Präsidentschaftswahlen in Russland

Warum die Kandidatur des Oppositionellen Nadeschdin abgelehnt wurde

Die Kandidatur von Boris Nadeschdin, der von den westlichen Medien als angeblich hoffnungsvoller Gegenkandidat von Präsident Putin bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen dargestellt wurde, wurde abgelehnt. Hier erfahren Sie, warum und wie der Spiegel die Geschichte darstellt.

Boris Nadeschdin ist jemand, den es – wenn man den westlichen Medien glauben schenkt – gar nicht geben dürfte. Er ist gegen Putins Politik, er spricht sich öffentlich gegen das russische Vorgehen in der Ukraine aus und tritt dabei auch im Staatsfernsehen auf, wo er seine Thesen öffentlich äußert. Wenn die Berichte der westlichen Medien darüber, dass Russland eine grausame Diktatur ist, stimmen würden, müsste Nadeschdin längst hinter Schloss und Riegel sitzen oder tot sein. Aber er lebt und wollte sogar bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen gegen Putin antreten.

Nadeschdin und die Wahlkommission

Nadeschdin hat sich dazu einer kleinen Partei bedient, die bei Wahlen zwischen einem und zwei Prozent bekommt, die ihn als Kandidaten aufgestellt hat. Da Putins Beliebtheitswerte in Russland derzeit bei über 70 Prozent liegen, ist es klar, dass Nadeschdin als Kandidat einer Splitterpartei bei der Wahl keine Rolle gespielt hätte. Aber da er zumindest teilweise die westlichen Narrative unterstützt, haben die westlichen Medien ziemlich viel über ihn berichtet.

Um zur Präsidentschaftswahl zugelassen zu werden, müssen Kandidaten in Russland bei der Wahlkommission mindestens 100.000 Unterschriften von Unterstützern einreichen. Nadeschdin hat 105.000 Unterschriften eingereicht, allerdings waren davon viele fehlerhaft, sodass er am Ende keine 100.000 gültigen Unterschriften hatte und seine Kandidatur von der Wahlkommission abgelehnt wurde.

Nadeschdin hat der Wahlkommission übrigens keinerlei Vorwürfe gemacht, sondern eingestanden, dass die Wahlkommission nach Recht und Gesetz gehandelt hat und dass die Ablehnung seiner Kandidatur berechtigt ist. Allerdings wollte er gegen die gesetzlich geltenden Regeln klagen, um doch noch zugelassen zu werden. Diese Klage wurde letzte Woche abgelehnt, worüber auch der Spiegel unter der Überschrift „Gericht in Russland – Putin-Gegner Nadeschdin scheitert mit Klage gegen Wahlausschluss“ berichtet hat.

Spiegel: Desinformation durch suggerieren und weglassen

Der Spiegel-Artikel geht nach den bekannten Regeln der westlichen Propaganda vor, ohne offen zu lügen, sondern indem Dinge suggeriert werden. Das klingt beispielsweise so:

„Seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl war vor rund zwei Wochen von der russischen Wahlkommission abgewiesen worden. Die Wahlkommission hatte erklärt, es seien »Unregelmäßigkeiten« bei manchen der 105.000 Unterschriften von Unterstützern festgestellt worden.“

Indem der Spiegel das Wort „Unregelmäßigkeiten“ in Anführungsstriche setzt, suggeriert er, da wäre etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen, ohne die unwahre Behauptung selbst aufzustellen. Dass Nadeschdin der Wahlkommission keinerlei Vorwürfe gemacht hat, verschweigt der Spiegel hingegen.

Außerdem schreibt der Spiegel:

„Nadeschdin ging gegen die Entscheidung vor. Vor der Entscheidung erklärte sein Team, es handele sich bei den angeblichen »Fehlern«, die von der Kommission beanstandet wurden, auch um kleine Tippfehler, die bei der Digitalisierung handschriftlich gemachter Angaben entstanden seien.“

Das bestärkt den Spiegel-Leser darin, dass die Wahlkommission alles getan hat, um Nadeschdin unberechtigterweise von der Wahl auszuschließen. Allerdings ist auch das Unsinn, aber um das zu verstehen, muss man Russland kennen.

