Netanjahu: Israel wird „noch viele Monate“ Krieg gegen die Hamas führen

Der Ministerpräsident wies darauf hin, dass die Deckung der Kosten des Krieges oberste Priorität habe

Israels Krieg gegen die Hamas wird noch viele Monate andauern, erklärte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Eröffnung einer Kabinettssitzung zur Verabschiedung des Staatshaushalts für 2024, wie das Büro des Ministerpräsidenten mitteilte.

„Es ist klar geworden, dass wir diesen Krieg kämpfen müssen, und das wird noch viele Monate dauern. Deshalb legen wir heute den Militärhaushalt vor. Das ist der Haushalt für ein Jahr, in dem wir uns im Krieg befinden. Er erfordert, dass wir viel mehr für die Sicherheit ausgeben, als wir geplant hatten. Wir sind uns auch bewusst, dass wir in einen Mehrjahresplan investieren müssen, um den Staat Israel von der Abhängigkeit von ausländischen Beschaffungen vieler Güter zu befreien, in die lokale Beschaffung, in lokale Produktionskapazitäten“, sagte Netanjahu.

„Was wir jetzt brauchen, ist in erster Linie die Deckung der Kriegskosten, die es uns ermöglichen, den Krieg in diesem Jahr zu führen und seine Ziele zu erreichen, einschließlich der Eliminierung der Hamas, der Rückkehr unserer Geiseln und der Wiederherstellung der Sicherheit im Norden und Süden [Israels], damit die Bewohner dorthin zurückkehren können“, so der Ministerpräsident weiter. „Vor 100 Tagen sind die Monster der Hamas in den Staat Israel eingedrungen, haben unsere Bürger vergewaltigt und verbrannt und sie als Geiseln genommen. Wir haben die Hälfte von ihnen zurückgebracht, und wir tun alles, um sicherzustellen, dass ausnahmslos alle nach Hause zurückkehren, und diese Bemühungen gehen kontinuierlich weiter, auch in diesem Augenblick“, fügte er hinzu. „Wir werden sie gleichzeitig mit den anderen Kriegsziele erreichen.

„Uns geht es in erster Linie um die unmittelbare Sicherheit, aber gleichzeitig legen wir die Grundlagen für die Sicherheit künftiger Generationen, und wir alle müssen diese Last mittragen“, sagte der Ministerpräsident in seiner Ansprache an die Minister. „Das werde „Korrekturen“ erfordern – ein vergessenes Wort für Kürzungen. Allerdings wird auch das Haushaltsdefizit steigen, weil die Verteidigungsausgaben erheblich erhöht werden müssen.“ „Deshalb werden wir das Defizit für dieses Jahr [2024] vorübergehend erhöhen, denn die Wirtschaft, die wir in den letzten 20 Jahren geschaffen haben, ist eine der großartigsten der Welt“, erklärte Netanjahu.

Er sagte, die israelische Regierung „hat die Möglichkeit, das [Haushalts-]Defizit zu erhöhen, aber auf der anderen Seite sind Anpassungen erforderlich“. „Mein Ziel ist es, dass wir die Überlegungen zu diesen Themen innerhalb von 24 Stunden, oder wenn möglich, in der nächsten Nacht, abschließen werden. Wir werden einen Militärhaushalt für den Staat Israel verabschieden, einen Haushalt, der unsere Sicherheit und Zukunft garantiert“, versicherte der Ministerpräsident.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

25 Antworten

  1. Israel wird bald zerschlagen werden wenn es weiterhin Nazis und britischen Kolonialismus undd Siedlerpolitik kopiert..
    Dann hat Europa wieder das selbst verursachte Problem.
    Lieber Bibi: selbst Deitsche mögen keine Nazis mehr(nur Hilfsnazis) sein, mögen sie auch noch so sehr im Anus der Amis stecken.

  2. Ähnlich wie von einem Pyrrhussieg wird man in der Zukunft von einem Netanjahu-Vorhaben sprechen. Es ist schon eine paradoxe Angelegenheit, dass in dem Moment in dem Netanjahu seine Ziele erreicht, der Staat Israel jegliche Berechtigung seines Bestehens verloren haben wird.

      1. Mit jedem getötetem palästinensischen Kind, verliert Israel seine Existenzberechtigung.
        Wenn Netanjahu seine Ziele erreicht hat, was bedeutet, dass die Palästinenser beseitigt wurden, dann wird auch Israel aufhören zu existieren.
        Niemand auf der Welt wird dann noch mit diesem Staat zu tun haben wollen.
        Noch nicht einmal die Juden selbst.

        Die Zeitspanne zur Besinnung ist für Israel gar nicht mehr so lange. Nach 4 Monaten Auszehrung übernehmen bald Seuchen die Regie.

