Der Raketenangriff auf Sewastopol vor einer Woche, bei dem Streumunition an einem Badestrand über hundert Zivilisten verletzt und vier, darunter zwei Kinder, getötet wurden, hat in Russland Entsetzen ausgelöst. Der Angriff wurde mit ATACMS-Raketen aus den USA durchgeführt, die von US-Soldaten auf der Basis von US-Aufklärungsdaten programmiert werden. Das bedeutet, dass de facto die USA einen Badestrand auf der Krim bombardiert und russische Zivilsten getötet haben.

Da zu dem Zeitpunkt, wie immer während ukrainischer Angriffe auf die Krim, eine US-Spionagedrohne vor der Krim kreiste, ist es offensichtlich, dass diese Drohne zur Zielsuche für die Raketen eingesetzt wurde. Das will Russland sich nun nicht mehr gefallen lassen und der russische Verteidigungsminister hat angeordnet, dass Reaktionen gegen solche Drohnen ausgearbeitet werden sollen.

Die Bombardierung der Krim hat die Welt damit wieder einen Schritt näher an einem großen Krieg gebracht. Oder wie würden die USA reagieren, wenn jemand mit Raketen auf Strände in Florida schießen würde?

Natürlich war am Sonntagabend das ein wichtiges Thema im wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens und ich habe den entsprechenden Beitrag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Eskalation in Sewastopol: Die russische Krim wurde von den Amerikanern angegriffen

Seit dem barbarischen Angriff auf einen Strand in Sewastopol, den die Amerikaner mit ihren ATACMS-Raketen durchgeführt haben, ist genau eine Woche vergangen. Es gab über hundert Verletzte und vier Tote, zwei davon waren Kinder.

Doch das waren noch nicht alle Folgen dieses Angriffs. Ende der Woche fanden unsere Taucher, die das Meer in der Gegend des Angriffs untersuchten, zunächst eine nicht explodierte Streumunition und dann zwei weitere. Es ist immer noch schwer zu sagen, wie viele weitere nicht gefunden wurden.

Wenn man die Dinge bei ihrem Namen nennt, war das ein direkter militärischer Angriff der USA auf die Krim. Die ukrainischen Streitkräfte haben damit nichts zu tun, machen wir uns nichts vor. Es waren amerikanische Raketen, die auf der Grundlage amerikanischer Erkenntnisse von amerikanischen Drohnen, die über dem Schwarzen Meer in der Nähe der Krim kreisen, von Amerikanern programmiert werden.

Das russische Verteidigungsministerium sagt es direkt: „Alle Flugpläne für amerikanische ATACMS-Raketen werden von amerikanischen Spezialisten auf der Grundlage der eigenen Satellitenaufklärungsdaten der USA programmiert. Daher liegt die Verantwortung für den gezielten Raketenangriff auf Zivilisten in Sewastopol in erster Linie bei Washington, das diese Waffen an die Ukraine geliefert hat.“

Die Amerikaner haben unser Territorium mit ihren Raketen aus nächster Nähe von der Ukraine aus beschossen haben. Die Amerikaner stecken in jedem Glied der Kette, verstecken sich aber hinter der Ukraine, aber das ist für Naive.

Das bestätigt auch unser Außenministerium: „Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden amerikanische ATACMS-Raketen für den verwendet, die mit Streusprengköpfen ausgestattet waren, um ihre Zerstörungskraft zu erhöhen. Alle Flugpläne wurden von US-Spezialisten auf der Grundlage ihrer eigenen Satellitenaufklärungsdaten eingegeben. Eine amerikanische Aufklärungsdrohne Global Hawk war am Himmel nahe der Krim im Einsatz.“

Es ist klar, dass das US-Außenministerium auszuweichen versucht. Pressesprecher Matthew Miller sagte: „Ich habe Moskaus Kommentare zur Krim gesehen. Ich möchte sagen, dass wir jegliche zivilen Opfer in diesem Krieg bedauern. Wir liefern Waffen an die Ukraine, damit sie ihr Territorium gegen bewaffnete Angriffe verteidigen kann. Das gilt auch für die Krim, sie ist Teil der Ukraine.“

