Daily Mail: Großbritannien hat 5,56 Milliarden Dollar für die Lieferung von 44 der insgesamt 589 Ajax Schützenpanzer ausgegeben

Die Tests der Fahrzeuge wurden aufgrund von Beschwerden hunderter Soldaten über Gehörschäden aufgrund von übermäßigem Lärm und Vibrationen ausgesetzt

Das britische Verteidigungsministerium hat 5,56 Milliarden Dollar für das gescheiterte Beschaffungsprojekt für Ajax-Schützenpanzer des US-Unternehmens General Dynamics ausgegeben, wobei nur 44 von 589 Fahrzeugen an die Armee geliefert wurden. Das berichtet die Zeitung Daily Mail.

Nach Angaben der Zeitung hatte der vor 10 Jahren unterzeichnete Vertrag einen Wert von fast 7 Milliarden Dollar. Die Tests der 38 Tonnen schweren Fahrzeuge wurden mehrmals ausgesetzt. Vor drei Jahren geschah das wegen Problemen im Zusammenhang mit der Verschlechterung des Gehörs von Besatzungsmitgliedern. Hunderte von Soldaten mussten sich ärztlich untersuchen lassen. Sie beklagten sich über Gehörschäden aufgrund von übermäßigem Lärm und Vibrationen, die auch das Schießen während der Fahrt erheblich erschwerten.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums gibt es 46 Programme, deren Fristen oder Finanzrahmen überschritten wurden. Darunter sind auch Lieferungen von Flugzeugen mit dem Langstrecken-Radarerkennungs- und Kontrollsystem E-7 Wedgetail. London hat im Jahr 2019 einen Vertrag über die Lieferung von fünf E-7 Wedgetail zu Gesamtkosten von 1,98 Milliarden Dollar abgeschlossen. Im März 2021 wurde die Zahl auf drei reduziert.

Wie bereits berichtet, hat sich die Auslieferung des Morpheus next generation of Tactical Communication and Information System (TacCIS) an die britischen Streitkräfte um fünf Jahre verzögert. Dieses System, dessen Entwicklung und Implementierung mit 4 Milliarden Dollar veranschlagt wird, sollte Mitte dieses Jahrzehnts bei der Armee ankommen, aber Experten schätzen, dass das wahrscheinlich nicht vor 2030 geschehen wird.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Antworten

  1. Ist das der grosse oder kleine Ajax? Vermutlich doch der weisse Riese mit Persilschein.
    44 Ajax für über 5,5 Milliarden lassen andeuten das viel Steuergelder in private Taschen fliessen.

    Wusste gar nicht das GB schon auf dem Niveau der Bundesregierung angekommen ist.

  2. Hui, über 126 Millionen pro Schützenpanzer. GB macht sich kriegsbereit… 🙂

    Für Korruption muss man den Krempel also nicht einmal in die Ukraine fahren. Das geht ja auch nicht, diese teuren Dinger… echte Liebhaberstücke.

  3. Wie ich immer wieder schreibe.
    Westliche Rüstung dient immer der Gewinnmaximierung, ob dabei tasächlich auch was geliefert wird oder wie sicher oder wie Langlebig das Ergebnis ist, ist nicht von Belang.

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