        1. Israel ist ein Ableger Europas und führt sich keinesfalls schlimmer auf als andere europäische Länder auch. Bisher sind sie erst bei etwa einem Prozent der Opfer unserer Koalitionskriege seit 1999. Eine Quittung und Abrechnung hat Israel verdient, aber warum sollte es seine Existenzberechtigung verlieren?

          China und Rußland sind Garanten der Existenz Israels im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung, und auch in der islamischen Welt ist das weitgehend Konsens. Hier Abdulaye Diop, ein sehr angesehener Diplomat aus Mali:

          „Ich habe Gewalt und Exzesse in all ihren Formen und von wo auch immer sie kommen, vor allem den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt gegen Zivilisten, vorbehaltlos verurteilt und damit zu einem sofortigen Ende aller Gewaltakte und zum Schutz der Bevölkerung aufgerufen“… Unter Hinweis auf das Engagement der malischen Regierung für „Frieden und Sicherheit“ forderte der malische Außenminister die internationale Gemeinschaft auf, „sich für die Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung“ (Israel und Palästina) einzusetzen, „die Seite an Seite in Frieden, Sicherheit und innerhalb der international anerkannten Grenzen leben“.

          Proche-Orient : Le Mali dénonce l’usage disproportionné de la force contre les civils en Palestine
          https://www.maliweb.net/international/proche-orient-le-mali-denonce-lusage-disproportionne-de-la-force-contre-les-civils-en-palestine-3040062.html

          1. Ich habe das gelesen. Würde ich mein wahres Inneres offenbaren….
            Danke für den Versuch. Doch er ist unangebracht.

            Ich hoffe dass die eigenen Nachkommen und die meiner Freunde dem Spuk ein Ende bereiten…!

            1. Wie die „Schlacht um Gaza“ endet, ist schwer vorherzusagen. Wie das Größere endet – da sind Idioten, die Israel in den moralischen Bankrott geführt und die ganze islamische Welt (und viele andere dazu) gegen sich vereinigt haben. 7 Mio von Idioten geführte jüdische Israeli, und 400 Mio Moslems allein im Dreieck Ägypten-Türkei-Iran. Die sind in jeder Hinsicht überlegen, in jeder Hinsicht, sie sind die Stärkeren und wissen, was sie tun, anders als diese Idioten.

              Israel wird sich also auf Dauer in eine Zwei-Staaten-Lösung fügen müssen, was zu Verlusten von den Siedlern „hinzuerworbener“ Gebiete führen wird. Wenn Israel über die Schande und die Niederlage auseinanderläuft, dann läßt sich das nicht ändern, aber die, die bleiben, behalten ihren Staat.

              „As someone who once considered himself a supporter of Israel, I am no longer. This is murder on a mass scale and it is indiscriminate and it disgusts me. Israel is not only carelessly killing Palestinian civilians, it is killing itself.“

              10 January 2024 by Larry Johnson
              https://sonar21.com/israel-like-the-fish-dies-by-its-mouth/

              Es ist traurig, aber so weit wie Mr. Johnson gehe ich nicht. Ich denke da „eurasischer“. Es ist eine Tragödie, aber nicht die erste und einzige auf der Welt, und Israel darüber einfach von der Landkarte zu wischen wäre gegen die Ordnung.

              1. Israel wird sich also auf Dauer in eine Zwei-Staaten-Lösung fügen müssen, was zu Verlusten von den Siedlern „hinzuerworbener“ Gebiete führen wird.

                Dir ist klar, dass dies eine sehr sportliche Ansage ist, wo Israel doch gerade wieder einen Krieg gewinnt, oder?

                Motto: From my cold, dead hands.

                Die gibt es nur, wenn Israel verliert. Dann gibt es vielleicht tatsächlich eine Zwei-Staaten-Lösung, nur halt unter umgekehrten Vorzeichen. Mit dem aktuellen Israel ist dies jedenfalls schlicht nicht machbar.

          2. „Ich habe Gewalt und Exzesse in all ihren Formen und von wo auch immer sie kommen, vor allem den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt gegen Zivilisten, vorbehaltlos verurteilt und damit zu einem sofortigen Ende aller Gewaltakte und zum Schutz der Bevölkerung aufgerufen“

            Kurz, der ist ein unverbesserlicher Träumer. Wenn er seine Sprüche überhaupt ernst nimmt. Für den Diplomaten sehen die Probleme halt wie Papierseiten aus, für den Militär wie Nägel.

            Wie läuft es eigentlich so in Mali? Macht die Diplomatie Fortschritte? Mit dem Diplomaten trifft man sich einfach nicht mehr, wenn seine Regierung nicht anerkannt wird. Das Militär kann man nicht so einfach ignorieren, dafür wurde es schließlich auch erfunden.