Pentagon-Sprecher Patrick Ryder war noch zynischer. Er ist eine wahre Friedenstaube: „Ich würde Ihnen raten, die Ukraine zu besuchen und über ihre Aktivitäten zu sprechen. Wissen Sie, die treffen ihre eigenen Entscheidungen, wenn es um Operationen und Ziele geht. Wir haben keine Informationen darüber, ob Zivilisten getötet wurden. Natürlich werden wir mit den Ukrainern sprechen. Wir haben sehr deutlich gemacht, dass wir keine Opfer unter der Zivilbevölkerung wollen.“

Kiew ist unter diesem Deckmantel offen blutrünstig. Michail Podoljak, Berater des Leiters von Selenskys Büro, schrieb: „Es gibt keine und kann keine ‚Strände‘, ‚Touristengebiete‘ und andere fiktive Zeichen eines ‚zivilen Lebens‘ auf der Krim geben. Die Krim ist auch ein großes Militärlager und ein Lager mit Hunderten direkter militärischer Ziele, die die Russen auf zynische Weise zu maskieren und mit ihren Zivilisten zu decken versuchen, die ihrerseits zivile Besatzer sind. (…) Viele dort müssen juristisch dafür bestraft werden, dass sie ihren ukrainischen Pass in den russischen getauscht haben und im Grunde Kollaborateure, Verräter sind, damit die Krim begreift: Sie wird nie wieder die Frage nach einem eigenen Sonderstatus stellen können. Wir müssen alles, was den russischen kulturellen Raum betrifft, komplett schließen. Wir müssen alles Russische ausrotten. Es darf nur einen ukrainischen kulturellen Raum oder einen globalen kulturellen Raum geben.“

Was sie in Kiew sagen, ist jedoch seit langem unerheblich. Die USA führen Krieg gegen Russland. Und es gibt dort welche, die das klar verstehen. Der US-Präsidentschaftskandidat Robert Kennedy Jr. bezeichnete den US-Angriff auf Twitter ausdrücklich als „kriegerischen Akt“: „Ein US-Raketenwerfer, der vermutlich von Lockheed hergestellt wurde und auf ein ausgeklügeltes System abzielt, das nur die Amerikaner in der Ukraine einsetzen können (das MGM-140 ATACMS-System), ließ etwa 6 Raketen über der russischen Krim detonieren und warf Streubomben über das gesamte Gebiet ab, die auf einem zivilen Strand landeten und mehr als 100 Opfer (Tote und Verletzte), darunter auch Kinder, forderten. Auf Videoaufnahmen wurde der Moment festgehalten, in dem die Submunition der Rakete auf den belebten Strand fiel. Das Wort, das dies beschreibt, ist Terrorismus. Das ist ein kriegerischer Akt der USA gegen die russische Zivilbevölkerung. Nur der Kongress kann rechtmäßig den Krieg erklären. Er muss die unverantwortlichen und rücksichtslosen Falken stoppen, die den geschwächten Präsidenten Biden führen.“

Und dies sagte der französische Schriftsteller Xavier Moreau: „Was Sewastopol betrifft, so gibt es dort heute keine militärischen Einrichtungen mehr. Die russische Flotte hat Sewastopol verlassen und befindet sich in Noworossijsk. Der Abschuss von fünf Raketen, von denen jede eine Million Dollar kostet, war ein Angriff im Wert von fünf Millionen Dollar, der also das Ziel hatte, Zivilisten zu töten oder zu verletzen, sie einzuschüchtern. Natürlich ist das Ziel auch, die Touristensaison auf der Krim zu stören. Das sieht harmlos aus, ist es aber nicht.“

Wem erscheint das „harmlos“? Der massive Raketenangriff mit Streumunition auf Sewastopol ist eine offensichtliche Eskalation des Krieges, und es ist schon unmöglich, so zu tun, als sei alles wie immer. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin ruft seinen russischen Amtskollegen Andrej Belousow eigentlich nicht an. Aber jetzt nahm er den Hörer in die Hand und bat um ein Gespräch.

