Medien

Tucker Carlson erklärt, warum er Putin interviewen wird

Tucker Carlson hat auf Twitter ein Video veröffentlicht, in dem er erklärt, warum den russischen Präsidenten Putin interviewen wird. Seine Rede ist auch eine sehr deutliche Abrechnung mit den westlichen Medien.

Tucker Carlson hat auf X (ehemals Twitter) ein Video veröffentlicht und erklärt, warum er Putin interviewen will. Seine Erklärung ist ein Frontalangriff auf die westlichen Medien, denen er einseitige Berichterstattung vorwirft, weil sie massenhaft PR-Interviews mit Selensky veröffentlicht haben, aber nicht ein einziges mit dem Präsidenten des anderen am Konflikt beteiligten Landes. Als Journalisten wären sie aber dazu verpflichtet, ihren Lesern und Zuschauern die Argumente beider Seiten zu zeigen. Die Tatsache, dass die westlichen Medien das nicht tun, beweise, dass sie keine Medien sondern Propagandisten sind.

Außerdem erzählt Carlson, dass die US-Regierung versucht hat, sein Interview mit Putin zu verhindern und dass er es trotz des Widerstandes machen wird. Elon Musk habe Carlson außerdem zugesagt, dass X (ehemals Twitter) die Verbreitung des Interviews nicht behindern werde, während zu erwarten sei, dass andere westliche Internetplattformen das Video zensieren.

Hier zeige ich eine deutsche Übersetzung von Tucker Carlsons kurzer Erklärung, die ein Twitter User angefertigt hat.


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

46 Antworten

  1. Vielleicht ist Tucker Carlson nur ein Vorreiter.

    Bei der FAZ gibt es heute einen Artikel zur Bespitzelung kritischer Journalisten durch den ukrainischen Geheimdienst: „Viele hielten so ein Vorgehen in der Ukraine nicht mehr für möglich. “ Paywall, Details findet man jedoch über eine Google-Suche nach „Bihus.info SBU“.

    Zum Beispiel bei der Financial Times:

    „Ukrainian media targeted by pro-Zelenskyy ‚info army‘
    A series of attacks and smear campaigns targeting prominent Ukrainian journalists has cast a shadow over Volodymyr Zelenskyy’s record “
    https://www.ft.com/content/ab63a4d1-8a30-44c3-990a-02abe4884238

    1. Schön wär’s. Jedenfalls ist es mutig. Vielleicht ist aber seine „Reichweite“ eine kleine „Versicherung“ dass man den nicht einfach wegsperren kann. Mutig ist es auf jeden Fall und wenn es zustande kommt un dann auch noch den Weg ins Netz findet, dann wäre das wirklich ein Hammer. Und den könnte dann keiner mehr übersehen. Ich drücke die Daumen. BS

  2. Sehr gut! Glückwunsch an Herrn Carlson.

    Ich fürchte nur leider dass dies wahrscheinlich sein letztes Interview sein wird.
    Vielleicht stürzt sein Flieger auf dem Rückflug ab. Oder er wird mit Novitchok vergiftet. Oder von den russischen Tiergartenmördern erdolcht.
    Oder man wird ihm, wenn er wieder zurück in Arschlochland ist, die Konten pfänden, die Kinder wegnehmen, ihn einsperren, foltern, die Zunge rausschneiden. Oder sein Flieger macht auf dem Rückflug einen unerwarteten Zwischenstop in Belmarsh.

    Wie gesagt, Glückwunsch. Wahrscheinlich der einzige verbliebene (etablierte) westliche Journalist der nicht im Rektum der Nuttenpresse steckt, aber mit diesem Interview hat er sein Ende besiegelt. Wer sich mit dem tiefen Staat anlegt, der hat fertig, egal wie populär er ist. Mir fällt da Olof Palme ein, auch wenn er kein Journalist war. Politiker zu ermorden ist schon eine Hausnummer: Nach einem Journalisten kräht kein Hahn. Das wird zwei Wochen lang der große Aufreger sein, danach ist er für alle Ewigkeit vergessen.

    1. Ach was, die werden sich schon wieder abregen. Präsidenten der großen Mächte sind schließlich das natürliche Wild, dem Journalisten nachpirschen, um es interviewen zu können.

