Propaganda

Wikipedias Kampf gegen Russland

Wikipedia hat Russland offen den Kampf angesagt, was jedoch erstaunlich wenig Schlagzeilen macht. Daher will ich hier darüber berichten.

Ich habe gestern den Artikel mit der Überschrift „Propaganda – Die russischen Wikipedia-Artikel werden in der Ukraine, Deutschland und den USA geschrieben“ veröffentlicht, in dem ich gezeigt habe, dass die russischsprachigen Wikipedia-Artikel nicht in Russland, sondern vor allem in der Ukraine und auch in einigen westlichen Ländern geschrieben werden. Das ist nicht etwa russische Propaganda, sondern das zeigen Wikipedias Statistiken. Wenn Sie den Artikel nicht gelesen haben, empfehle ich das zum Verständnis, weil ich hier zwar auch noch mal auf die Statistiken eingehen werde, aber nicht alles wiederholen kann.

Leider gibt es meines Wissens in Russland keine Journalisten, die sich ernsthaft mit Wikipedia, seiner Arbeitsweise und den Autoren beschäftigen. Interessanterweise ist das Thema in Russland weitgehend unbekannt, obwohl Wikipedia auch in Russland viel benutzt wird und Wikipedia daher auch einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung in Russland hat, weil viele Russen immer noch glauben, Wikipedia wäre eine Lexikon, dem man glauben kann.

Das ist jedoch nicht so, denn Wikipedia ist ein Instrument der US-Propaganda.

In Deutschland machen die investigativen Journalisten Markus Fiedler und Dirk Pohlmann seit Jahren einen hervorragenden Job, indem sie auf ihrem YouTube-Kanal „Geschichten aus Wikihausen“ auf die Manipulationen in der deutschen Wikipedia hinweisen und auch an vielen Beispielen erklären, wie das von wem getan wird und welche Folgen das hat. Darüber habe ich auf dem Anti-Spiegel vor einigen Jahren eine fünfteilige Artikel-Reihe geschrieben, deren ersten Teil Sie hier finden, die folgenden sind jeweils verlinkt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass das, was Fiedler und Pohlmann über das deutsche Wikipedia herausgefunden haben, auch in allen anderen Ländern und Sprachen exakt genauso funktioniert.

Wikipedias Autoren

Wer die Autoren und auch wer die höheren Hierarchien bei Wikipedia sind, ist nicht bekannt, weil die alle unter Pseudonymen arbeiten. Fiedler und Pohlmann haben die Identitäten vieler dieser anonym unter Pseudonymen arbeitenden Heckenschützen im Informationskrieg aufgedeckt. Es handelt sich dabei teilweise um hyperaktive Schreiber, die jeden Tag (auch an Wochenenden und Feiertagen) oft rund um die Uhr in der Wikipedia schreiben. Selbst wenn wir annehmen, dass das alles Arbeitslose ohne Sozialkontakte sind, müssen auch solche Leute ab und zu mal schlafen. Manche arbeiten anscheinend aber tatsächlich rund um die Uhr.

Daraus ergeben sich für mich zwei Fragen: Erstens, werden sie dafür bezahlt, praktisch Vollzeit und ohne freie Tage für die Wikipedia zu schreiben (und wenn ja, von wem)? Zweitens: Verbergen sich hinter einem Pseudonym vielleicht in Wirklichkeit nicht einzelne Schreiberlinge, sondern Gruppen von Autoren?

In einem Gespräch mit der Journalistin Helen Buyniski, die im englischsprachigen Raum zu Wikipedia recherchiert, haben Fiedler und Pohlmann zum Beispiel erfahren, dass über den Internetzugang eines hyperaktiven britischen Wikipedia-Autoren mehrere Wikipedia-Autoren geschrieben haben. Ich will nicht auf all die Details eingehen, die bei dem Gespräch ans Licht gekommen sind, bei Interesse können Sie es sich hier auf Englisch oder hier mit deutscher Übersetzung anschauen.

Hyperaktive Schreiber auch auf Russisch

Nachdem mein gestriger Artikel online gegangen ist, habe ich mit Markus Fiedler Kontakt gehabt und er hat mich auf zwei Dinge aufmerksam gemacht. Da er ständig zur Wikipedia recherchiert, ist ihm an dem Screenshot der Wikipedia-Statistik, den ich gestern gepostet habe, etwas aufgefallen.