Die alltäglichen bürokratischen und juristischen Gepflogenheiten in Russland sind nämlich in einem Punkt unglaublich nervig. In Russland muss in offiziellen Papieren alles korrekt geschrieben sein, jeder kleine Schreibfehler – erst recht bei Namen – macht ein Dokument ungültig. Da man in Russland viele Dokumente laut Gesetz eigenhändig schreiben muss und nicht einfach ausdrucken darf, bin ich in Russland schon mehr als einmal regelrecht verzweifelt, wenn ich einen Vertragsbestandteil von eigener Hand schreiben musste und mir im letzten Absatz dann doch noch ein Schreibfehler unterlaufen ist, denn ein Wort durchzustreichen und neu zu schreiben, ist nicht erlaubt – man muss dann auf einem neuen Stück Papier alles neu schreiben.

Aber da Spiegel-Leser davon ja nichts wissen, klingt es für den Spiegel-Leser so, als habe die Wahlkommission Nadeschdins Kandidatur verhindert, weil sie sogar „kleine Tippfehler“ bemängelt hat. Tatsächlich ist alles nach russischem Recht und Gesetz abgelaufen und Nadeschdin hat daher auch eingestanden, dass er der Wahlkommission keine Vorwürfe macht.

Aber wie ich schon sagte, hat der Spiegel aus irgendeinem Grund vergessen, das zu berichten.


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

39 Antworten

  1. „Hier erfahren Sie, warum und wie der Spiegel die Geschichte darstellt.“

    Wieder ein Artikel, den ich nicht lesen brauche. Mich interessiert einfach nicht was der Spiegel schreibt. Mich hätte hingegen schon der Sachverhalt an sich interessiert. Was aber der Spiegel für Propaganda betreibt, brauch ich mir nicht geben!

    1. Na, dann bist Du aber hier verkehrt 😉 Der Blogg nennt sich „Anti-Spiegel“ dass da die Auseinandersetzung mit Spiegelartikeln bereits im Namen enthalten ist, erklärt sich doch eigentlich von selbst oder?

  2. Derweil hat die feministisch-extremistische BRD-Außenministerin nichts besseres zu tun, als pünktlich zum zweijährigen Z-Jubiläum Kiew in „Kyjiw“ umzubenennen.

    Damit hat sie es dem irren Iwan endlich mal so richtig gezeigt!!1

    twitter.com/AuswaertigesAmt/status/1761075741498699944

    1. Uh! Jetzt bricht vor lauter Angst Putin den Krieg ab. Die Russen zihen sich freiwillig weit hinter cden Ural zurück, geben Moskau und St. Petersburg kampflos auf und schenken den USA sämtliche Ressourcen. Und das alles, weil unsere hochherrschaftliche Ihro Gnaden- Feministin Annalena von und zu Leyen und Strack-Zimmermann Baerbock die ukrainische Hauptstadt Kiew jetz Kyjiw nennt. Wahrscheinlich nennt sie demnächst Moskau Myjiwska, weil die ja bekanntlich eine rein ukrainische Stadt ist, die seit schlappen 1000 Jahren russisch besetzt ist.
      Aber wahrscheinlich wird Annalenchen erst dann zufrieden sein, wenn Russland demnächst Riyssija heißt und ein Oblast der westukrainischen Stadt Lwiw wird. Spätestens dann wird man sie mit Hakenkreuz tragenden Asowbrigaden gemeinsam für eine Vernichtung allen Russsichen demonstrieren sehen.

    2. Der „Iwan“ lacht über die Außenministernde. Denn Kyjiw ist der Name der Hauptstadt der Ukraine in ukrainischer Sprache. Von der Außenministernden und ihren Intelligenzbolzen im Außenministernden-Ministerium ist der Name zudem falsch translieteriert. Wenn schon, endet das Wort auf den Buchstaben ‚v‘.
      Die Mitarabeiter im Außenministernden (m, w, tausende weitere erfundene Geschlechter) sind sogar zu doof, ordentlich zu transliterieren.

      Ich erwarte jetzt, dass die Außenministernde und ihr Saftladen namens Bundesaußenministerium nicht mehr Prag sagen, sondern Praha. Nicht mehr Kopenhagen, sondern København (gesprochen wird das: Köbenhaun).

