Ukraine

Russische Vergeltungsschläge und Beschwerden aus Kiew: Die Ereignisse des 22. März

Hier übersetze ich die Zusammenfassung der Ereignisse in und um die Ukraine des 22. März, wie sie in der russischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde.

Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich versuche, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint.

Hier übersetze ich die Zusammenfassung des 22. März.

Beginn der Übersetzung:

Russische Vergeltungsschläge und Beschwerden aus Kiew: Die Ereignisse rund um die Ukraine

Das russische Verteidigungsministerium meldete einen massiven Angriff mit Langstrecken-Präzisionswaffen und Drohnen auf Energieanlagen, militärisch-industrielle Komplexe, Eisenbahnknotenpunkte, Arsenale und Standorte ukrainischer Soldaten und Söldner. Die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Olga Stefanyschyna gab zu, dass die USA Kiew gedrängt haben, die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur einzustellen.

Die TASS hat die Ereignisse rund um die Ukraine zusammengestellt.

Verlauf der Operation

Das russische Militär hat im Laufe der Woche 42 Gegenangriffe der Streitkräfte der Ukraine bei Avdejewka zurückgeschlagen. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hat der Gegner im Laufe der Woche bis zu 3.860 Kämpfer verloren. Darüber hinaus zerstörten die russischen Streitkräfte neun Vampire Mehrfachraketenwerfer, eine deutsche IRIS-T Flugabwehrbatterie, zwei US-amerikanische AN/TPQ-50- und AN/TPQ-36-Gegenbatteriestationen, vier ukrainische Stationen für elektronische Kampfführung sowie 992 ukrainische Drohnen.

Vergeltungsschläge

Das russische Verteidigungsministerium meldete massive Angriffe mit Langstrecken-Präzisionswaffen und Drohnen auf Energieanlagen, militärisch-industrielle Komplexe, Eisenbahnknotenpunkte, Arsenale und Standorte ukrainischer Soldaten und Söldner. Wie das Ministerium betonte, wurden „alle Ziele des massiven Angriffs erreicht“.

In der Ukraine wurde die Arbeit der Unternehmen für die Herstellung und Reparatur von Waffen desorganisiert, von der NATO gelieferte ausländische Militärausrüstung und Kampfmittel wurden zerstört und der Transfer von Reserven unterbrochen.

Vom 16. bis 22. März haben die russischen Streitkräfte den Beschuss des russischen Territoriums mit insgesamt 49 Vergeltungsschlägen unter Einsatz von Raketen, darunter Kinzhal-Raketen, und Drohnen beantwortet.

Angriffe von Terroristen

Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, schlug das russische Militär in der vergangenen Woche alle ukrainischen Versuche zurück, in die Grenzgebiete der Regionen Kursk und Belgorod einzudringen. Die ukrainische Armee und Terrorverbände hätten mehr als 3.000 Menschen, sieben Panzer, 15 gepanzerte Fahrzeuge und 17 Autos verloren, so das Ministerium.

EU-Gipfel

Auf dem EU-Gipfel in Brüssel wurde in der Abschlusserklärung der dringende Bedarf der Ukraine an Luftabwehrsystemen, Granaten und Raketen hervorgehoben und festgestellt, dass „die EU und ihre Mitgliedstaaten die Bereitstellung aller erforderlichen militärischen Hilfe beschleunigen und intensivieren werden“.

Man konnte sich jedoch nicht auf eine Entscheidung über die Verwendung von Erträgen aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten einigen und beauftragte den EU-Rat auf Ministerebene, weiter an dieser Frage zu arbeiten. Wie der französische Präsident Emmanuel Macron anmerkte, beabsichtigt die EU, diese Arbeit zu beschleunigen, auch um diese Gelder „für die militärische Unterstützung der Ukraine“ zu verwenden.

Der belgische Premierminister Alexander De Croo wiederum betonte, dass die Enteignung von Erträgen aus russischen Vermögenswerten durch die EU „rechtlich kugelsicher“ sein müsse, da die Finanzmärkte mit möglichen Probleme nicht zurecht kommen. Die Chefin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, drängte die Länder, den Mechanismus zu genehmigen, und sagte, die EU könnte „die erste Milliarde bis zum 1. Juli erhalten, wenn der Entnahmemechanismus schnell abgeschlossen werden kann“. Im Jahr 2024 hofft die EU, insgesamt etwa drei Milliarden Euro zu erhalten, wenn der Mechanismus zur Enteignung dieser Einnahmen genehmigt wird, sagte sie.

