Bundesrat (Regierung) der Schweiz mitteilte, geht es derzeit um die Erweiterung der Sanktionsliste in Bezug auf Personen, Unternehmen und Organisationen. Was das Einfuhrverbot für russische Diamanten und andere Beschränkungen betrifft, so wird diese Frage in naher Zukunft geprüft werden.

Polnisches Embargo

Polen wird das Einfuhrverbot für ukrainisches Getreide in naher Zukunft trotz möglicher Strafmaßnahmen der EU aufrechterhalten, erklärte der polnische Landwirtschaftsminister Czeslaw Sekierski gegenüber der Agentur PAP. Der Minister begründete diese Haltung damit, dass der Zustrom von Getreide aus der Ukraine nach der Aufhebung des Embargos das Gleichgewicht auf dem polnischen Markt für landwirtschaftliche Erzeugnisse stören könnte.

Sekierski fügte hinzu, dass die Meinungsverschiedenheiten über die Getreidelieferungen während der Reise des neuen polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski, der zu seinem ersten Auslandsbesuch in Kiew eingetroffen ist, erörtert werden sollen.

Probleme bei der Mobilmachung

Der Leiter der Presse- und Informationsabteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Illarion Pawljuk, erklärte, dass die ukrainischen Behörden trotz der bestehenden Schwierigkeiten die für die Aufstockung der ukrainischen Streitkräfte erforderliche Zahl von Soldaten „noch bekommen“ werden. Ihm zufolge werden die Behörden ihr Ziel sowohl durch Mobilmachung als auch durch die Rekrutierung von Freiwilligen erreichen.

Ukrainern, die sich vor der Mobilmachung im Ausland verstecken, sollten die Zulagen oder Aufenthaltsgenehmigungen der Länder, in denen sie sich derzeit aufhalten, entzogen werden, so ein Berater des Chefs des ukrainischen Präsidentenbüros. Podoljak bezeichnete den Vorschlag, diejenigen, die sich ins Ausland abgesetzt haben, zu rekrutieren, als „richtige Idee“, räumte aber ein, dass eine praktische Lösung des Problems „eine große Menge an Verhandlungen“ und Konsultationen erfordern würde.

Die Probleme Kiews in der Frage des Mobilmachung werden keine praktischen Folgen für die Ukrainer in Deutschland haben, versprach der deutsche Justiz- und Verbraucherschutzminister Marko Buschmann. „Es wird nicht dazu kommen, dass wir jetzt Menschen gegen ihren Willen zur Wehrpflicht oder zum Militärdienst zwingen“, sagte er der Nachrichtenagentur DPA.

Estland beabsichtige nicht, wehrpflichtige ukrainische Staatsbürger in ihr Heimatland auszuweisen, berichtete die Zeitung „Postimees“ unter Berufung auf Janek Mägi, Leiter der Abteilung für Grenz- und Migrationspolitik im Innenministerium. „Die Ukraine hat keine rechtliche Grundlage, uns um die Auslieferung der besagten Bürger zu ersuchen, und wir haben auch keine Gründe, sie auszuliefern“, sagte er.

Ende der Übersetzung


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

15 Antworten

  1. Was das yank-Pack da mit den russischen Vermögenswerten angibt vorzuhaben – läuft international unter der Bezeichnung „an Impertinenz nicht zu übertreffender Diebstahl“ – denn nichts anders ist das, doch sollten yankee&Co. dabei seeehr vorsichtig sein, den solche Akte zerstören das Vertrauen in sie weltweit auf’s Äußerste! 😤😤

    1. @Vlad
      das gesamte Geschäftskonzept basiert darauf. Know How abziehen,
      Chaos und Kriege anzetteln um Länder zu plündern und schwächen, das Stützen des eigenen pseudo Dollars durch die exportierte inflationäre Reservewährung.

  2. In der ukrainischen Diaspora geht ein Steckbrief über Roderich Kiesewetter über die fein auflösenden Displays. Die wollen doch jeder rechtzeitig erkennen, wenn der Roderich mit halbem Dutzend Gerichtsvollziehern vor’m REWE steht!
    Da steckt man sofort die Zündschlüssel in den SUV zurück und geht paar Tage auf Diät.

  3. „Moskau akzeptiere das Thema der illegalen Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte nicht, da dies für das globale Finanzsystem äußerst gefährlich sei, erklärte Dmitri Peskow“.

    Soso, „gefährlich für das globale Finanzsystem“. Aber dass der Eierkopf auf die Idee kommt, dass es schlichtweg kackdreister Diebstahl ist, wagt er seinen „westlichen Partnern“ gegenüber nicht zu artikulieren. Man will ja schließlich nicht seine „Partner“ verärgern.

    Man muss sich schon sehr wundern. Dieser Krieg könnte längst vorbei sein, die Ukraine könnte eine einigermaßen neutrale und russlandfreundliche Regierung haben und die nato könnte schon so weit sein, sich an den Gedanken gewöhnen zu müssen, die längste Zeit existiert zu haben. Russland und China könnten längst dabei sein, die Ukraine wieder aufzubauen.