      Würde sich in Rußland jemand aufregen, wenn ein russischer Journalist Biden interviewen würde? Im Idealfall für Biden (und den Russen) könnte Biden dann einfach reden, was er will, und da käme dann so etwas bei heraus:

      President Biden: „We’re the United States of America for God’s sake, the most powerful nation in the history– not in the world, in the history of the world. The history of the world. We can take care of both of these [Israel and Ukraine] and still maintain our overall international defense.“

      President Joe Biden: The 2023 60 Minutes interview transcript
      BY SCOTT PELLEY – OCTOBER 15, CBS NEWS
      [https://www.cbsnews.com/news/president-joe-biden-2023-60-minutes-transcript/]

      Das hat sehr gefallen, auf der ganzen Welt, hier eine Wiedergabe aus dem Libanon:

      https://english.almayadeen.net/articles/analysis/a-1909-best-seller-said-war-couldnt-happen—-then-it-did

  3. WARUM das Interview zuvor angekündigt wird, ist mir allerdings ein Rätsel.

    Viel zu groß die Gefahr, dass es
    1. entweder gar nicht dazu kommen wird, dass Carlson Putin interviewen k a n n, weil er – und hier schließe ich mich dem Beitrag des users oTTo an – mit welchen Mitteln auch immer er, Tucker Carlson, daran gehindert wird, oder
    2. im Nachgang um sein Leben, respektive um das Leben seiner Familie fürchten muss. ‚Sanktionen‘, wie Einfrieren sämtlicher Konten inbegriffen = wirtschaftlicher Exitus.

    Sollte es, wider Erwarten, tatsächlich zu einer umfassenden Veröffentlichung kommen, hat dieses Interview bereits jetzt epochalen Charakter.

    Dass ich Carlson und Musk als sehr mutig empfinde, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
    Bereits jetzt ein tief empfundenes Dankeschön über den großen Teich, bzw. nach Moskau.

    1. „WARUM das Interview zuvor angekündigt wird, ist mir allerdings ein Rätsel.“

      Das hat er mMn gemacht, um sich zu schützen bzw. abzusichern. Carlson ist kein Edward Snowdon, der in einer Nach-und-Nebelaktion flieht und dann die Bombe platzen lässt. Carlson wird mit Sicherheit überwacht, spätestens seit seinem Ausscheiden bei FOX.

      Die üblichen Verdächtigen werden schon gewusst haben, dass Carlson in Russland ist und haben sicher auch Eins und Eins zusammen gezählt. Wenn er das Interview nicht angekündigt hätte und ihm wäre etwas zugestoßen hätte im schlechtesten Fall nie jemand etwas von dem Interview erfahren.

      Nun weiß die ganze Welt, dass es dieses Interview gibt. Wenn es unterbunden wird, weiß die Welt etwas anderes sehr Wichtiges. Bzw. fangen vielleicht auch die an aufzuwachen, die momentan noch friedlich schlummern.

      1. Dankeschön, Marco Polo, für die (mögliche) Erklärung, die ich zwar auch in Betracht zog, allerdings als ordentlich kritisch ansah, dass eine ‚Vorankündigung‘ letzthin die gleichen Risiken birgt wie eine Veröffentlichung ohne … und während ich dies so in die Tasten gebe, fällt mir auf, dass der Faktor ‚dass es die ganze Welt weiß‘ selbstverständlich zu berücksichtigen/mit einzukalkulieren ist.

