Ukraine

Artillerie-Koalition ohne Munition und Forderungen von Scholz: Die Ereignisse des 18. Januar

Hier übersetze ich die Zusammenfassung der Ereignisse in und um die Ukraine des 18. Januar, wie sie in der russischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde.

Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich versuche, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint.

Hier übersetze ich die Zusammenfassung des 18. Januar.

Beginn der Übersetzung:

Artillerie-Koalition mit Munitionsmangel: Die Entwicklungen rund um die Ukraine

Frankreich und die Ukraine haben die Bildung einer „Artilleriekoalition“ angekündigt, die Kiew mit Waffen und Munition versorgen soll. Der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerow erklärte, dass die ukrainischen Truppen unter Munitions- und Granatenmangel leiden und bat die westlichen Partner, Kiew bei der Lösung des Problems zu helfen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist der Ansicht, dass der Ukraine das Schicksal Afghanistans bevorsteht, da die Amerikaner und Europäer, die die Herren der Ukraine sind, nur an sich selbst denken und ihnen die Interessen des ukrainischen Volkes egal sind.

Die TASS hat die wichtigsten Ereignisse rund um die Ukraine zusammengetragen.

Verlauf der Operation

Russische Truppen haben im Laufe des Tages sechs Angriffe der ukrainischen Streitkräfte bei Kupjansk und drei Angriffe bei Krasnoliman abgewehrt, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

Zwei Punkte, an denen ausländische Söldner vorübergehend stationiert sind, sowie vier Raketen- und Munitionsdepots wurden getroffen. Im Laufe des Tages verlor der Gegner nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in allen Abschnitten bis zu 860 Kämpfer.

Raketentruppen, Artillerie und Angriffsdrohnen der russischen Streitkräfte trafen 117 ukrainische Artillerieeinheiten an Feuerstellungen, Soldaten und militärische Ausrüstung in 133 Gebieten, so das Verteidigungsministerium. Im Laufe des Tages schoss die Luftverteidigung zwei taktische Raketen vom Typ Totschka-U, eine gelenkte Fliegerbombe vom Typ JDAM aus US-amerikanischer Produktion sowie 18 HIMARS-Raketen aus US-amerikanischer Produktion und Vampire aus tschechischer Produktion ab.

Das Schicksal Afghanistans

Die Ukraine erwartet das Schicksal Afghanistans, „denn wenn du dich auf deinen Herrn verlässt und nicht merkst, dass der nur an sich selbst denkt und nicht an dich, kann man nicht erwarten, dass die Interessen deines Volkes irgendwie berücksichtigt werden“, so der russische Außenminister.

Zu Veröffentlichungen, wonach Russland und die Ukraine angeblich direkte Gespräche in Genf führen könnten, betonte Lawrow, dass es sich dabei um Gerüchte handele. „Es ist jedem klar, dass nicht die Ukraine entscheidet, wann es aufhört und sie anfängt, ernsthaft über realistische Bedingungen für die Beendigung dieses Konflikts zu sprechen“, sagte der Minister.

Lawrow ist sich sicher, dass man mit dem Westen, der daran nicht interessiert ist, über die Bedingungen für die Beendigung des Konflikts in der Ukraine sprechen muss. Das zeige sich daran, dass er Kiew „zu einem immer aggressiveren Einsatz von Langstreckenwaffen anstiftet und drängt, um sowohl die Krim anzugreifen und unbewohnbar zu machen als auch tief in russisches Kernland vorzudringen, und zwar nicht nur durch Anstiftung, sondern auch durch den Transfer entsprechender Waffen.“

Artillerie-Koalition

Frankreich und die Ukraine haben die Bildung einer „Artilleriekoalition“ angekündigt, um Waffen und Munition an Kiew zu liefern, so das französische Verteidigungsministerium in einem Kommuniqué. Das Ministerium erklärte, Paris beabsichtige, die Produktion von selbstfahrenden Caesar-Artillerieeinheiten für Lieferungen an die Ukraine zu erweitern.

Nach Angaben des französischen Ministeriums „wird die Zusammenarbeit im Rahmen der Artilleriekoalition es ermöglichen, die Lieferung von Haubitzen unter Beteiligung aller interessierten Länder zu finanzieren“. Gleichzeitig erklärte Verteidigungsminister Sebastien Lecornu dass Frankreich bereit sei, für die Lieferung von 12 der 72 Caesar-Haubitzen zu zahlen.

Die ukrainischen Streitkräfte sind mit Munitions- und Granatenmangel konfrontiert, sagte der ukrainische Verteidigungsminister. Bei der Eröffnung einer Konferenz über die Schaffung der Artillerie-Koalition bat er die westlichen Partner per Videolink, Kiew bei der Lösung dieses Problems zu helfen, und nannte die Stärkung der Artilleriekapazitäten als eine der wichtigsten Aufgaben der ukrainischen Streitkräfte.