    Aber die Russen haben sich ja in den Kopf gesetzt, Krieg zu führen der keinem weh tun soll. Schon gar nicht den „westlichen Partnern“.

    Die Russen sind einfach naiv. Unfassbar naiv. Oder sie trauen sich nicht, die Dinge wirklich mal anzupacken.

    1. Bingo !
      Pausenclown Presskopp fällt ja schon seit Kriegsbeginn mit so Wattebäuschchen Warnungen auf. Nach dem Motto : Wenn Ihr nochmal die Krim Brücke bombardiert, werden wir eventuell darüber nachdenken, den Export russischer Tanzmusik mit höheren Ausfuhrzöllen zu sanktionieren.
      Die Frage ist doch, was er dem Westen damit sagen will und was GENAU er damit bezweckt ?!?

      1. Dir Russen glauben, dass die Vermeidung einer Eskalation alles glimpflicher ablaufen lässt. Theoretisch könnte das auch stimmen. Aber der Westen und allen voran die usa verstehen aber nunmal nur die Sprache der Gewalt und der Hegemonie.

        Solange China und Russland bzw. die BRICS (ohne failed state Argentinien) den Amis nicht zeigen, wo der Hammer hängt, wird das ewig so weiter gehen. Man sieht’s doch an der niederländischen Lieferung der F16. Im Westen ist noch lange nicht angekommen dass dieser Konflikt für sie aussichtslos ist. Solange Russland dem gesamten Westen nicht eine eindeutige strategische Niederlage zufügt, die auch im gesamten Westen jeder Idiot deutlich sehen kann, wird sich nichts ändern, denn auch wenn die westlichen Waffen zur Neige gehen, gibt es noch eine ganze Menge was geliefert werden kann.

        Statt dessen sterben jeden Tag noch Hunderte von Soldaten.

    2. Diebstahl ist für Neokolonialisten eine banale Alltäglichkeit. Peskow stellt eben fest, daß dies kein gewöhnlicher, sondern ein sehr gefährlicher Diebstahl ist. Und die Sonderoperation ist ein strategisches und operatives Meisterwerk. Die eigentliche Gefahr, der ewige Kriegsherd EU, läßt sich nur durch einen langsamen und systematischen Zermürbungskrieg erledigen.

  4. Im Europa-Hotel in der Stadt Mirnograd/Myrnohrad/Мирноград nordwestlich von Donetzk ist den NATO-Truppen gestern Mittag ein Malheur passiert. Zwei Iskander überraschten hochrangige Ukrainische Offiziere und ihre NATO-Berater bei einem Tête-à-tête.

    1. „Die Aufgabe dieser Front ist daher nicht mehr der Schutz einzelner Länder, sondern die Sicherung Europas“

      Das scheint im Falle des „Europa-Hotels“ nicht gelungen zu sein.

  5. In Deutschland gibt es Überlegungen, ein „Notopfer Kiev“ von allen Bürgern einzutreiben. Die sogenannte „Wirtschaftsweise“ Monika Schnitzer:

    „Das ist nicht populär. Aber schließlich geht es in diesem Krieg auch um unsere Freiheit.“

    [1] 23.12.2023 „Ukraine-Soli wäre eine mögliche Antwort“
    Interview | Berlin · Die Ökonomin Monika Schnitzer wirft dem Finanzminister beim Agrardiesel einen Zickzack-Kurs vor und fordert einen Ukraine-Soli für die militärische Hilfe. Bei der Erbschaftsteuer hat sie einen unkonventionellen Vorschlag.
    [https://rp-online.de/politik/deutschland/wirtschaftsweise-monika-schnitzer-ukraine-soli-fuer-militaerische-lieferungen_aid-103725433]

    [2] Steuermarke „Notopfer Berlin“
    [https://de.wikipedia.org/wiki/Steuermarke_%E2%80%9ENotopfer_Berlin%E2%80%9C]

  6. …hoffentlich setzen die brd – Marionetten, das „Notopfer“ um !!!…
    ….die brd – Systemparteien – wääähler, müssen zahlen, bis ihnen die Schwarte kracht !!..
    …die RUSSISCHE Rechnung kommt, NACHDEM das „Ukraine – Problem“ gelöst wurde !!..🤣😎

  7. Der Plan war lange verfolgt:

    Assad stürzen und eine zweite Gasversorgung via Aramco …

    Europäische Konten sperren, Russland aber verpflichten weiter Gas zu liefern (das wäre dann kostenlos gewesen) …

    Das eingefrorene Geld zweckentfremden…

    Das war der Plan. Die Zeit dieser Leute läuft ab. Aber Boshaftigkeit kennt keine Grenzen. Sie werden dafür sorgen daß in einer einzigen Nacht mehr Menschen sterben, als in allen Kriegen seit bestehen der Menschheit zusammen.

    Erst dann wird man ihnen ihren Platz im Geschichtsbuch zuweisen.

Schreibe einen Kommentar