  4. Vollständiges Transkript: ( aus anderen sonst recht zuverlässigen Quellen )
    .
    Tucker Carlsons Exklusivinterview mit Wladimir Putin in Moskau
    TUCKER: Was würden Sie den Leuten sagen, die Amerika regieren?
    PUTIN: Unsere Botschaft ist, dass Russland nicht Ihr Feind ist. Wir wollen keinen Krieg. Wir sind bereit für den Frieden. Ihre Führungskräfte suchen nach Konflikten. Das ist nicht das, was wir wollen. Russland verteidigt sein eigenes Volk. Wir wollen nicht, was uns nicht gehört.
    TUCKER: Möchten Sie Washington besuchen?
    PUTIN: Ja, natürlich. Ich war bereits in den Vereinigten Staaten. Ich besuche gerne und habe alle Präsidenten außer Joe Biden getroffen. Wenn ich eingeladen würde, würde ich gehen. Ja.
    TUCKER: Was ist Ihre Meinung zu Präsident Biden?
    PUTIN: Wir sind davon überzeugt, dass er das Land nicht anführt. Nehmen wir an, wir haben gute Quellen, die dies bestätigen, aber es ist offensichtlich, dass sich jeder selbst davon überzeugen kann. Die Vereinigten Staaten sind nun in eine dunkle Zeit eingetreten. Seine Führung hat keine Verantwortung.
    TUCKER: Glauben Sie, dass Joe Biden fair gewonnen hat?
    PUTIN: Ich würde lieber nicht auf die amerikanische Innenpolitik eingehen, aber ich muss sagen, dass meine Botschaft berichtet hat, dass Ihre Südgrenze besser verwaltet wurde als bei den Wahlen 2020. (lacht)
    TUCKER: Eine in den Vereinigten Staaten durchgeführte Umfrage zeigt, dass Sie beliebter sind als Biden – gibt es eine Reaktion?
    PUTIN: (lacht) Ich weiß nicht, ob das ernst genommen werden sollte, aber die russischen Ideale finden Unterstützung. Wir glauben an traditionelle Werte; Die Ehe findet zwischen einem Mann und einer Frau statt: Männer sind Männer und Frauen sind Frauen.
    TUCKER: Wen würden Sie gerne als nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten sehen?
    PUTIN: Auch hier ist es nicht unsere Aufgabe, dies zu sagen oder uns einzumischen. Entgegen langjähriger Vorwürfe mischen wir uns nicht in Ihre Wahlen ein. Wir brauchen es nicht, weil es am Ende sowieso die gleichen Leute sind, die die Dinge leiten.
    TUCKER: Warum sind Sie in die Ukraine einmarschiert?
    PUTIN: Sind wir einmarschiert oder wurden wir angegriffen? Schauen Sie sich die Geschichte an. Schauen Sie sich die Menschen an, die dort leben. Historisch gesehen sind wir diejenigen, die überfallen wurden und sich erst jetzt wehren. Das Land und die Menschen sind russisch und wir werden finden, was schon immer uns gehörte.
    TUCKER: Wie würden Sie sich fühlen, MDR, wenn Trump erneut gewinnen würde?
    PUTIN: Wir hatten gute Beziehungen, als Herr Trump Präsident war. Es gab keinen Krieg. Unsere Beziehungen befanden sich auf einem Höhepunkt. Allerdings ist nichts vorhersehbar und die Statistiken sind die gleichen. Wir werden sehen müssen.
    TUCKER: Was halten Sie von Herrn Selenskyj und was würden Sie ihm sagen?
    PUTIN: Ich erinnere mich, dass ich über seine Witze gelacht habe, als er in Russland Komiker war. Kommen wir zurück zum Lachen.
    TUCKER: Warum ist das so?
    PUTIN: Es gibt starke Finanzinstitute, die ein Interesse daran haben, uns als Gegner zu behalten. Einer Ihrer Präsidenten hat davor gewarnt. Wir Russen haben dieses Problem nicht.
    TUCKER: Betrachten Sie die Vereinigten Staaten als Feind?
    PUTIN: Nein. Kategorisch nein. Im Zweiten Weltkrieg waren wir Verbündete. Die Russen halfen bei der Kolonisierung von Alaska, Kalifornien, und wir waren auch in Hawaii. Unser Volk ist kein Feind, aber die Menschen in Washington sind sicherlich nicht unsere Freunde.
    TUCKER: Können Sie genauer sein und Namen nennen?
    PUTIN: Es wäre nutzlos. Es liegt nicht an uns, Ihre häuslichen Probleme zu lösen. Außerdem bin ich mir sicher, dass Sie die Namen besser kennen als wir.
    TUCKER: Wollen Sie damit sagen, dass Ihr Gegner nicht Joe Biden ist, sondern die Leute hinter ihm?
