Die georgische Präsidentin sieht Russland als einzigen Feind

Salome Surabischwili sagte, es gebe derzeit keine Anzeichen dafür, dass Russland „die Absicht oder den Wunsch hat, gleichberechtigte Beziehungen zu ihren Nachbarn aufzubauen“.

Tiflis, 9. Januar./ Die georgische Präsidentin Salome Surabischwili meint, dass Georgien nur einen Feind hat – Russland. Diese Meinung äußerte sie in einem Interview mit dem georgischen Dienst des Radiosenders Radio Liberty.

„Georgien hat einen Feind“, stimmte Surabischwili zu, als der Journalist eine Analogie zwischen der Haltung der Georgier gegenüber Russland in der Mitte des 20. Jahrhunderts und heute zog. Das sagte die Präsidentin im Zusammenhang mit Erzählungen über ihren Vater Lewan, der im französischen Exil die georgische Diaspora anführte, in der es, so Surabischwili, zwar Meinungsverschiedenheiten, aber auch ein Verständnis über den gemeinsamen Feind gab.

„Vielleicht versteht das irgendjemand nicht, oder jemand will es nicht verstehen, und es passt jemandem, es nicht zu verstehen. Aber die Tatsache, dass es ihn gibt (Russland ist der Feind – Anm. TASS), ist eine Tatsache, die er nicht versteckt, und diese Tatsache ist in allem sichtbar“, fügte Surabischwili hinzu und sagte, dass nicht jeder in Georgien Russland als Feind wahrnimmt.

Surabischwili zufolge „gibt es heute keine Anzeichen dafür, dass Russland die Absicht oder den Wunsch hat, gleichberechtigte Beziehungen zu seinen Nachbarn aufzubauen.“

Im Gegenzug erklärte der russische Präsident Wladimir Putin im Oktober 2023, dass die russisch-georgischen Beziehungen jetzt ausgeglichen seien, und stellte fest, dass „sie auch ein großes Interesse an der Zusammenarbeit mit ihren Nachbarn haben“.

Am 10. Mai 2023 unterzeichnete Putin Dekrete zur Aufhebung des Flugverbots für russische Fluggesellschaften nach Georgien und zur Abschaffung der Visumpflicht für Georgier. Die russische Entscheidung löste scharfe Reaktionen der georgischen Präsidentin und der Opposition aus. Surabischwili nannte die russische Entscheidung eine „weitere Provokation“. Die Regierung und die regierende Partei „Georgischer Traum – Demokratisches Georgien“ begrüßten jedoch die Möglichkeit von Direktflügen und die Aufhebung der Visa für Georgier. Der georgische Außenminister Ilja Darchiaschwili erklärte, er begrüße die Entscheidung der russischen Führung.


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

26 Antworten

  1. Salome aus Georgien:
    Zitat Anfang
    „Vielleicht versteht das irgendjemand nicht, oder jemand will es nicht verstehen, und es passt jemandem, es nicht zu verstehen. Aber die Tatsache, dass es ihn gibt (Russland ist der Feind – Anm. TASS), ist eine Tatsache, die er nicht versteckt, und diese Tatsache ist in allem sichtbar“, fügte Surabischwili hinzu und sagte, dass nicht jeder in Georgien Russland als Feind wahrnimmt.
    Zitat Ende
    Da blickt Salome wohl vor lauter Tatsachen – verstandenen, passend nicht verstandenen, nicht versteckten, in allem sichtbare – nicht mehr durch. Oder wurde falsch übersetzt, Georgisch scheint keine einfache Sprache zu sein.

  2. Die russische Entscheidung löste scharfe Reaktionen der georgischen Präsidentin und der Opposition aus. Surabischwili nannte die russische Entscheidung eine „weitere Provokation“. Die Regierung und die regierende Partei „Georgischer Traum – Demokratisches Georgien“ begrüßten jedoch…

    Also ein Narrenschiff in voller Fahrt.

  3. Was für mich so erschütternd ist – für viele andere wahrscheinlich auch – ist dass solche Gestalten nur im Feind-Schema denken können.
    Warum brauchen diese Charaktere unbedingt Feinde?
    Ist Feindschaft für sie der einzige Lebenszweck?
    Können Sie sich nur freuen, wenn Sie jemanden vernichten können (muss ja nicht unbedingt physisch sein)?

  4. Im Westen hat Rußland eine Horde giftiger Rehpinscher und Zwergpudel, die sich für ein Rudel starker Wölfe halten, das Bären reißen kann. Zu diesen Nachbarn sind „gleichberechtigte Beziehungen“ nicht möglich. Das haben auch schon andere festgestellt.

    Sonst sollte diese Marionette von Zwergpudeln einmal auf die Landkarte schauen. Da sind Nordkorea, China, die Mongolei, Kasachstan, über das Kaspische Meer der Iran, Azerbaycan, Abchasien, Südossetien und Belarus. Nur freundliche Beziehungen.