      1. Ich hoffe, die setzen das jetzt fort und schreiben auch Peking so, wie man es korrekt auf Chinesisch ausspricht – bliebe nur die Frage, in welchem Dialekt? Mandarin? Kantonesisch – immerhin war Kanton ja mal deutsche Kolonie, da haben sie im Außentrampolinerium sicher noch alte Sympathien … Hat jemand in jüngerer Zeit beobachtet, dass die jetzt auch „Türkiye“ statt Türkei sagen und schreiben? Und Bharat statt Indien? Das Mahabharata ist schließlich älter und länger als jedes deutsche Epos, da sollte man schon etwas Respekt erweisen, oder?
        Sie machen sich soooo lächerlich. Bin gespannt, wann die merken, das „u kraina“ Russisch ist und „am Rand, an der Grenze“ heißt … also „Ukraine“ = „Randgebiet“ … nur: wovon wohl?? (So wie die „Mark“ Brandenburg oder die „Südmark“ ja auch einmal Grenzgebiete des deutsch besiedelten – oder sollte man besser sagen: imperialistisch eroberten? 😉 – Gebietes waren und deshalb im Wortstamm mit (Grenz-) „Markierung“ überein stimmen.

        1. Das alles ist „woke“ und zeugt von der Unterwerfung des deutschen Außenamtes unter die amerikanischen Vorgaben, die streberhaft übererfüllt werden, da es zwar dem Ami eventuell wumpe ist, ob die Deutschen nun „Kiew“ und „Türkei“ sagen oder den Neusprech übernehmen, aber der zum braven Hündchen dressierte deutsche Untertan begierig die antizipierten Wünsche des Herrchens überzuerfüllen versucht.

          Den „Türkiye“ Unsinn hat sich Kollege Паровоз schon seit Monaten in „woker“ Antizipation zu eigen gemacht. Bin gespannt, ob er nun auch „Kyiw“ sagt – oder gar „Kyiv“.

          Habe übrigens mal irgendwann eine Ukro Propaganda Schlampe im TV gesehen, die ernsthaft meinte, man sollte den Namen der Stadt anders aussprechen, wobei der Unterschied für deutsche Ohren kaum zu hören war. Das ist lächerlich und das ist „woke“.

          Übrigens transliteriert TR auch oft falsch, wobei es sich wahrscheinlich (bei der Masse an Artikeln verständlich) um Artefakte des Übersetzungsprogramms handelt.

          1. Woke ist es, wenn man aus den Schreibweisen eine Glaubensfrage macht.

            Die Türkei hat vor ein oder zwei Jahren UNO-amtlich ihre Schreibweise in allen Sprachen in Türkiye geändert. Umgangssprachlich ist aber auch die alte Schreibweise immer noch akzeptabel. Maschinenübersetzungen von „Turkey“ in „Truthahn“ sollten aber vermieden werden.

            Indien hat zwei Namen, India (englisch) und Bharat (Hindi), was die beiden Nationalsprachen sind (auf Ebene der Bundesstaaten gibt es weitere Amtssprachen). Früher wurde im Ausland gewöhnlich „India“ verwendet, heute beide Namen.

            Київ und Киев sind gleichwertig. Die ukrainischen Formen sind auch in den Gebieten der „Ukraine 2013“, die heute zur RF gehören, weiter gültig, in der Sprache der ukrainischen Nationalität der RF. Neue Namen, die Ergebnis der „Entrussung“ sind, werden in der RF wieder durch die früheren ukrainischen Schreibweisen ersetzt (Bachmut – Artemivsk).

            „Peking“ ist die alte Transliteration der chinesischen Post. Eigentlich gehört über das k ein Punkt, wodurch es weich wird, das hat die Post aber weggelassen. Richtig ausgesprochen wird es genauso wie Beijing. Heute hat sich Hanyu Pinyin durchgesetzt als einheitliche Transliteration des Chinesischen in alle Sprachen mit lateinischer Schrift.

            1. Für Spezialisten wie Sie oder mich mag das ja interessant sein, aber man muß auch sehen, daß der Masse schon die phonetischen Voraussetzungen zum Verständnis irgendwelcher fremdländischer linguistischer Feinheiten fehlen. Das sind einfach andere Welten, und außerhalb Europas natürlich auch für mich.