    PUTIN: Genau. Joe Biden ist sich möglicherweise nicht einmal bewusst, was vor sich geht. Möglicherweise versteht er das Ausmaß der gegen Russland verhängten Sanktionen nicht. Wer hat diese Sanktionen verhängt? Das sind unsere Gegner.
    TUCKER: Verteidigen Sie deshalb die BRICS-Staaten?
    PUTIN: Die BRICS würden sowieso existieren. Dies ist eine natürliche Reaktion auf den westlichen Handelsblock. Es ist ein Gegengewicht. Wenn der Dollar als Waffe gegen die Staaten eingesetzt wird, wird es eine natürliche Alternative geben. Das ist es, was wir wollen.
    TUCKER: Wurden Sie und Russland deshalb ins Visier genommen?
    PUTIN: Es ist komplizierter, aber ich bin sicher, dass das einen Großteil dieser Situation erklärt. Immer wenn der Dollar in Gefahr ist, ergreifen die Vereinigten Staaten extreme Maßnahmen. Sie kann es sich nicht leisten, den Dollar fallen zu sehen.
    TUCKER: Aber ist Russland nicht schwächer und wirtschaftlich anfälliger als die Vereinigten Staaten?
    PUTIN: Wenn wir die Größe der Volkswirtschaften berücksichtigen, sind wir klein. Aber nur wenige Menschen berücksichtigen unsere riesigen natürlichen Ressourcen. Russland verfügt im Untergrund über mehr als 80.000 Milliarden US-Dollar. Kein Land kommt an uns heran.
    TUCKER: Was ist Ihre Meinung zu Präsident Biden?
    PUTIN: Wir sind davon überzeugt, dass er das Land nicht anführt. Nehmen wir an, wir haben gute Quellen, die dies bestätigen, aber es ist offensichtlich, dass sich jeder selbst davon überzeugen kann. Die Vereinigten Staaten sind nun in eine dunkle Zeit eingetreten. Seine Führung hat keine Verantwortung.
    TUKER: Alles klar. Das ist klar, aber haben Sie in Russland nicht die gleichen Probleme?
    PUTIN: Ja. Bis zu einem Grad. Aber in Russland entsprechen diese Interessen eher dem Denken des durchschnittlichen Russen auf der Straße. In den Vereinigten Staaten ist dies nicht der Fall. Die Eliten haben dich im Stich gelassen.
    TUCKER: Wer regiert Ihrer Meinung nach die Vereinigten Staaten?
    PUTIN: Die Kräfte, die ihn immer geführt haben. Sie können den Präsidenten ändern, aber Sie ändern nicht diejenigen, die die wahre Macht innehaben. Dem müssen wir uns stellen. Joe Biden ist nur eine Fassade für dieses Machtgefüge.
    TUCKER: Kommen wir zur Politik. Was ist Ihre Meinung zu Präsident Biden?
    PUTIN: Wir sind davon überzeugt, dass er das Land nicht anführt. Nehmen wir an, wir haben Quellen, die dies bestätigen, aber es ist für jeden offensichtlich. Die Vereinigten Staaten sind nun in eine dunkle Zeit eingetreten.
    TUCKER: Wer regiert Ihrer Meinung nach die Vereinigten Staaten?
    PUTIN: Die gleichen Kräfte, die ihn immer geführt haben. Sie können den Präsidenten ändern, aber Sie ändern nicht diejenigen, die die wahre Macht innehaben. Dem müssen wir uns stellen. Joe Biden ist nur eine Fassade für dieses Machtgefüge.
    TUCKER: Aber es gibt immer wieder Berichte, dass Sie Krebs haben?
    PUTIN: Ich versichere Ihnen, dass diese Gerüchte falsch sind. Wenn ich Krebs hätte und ihn besiegen würde, würde ich die gute Nachricht und die Heilung mit der Welt teilen.
    TUCKER: Vielen Dank, dass Sie sich zu uns gesetzt haben. Wie geht es deiner Gesundheit? Es gab Gerüchte.
    PUTIN: Ich freue mich, mit Ihnen und durch Sie mit dem amerikanischen Volk zu sprechen. Für mich ist alles in Ordnung. Ich fühle mich gut. In Anbetracht meines Alters bin ich gesünder, aber es ist Zeit für den Vater.
    TUCKER: Wenn Sie sagen, dass manche Menschen ihn fürchten, meinen Sie damit, dass Musk Feinde hat?
    PUTIN: Es ist klar, dass er in den Vereinigten Staaten Feinde hat – die Art und Weise, wie ihm 50 Milliarden Dollar an Vermögenswerten entzogen wurden – wir würden das als Sonderbehandlung bezeichnen. Das ist auf den ersten Blick unfair.
    TUCKER: Hatten Sie keine Angst vor Musk, als er begann, Starlink-Ausrüstung in die Ukraine zu liefern?
    PUTIN: Wenn jemand ernsthaft glaubt, dass ein paar Internetantennen die Macht Russlands besiegen können, was soll ich dann sagen? Aber nein, wir haben Herrn Musk weder gefürchtet noch beschuldigt. Die Regierung ließ ihm keine große Wahl.
