Das Problem der USA ist, dass ihre Atomwaffen und die Träger veraltet sind
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Ein Grund, warum die US-Regierung unter Trump plötzlich Interesse an Verhandlungen über einen Nachfolgevertrag des in einem Jahr auslaufenden NEW-START-Vertrages zur Begrenzung der strategischen Atomwaffen zeigt, ist, dass die US-Atomstreitkräfte hoffnungslos veraltet sind. Die einzige Ausnahme sind die atomaren Langstreckenbomber, aber bei den Interkontinentalraketen beispielsweise setzen die USA immer noch auf die Minuteman III, die seit 1970 im Dienst ist, während Russland und China neue, hochmoderne und teilweise hyperschallfähige Interkontinentalraketen entwickelt und in Dienst gestellt haben. Ein weiteres Problem der USA sind die Atomsprengköpfe selbst, die ebenfalls veraltet sind.
Die USA sind im Bereich der Atomwaffen derzeit hoffnungslos ins Hintertreffen geraten und das Pentagon bittet um astronomische Summen zur Modernisierung des Atomwaffenarsenals. Alleine dafür sind über eine Billion Dollar nötig, genauer gesagt sogar 1,5 Billionen, also 1.500 Milliarden Dollar.
Dieses Problem wird in westlichen Medien, die die Legende hochhalten, die USA hätten die modernsten Streitkräfte der Welt, verschwiegen. Um darüber etwas zu erfahren, muss man schon Fachportale lesen, denn der Mainstream verschweigt das Thema. Wikipedia hat nur auf Englisch einen kurzen Artikel über das Programm zur Modernisierung der US-Atomwaffen, in anderen Sprachen schweigt Wikipedia dazu.
In Russland wird das Thema jedoch seit Jahren diskutiert und anscheinend ist das der Grund, warum die US-Regierung unter Trump nun plötzlich über nukleare Rüstungskontrolle sprechen möchte, denn die USA haben sich in der Vergangenheit zu sicher gefühlt und auf die Entwicklung von teuren Raketenabwehrsysteme gesetzt, die mit dem Auftauchen der russischen Hyperschallraketen nutzlos geworden sind, anstatt ihre Atomstreitkräfte zu modernisieren.
Wie nutzlos westliche Raketenabwehrsysteme sind, zeigte die Tatsache, dass der russische Präsident Putin den USA nach dem ersten Einsatz der russischen Oreschnik ein „Duell“ vorgeschlagen hat: Putin sagte, die USA sollten ein Ziel in Kiew nennen, das sie mit aller verfügbaren Luftabwehr schützen sollen und Russland würde dieses Ziel zu einem den USA bekannten Zeitpunkt mit einer Oreschnik beschießen, um zu demonstrieren, dass diese Rakete nicht abgefangen werden kann.
Natürlich haben die USA Putins Vorschlag unbeantwortet gelassen, was einerseits verständlich ist, andererseits aber auch nicht, denn eine bessere Möglichkeit, mehr über diese neue russische Waffe zu erfahren dürfte es so bald nicht geben.
In der russischen Nachrichtenagentur TASS hat ein Experte einen Artikel über den Zustand der Atomstreitkräfte der führenden Atommächte veröffentlicht, den ich übersetzt habe.
Beginn der Übersetzung:
Die Welt am nuklearen Scheideweg
Alexander Michajlow über das Gleichgewicht der Nuklearstreitkräfte auf dem Planeten und die Aussichten für einen neuen kollektiven Nuklearvertrag
Kürzlich sagte der Kandidat für das Amt des Ersten Stellvertretenden Verteidigungsministers der USA, Steven Feinberg, bei einer Anhörung des Senatsausschusses für Streitkräfte des US-Kongresses zu seiner Nominierung, dass die US-Atomwaffen veraltet seien und die wichtigste Aufgabe Washingtons ihre Modernisierung und die Entwicklung von Hyperschallsystemen sei. Wie begründet ist seine Einschätzung?
