Ukraine

Schwere Angriffe auf die Energieversorgung: Die Ereignisse des Wochenendes

Hier übersetze ich die Zusammenfassung der Ereignisse in und um die Ukraine des Wochenendes, wie sie in der russischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde.

Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich versuche, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint.

Hier übersetze ich die Zusammenfassung des Wochenendes.

Beginn der Übersetzung:

Neue Angriffe gegen den Energiesektor und Risiken des Bankrotts für Kiew: Die Ereignisse rund um die Ukraine

Im Laufe des Samstags und Sonntags wurden neue Luftangriffe auf verschiedene Einrichtungen in der Ukraine geflogen, Kiew meldete Schäden an der Energieinfrastruktur und verhängte in einigen Städten Einschränkungen der Stromversorgung.

Vor diesem Hintergrund hat der ukrainische Präsident Wladimir Selensky mit einer Umbildung in seinem Büro begonnen, Elon Musk warnte Kiew vor der Gefahr, Odessa und den Zugang zum Schwarzen Meer zu verlieren, und der IWF erwägt die Risiken eines Bankrotts des Kiewer Regimes im Jahr 2025.

Die TASS hat die die Ereignisse rund um die Ukraine zusammengetragen.

Verlauf der Operation

In den vergangenen 24 Stunden haben die russischen Streitkräfte die taktische Lage in einigen Abschnitten verbessert und fünf Gegenangriffe der ukrainischen Streitkräfte bei Kupjansk abgewehrt, so das russische Verteidigungsministerium. Der Gegner habe 760 Kämpfer verloren, so das Ministerium.

Die russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte führten einen weiteren Gruppenangriff mit luftgestützten Präzisionswaffen mit großer Reichweite und Drohnen gegen die ukrainische Energieinfrastruktur und Gasförderanlagen durch. Die Arbeit von Unternehmen der Rüstungsindustrie zur Herstellung und Reparatur von Waffen, militärischer Ausrüstung und Munition wurde unterbrochen.

Insgesamt führten die russischen Streitkräfte vom 23. bis 30. März einen massiven und 57 Gruppenangriffe mit präzisionsgelenkten land-, see- und luftgestützten Waffen, darunter Hyperschallraketen vom Typ Zirkon und ballistische Raketen vom Typ Kinzhal, sowie mit Drohnen gegen ukrainische Militäreinrichtungen und die sie unterstützende Infrastruktur durch.

Schäden an der Infrastruktur

Etwa 80 Prozent der Anlagen der ukrainischen Energieholding DTEK wurden in den letzten beiden Märzwochen durch Explosionen in Energieanlagen des Landes beschädigt oder zerstört, wie der Geschäftsführer des Unternehmens, Dmitri Sacharuk, am 30. März erklärte.

Am vergangenen Wochenende meldeten die Behörden in Charkow, Poltawa, Dnjeprpetrowsk, Odessa und den von Kiew kontrollierten Gebieten der Regionen Cherson und Saporoschje Explosionen und Schäden an kritischen Infrastruktureinrichtungen, darunter auch im Energiesektor.

In einigen Regionen wurden Stromabschaltungen vorgenommen und die Stromversorgung eingeschränkt, in Odessa wurde der elektrische öffentliche Nahverkehr eingestellt, und in Teilen der Stadt wurde die Wasserversorgung unterbrochen.

Vor dem Hintergrund der Schäden an den Einrichtungen der Stromversorgung wurde einer der Blöcke des Kernkraftwerks Chmelnizky nach Reparaturen zwei Wochen früher als geplant wieder an das Stromnetz angeschlossen.

Musk über den Verlust von Odessa

Die Ukraine läuft Gefahr, Odessa und den Zugang zum Schwarzen Meer zu verlieren, wenn sie nicht zu Verhandlungen mit Russland bereit ist. Diese Meinung hat Elon Musk geäußert.

„Die Frage ist, ob die Ukraine den gesamten Zugang zum Schwarzen Meer verlieren wird oder nicht. Ich würde dazu raten, die Situation durch Verhandlungen zu lösen, bevor das passiert“, schrieb er auf X (früher Twitter). So kommentierte Musk die Veröffentlichung des amerikanischen Geschäftsmanns Bill Ackman über den Experten John Spencer, der über den Ukraine-Konflikt geschrieben hat.

Vorbereitung auf die Verteidigung

Etwa 10.000 so genannte Drachenzähne – kegelförmige Stahlbetonblöcke zur Abwehr von Panzerfahrzeugen – wurden in der Nähe von Kiew im Rahmen der Arbeiten zum Aufbau von Befestigungsanlagen in der Ukraine aufgestellt, teilte die regionale Militärverwaltung in Kiew am 30. März mit.

Auch in der Region Dnjeprpetrowsk berichteten die Behörden über den Bau von Festungsanlagen: „Wir haben mehr als 42 Kilometer Panzerabwehrgräben ausgehoben. Wir erhöhen auch die Zahl der Tetraeder, das sind spezielle Betonpyramiden, von denen bereits mehr als 11.000 installiert wurden“, schrieb der Leiter der regionalen Militärverwaltung von Dnjeprpetrowsk Sergej Lyssak in seinem Telegramm-Kanal.