Die USA verurteilen

Die US-Regierung hält es für wichtig, der Ukraine zusätzliche Luftabwehrsysteme zur Verfügung zu stellen, sagte die Pressechefin des Nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses, Aidrienne Watson. Sie wies auch darauf hin, dass die USA die russischen Angriffe auf Einrichtungen in der Ukraine verurteilen. „Die Republikaner im Repräsentantenhaus sollten den Antrag so schnell wie möglich auf zusätzliche Mittel für die nationale Sicherheit genehmigen“, fügte sie hinzu.

Bereitschaft der NATO

Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Rob Bauer, erklärte, das Bündnis sei auf einen möglichen Konflikt mit Russland vorbereitet. Gleichzeitig betonte Bauer, dass es „keine NATO-Truppen in der Ukraine gibt und auch nicht geplant ist, sie dort zu stationieren“. „Aber wenn ein einzelnes Land beschließt, dort Truppen zu stationieren, sollte es sich darüber im Klaren sein, dass das mit dem Rest des Bündnisses verbunden sein wird“, sagte er.

Gleichzeitig erklärte der litauische Präsident Gitanas Nauseda, dass die Länder an der Ostflanke der NATO im Gegensatz zu den Verbündeten in anderen Regionen die Idee der Entsendung von Einheiten des Bündnisses in die Ukraine unterstützen. Der litauische Staatschef stellte fest, dass es nicht um die Teilnahme von NATO-Einheiten an Kampfhandlungen gehe, präzisierte aber nicht, welche Aufgabe die Streitkräfte des Bündnisses in der Ukraine dann haben würden.

Kiewer Beschwerden

Die USA lassen die Entwicklung des Dialogs über die Aufnahme der Ukraine in die NATO nicht zu und alle Gespräche Kiews mit den Verbündeten und dem Hauptquartier des Bündnisses beschränken sich auf die Aufforderung, sich „ruhig zu verhalten“, sagte die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin für europäische und transatlantische Integration Olga Stefanyschyna. Sie betonte, die Ukraine wolle nun eine rechtsverbindliche Einladung erhalten, die die Mitgliedschaft Kiews in der Allianz garantiere.

Stefanyschyna beklagte auch, dass die internationale Finanzhilfe für die Ukraine seit Anfang des Jahres nur zehn Prozent des Bedarfs ausmache.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin räumte auch ein, dass die USA sie drängen, die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur einzustellen, denn neben einem möglichen Preisanstieg befürchtet Washington, dass Russland Vergeltungsmaßnahmen gegen Infrastruktur des Gegners ergreifen könnte, z. B. gegen die Ölpipeline des Kaspischen Pipeline-Konsortiums, die von westlichen Unternehmen, darunter die US-Ölkonzerne Exxon Mobil und Chevron, genutzt wird.

In diesem Zusammenhang erklärte Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, dass Moskau es vorziehen würde, wenn Washington Kiew nicht nur auffordern würde, die Angriffe auf Energieanlagen in Russland einzustellen, sondern generell die terroristischen Aktivitäten, vor allem gegen Wohngebäude, einzustellen.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

9 Antworten

  1. Leider wird Moskau gerade von einem tragischen Ereignis erschüttert vor welchem zufällig schon CIA und das auswertige Amt deutsche und amerikaner in Moskau gewarnt haben. Ich hoffe der Kreml findet auch darauf die passende Antwort

  2. Mal ehrlich was hat Kiew den erwartet nach denn sinnlosen Inkompetent Aktionen in den Russischen Grenze Siedlung ?? Anstatt die militärischen Mittel an der HKL einzusetzen wo sie dringen benötigt werden setz man wieder mal auf auf solche Aktionen nur um ein wenig billiges politisches Kleingeld und ein paar Propaganda Fotos raus zu schlagen.. Und dann wundert man sich das Moskau zurückschlägt.. Die Drohen Angriffe auf die Öl Verarbeitungs Anlagen kann man ja noch nachvollziehen zumindest aus militärischer Sicht.. Aber zivile Dörfer da sieht es schon ein wenig anders aus.. Andererseits kann die Granaten und Ausrüstung Lage der Ukraine nicht so schlimm sein wie es immer berichtet in den letzten Monaten wen sie genug für solche sinnlosen Aktionen haben.. Tja dumm gelaufen für Kiew..

    1. Es macht mehr den Eindruck das es eine NATO Operation war in den Grenzgebieten, die aber gründlich in die Hose ging.
      Kiew hat ja selber gesagt sie hätten damit nichts zu tun und sind selber verwundert das dabei modernste westliche Ausrüstung verwendet wurde welche nie an Kiew geliefert wurde. Ja nun, Russland hat ja einige der eingesetzten M2 erbeutet, wenn die sie untersuchen wird man ja feststellen ob es der gleiche Typ ist den die Ukis einsetzen, oder ein modernerer Typ.
      Ich kann mir vorstellen das es NATO Einheiten waren di eman bewusst da rein geschickt hat in der Hoffnung das einige der dort stationierten 20 ukrainischen Brigaden dann mit drauf los stürmen. War halt blöd die Ukrainer im Vorfeld nicht über die Operation zu informieren und somit ist Niemand mit gestürmt.
      Im Grunde ist es egal ob nun abtrünnige Russen oder NATO, sie trugen ukrainische Uniformen, also bezahlt Kiew auch die Rechnung!