Ballistische Raketen
Die USA sind in der Frage der strategischen Atomwaffen in der Tat sehr weit hinter Russland zurück. Einerseits wird die Entwicklung und Herstellung neuer Typen taktischer Atomsprengköpfe vorangetrieben, wofür die USA immer mehr Mittel bereitstellen. Dabei handelt es sich um kompakte Nuklearsprengköpfe für verschiedene Trägertypen, darunter auch vielversprechende Überschall- und Hyperschallprodukte. Was die strategischen Atomwaffen betrifft, so können die Amerikaner auf eine 45-prozentige Modernisierung ihres strategischen Nuklearschildes verweisen. Im Vergleich dazu liegt der Modernisierungsgrad der russischen Atomwaffen bereits bei fast 95 Prozent.
Darüber hinaus ist Russland den USA bei der Entwicklung von Trägersystemen für strategische Nuklearsprengköpfe weit voraus.
Während Russland Hyperschallträger entwickelt, sind die USA tief in das Projekt zur Entwicklung einer neuen interkontinentalen ballistischen Rakete (ICBM) verstrickt und werden die veraltete Minuteman nicht durch die neue Sentinel-Rakete ersetzen.
Über das Programm bis 2030 und weiter bis 2035 wird derzeit verhandelt. Der US-Verteidigungshaushalt sieht enorme Summen für die Entwicklung dieser ICBM vor, die mit den neuen ICBMs Russlands und Chinas vergleichbar sein soll, aber bisher sind die Aussichten vage.
Inzwischen hat Russland mindestens zwei Hyperschallraketen im Einsatz. Dabei handelt es sich um Zirkon und Kinzhal sowie das neue System Avangard, das strategische Atomwaffen tragen kann. In diesem Fall geht es nicht um Hyperschallwaffen, sondern um eine neue Generation von ballistischen Interkontinentalraketen mit Hyperschall-Gefechtsköpfen. Darüber hinaus hat Russland vor kurzem das Mittelstreckensystem Oreschnik demonstriert, das in der Lage ist, feindliche Positionen mit sechs Gefechtsköpfen zu treffen, das heißt, in einer nicht-nuklearen Version sehr schweren Schaden anzurichten.
Auch China behauptet, bereits zwei Hyperschallträger in Betrieb oder zumindest alle Tests abgeschlossen zu haben.
Nukleare U-Boote
Als Teil der nuklearen Triade sind auch Atom-U-Boote (SSN) zu erwähnen. Russland ist in vollem Gange mit der Produktion und dem Stapellauf neuer Atom-U-Boote vom Typ Borej-A, die mit 16 ballistischen Bulawa-Raketen bewaffnet sind und die Aufgaben der strategischen nuklearen Abschreckung erfüllen sollen. Die russische Marine hat derzeit sieben U-Boote dieses Typs im Dienst. Im Dezember letzten Jahres wurde bekannt gegeben, dass sich das achte U-Boot, die Knjas Pozharsky, in der Probefahrt befindet.
Zwei weitere Borejs sind im Bau, die bis 2028 in den Dienst der Marine aufgenommen werden sollen.
Die Amerikaner hingegen können ihre neue U-Boot-Entwicklung einfach nicht abschließen.
Luftwaffe
Man muss den USA zugute halten, dass sie neue strategische Bomber bauen, und hier sind sie den anderen großen Mächten immer noch voraus. Bei den anderen Komponenten der nuklearen Triade verlieren sie jedoch sehr deutlich.