              Die Wünsche der Türkei sind im Hinblick aufs Englische verständlich, aber ansonsten nicht. Auf den Gebrauch im Deutschen sollte das selbstverständlich keinerlei Einfluß haben, ebenso wenig natürlich in Französisch, Russisch, Italienisch usw.

              1. Absurd ist der „belarusische Präsident Aljaksandr Ryhorawitsch Lukaschenka“. „Belarusisch“ statt „belarussisch“ soll betonen, daß es keine Russen sind. Das ist woker Quark, der außerhalb einer Blase nicht existiert. Der Präsident benutzt nun einmal die russische Form seines Namens. Man sollte sich an die amtlichen deutschen Schreibweisen halten, wie Lukaschenko selber und BelTA sie benutzen, oder an das umgangssprachlich etablierte „weißrussisch“.

                Wo es mehrere gültige Schreibweisen gibt, da steht es eigentlich jedem frei, die zu verwenden, die gerade beliebt.

            2. Aber Englisch ist in Indien die Sprache der Kolonialherren! Das können die woken „Gutmenschen“ (eigentlich zutreffend eher: „Schlecht-“ oder „Bösmenschen“!) doch nicht akzeptieren!! 😉
              Übrigens ist m.W. in ganz Indien auch Sanskrit als amtliche Sprache anerkannt. Wir sollten in Europa auch wieder Latein einführen! 😉

  3. MOSKAU, 14. Februar – RIA Novosti. Einer der Sammler von Unterschriften zugunsten des Ex-Präsidentschaftskandidaten Boris Nadeschdin „sammelte“ sie gleichzeitig in Adygea, der Region Primorje und im Gebiet Brjansk-Kaluga, sagte die Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission Russlands, Ella Pamfilowa.
    „Ich möchte ein Beispiel nennen, denn es wird viel spekuliert, ich kann mir das Vergnügen nicht versagen, wie und warum einige regionale Hindernisse … Aber nur, wenn neun Sammler gleichzeitig Unterschriften in 15-20 Fächern sammeln, und zehn sammeln Unterschriften in 20-25 Fächern, und drei weitere sammeln Unterschriften in 25 oder mehr Fächern, denke ich, dass es hier natürlich ein Thema für eine sorgfältige Prüfung durch das Gericht gibt…. Nur ein Beispiel: Am 23. Januar sammelte einer der Sammler Unterschriften von Wählern, die in Adygea, Dagestan und dann in der Region Primorje sowie in den Gebieten Brjansk und Kaluga registriert waren“, sagte Pamfilowa bei einer Sitzung der Zentralen Wahlkommission.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
    https://ria.ru/20240214/podpisi-1927292097.html

    1. Und die wenigsten Deutschen unter 50 können sich noch korrekt schriftlich ausdrücken. In der BRD wurde überhaupt keine vernünftige Schreibschrift in der Grundschule gelehrt, sondern eine Version, welche die meisten irgendwann zum Gekrakel von Einzelbuchstaben übergehen läßt. In der DDR wurde offenbar eine bessere Laufschrift gelehrt, die aber wohl nach dem Anschluß abgeschafft wurde. Die Kulturtechnik des Schreibens wird verlernt.

      Noch erscheint es phantastisch, aber wenn man den gegenwärtigen Trend in die Zukunft fortsetzt, so wird auch das Lesen irgendwann nur noch eine „Sache für Spezialisten“ sein. Bereits seit 20 Jahren (oder vielleicht sogar länger) wird beklagt, daß die Abiturienten in der Masse keine Hochschulreife mehr haben, was am Einbruch des Niveaus der Schulbildung liegt. Oft hört man, daß die Studenten zur Erfassung längerer Texte nicht mehr in der Lage seien. Die Aneignung von Lerninhalten durch das Lesen bricht weg. Für einfachste Sachen gibt es heute Videos, gefühlt von „wie brat ich mir ein Spiegelei“ bis zu „wie öffne ich den Texteditor“.