            1. Diop ist ein ausgezeichneter Diplomat, der seine Ziele erreicht. Seine Regierung ist anerkannt. Victoria Nuland war da und sagte, Mali und die USA hätten die gleichen Ziele. In Niger war sie auch, die USA haben die neue Regierung anerkannt, damit war die Interventionsgefahr abgewendet und der Rauswurf der EU unabwendbar geworden.

              Mali, Niger und Burkina Faso haben eine Verteidigungsallianz gegründet und bereiten eine Föderation vor. Alle drei haben die EU, speziell Frankreich und Deutschland, rausgeworfen: Die „Nazi-Besatzungstruppen“, „NGOs“ und Medien. Das hat die Bahn freigemacht zur Bekämpfung der (bis dahin von der EU betriebenen) Terrorbanden. Kidal wurde vor einigen Wochen befreit.

              Die Beendigung der Niger-Krise ohne einen Schuß war eine diplomatische Leistung der Spitzenklasse, in ihrer Raffinesse und Komplexizität einzigartig.

              Natürlich kann Diop unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt gegen Zivilisten nicht hinnehmen. Mali ist eine sehr alte Zivilisation, und die Charta von Kurukanfouga von 1235, laut Wikipedia die „älteste Menschenrechtserklärung der Welt“, ist dort nicht nur immer noch gültig, sondern verinnerlicht.

          3. Israel muss jetzt die zwei Staaten Lösung einleiten und nicht erst dann wenn alle Palästinenser ermordet sind.
            Jetzt müssen klare und unumkehrbare Beschüsse her und danach ist es ein leichtes die Hamas zu „besiegen“.

            Ich wäre dafür Israel aus der UN zu schmeißen und Israel jede Staatlichkeit abzuerkennen solange sie jeden UN Beschluss ignorieren.

            Und noch einmal – Staaten haben kein Existenzrecht. Staaten existieren auch gar nicht sie sind lediglich Konstrukte. Menschen existieren. Ein Staat der die menschliche Existenz derart mit Füßen tritt wie Israel darf gerne aufgelöst werden und sollte sich m.M.n. erst dann wieder neu bilden dürfen wenn klar ist, dass Araber keine Tiere sind.

            1. Das wäre alles in der Tat ganz schön. Und zum Thema „Existenzrecht“ gemäß der UNO hat Palästina ein Existenzrecht. Wie wäre es, wenn man mal darauf pocht?

              Da könnten sich alle drauf einigen. Die Vertreibungsjuden, weil sie wissen sollten, wie so etwas ist. Die Vernichtungskrieg-Deutschen, die Landname-Amis, die Empire-Briten usw. um mal in der Praxis zu demonstrieren, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nicht nur ein Blatt Klopapier für sie ist. Denn Staatszugehörigkeit ist auch ein Menschenrecht UND die UNO hat es so beschlossen.

              Vor 70 Jahren war dies mal spruchreif, danach nur noch ein Spruch, den man bei Bedarf mal aus dem Archiv gekramt hat. Ein wenig dumm rum labern, Friedensnobelpreis einsacken und Tschüss.

        1. ….das Übel, hat was mit der Themse in London zu tun.. …vermutete schon der verstorbene Russische Politiker, Wladimir Schirinowski.. …der sagte mal, „…man sollte eine Bombe in die Themse schmeissen !!??😈

  3. Das 21. Jahrhundert unterscheidet sich nicht von dem mörderischen vorherigen, es ist genau so kriegerisch. Militärhaushalte statt Haushalte für den Wohlstand, gegen den Hunger in der Welt und gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Die Menschheit hat sich dem Kapitalismus unterworfen und mit ihm die drohende Vernichtung der eigenen Spezies.

  4. Nachtrag: Die falschen Propheten versprechen wie schon immer, dies sei der letzte Kampf, die letzte große Kraftanstrengung bis zum ewigen Frieden und Glück des Volkes. Und dann geht es schon an die Vorbereitungen zur nächsten Schlacht.

  5. Er erfordert, dass wir viel mehr für die Sicherheit ausgeben, als wir geplant hatten.

    Fun-Fact am Rande: Wenn der Krieg ausgebrochen ist, muss man kein Geld mehr für „die Sicherheit“ ausgeben, denn die ist nicht mehr gegeben, hat versagt, wie auch immer.

    Denn Wickie sagt: „Sicherheit bezeichnet allgemein den Zustand, der für Individuen, Gemeinschaften sowie andere Lebewesen, Objekte und Systeme frei von unvertretbaren Risiken ist oder als gefahrenfrei angesehen wird.“

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