Ein neuer Atomvertrag
Derzeit befindet sich die Welt an einer Art nuklearem Scheideweg. Die amerikanisch-russischen Verträge zur strategischen Rüstungsreduzierung START-2 und NEW-START waren in Kraft. Nach den Bestimmungen des letzteren, der 2010 für einen Zeitraum von zehn Jahren geschlossen wurde, reduziert jede Seite ihre strategischen Offensivwaffen so, dass sieben Jahre nach Inkrafttreten des Dokuments und danach ihre Gesamtzahl 700 stationierte ICBMs, von U-Booten gestartete ballistische Raketen (SLBMs) und schwere Bomber, 1.550 Sprengköpfe auf ihnen sowie 800 stationierte und nicht stationierte Trägerraketen für ICBMs, SLBMs und TBs nicht überschreitet. Diese Bedingungen machten es für die USA überflüssig, kritische Bereiche ihrer Atomwaffen zu modernisieren.
Inzwischen ist die Welt jedoch in einer Situation angelangt, in NEW-START im Grunde nicht mehr existiert und kein START-4 abgeschlossen ist. Es ist unklar, inwieweit die neue amerikanische, die derzeitige chinesische und die russische Regierungen bereit sind, einen neuen globalen strategischen Vertrag zu schließen. Die Parteien sind sich auch darüber einig, dass China in den neuen Vertrag einbezogen werden muss, da es quantitativ über das drittgrößte Atomwaffenarsenal der Welt verfügt.
Daraus lässt sich schließen, dass es für den Abschluss von START-4 erforderlich ist, dass sich alle Atommächte an den Verhandlungstisch setzen und einen kollektiven Atomvertrag unterzeichnen. Das würde jedoch höchstwahrscheinlich voraussetzen, dass die Amerikaner eine erhebliche, mehrjährige Investition in die Modernisierung ihrer strategischen Atomwaffen durchführen.
Ende der Übersetzung
9 Antworten
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Nun – auch das konnte jedem bekannt sein! Die zig mrd. $, die Jahr für Jahr in den Militärisch Industriellen Komplex geflossen sind, werden definitiv genau so auf mysteriösen Wegen abhanden gekommen sein wie die USAID-Gelder an besonders Interessierte geflossen sind…
Es gab auch einen Grund, weshalb die USA nicht direkt gegen RF in den Krieg ziehen wollten sondern ihr Proxis & Bordsteinschwalben vorgeschickt haben….
Bürger stimmen ab:
Ermächtige auch DU dich Deine Stimme nicht nur Parteien ABZUGEBEN, sondern zu JEDER WICHTIGEN Sachfrsge Selbst Deine Stimme zu erheben!
https://diedemokratieapp.de
Oder
wie-stimmt-deutschland-ab.de
P
Auszug…:
„Daraus lässt sich schließen, dass es für den Abschluss von START-4 erforderlich ist, dass sich alle Atommächte an den Verhandlungstisch setzen und einen kollektiven Atomvertrag unterzeichnen.“
Wird – leider – NIE passieren, da es einen ganz bestimmten Volksstamm gibt, der sich dem vehement widersetzen wird!
Bürger stimmen ab:
Ermächtige auch DU dich Deine Stimme nicht nur Parteien ABZUGEBEN, sondern zu JEDER WICHTIGEN Sachfrsge Selbst Deine Stimme zu erheben!
https://diedemokratieapp.de
Oder
wie-stimmt-deutschland-ab.de
P
« Was die strategischen Atomwaffen betrifft, so können die Amerikaner auf eine 45-prozentige Modernisierung ihres strategischen Nuklearschildes verweisen. Im Vergleich dazu liegt der Modernisierungsgrad der russischen Atomwaffen bereits bei fast 95 Prozent.
Darüber hinaus ist Russland den USA bei der Entwicklung von Trägersystemen für strategische Nuklearsprengköpfe weit voraus. »
Was bringt es eigentlich, genau jene Waffen zu modernisieren, die garantiert nie eingesetzt werden? Oder anders gefragt: Warum löst man den Konflikt um die Ukraine nicht auf nuklearem Wege, wenn man dort doch so sicher die Oberhand zu haben scheint?