  4. CEC behauptet Verwendung von Daten verstorbener Russen in Kandidatenlisten
    – noch ein Grund
    und noch ein :
    Die Zentrale Wahlkommission Russlands hat 15,348 Prozent der Unterschriften Fehlerhaft für die Registrierung des Politikers Boris Nadeschdin als Präsidentschaftskandidat festgestellt. Dem Kandidaten der Partei Bürgerinitiative wurde empfohlen, nicht registriert zu werden.
    Dies berichten der Telegrammkanal von Nadeschdin selbst sowie der Kanal seines Assistenten Igor Artemjew. „Die Sitzung der Kommission ist vorbei, die Dokumente wurden mitgenommen. 15,348% Ehe, zwei schlaflose Nächte voraus,“ – sagte in der Nachricht des Vertreters der Zentrale.
    Boris Nadezhdin selbst sagte, er plane, die Unterschriften „herauszuhämmern“.
    „Es reicht, wenn wir etwa 4.500 Unterschriften von 9.209 als ungültig anerkannten Unterschriften zurückschlagen“, schrieb Nadeschdin. Er fügte hinzu, dass er gegen die Entscheidung der Zentralen Wahlkommission vor dem Obersten Gerichtshof Einspruch erheben werde, sollte die Registrierung verweigert werden.
    Die Zentrale Wahlkommission teilte ihrerseits mit, dass sie die endgültigen Protokolle der Überprüfung der Unterschriftenlisten an Nadeschdins Vertreter und den Vorsitzenden der Partei Kommunisten Russlands, Sergej Malinkowitsch, übergeben habe. Die Fragen zur Registrierung der Kandidaten werden auf der Sitzung am 7. Februar behandelt.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
    https://www.dp.ru/a/2024/02/05/centrizbirkom-nashjol-v-podpisjah
    Zugelassen sind nur höchstens 5 % Fehler bei Unterschriften

  5. Thomas Vielen Dank für den Artikel und die vielen anderen.
    Ich habe den Fall Nadeschdin selbst auf russischer Seite verfolgt und zum Artikel hier noch ein paar Ergänzungen, die ich für das Gesamtverständnis wichtig halte.
    Grundsätzlich für eine Präsidentenkandidatur in Russland braucht es 300.000 Stimmen, wenn der Kandidat keiner Partei angehört. (Bsp. bei Putin) Es braucht 100.000 Stimmen, wenn der Kandidat einer Partei angehört. (im Falle Nadeschdin)
    Beim Einreichen der Unterschriften für die Kandidatur akzeptierten die Wahlbehörden auch fehlerhafte Unterschriften, wenn diese nicht mehr als 5% betragen.
    Nadeschdins Team hat insgesamt mehr als 200.000 Unterschriften eingesammelt.(nach Erzählungen) Davon haben sie allerdings nur ca. 105.000 Unterschriften bei der Wahlbehörde eingereicht. Die russischen Wahlbehörden haben mehr als 9.000 Unterschriften fehlerhaft identifiziert. Also deutlich mehr als 5%. Daher wurde die Kandidatur gemäß Regelwerk abgelehnt.
    – Teilweise waren unter Unterschriften bereits verstorbene Personen
    – Teilweise waren es wirkliche Tippfehler Bsp. Ростов-на-Дому statt Ростов-на-Дону (Streitbar – Regeln sind Regeln)
    – uva.
    Mit der Bürokratie in Russland kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich hatte es mal gewagt einen Visaantrag mit einem roten Stift zu unterschreiben. Der Antrag wurde aus diesem Grund abgelehnt. Der Neuantrag selbe Dokumente mit blauem Stift wurde akzeptiert.

  6. Und es gab noch ein Artikel, den ich nicht mehr finden kann.(am 8 oder 9 Februar)
    Da stand
    eine Spekulation
    von dem Nadezhdin persönlich, dass er mit Absicht fehlerhafte Unterschriften vorgelegt hat, weil er nicht ausschließen könnte, dass er vor den Wahlen eliminiert werden könnte. Stattdessen musste Naval’nyj „büßen“

  7. Natürlich könnten die Prozesse gegen Leute wie Strelkow auch viele Russen davon abhalten, ihre Unterschrift auf eine solche Liste zu setzen – gibt man dem Stadt doch auf diese Weise eine Liste politisch unzuverlässiger Personen an die Hand, die ggf mit anderen Listen abgeglichen wird.