      Ich bin mal gespannt was da in Moskau jetzt raus kommen wird, über 40 Tote Zivilisten, weitere 100 sollen dort in dr brennenden Halle drin sein. Wenn die Russen eine Spur in die Ukraine finden, war das was die letzten 2 Tage in der Ukraine los war, wohl nur ein kleiner Vorgeschmack!
      CIA und das auswertige Amt wussten jedenfalls bescheid, haben ja vor glaub 2 Wochen eine Warnung herraus gegeben, man solle sich im Raum Moskau von Opern etc fern halten.

      1. Es waren mindestens 2 T 64 im Einsatz. Wo will die NATO bitte schön denn die noch ausgegraben haben? Kiew weiss sowieso immer von nix, die Planungen werden zusammen mit der NATO gemacht. Dass dort nun die abtrünnigen Russen und wohl auch Rumänen eingesetzt wurden hat auch weniger mit direkten NATO Einheiten zu tun. Rumänen sitzen schon seit zwei Jahren in Odessa, sind aber offiziell alle beurlaubt 😉

      2. Nein ich denk nicht das dieser Schwachsinn von der NATO aus ging..
        Auch das Kiew nichts davon gewusst hat ist unwahrscheinlich.. Aus dem Grund schon weil sie mit Hubschraubern angelnden sind ( Nun zumindest haben sie es versucht).. Und wer glaub schon noch was der Kleine dort Behauptet anderseits würde es bedeuten das Kiew keine Kontrolle über teile sein Streitkräfte hat was dann ganz andere Probleme mit sich bringt würde ganz ganz große Probleme
        Ich denk eher diese Aktion wurde vom neun Ukrainischen Oberbefehlshabern angeleiert so zu sagen als Einstand.. Das könnte ich mir eher vorstellen.. Ging halt voll in die Hose.. Die Frage ist halt wie Moskau weiter darauf reagiert..
        Eine Möglichkeit einen weitere Einberufung und die Eröffnung einer 2 Front.. Man hat halt mit dieser blöden Aktion wieder mal Moskau in die Karten gespielt.. Mit solchen Blödheiten könnte Moskau das der Russischen Bevölkerung mit Leichtigkeit verkaufen..

  3. 60% der russischen Raffinerien befinden sich im Wirkungskreis der ukrainischen Kamikaze-Drohnen bzw. stehen auf der Abschussliste, sind extrem gefährdet oder schon außer Betrieb, so dass die USA die ukrainische Führung bitten, ihre sehr effizienten Angriffe auf diese Ziele auszusetzen? Was ist das denn???
    Da ist die Fregatte Hessen ja bald effizienter bei der Drohnenvernichtung als die russischen Schutzmaßnahmen für ihre Raffinerien und Öldepots. Wenn das mal kein Schuss vor den Bug und ein Signal ist, endlich mal wach zu werden! Mir wäre das jedenfalls sehr peinlich. Vielleicht sollte man endlich damit beginnen, unterirdische Öldepots anzulegen oder hochmoderne Schutzmaßnahmen ergreifen, die vor Drohnenangriffen schützen. Es muss gar nicht mal eine Betonkuppel sein. Kuppeln aus leichten und stabilen Wabenstrukturen wären möglich. Zur Not reichen riesige Netze.

    1. Man kann halt nicht immer alles schützen nicht mal die USA oder Russland.. Aber ich denke Moskau wird darauf sicher Reagieren dauert halt..
      Was die Hessen betrifft finde ich eigentlich viel lächerlicher das sie die Drohen nicht mal getroffen haben.. Darüber würde ich mir viel mehr Gedanken machen und als Kapitän von diesem Schiffchen zurücktreten und ganz leise den Dienst Quittieren… Und als Verteidigungsminister erst recht… Mal ganz davon abgesehen das sie auch noch zu den Verbündeten gehört hat..
      Anderseits müssen wir uns Laut dem neun Grünen Kriegsminister ja eh nur auf eine Landkrieg vorbereiten also sei ihnen Vergeben 😉🤣

  4. Nun noch etwas zu den russischen Vergeltungsschlägen. Diese scheinen sehr effizient gewesen zu sein. Beeindruckt hat mich der Volltreffer auf die Turbinenstation direkt neben dem Dnepr-Staudamm. Dass war Maßarbeit.

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