    TUCKER: Auf der Welt hat sich viel verändert. Was ist Ihre Meinung zu Elon Musk?
    PUTIN: Wir halten Herrn Musk für einen Geschäftsmann – sehr erfolgreich. Er hat ein großes Vermögen und eine riesige Fangemeinde aufgebaut. Er ist ein einzigartiger Denker mit einer Persönlichkeitsstärke, die man nicht kaufen kann. Manche Leute haben Angst davor.
    TUCKER: Haben Sie einen Rat für Elon?
    PUTIN: Ich würde sagen, wir sollen weitermachen. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Aber wenn es einmal zu schwierig wird, gibt es Russland. Gerne öffnen wir unsere Türen für Sie. Wir haben bereits amerikanische Geschäftsleute willkommen geheißen und würden uns über jemanden vom Kaliber von Herrn Musk freuen.
    TUCKER: Wenden wir uns Trump zu. Sagen Sie mir zunächst, was Sie von der aktuellen Situation und der Wahrscheinlichkeit seiner Wiederwahl halten?
    PUTIN: Das wäre etwas seltsam und unangebracht, aber wir sind gut vorbereitet. Er versprach, die Kämpfe in der Ukraine zu beenden, und wir unterstützen diese Idee.
    TUCKER: Wie konnte er den Krieg so schnell beenden?
    PUTIN: Einerseits hat er uns nie beleidigt. Er hat großen Respekt vor Russland. Wir würden von einer Position der Freundschaft und des Vertrauens ausgehen – dann können alle Probleme gelöst werden. Wir könnten es schaffen. Vertrau mir.
    TUCKER: Beziehen Sie sich darauf, dass Biden Sie einen Mörder nennt?
    PUTIN: Wir waren seit mehreren Generationen von Politikern das Ziel vieler Beleidigungen und Beleidigungen. Herr Trump sorgte für eine erfrischende Pause. Es ist in Russland sehr beliebt. Vielleicht nützt es ihm nichts.
    TUCKER:
    PUTIN: Nein. Natürlich nicht. Sollte er jedoch erneut gewinnen, würden sich unsere Kommunikationswege sofort öffnen, während wir derzeit keinen Dialog mit Präsident Biden führen.
    TUCKER: Es schockiert mich. Hatte niemand vom Weißen Haus Kontakt zu Ihnen?
    PUTIN: Das stimmt. Niemand hat angerufen, seit wir Herrn Biden zu seinem Wahlsieg gratuliert haben. Wir sind überrascht, dass die Kommunikation heute kälter ist als während des Kalten Krieges.
    TUCKER: Wie werden Ihrer Meinung nach die Wahlen 2024 ausgehen?
    PUTIN: Wir beobachten nur. Es liegt in unserer Verantwortung, wachsam zu sein, denn es wird Auswirkungen auf die Welt haben. Wir hoffen, dass die Wahlen so ablaufen, dass die Ergebnisse glaubwürdig sind. In Russland versenden wir keine Stimmzettel per Post.
    TUCKER: Wenden wir uns China zu. Wie ist deine Beziehung?
    PUTIN: Präsident Xi und ich stehen uns besonders nahe. Russland und China haben mittlerweile gute Beziehungen, was für uns ein klarer Vorteil ist, da sie einer unserer größten Energiepartner sind. Wir werden weiterhin Freunde bleiben.
    TUCKER: Einige beschuldigen China, Ihnen im Krieg in der Ukraine geholfen zu haben. Ist das wahr?
    PUTIN: Darüber kann ich nicht diskutieren. Sagen wir einfach, Russland ist keine isolierte Macht. Diese Strategie ist gescheitert. Wir haben jetzt mehr Verbündete und Geschäftspartner als vor Kriegsbeginn.
    TUCKER: Haben Sie jemals über eine Situation nachgedacht, in der Russland und China ihre Kräfte gegen die Vereinigten Staaten bündeln könnten?
    PUTIN: Meinen Sie wirtschaftlich oder militärisch? Ich würde sagen, dass wir beides nicht wollen. Es liegt nicht in unserem Interesse, mit den Vereinigten Staaten in Konflikt zu geraten, denn in einem solchen Konflikt würden alle Seiten verlieren.
    TUCKER: Apropos Konflikte: Wie beurteilen Sie die Situation in Gaza?
    PUTIN: Es ist wirklich schade. Die Palästinenser sind am Boden zerstört. Israel handelt ohne Zwang. Es zeigt die schreckliche Doppelmoral, die es auf der Welt gibt. Wo sind die Sanktionen gegen Israel?
    TUCKER: Ist Russland in irgendeiner Weise involviert, auch durch Ihr Bündnis mit dem Iran?