Gefahr des Bankrotts

Der Ukraine könnte bereits 2025 der Bankrott drohen, wenn die westlichen Länder sich weigern, die Schulden des Landes, einschließlich der Schulden seiner Privatunternehmen, abzuschreiben, sagte eine Quelle in der Weltbank gegenüber der TASS und als Kommentar über die Zuteilung eines Kredits in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar an Kiew durch die Weltbank.

„Der Entwurf des Dokuments selbst spricht offen über die katastrophale Situation der öffentlichen Finanzen der Ukraine aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs und der Reduzierung der ausländischen Hilfe. Wenn sich die westlichen Gläubiger im Jahr 2025 weigern, Kiew die Schulden zu erlassen, einschließlich der Schulden privater Unternehmen und Banken, könnte dem Land der Bankrott drohen“, betonte die Quelle.

Alte Ausrüstung für Kiew

Frankreich wird der Ukraine 2024 und 2025 Hunderte von alten, aber noch funktionstüchtigen gepanzerten Mannschaftstransportern sowie Drohnen übergeben, sagte der französische Verteidigingsminister Sebastien Lecornu.

„Diese alten, noch funktionstüchtigen Ausrüstungen können, wenn sie in großer Zahl geliefert werden, der Ukraine direkt zugute kommen“, so der Minister gegenüber La Tribune.

Lecornu sagte, dass die französischen gepanzerten Mannschaftstransportwagen VAB, die ab Ende der 1970er Jahre produziert werden, benötigt werden, um die ukrainischen Truppen in die Lage zu versetzen, „eine so große Frontlinie“ zu halten. „Wir entwickeln auch ferngesteuerte Munition (Drohnen, Anm. TASS) sehr schnell, um sie den Ukrainern schon diesen Sommer zu liefern“, fügte er hinzu.

Umbesetzungen in Selenskys Büro

Durch Selenskys Dekrete wurde sein Büro umbesetzt: Sergej Schefir wurde vom Posten des ersten Präsidentenberaters entlassen, Oleg Ustenko, Sergej Trofimow, Michail Radutsky wurden von den Posten der freiberuflichen Präsidentenberater entlassen, Elena Verbitskaja wurde vom Posten einer Beraterin des Beauftragten des Präsidenten für die Gewährleistung der Rechte von Verteidigern der Ukraine entlassen, Natalija Puschkarjowa wurde vom Posten der Beauftragten des Präsidenten für ehrenamtliche Aktivitäten suspendiert.

Am Vortag hatte der Präsident die stellvertretenden Leiter des Büros, Andrej Smirnow und Aleksej Dniprow, sowie den Botschafter in Moldawien, Mark Schevtschenko, von ihren Posten entlassen.

Ende der Übersetzung


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

6 Antworten

  1. Es muss Kiew plattgemacht werden, weil das Signalwirkung an alle hat. Zehn FOAB 3000 um ein Exempel zu statuieren, dürften reichen.

    Auch das zusätzliche Zünden eines hundert Megatonnen Sprengkopf auf einem Testgelände und zur Einschüchterung wäre ein Mittel der Wahl. Mitten in der Nacht, dass der Pilz in Paris sichtbar wird. Das muss so scheppern, dass man in Berlin die Gläser im Schrank klirren hört!

    Ich will sehen, wie den Leuten in der Nato, vor lauter Angst die Scheiße am Bein runterläuft.

    Irgendwas muss jetzt passieren, sonst hat das nie ein ende.

    1. Was soll man dazu sagen? Gerade weil die Kriegswut hier völlig außer Kontrolle ist, auf allen Seiten, auch der scheinbar Rußland freundlichen, haben sich die Russen für eine vorsichtige Zermürbungsstrategie entschieden, die auf sehr lange Zeit angelegt ist. Ohne Löschung des ewigen Kriegsherdes Westeuropa wird es nie Ruhe geben:

      „Der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates Medwedew hat erklärt, daß sich der Ukraine-Konflikt über Jahrzehnte hinziehen kann

      ‚Die Ukraine verschwindet nach der Vollendung der SMO im Prozess ihrer Aufteilung zwischen Rußland und einer Reihe von EU-Staaten. Es wird eine ukrainische Exilregierung in einem der europäischen Länder gebildet‘, schrieb er. Der Konflikt wird in diesem Fall, so Medwedew, ‚mit vernünftigen Garantien für seine Nicht-Wiederaufnahme auf kurze Sicht enden, aber mit der Aufrechterhaltung der terroristischen Aktivitäten der ukrainischen Nazis, die sich auf dem Territorium der EU-Staaten verteilen werden, die die westlichen ukrainischen Gebiete erhalten haben.‘ “

      https://ria.ru/20230526/desyatiletiya-1874241221.html

      1. Medwedew ist Realist & man mag das sarkastisch „empfinden“, was er da äußert – und der Wertloswesten wird wohl wieder hysterisch reagieren – aber genau so wird es sich ereignen.

    2. Kiew ist sakrosankt für die Russen, kein Russe will Kiew plattmachen. Kiew ist russische Geschichte und eine starke Wurzel der Nation.
      Damit würde keine Regierung durchkommen. Es gibt andere Wege die Junta in Kiew zu entsorgen.

      1. Es geht hier nicht nur um die Junta, sondern darum, dass die Nato sehen kann, wer den längeren hat.

        Wenn der Krieg tatsächlich noch Jahrzehnte dauern könnte, ist es meines Erachtens umso wichtiger, die Erinnerung an die Tzar Bombe aufzufrischen.

        Mit Angst hält man die NATO in Schach, so sehe ich das.

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