Seit 20 Jahren lese ich in russischen Medien regelmäßig von Atomwaffen, während das Thema im Westblock keine große Bedeutung mehr hat. Das Thema ist offenbar der einen Seite wichtig und der anderen nicht. Aber ich kann nicht mehr daraus schließen, wie im Kalten Krieg, wo beide Seiten viel Bohei um das Thema gemacht haben, daß die Atombombe auch eine wichtige Sache ist.
Nun, hier beisst sich die Katze in den Schwanz.
Werner Heisenberg hat versucht bei den Amis, nach dem deutsche Atomforscher nach WK2 in die USA beordert wurden, heraus zu bekommen wie der Stand der Dinge war. Die Amis mauerten. Obwohl sie behaupteten sie wären die einzigsten, die Industriell dazu in der Lage waren eine funktionierende Atomwaffe zu entwickeln. Heisenberg meldete Zweifel an der gedachten atomaren Kettenreaktion an. Galen Winsor bestätigte in den 80er Jahren die Unmöglichkeit einer Nuklearen Kettenreaktion. Doch die Nukleare Abschreckung muß auf jeden Fall aufrecht erhalten werden. Die fliegenden Haselnußsträucher sind die Ablenkung und die Russische Regierung spielt mit. Also ich habe keine Angst mehr vor Atomwaffen. Was es gibt und gut funktioniert sind Atomkraftwerke. Sie tun es aber nicht so, wie wir es in der Schule gelernt haben.
In Kernkraftwerken baut man auf die kontrollierte Kettenreaktion. Die Behauptung es gäbe sie nicht, ist sportlich.
Die Frage mit den Atomwaffen ist mit der Geschichte zu beantworten. Da sollte man beachten wer hat sie als erstes entwickelt und eingesetzt. Die USA haben da eine führende Rolle übernommen, weil sie wussten das auch Hitler an dieser Waffe arbeitete. Die Arbeiten aufzunehmen war auch eine Forderung führender Wissenschaftler unter ihnen Albert Einstein, diese waren bei der US-Regierung vorstellig geworden. Dadurch entstand das Manhattan-Projekt. Nun war der Vormarsch der Sowjetunion zu schnell und der Krieg 1945 in Europa zu Ende. Sonst hätte eine der Bomben Dresden zerstört. Da die USA aber erkannten das die Sowjetunion in einem Konventionellen Krieg nicht zu schlagen sind musste man ihr auf einer anderen Art zeigen wer das Sagen hat. Also traf es militärisch vollkommen sinnlos Hiroschima und Nagasaki. Die japanische Armee war durch das Eingreifen der Sowjetarmee schon so gut wie geschlagen. Dieser sinnlose Einsatz der Bomben war nichts weiter wie eine Machtdemonstration gegenüber Stalin. In den nächsten 5 Jahren konnten die USA auch ohne großen Widerspruch ihre Interessen in Westeuropa durchsetzen. Erst als 1949 der UdSSR gelang das Atomwaffenmonopol der USA aufzuheben pendelte die Welt wieder ins Gleichgewicht und es gab rund 50. Jahre Frieden in Europa. Und wenn sich Russland nicht diesen Vorsprung in dieser Waffenart erarbeitet hätte, hätten die USA oder ihre Vasallen schon lange gezündelt in dieser Art. Nein man hat jegliche rote Linie in dem Ukrainekonflikt überschritten um Russland zum Einsatz von taktischen Atomwaffen zu bringen um dann mit den Finger auf den bösen, bösen Russen zu zeigen. Nun hat Russland mit der Haselnuss das Spiel umgedreht und das ist gut so. So lange es diese Angloamerikaner mit ihrer Gier nach Rohstoffen gibt so lange muss die Welt leider mit diesem Atomschwert leben.
ich habe chatgpt vor einigen Monaten die Einsatzfähigkeit der Raketen schätzen lassen. Er kam nach längerer Analyse auf maximal 1/3.