    PUTIN: Nein. Natürlich nicht. Wir sind nicht gegen die Existenz Israels, unterstützen aber gleichzeitig das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung. Wir wollen fair sein.
    TUCKER: Verfolgen Sie, was an der Südgrenze der Vereinigten Staaten vor sich geht?
    PUTIN: Eigentlich ja. Dies ist Teil meines täglichen Briefings. Wir Russen finden es ironischerweise amüsant, dass Ihr Kongress Milliarden für den Schutz ausländischer Grenzen ausgibt, während er seine eigenen vernachlässigt. Es ist ziemlich lächerlich, aber tödlich.
    TUCKER: Tödlich? Was meinst du damit?
    PUTIN: Sehr ernst, natürlich. Jeden Tag sterben Menschen, wenn sie Ihre Grenze unkontrolliert überqueren. Es ist ein allgemeiner Nahkampf. So etwas hat die Welt in der Neuzeit noch nicht gesehen – es ist unklug, dass sich ein Land auf diese Weise öffnet.
    TUCKER: Nutzt Russland die Grenzsituation irgendwie aus?
    PUTIN: Nein. Warum sollten wir das tun? Wir müssen nichts tun. Amerika zerstört sich selbst. Und wie Napoleon sagte: Verhindern Sie nicht, dass Ihr Feind sich selbst zerstört.
    TUCKER: Sie sehen also Amerika als Feind?
    PUTIN: Es war nur ein Sprichwort, aber die derzeitige Regierung ist definitiv kein Freund.
    TUCKER: Kann das geändert werden?
    PUTIN: Deshalb gibt es Wahlen.
    TUCKER: Nochmals vielen Dank, dass Sie sich weiterhin mit mir über so viele verschiedene Themen austauschen. Können wir sozusagen noch interessanter werden?
    PUTIN: Natürlich. Ich bin für die meisten Themen offen.
    TUCKER: Reden wir über den Klimawandel. Diese Idee wird in den Vereinigten Staaten und Europa weiterhin gefördert. Wie ist deine Meinung?
    PUTIN: Die Menschheit ist nicht einmal eine Typ-1-Zivilisation im Ausmaß Kardaschews. Wenn wir das Energiepotenzial des Planeten nicht nutzen können, wie können wir dann das Klima kontrollieren?
    TUCKER: Machst du dir zumindest Sorgen?
    PUTIN: Mir geht es mehr um die wirklichen Probleme. Der Klimawandel gehört nicht dazu. Die Erde ist bei der Selbstregulierung recht erfolgreich. Und wenn es in Sibirien etwas wärmer wird, umso besser. Mehr Agrarland für Russland.
    TUCKER: Aber was würden Sie den wahren Gläubigen sagen, die davon überzeugt sind, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern?
    PUTIN: Ich würde ihnen sagen, dass die Sorge um den Klimawandel so ist, als würde man sich über das Wetter beschweren. Wenn Ihnen das Klima nicht gefällt, ziehen Sie um. Wenn Sie sich Sorgen wegen des Wetters machen, besorgen Sie sich einen Regenschirm.
    TUCKER: Wie sehen Sie in diesem Sinne die Transgender-Bewegung?
    PUTIN: Ich finde es interessant, dass alles, was einst Ziel von Erpressungen war, heute ein Ehrenzeichen ist. In Russland gibt es keine Gesetze in allen Fällen, aber wir zwingen unsere Kinder schon gar nicht dazu.
    TUCKER: Russland wurde wegen seiner Anti-Homosexuellen-Gesetze und seiner LGBTQ+-feindlichen Haltung kritisiert.
    PUTIN: Wir haben Gesetze, die unsere Kinder schützen. Und wir hängen unsere Botschaften nicht in Regenbogenfahnen. Das ist richtig. Ansonsten greifen wir nicht in das Privatleben erwachsener Bürger ein.
    TUCKER: Verfolgen Sie den amerikanischen Sport? Wir stehen kurz vor dem Super Bowl.
    PUTIN: Eigentlich ja. Russland ist eine großartige Sportnation. Wir waren erst kürzlich Gastgeber der Olympischen Winterspiele und der Weltmeisterschaft. Wir alle lieben Sport.
    TUCKER: Was denken Sie über American Football?
    PUTIN: Es ist ein interessanter Sport. Aber warum heißt es Fußball, wenn der Ball fast immer mit den Händen gespielt wird? Manchmal wirkt es auch unnötig gewalttätig.
    TUCKER: Das stimmt. Wirst du schauen?
    PUTIN: Das Spiel wird in Russland nicht übertragen.
    TUCKER: Also wirst du Taylor Swift auch nicht zu sehen bekommen?
    PUTIN: Nein. Wir haben eine Gnadenfrist bekommen.
    TUCKER: Vielen Dank, Präsident Putin, für Ihre Zeit.
    Das exklusive Transkript des Interviews mit Tucker Carlson Putin