    Ein paar Kilometer über das Wasser ist da auch Japan. Traurig und einsam am Rande Eurasiens, aber das wird schon irgendwann aus der Isolation kommen. Besondere Probleme gibt es nicht, Putin will sogar eine Brücke von Sachalin nach Hokkaido bauen. Und jenseits der Beringstraße die USA. Da waren die Beziehungen nicht gleichberechtigt, aber das haben die Russen korrigiert.

    Das schöne Georgien, die Heimat Stalins, sollte diese Marionette abwählen. Dann wären die Beziehungen gleich viel freundlicher.

    Und die Marionette hält offenbar Rußlands westliche Nachbarn, das Land 404, Litauen, Lettland, Estland, Norwegen, das nichtarische Rentiere erschießt, und Suur-Suomi, Groß-Finnland, das Ansprüche auf die Gebiete der russischen Finnvölker bis östlich des Ural erhoben hat, für bedeutender als China und den Rest zusammen.

    1. Putin will sogar eine Brücke von Sachalin nach Hokkaido bauen.

      Danke, sehr inspirierender Beitrag. Jetzt habe ich gleich mal nachgeschlagen was dort aktuell so läuft. Der erste Schritt wäre natürlich eine Brücke vom Festland nach Sachalin. Aber der Tunnel (so weit ich weiß soll es ein Tunnel werden) nach Japan, hat Potenzial. China ist gleich um die Ecke und eine Eisenbahnverbindung nach Europa, zumindest später, wenn die Zeiten wieder besser werden, wäre traumhaft.

      Zumindest für den Güterverkehr, ist ja doch ein ziemlicher Umweg.

      1. Die Eisenbahnen auf Sachalin waren in der in Japan üblichen Schmalspur 1067 mm gebaut, nur die Shinkansen (Neue Hauptlinien) haben in Japan Normalspur 1435 mm.

        In der ersten Stufe wurden die Eisenbahnen auf Sachalin umgebaut auf die russische Spur 1520 mm. Das sollte inzwischen fertig sein. In der nächsten Stufe soll eine Verbindung zum Festland gebaut werden. Ob Brücke oder Tunnel weiß ich nicht mehr, aber der Bau ist technisch kein Problem.

        Nach Hokkaido hat Putin tatsächlich von einer Brücke geredet. Aber so was entscheidet nicht der Präsident, sondern die Ings. Wenn die meinen, ein Tunnel sei besser, wird es ein Tunnel. Von Hokkaido nach Honshu gibt es bereits einen sehr eindrucksvollen Tunnel, Shinkansen, Normalspur. Ob die Japaner dort die Container umheben oder bis Tokio auf russische Spur umbauen – beides wäre machbar.

        Bis dahin gibt es die erneuerte Eisenbahn von Chasan (Хасан, RF) nach Rajin (Раджин, 라진구역, KVDR) in russischer Spur. In Rajin gibt es einen internationalen Hafen, den auch südkoreanische und japanische Schiffe anlaufen können, mit direktem Anschluß an die Trassib.

        Als Fortsetzung ist die Transkoreanische Magistrale vorgesehen. Es ist sogar schon ein Meßzug aus Südkorea durch Nordkorea gefahren, um den – laut dem Genossen Kim Jong-un – „peinlichen Zustand“ der Gleise zu untersuchen. Wegen des Diesels im Tank der Lokomotive war eine Ausnahme von den Sanktionen durch den UNO-Sicherheitsrat nötig (mein Gott). Die Verbindung nach Südkorea existiert wieder, aber durchgehende Züge können wegen mangelnder Kapazität der „peinlichen“ Strecke und politischer Schwierigkeiten nicht fahren.

        Das jetzt ist nicht normal, das wird schon alles noch gebaut, und spätere Generationen werden den Kopf verlieren, wenn die den über uns schütteln.

        Открытие участка железной дороги между станциями Хасан и Раджин
        23.09.2013
        https://ria.ru/20130923/965286143.html

  5. Polen habe ich noch vergessen, das grenzt an Kaliningrad.

    „Die russische Welt ist ein Krebsgeschwür, das die russische Gesellschaft auffrisst und eine tödliche Gefahr für ganz Europa darstellt. Es reicht daher nicht aus, die Ukraine in ihrem militärischen Kampf gegen Russland zu unterstützen. Wir müssen diese monströse neue Ideologie vollständig ausrotten.“
    – Premierminister Mateusz Morawiecki

    Russia’s monstrous ideology must be defeated
    10 May 2022
    https://www.telegraph.co.uk/opinion/2022/05/10/russias-monstrous-ideology-must-defeated/

    Solche Tiere sind für einen Bären kein Umgang.

    1. Tollwütige Tiere sind auf Abstand zu halten und wenn sie nicht geheilt werden können aus der Natur zu entfernen.
      Ist brutal aber für den Fortbestand der gesunden Exemplare unbedingt notwendig.