Die nach dem Gespräch vom Verteidigungsministerium veröffentlichte Pressemitteilung vermittelt wohl kaum die volle Intensität des Gesprächs: „Am 25. Juni 2024 fand auf Initiative der amerikanischen Seite ein Telefongespräch zwischen dem russischen Verteidigungsminister Belousow und dem amerikanischen Verteidigungsminister Austin statt. Die Verteidigungsminister tauschten ihre Ansichten über die Situation um die Ukraine aus. Belousow wies auf die Gefahr einer weiteren Eskalation der Situation durch die laufenden US-Waffenlieferungen an die ukrainischen Streitkräfte hin. Auch andere Themen wurden erörtert.“

Pentagon-Sprecher Patrick Ryder fügte hinzu, dass Minister Austin in seinem Gespräch mit Andrej Belousow darauf hingewiesen habe, wie wichtig die Aufrechterhaltung der Kommunikation zwischen den Verteidigungsministerien der UDS und Russlands sei. Kommunikation ist natürlich wichtig. Aber amerikanische Raketen treffen dabei unsere Städte. Das wird Russland natürlich nicht hinnehmen.

Inzwischen sind wir dabei, zu begreifen, was geschieht. Hier sind die Worte des stellvertretenden Außenministers Sergej Rjabkow bei den Primakow-Lesungen: „Heute sind die Risiken eines direkten bewaffneten Zusammenstoßes, auch zwischen Atommächten, hoch. Es stellt sich die Frage, wie das klassische Konzept der nuklearen Abschreckung funktioniert. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir darüber nachdenken müssen, was als nächstes kommt und wie wir die Risiken eines direkten Zusammenstoßes minimieren können. Die fachliche Diskussion über dieses Thema muss fortgesetzt werden. Leider stellen unsere Gegner von offizieller Seite bewusst unannehmbare Bedingungen für einen solchen Dialog auf.“

Und ist es nicht beängstigend, wenn man sich vorstellt, mit welchem Schadensausmaß die Amerikaner gerechnet haben, als sie am Sonntagnachmittag gleichzeitig bis zu fünf ATACMS-Raketen mit Streusprengköpfen abgefeuert haben? Gut, dass wir vier beim Anflug abgefangen haben. Was wäre, wenn alle fünf ihr Ziel erreicht hätten? Und wie viel Schaden wollten die Amerikaner uns überhaupt zufügen, und haben sie an Vergeltungsmaßnahmen für sich selbst gedacht? Schließlich, so Rjabkow, sind „wir zu dem Schluss gekommen, dass wir darüber nachdenken müssen, was als nächstes kommt“.

Zu den Reaktionen, die Ende der Woche bekannt wurden, gehörte eine Anweisung des russischen Verteidigungsministers Andrej Belousow, „Vorschläge zu Maßnahmen für eine sofortige Reaktion auf Provokationen zu machen“.

Wörtlich klang das wie folgt: „Das russische Verteidigungsministerium stellt fest, dass die Intensität der Flüge strategischer unbemannter US-Luftfahrzeuge über den Gewässern des Schwarzen Meeres zugenommen hat, die der Aufklärung und dem Einsatz von Präzisionswaffen dienen, die die westlichen Staaten den Streitkräften der Ukraine für Angriffe auf russische Einrichtungen geliefert werden.“

Dies zeigt die zunehmende Einmischung der USA und der NATO-Staaten in den Konflikt in der Ukraine auf der Seite des Kiewer Regimes.

Solche Flüge vervielfachen die Wahrscheinlichkeit von Zwischenfällen im Luftraum mit Flugzeugen der russischen Luftstreitkräfte, was das Risiko einer direkten Konfrontation zwischen der Allianz und Russland erhöht. Dafür würden die NATO-Länder die Verantwortung tragen.

Der russische Verteidigungsminister Andrej Belousow hat den Generalstab der russischen Streitkräfte angewiesen, Vorschläge für Maßnahmen zur schnellen Reaktion auf Provokationen zu unterbreiten.

Die Anweisung von Andrej Belousow wird sicherlich erfüllt werden. Wir warten auf die „operativen Antwortmaßnahmen“ selbst.

Ende der Übersetzung