    1. Das ist definitiv nicht das Transkript; wenn überhaupt, dann eine stark gekürzte Version.

      Das ganze Interview dauert über 2 Stunden (Quelle: https://freeassange.rtde.me/russland/195386-journalist-interview-von-tucker-carlson/ ), dieses Transkript gibt vielleicht 10-20 Minuten ab.

      Es könnte eine stark gekürzte Version sein, aber ich glaube eher, es ist die Spekulation von jemand, der interviews von Carlson mit anderen kennt und der sich auch mit Putins Positionen etwas beschäftigt hat.

      Ich denke aber z.B. auf dass Thema Ukraine-Krieg würde Putin sehr viel detaillierter eingehen und die Hintergründe erklären, weil er genau weiss, dass in den westlichen Lügenmedien nie über die Vorgeschichte berichtet wurde. Er weiss, dass er da nicht einfach auf die den Zuschauern komplett unbekannte Vorgeschichte verweisen kann.

      Auch glaube ich nicht, dass er sich so positiv über Trump äussern würde, schon alleine um jeden Anschein von Wahleinmischung zu verhindern.

      Ausserdem unwahrscheinlich, dass Carlson in einem so kurzen Interview mit einer der wichtigsten Personen der Welt 4 Fragen zum Superbowl stellt (der ihm persönlich tatsächlich wichtig ist, aber für Putin eine absolute Nebensache) und nur eine zum Ukraine-Konflikt. Natürlich denkbar, dass die Fragen in einem viel längeren Interview tatsächlich gestellt wurden – aber dass im Vergleich zu den wichtigen Themen so viel Zeit darauf verwendet wurde, eher nicht.

      1. Die Ahnungslosigkeit westlicher Medienkonsumenten zur Ukraine seit 2014
        dzg. one/Die-Ahnungslosigkeit-westlicher-Medienkonsumenten-zur-Ukraine-seit-2014

        7. Februar 2024 | Tucker Carlson interviewte Wladimir Wladimirowitsch Putin
        tuckercarlson. com/why-were-in-moscow/

        Deutscher Text des Interviews exklusiv auf MMnews
        mmnews. de/politik/211523-exklusiv-tucker-carlson-interview-mit-putin-deutsch

        1. Ich halte von solch „Pre-Releases“ (Leaks) nichts. 😉 Die sind meistens verbuggt wie ohne Ende und nachher wird die Vollversion ganz anders. Ich warte da besser auf die Originalversion ab. Ach übrigens: Den Text kann man – minus TUCKER: und PUTIN: – mal durch eine Text2Speech-Engine schieben. Mal gucken, ob dann 2 Stunden Gespräch bei raus kommen.

    2. Sehr nett. Wirklich sehr nett zu lesen. 😉
      Das Interview macht einigen Leuten schon gehörigen Saß bevor es überhaupt veröffentlicht ist. Einige Antworten sind hier recht cool vor-empfundenen, antizipiert.
      Was nicht stimmt ist der Sprachrhythmus. Das Denken auf Russisch funktioniert doch etwas anders als das eher pragmatische Englisch mit seinen kurzen Sätzen, das hier Putin in den Mund gelegt wird.
      Aber inhaltlich… gute Arbeit… lesenswert 😉

      1. @GMT Er hat es ja schon zugegeben, dass es sich dabei wohl um eine Fälschung handelt. Und wie gesagt: Mit pico2wave komme ich auf 16:58, also etwas mehr als 1/4 Stunde und keine zwei Stunden.

  5. Dankeschön, mac9, für die Bereitstellung einer (ersten?) Transkription.

    Mich wundert die Einsilbigkeit der Antworten von Putin.
    Thomas Röper‘ s Buchveröffentlichung ‚Vladimir Putin: Seht ihr, was ihr angerichtet habt‘ wünschte ich mir in englischer Übersetzung.
    Das Sprach- und Ausdrucksvermögen – ich sehe die sprachlichen Fähigkeiten des russländischen Präsidenten tatsächlich als ‚Vermögen‘, im Sinne eines Schatzes, an – wird durch Thomas Röper unaufdringlich und dabei sachlich abgebildet. Auch Putins‘ Humor.

    Mit dieser Passage aus dem Interview mit Carlson kann ich jedoch nichts anfangen:

    Auszug/Zitat:
    TUCKER: Warum sind Sie in die Ukraine einmarschiert?
    PUTIN: Sind wir einmarschiert oder wurden wir angegriffen? Schauen Sie sich die Geschichte an. Schauen Sie sich die Menschen an, die dort leben. Historisch gesehen sind wir diejenigen, die überfallen wurden und sich erst jetzt wehren. Das Land und die Menschen sind russisch und wir werden finden, was schon immer uns gehörte.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass Putin hier die Chance verpasst, auf die Hintergründe des sich steigernden Angriffs der NATO (und CIA) ab 2013 einzugehen und lediglich verkürzt eben genau so geantwortet haben soll, wie der überwiegende Teil der westlichen Presselandschaft dies propagiert:

    = Putin, der ‚Zar‘, der ‚Diktator‘, sinnt darauf das ehemalige, russische Zarenreich wiederherzustellen.

    1. Das habe ich auch bemerkt, dass die Antwort sehr kurz ausgefallen ist. Solange ich keine Quellenangabe sehe, glaube ich dem erst mal nur sehr wenig. Ich denke auch, dass Putin die Chance ergriffen hätte, die russische Sichtweise auf den Krieg darlegen zu können. Oder hat er TC nicht so direkt vertrauen wollen, dass dies auch ungekürzt wiedergegeben wird?