    2. @паровоз ИС20 578 mit Bezug auf Polen / Mateusz Moralwiecki:
      „Solche Tiere sind für einen Bären kein Umgang.“ Treffende und humorvolle Beschreibung.
      Der tief verwurzelte Hass z.B. von Morawiecki lässt sich m.E. auch zurückführen auf grundlegende religiöse Differenzen zwischen der römischen Kirche / Vatikan und allen, die sich dem Machtstreben des „Bischofs von Rom“ widersetzten. Dieser bewusst von Rom erzeugte und geförderte Streit über eine den Intellekt übersteigende Frage ( die Natur Jesu ) geht bis ins fünfte JH zurück. Der Papst / Vatikan ist DAS Beispiel schlechthin für eine faschistische, kriminelle Organisation. Alle Opponenten werden wir früher zu Teufeln erklärt, früher Bücher und Menschen verbrannt, heute Meinungen und Personen „gecancelt“.

  6. Russland muss lernen, wie man Farbrevolutionen blockiert und vor allem wie man sie rückgängig macht. Die NAziTO-Terroristen werden sicher nicht damit aufhören, Russland Selenskys, Sandus, Paschinjans und Surabischwurblis vor die Haustür zu putschen.

    1. Russland muß das nicht lernen. Die wissen längst was gespielt wird und helfen sogar anderen, wie z. B.
      Alexander Lukaschenko oderAleksandar Vučić dabei, sich gegen das Gesindel zu verteidigen.
      Bei westlich gesteuerten Marionetten ist das allerdings schwieriger. Aber noch ist keine Gefahr in Verzug.

      1. Ja, sie wissen, was gespielt wird — aber es ist noch nie gelungen, eine Farbrevolution rückgängig zu machen (ausser vielleicht 2004 bei dem 1. Putschversuch in der Ukraine, aber ich glaube eher, das haben die Ukrainer noch selbst in Ordnung gebracht), und es wurde scheinbar noch nie versucht, das Gegenteil einer Farbrevolution durchzuführen (westliche Marionette wegputschen und durch russische Marionette ersetzen).
        Dadurch haben die Na(to)zis Werkzeuge in der Hand, denen nichts entgegengesetzt werden kann.

        Kriminelle wie Sandu, Selenskyj oder Paschinjan wegputschen sollte gehen (genug Gegner im eigenen Land gibt es), wäre moralisch unbedenklich (das sind ja keine legitimen Staatschefs, sondern von den Natozis nach oben geputschte, die nicht das Volk vertreten), und würde den Natozis ihre Grenzen zeigen.

        1. Kluger Gedankengang. Eine Farbenrevolution konnte man noch nie rückgängig machen. Es sei denn unter sehr viel Blutvergießen.
          Anderseits kann man relativ leicht und ohne viel Blutzoll eine Farbrevolution verhindern; oder auch das Gegenteil in Form einer prophylaktischen eigenen, durchführen.

        2. In Venezuela wurde der Sturz von Chavez innerhalb von Tagen rückgängig gemacht, der Sturz von Morales in Bolivien hat auch nicht lange gehalten. Ortega ist auch wieder da. Wo sie sich länger halten, hinterlassen sie bleibende Spuren und lassen sich nicht wieder auf „wie vorher“ zurückdrehen.

          In Serbien wurde es halb zurückgedreht, und Georgien hat jetzt nicht mehr Saakaschwili, sondern eine schwache französische Präsidentin, die nur die Opposition hinter sich hat. Kann gut sein, daß die bald abgewählt wird. Ähnlich Biden nach dem Sturz Trumps, und Paschinjan und Sandu sind auch reichlich angezählt.

          An Assad sind sie gescheitert, in Ägypten haben sie gegenüber Mubarak nichts gewonnen, eher umgekehrt, und dazu haben sie Saudi-Arabien und Golfstaaten an Eurasien verloren. Die Türkei auch mehr oder weniger, und ähnlich wechseln in Afrika diverse Länder stillschweigend die Orientierung, und nicht nur da.

          Die Russen machen nicht in Destabilisierung, Putsch und Marionetten. Mit den Umstürzen in Mali, Faso und Niger hatten sie schon irgendwie zu tun, sie haben Alternativen zum Neokolonialismus propagiert, die ankamen. Viel geholfen hat aber Macron, der noch weit verhaßter ist als Frankreich selber.

          Mali und Niger haben aber auch gute Beziehungen zu den USA, dort vertreten durch S.E.M. „Fuck the EU“. Gerade in Niger hat die Anerkennung der neuen Regierung durch die USA die Interventionsdrohung beendet und den Rauswurf der Truppen aus der EU unabwendbar gemacht. Den Russen ist es nur recht, wenn Nuland dort geholfen hat, ein Problem zu lösen.

          Die ganze Welt dreht sich von „West“ auf „Süd und Ost“. Das ist unaufhaltsam. Die Russen haben Geduld. Warum sollten sie durch unsaubere Methoden ihre russische Seele verkaufen?

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