Verzögerung der Lieferungen aus Kanada

Kanada hat die fast einjährige Verzögerung bei der Lieferung des Flugabwehrraketensystems NASAMS, das Ottawa zuvor für den Bedarf Kiews in Washington gekauft hatte, mit der fehlenden Genehmigung der USA für den Transfer des Systems erklärt, berichtet die Zeitung The Globe and Mail unter Berufung auf Quellen.

Nach Angaben der Zeitung muss Kiew, um die Flugabwehr zu bekommen, zunächst ein Abkommen mit Washington über den Kauf von US-Militärprodukten über ein Drittland abschließen. Über dieses Dokument wurde noch keine Einigung erzielt. Die Zeitung berichtet auch, dass der kanadische Verteidigungsminister Bill Blair letzte Woche ein Treffen mit US-Botschafter David Cohen hatte, bei dem er ihn bat, den Abschluss dieses Abkommens mit Kiew zu beschleunigen.

Krankenhauseinweisung durch das Rekrutierungsbüro

Wie ukrainische Medien unter Berufung auf Berichte von Einwohnern mehrerer Regionen des Landes berichteten, wird von ukrainischen Männern vor der Einweisung in ein Krankenhaus zunehmend eine Bescheinigung des Rekrutierungsbüros verlangt. Liegt keine Bescheinigung des territorialen Zentrums für Rekrutierung und soziale Unterstützung vor, weigern sich die Ärzte unter irgendwelchen Vorwänden, die Patienten in ein Krankenhaus einzuweisen.

Medien stellen fest, dass ukrainische Männer inzwischen lieber in Privatkliniken gehen, um Risiken zu vermeiden. Die Auslastung dieser Art von Behandlungseinrichtungen ist seit Herbst 2023 um 20-30 % gestiegen.

Scholz will mehr

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz ist zunehmend besorgt, dass die EU die Ukraine ohne die Unterstützung der USA finanzieren und aufrüsten muss. Deshalb will er mehr Investitionen von den Ländern der Union fordern, berichtet die europäische Ausgabe der Zeitung Politico unter Berufung auf einen Scholz nahestehenden Beamten.

Für diese Annahme spreche, so die Zeitung, dass Berlin zunehmend seine Frustration darüber zum Ausdruck bringe, dass seine militärische Unterstützung für die Ukraine die seiner EU-Nachbarn übersteige. Eine Quelle sagte Politico, dass das Thema der Unterstützung für Kiew während des Treffens von Scholz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, das für den 22. Januar geplant ist, besprochen werden soll.

Ende der Übersetzung


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

20 Antworten

  1. „Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz ist zunehmend besorgt, dass die EU die Ukraine ohne die Unterstützung der USA finanzieren und aufrüsten muss.“

    Das verstehe ich jetzt nicht.
    Die Deutsche Regierung war doch immer, mit stolz geschwellter Brust, an vorderster Front dabei, wenn es um Waffenlieferung an die Ukraine ging. Selbst als alle anderen bereits erkannt hatten, daß… usw. usf.
    Also irgendwie scheinen da wohl ziemlich viele „Schnellspanner von der Firma Langsam“ am Werk zu sein.

        1. Also. Ich muss mich da entschuldigen. Ich bin nicht in der Lage mich in die Köpfe dieser Idioten auch nur im Ansatz hineinzudenken. Diese Verbrecherbande auch nur in „normale“ Strukturen einordnen zu wollen, die tatsächlich klare Gedanken fassen könnten – auch nur könnten- macht sie schon um 100 Meter größer als sie sind.

          Wenn ich die Klapse als mögliche Lösung sehe, wenn ich mich so ausdrücke, dann geschieht das dem Grunde nach nur aus einem einzigen Grund . Nämlich nicht meine wahren Gedanken zum Ausdruck zu bringen.

          Diese Verbrecherbande, welche einen ganzen Kontinent in Gefahr bringt ausgelöscht zu werden, müsste wirklich mit PRÄVENTIV-Maßnahmen „behandelt“ werden, die endgültig sicher stellen, dass bei dem Versuch bleiben muss, weil sie einfach von der Bildfläche verschwunden sind. Sie ihr böses Werk einfach nicht vollenden können.

          Das WIE….. ist dann die Aufgabe derer, die es umsetzen müssen.

          1. Ich kann mich da deshalb so gut hineinversetzen, weil meine Ahnen alle Deutsche waren und ich
            mir die gesamte Deutsche Geschichte, hautnah aus Erzählungen, verinnerlichen durfte.
            Meine Groß- und Urgroßeltern waren selbst von all diesem Wahnsinn betroffen. Meine Großmutter
            wäre fast im KZ gelandet, weil sie es gewagt hatte, ihre Meinung zu äußern.

      1. Nicht alle, aber ein Großteil. Das Schlimme dabei ist, daß sie zutiefst obrigkeitshörig sind und
        nicht wirklich wissen, was sie da tun. Wenn morgen die Regierung sagt, alle müssen lila Gummistiefel
        tragen, weil sonst die Verdammnis droht, werden sie das selbstverständlich tun und alle bekämpfen, die das anders sehen.

