Time-Journalist: Kiew hat die Vereinbarungen von Istanbul wegen der USA aufgegeben

Laut Simon Shuster nutzte die Ukraine die Provokation in Butscha als Vorwand, um die Gespräche abzubrechen

Die Ukraine war bereit, mit Russland auf der Grundlage der im März 2022 in Istanbul getroffenen Vereinbarungen ein Abkommen zu schließen, hat diese aber gebrochen, weil die USA beschlossen haben, dass sie mit Hilfe Kiews „die russische Militärmaschinerie zerstören können“. Das geht aus dem Buch The Showman des Time-Journalisten Simon Shuster über den Konflikt in der Ukraine hervor.

Shuster stellt fest, dass die Bemühungen um eine Einigung im Rahmen der Istanbuler Vereinbarungen, die den neutralen Status der Ukraine, ihre Verpflichtung, keine ausländischen Militärstützpunkte auf ihrem Territorium einzurichten und keine Übungen mit ausländischen Truppen abzuhalten, beinhalteten, nach der Provokation in Butscha, die Kiew später als Vorwand für den Abbruch der Verhandlungen nutzte, nicht abgeschlossen wurden. Nach der Provokation in Butscha, so Shuster, sagte Selensky, dass er „keinen anderen Ausweg sehe, als sich mit ihm (dem russischen Präsidenten Wladimir Putin – Anm. TASS) an den Verhandlungstisch zu setzen und zu reden“.

Der wirkliche Durchbruch, so Shuster, kam nach dem Besuch des US-Verteidigungsministers Lloyd Austin und des Außenministers Anthony Blinken am 24. April in Kiew. Der Besuch signalisierte einen Wandel in der US-Politik, argumentiert der Journalist: Während die Ukraine zuvor nur begrenzte Unterstützung aus dem Westen erhalten hatte, hauptsächlich in Form von tragbaren Panzerabwehrsystemen Javelin und tragbaren Luftabwehrsystemen Stinger, wurden ihr nun schwere Waffen versprochen.

Am 26. April fand auch das erste Treffen der westlichen Koalition für die militärische Unterstützung der Ukraine statt, bei dem die grundsätzliche Entscheidung über die Umstellung des Landes auf NATO-Waffen getroffen wurde. Kiew verstand das, wie Shuster anmerkt, als konkreten Schritt in Richtung Bündnismitgliedschaft.

Gerade nach den Kontakten am 24. und 26. April habe Kiew die Arbeit an den Istanbuler Vereinbarungen eingestellt, so Shuster. Selbst angesichts des Risikos einer Eskalation des Konflikts seien die USA und ihre Verbündeten der Meinung gewesen, dass es sich lohnen würde, weil sie „eine Chance sahen, die russische Militärmaschinerie zu zerstören“, sagt er.

Die Istanbuler Verhandlungen

Die ersten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine nach Beginn der Militäroperation fanden Anfang März 2022 in Weißrussland statt, brachten aber keine greifbaren Ergebnisse. Am 29. März 2022 fand in Istanbul eine weitere Verhandlungsrunde statt, bei der Moskau von Kiew erstmals die Grundsätze eines möglichen künftigen Abkommens zu Papier gebracht bekam. Es enthielt unter anderem Verpflichtungen zum neutralen, blockfreien Status der Ukraine und zur Ablehnung der Stationierung ausländischer Streitkräfte und Waffen, einschließlich Atomwaffen, auf dem ukrainischen Staatsgebiet.

Die russischen Truppen in den Gebieten um Kiew und Tschernigow wurden abgezogen, aber die Gespräche über eine Beilegung des Konflikts sind seitdem völlig eingefroren. Nach Ansicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat Kiew die Vereinbarungen nicht eingehalten. Im Oktober 2022 veröffentlichte Selensky den Beschluss des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates über die Unmöglichkeit von Kontakten mit Putin.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Antworten

  1. „Laut Simon Shuster nutzte die Ukraine die Provokation in Butscha als Vorwand, um die Gespräche abzubrechen“ Das ist so aber nicht ganz korrekt.

    Richtig müsste es lauten:
    Die von der Ukraine unter PR Management der EU und CIA in Szene gesetzten Provokation in Butscha, diente dazu die Öffentlichkeit zu täuschen und wurde als Vorwand genutzt, die Gespräche mit Russland abzubrechen.

  2. Nun ja. Wenn man eine Sache immer und immer wieder auskaut wird sie dadurch auch nicht wahrer, nicht wahr. Jeder weiß doch, daß die Ukraine längst von Blackrock gekauft wurde. Da steck so viel Geld drin, daß muß natürlich zurückgeführt werden damit dieser Dreckshaufen noch reicher wird. Dieser Krieg ist eine Show und soll von hinten aufgerollt werden. Alle Finger in Eurasien damit Russland dort nichts ausrichten kann? Sieht so aus wenn man beobachtet, daß die Länder der BRICS einzuknicken beginnen oder warum wird nicht mehr so ruhmvoll darüber berichtet? Selbst China wird sich erpressen lassen ( müssen) weil die Wirtschaft lahmt und hoch verschuldet ist. Und genau deshalb wird China dem Begehren nach einen Friedenstreffen von Selensky nachkommen und wie Fico auch zu Gunsten der Ukraine viele Zugeständnisse machen.
    Außerdem kann es sein, daß in der Zeit Februar bis Mai durch das plötzliche Manöver (wahrscheinlich beim WEF Treffen festgelegt) der Krieg weltweit ausbrechen könnte. Wir müssen uns schließlich auf einen Krieg vorbereiten- so in den Nachrichten vermeldet. Außerdem wurde im ZUsammenhang mit dem Manöver verkündet, daß dieses Manöver für ALLE sichtbar und hörbar sein wird.

  3. Jeder weiß doch, daß die Ukraine längst von Blackrock gekauft wurde.

    Es geht nicht immer nur um Geld. Wenn es denn nur um Geld ginge, könnte man sich ausrechnen, was von der Ukraine nach der „Show“ noch übrigbleibt.

    Und China ist der größte Markt der Welt. Wer soll die denn zu irgendwas pressen? Mag schon sein, das die Amerikaner sich noch für die Bewohner des großen aufstrebenden Staates halten, den die USA im 2.Weltkrieg noch waren. Diese Zeit ist aber vorbei.

    Aber klar, die Chinesen haben die gleichen Geburtenraten wie wir, also werden sie aussterben, muhaha, aussterben! Wir müssen nur abwarten.

    *hust*

    Was manche so für Vorstellungen haben…

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