  8. Es gilt festzuhalten:
    Der Russe ist von Natur aus schlecht, hinterhältig und bösartig – sogar gegen Leute, welche eine andere Meinung in den Staatsmedien äußern. (Sarkasmus Ende).
    Interessant ist auch die Frauge, warum nach mehr als einer Generation die Russophobie in Deutschland eine darartige Haussee erfährt. Glaubt der „Wertewesten“ wirklich, dass er den Happen Russland schnappen und zerlegen kann? Für die Deutschen wäre es hilfreich, sich an die drei punischen Kriege zu erinnern.
    Übrigens, in auszufüllenden Dokumenten wie z.B. auf Anmeldungen bei Besuchsreisen sind nicht einmal unterschiedliche Tintenfarben gestattet.
    Zum Ausfüllen hat T.R. schon alles gesagt.
    Wenn man wie ich seit ca. 50 Jahren in die Su bzw. RF beruflich und privat reist, sieht das mittlerweile gelassen.

    1. Solltest du eine Lese-Rechtschreibschwäche haben bittest du die Gastgeber um Hilfe, wenn du privat reist. Im Hotel bekommst du eine Bescheinigung ausgedruckt und alles geht seinen Gang. Visa für die RF kann man jetzt auch online beantragen.
      Gute Zeit in Russland!

  9. Was hier aber auch weggelassen wird, die Schreibfehler haben teilweise ihren Ursprung in den Unterlagen der Wahlbehörde. Außerdem gibt es fast doppelt so viele Unterschriften, aber es durften nur maximal 105000 eingereicht werden. Schon diese Limitierung bietet eine Grundlage um die Kandidatur zu sabotieren. Es reicht allein schon wenn nur genug ungültige Unterschriften untergejubelt werden. Da diese Unterschriften keine Gültigkeit benötigen sind sie natürlich viel einfacher zu produzieren als gültige. Ein Mensch kann maximal nur einmal gültig unterschreiben, ungültige Unterschriften sind dagegen beliebig oft möglich. Um so etwas zu organisieren wären nicht einmal die Mitwirkung des Staats oder korrupte Beamte nötig.

    Daher stelle ich mir die Frage ob bei der Unterschriftensammlung dagegen vorgebeugt wurde, z.B. mit Ausweisabgleichen oder ob die Unterschriftenabgabe quasi anonym mit Fantasienamen, eventuell sogar per Post, möglich war.

  10. Herr Röper erwähnt die pingeligen russischen Behörden beim ausfüllen von Formularen. Ich bin persönlich schon vor Jahren dazu übergegangen, dass ich bei solchen Behördengängen meine russische Partnerin solche Formulare handschriftlich ausfüllen lasse und ich unterschreibe einfach nur noch. Wird von den russischen Behörden problemlos akzeptiert.

  11. Hallo, es macht den Anschein, dass in Russland alles handschriftlich eingereicht wird. Es ist nicht richtig. Die Behördengänge sind sehr digitalisiert und man kann vieles im persönlichen digitalen Kabinett / auf deutsch -Account/ beantragen oder Behörden anschreiben, Einspruch einlegen etc.. nichts mehr per Post oder langen Schlangen, Nummer ziehen…Für Rentner steht zusätzlich telefonisches Service zur Hilfe, ist auch erreichbar. Papier -Schrift -Form ist eher hier im Konsulat und für ausländische Bürger. Wichtig für die Behörden ist die Unterschrift bei den Urkunden muss mit Pass übereinstimmen. Eigentlich viel einfacher als in Deutschland inzwischen..

    1. Sie haben, recht, wenn Sie schreiben, wenn Sie schreiben, dass vieles es digitalisiert wurde. Gilt aber sehr oft nicht fuer Auslaender. Da war meine Parterin gezwungen, ein dreiseitigses Formular in zwei Exemplaren handschriftlich auszufertigen. Und bitte ohne Fehler. Wir sassen deswegen drei Stunden im Amt. Und Nein, wir sind nicht bloed…

Schreibe einen Kommentar