        1. Ohhh neeee

          „Nicht alle, aber ein Großteil. Das Schlimme dabei ist, daß sie zutiefst obrigkeitshörig sind und
          nicht wirklich wissen, was sie da tun.“

          Entschuldige aber diese Regierenden Hornochsen wissen sher wohl was die da tun !!!!

          Was die evtl nicht wissen sind die Konsequenzen die auf diese Hornochsen zukommen werden.

    1. Alle denen, den ein friedvolles Leben am Herze liegt sollten sich grosse Sorgen machen.
      Der Herr Pistorius will Deutschland kriegstüchtig machen.
      Eine Frau Strack – Zimmermann, die stets einer umfangreichen Waffenlieferung das Wort redet und die Lieferung von Taurus Raketen an die Ukraine schon lange fordert, stimmt im Bundestag gegen einen entsprechenden Gesetzesauftrag.
      In den Reihen der ukrainischen Armee kämpfen beurlaubte Soldaten von NATO -Armeen.
      Im Gegensatz zu Polen und Finnland werden an den Grenzen der baltischen Staaten keine umfangreiche Bollwerke gegen einen vermeintlichen russischen Einmarsch aufgebaut. Solche Bollwerke sind ja auch hinderlich, wenn man selbst in Richtung Russland oder Bjelorussland marschieren möchte.
      Nicht nur Deutschland hat hier Militärkräfte in den baltischen Staaten ziemlich stark aufgebaut. Selbst das jetzige Polen lässt die Stationierung deutscher Soldaten nun zu.
      Finnland und die baltischen Staaten denken laut über die Sperrung des Finnischen Meerbusen nach.
      Die NATO startet demnächst ein mehrmonatiges Manöver an der NATO – Ostgrenze.
      Da werden wohl die Taurusraketen und viel militärisches Material nun im europakonformen Polen stationiert werden.
      Und ich kann mir vorstellen, dass die USA dem jetzt in Davos vorgetragenen Wunsch des Irak nach Abzug der Truppen durchaus nachkommt, weil wie einst bei Afghanistan, die Kampfeinheiten in Europa benötigt werden. Das angekündigte Manöver kann hierzu eine gute Kulisse sein.
      Ich sehe mit grosser Sorge den Aufbau eines provokativen Szenarios in Richtung Kaliningrad.

    1. Halte ich für sehr unwahrscheinlich.
      St. Petersburg ist rund 1000km von der ukrainischen Grenze entfernt. Daß die Ukraine überhaupt über so weit fliegendes Gerät verfügt, ist schon fragwürdig. Erst recht, das dann auch noch aus der Ferne zu steuern.
      Auf Moskau gab es zwar schon Angriffe, aber das ist ja auch nur halb so weit weg.

    2. Von Finnland, Lettland oder Estland aus? Pistorius weiß anscheinend mehr, aber art5 gilt in solchen Fällen nicht.
      Das ist auch ihr ganz großes Problem: Russland *wird nicht* angreifen, sondern ein Nato Land wird den ersten Schuss abfeuern. Dann kollabiert aber der ganze Nato art5 Firlefanz, denn es ist dann keine Verteidigung der Nato mehr, sondern Angriffskrieg bzw gewaltsame Osterweiterung.

  2. Es sind nicht
    ******************
    (…“Amerikaner und Europäer, die die Herren der Ukraine sind“…)
    *************************

    …..sondern DEREN Herren, deren Lakaien sie (teilweise enthusiastisch) sind.

    Zur Zeit sind zwei Völkermorde im Gange, und die Initiatoren gehören zum gleichen Beritt. Der dritte, an den Deutschen, ist in Vorbereitung.

    Auch Lawrov weiß das, hat aber, wie jeder Politiker, Angst vor der Wahrheit.

    Und hier in Deutschland?

    JEDER Transatlantiker ist ein Komplize der Mörder.

    1. Ja vier Monate. Es gibt Stimmen, die sagen, wenn es in dieser Zeit schlecht für die Ukraine läuft, rücken die in die Westukraine ein. Wohl nicht für Kampfhandlungen. Sollten sie aber die ukrainischen Truppen dort freisetzen, könnte man das Ganze „Operation Zahnpastatube“ nennen.

  3. @“Frankreich und die Ukraine haben die Bildung einer „Artilleriekoalition“ angekündigt,…“

    Zuerst das Abkommen der Ukraine mit UK, und nun mit Frankreich. Also für mich sieht das nach Schmieden von Koalitionen für einen großen Krieg aus. Wie wenn man zuerst möglichst unbemerkt die Seile auslegt, und dann plötzlich den Strick zuzieht. Dann sind die Seilschaften schon geschmiedet und es gibt kein Zurück mehr. So war es doch auch in den Kriegen von 1914 und 1945.

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