      1. „Oder hat er TC nicht so direkt vertrauen wollen, dass dies auch ungekürzt wiedergegeben wird?“

        Putin wird IMMER ein russ. Kamerateam bei haben & parallel zum Interview auf der Kreml-Seite veröffentlichen!
        Das sollte sich rumgesprochen haben – so wurden bisher auch die Lügen westlicher Medien sauber aufgezeigt!

        Man kann auch davon ausgehen, dass TC davon unterrichtet ist…….

    2. Diese wenigen Sätze sind zwar nicht von Putin, aber sie sind genial.
      Wer angegriffen wurde ist letztlich egal. Und Russland nimmt sich nur das, was ohnehin zu ihm gehört. Mehr braucht es eigentlich nicht.

  6. Nach offizieller Stellungnahme wurde der russische Staatsbürger Karlson kontaktiert. Das Wall Street Journal berichtet, dass Taker aus Carslon am 18.00 Uhr in den USA veröffentlicht wurde. Das dauert nun schon 2 Stunden. Aus Gründen des Interesses können Sie sich in dieser Woche noch informieren.

    Peskow bestätigte offiziell, dass Putins Interview mit Tucker Carlson gestern stattgefunden habe. Das Wall Street Journal berichtet, dass Tucker Carslon es um 18:00 Uhr US-Zeit veröffentlichen wird. Wir werden es um 2 Uhr morgens haben. Im Allgemeinen können Interessierte heute Abend zuschauen.

    Colonelcassad

  7. Übrigens :
    RT hatte eine Meldung seit gestern drauf das Sylenski in Berlin erwartet werde…..
    JETZT ist diese Meldung verschwunden, gelöscht obwohl diese noch bis ca 10 Uhr heute an erster Stelle stand…
    Ergo :
    Entweder es hat sich erledigt oder jemand war voreilig mit der Veröffentlichung…
    .
    Schlussfolgerung da RT Meldungen ansonsten ewig nachverfolgbar sind…

    1. Die Meldung ist immer noch da nur etwas abgeändert. Aber vielleicht reist er ja auch nach Berlin.

      07.02.2024
      07:30 Uhr
      Bericht: Selenskij reist nach Deutschland

      Wladimir Selenskij wird kommende Woche in Deutschland erwartet. Wie der Tagesspiegel berichtet, ist der Besuch des ukrainischen Präsidenten rund um die Münchner Sicherheitskonferenz vom 16. bis 18. Februar geplant.

      Christoph Heusgen, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, sagte, der Veranstalter bemühe sich um eine Anwesenheit des ukrainischen Staatschefs: „Eine Einladung an Selenskij ist ausgesprochen worden.“

      https://freedert.online/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/

      1. Einem ehemaligen Comedian, welcher durch was und wen auch immer, zum Präsidenten eines durch und durch korrupten Staatsgebildes installiert wurde und durch dessen Wirken, respektive Schwanzwedeln in Richtung Fäden ziehender Hintermänner, zusätzlich mit dem Synonym Terrorstaat bezeichnet werden kann und darf, eine Einladung zur Münchner Sicherheitskonferenz auszusprechen, ist entweder Zeichen schon pathologisch anmutenden Humors oder aber Verkommenheit – ich nehme beides.

        Passt.

  8. Eine Erklärung bzw. Rechtfertigung für ein Interview ist wie eine Erklärung bzw. Rechtfertigung dafür das man Wasser trinkt.
    Wer sich darüber aufregt oder jetzt schon negative Vorhersagen trifft identifiziert sich als Teil unseres Problems.

    Wo ist eigentlich die (nicht lächerliche) Erklärung der Propaganda-Medien dafür das die kein Putin-Interview haben?

  9. Die Frage, welche ich Putin stellen würde:
    Vor 2 Jahren habe ich argumentiert, dass Russland mit einer Invasion der Ukraine wenig zu gewinnen und viel zu verlieren hat, und dass Putin entweder ein Dummkopf oder ein Wahnsinniger sein müsste, um so etwas zu unternehmen. Und ich ging davon aus, das er beides nicht ist.
    Habe ich mich geirrt? Oder ist irgendetwas passiert, was die Gleichung so verschoben hat, dass eine Invasion der Ukraine nur noch die zweitschlechteste Möglichkeit wurde?

    1. Ja, Ausschlaggebend war wohl der Auftritt Selenskys auf der Münchner Siko(Ukraine muss atomar bewaffnet werden) und die xfach erhöhte Bombardierung der Donbassrepubliken im Vorfeld, daraufhin startete die MSO. Eindeutig wollte der Westen es so, und andere Optionen waren alle aus.

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