Wie man sieht, werden darauf nur die Autoren angezeigt, die im August zwischen fünf und 99 Mal in der russischsprachigen Wikipedia aktiv waren (siehe links unten). Daher fragte Markus mich, wie es mit Autoren aussieht, die im August mehr als hundert Mal in russischen Wikipedia-Artikeln geschrieben haben. Und siehe da, es gibt 380 solche hyperaktiven Autoren auch in der russischsprachigen Wikipedia, und wieder sitzen die meisten von denen in der Ukraine.

Man kann sich das auch als Tabelle anzeigen lassen, die sieht so aus.

Es gibt also hunderte professioneller Wikipedia-Schreiber, die vor allem in der Ukraine, aber auch in anderen westlichen Ländern, sitzen und die russischen Artikel der Wikipedia bearbeiten. Da Wikipedia leider auch in Russland von vielen benutzt wird, hat das natürlich Einfluss auf die öffentliche Meinung in Russland, die auf diese Weise in die pro-amerikanische Richtung beeinflusst werden soll.

Wikipedia vs. Russland

Das zweite, was Markus Fiedler mir erzählt hat, war auch für mich neu. Also erzähle ich es Ihnen nun.

Die russische Regierung ist sich des Problems Wikipedia bewusst und weil in Russland Lügen über das russische Militär unter bestimmten Umständen unter Strafe gestellt wurden (die Details dazu können Sie hier nachlesen), haben die russischen Behörden sich für die Identitäten der dreistesten Lügner auf Wikipedia interessiert.

Wenn Wikipedia-Einträge gegen Gesetze verstoßen, kann ein Land bei Wikipedia darum bitten, Informationen über den User zu bekommen, der das verfasst hat. Und normalerweise arbeitet Wikipedia mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen. Die russischen Behörden haben also bei Wikipedia um Informationen gebeten und die Reaktion von Wikipedia war interessant.

Anstatt den russischen Behörden die vorhandenen Informationen über die User zukommen zu lassen, hat die Wikipedia alle öffentlich sichtbaren User-Informationen über auf Russisch schreibende Wikipedia-Autoren gelöscht. Das ist ein einmaliger Vorgang, das hat Wikipedia noch nie und in keinem Land getan. Jeder kann es überprüfen, denn wenn man einen Wikipedia-Artikel öffnet, kann man sich die Versionsgeschichte des Artikels anschauen. Wer auf die Versionsgeschichte klickt, kann sehen, wer den Artikel wann bearbeitet hat und was dabei geändert wurde. Man kann sich so auch ältere Versionen von Wikipedia-Artikeln anschauen.

Auf Russisch geht das nicht mehr, denn da, wo in anderen Sprachen zu sehen ist, wer den Artikel bearbeitet hat, steht auf Russisch nun „Name des Autoren gelöscht“ (имя автора стёрто), wie ich im Screenshot anhand des russischen Wikipedia-Artikels „Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022“, wie es bei Wikilügia heißt, zeige.

Die Ukraine hat einen Vertrag mit Wikipedia

Dass Wikipedia so vorgeht, ist auch nicht überraschend, denn schon im April 2020 hat die Pressestelle des ukrainischen Außenministeriums angekündigt, dass Kiew Wikipedia-Artikel über die Ukraine, die der ukrainischen Regierung „nicht-objektiv“ erscheinen, verändern will. Dazu hat das ukrainische Außenministerium eine Zusammenarbeit mit der ukrainischen Sektion der Wikimedia-Foundation verkündet, die Wikipedia gegründet hat und es kontrolliert.

Laut dem ukrainischen Außenministerium ist das Ziel der Kampagne, dass die teilnehmenden Wikipedia-Autoren „Desinformationen über die Ukraine“ bekämpfen und in den Artikeln über das Land die „russische Aggression“ herausheben. Dabei geht es nicht nur um das ukrainische Wikipedia, sondern um „Artikel in verschiedenen Sprachen“. Schon 2020 wurde also kaum verhohlen verkündet, dass Kiew auch russische Wikipedia-Artikel bearbeiten will, zumal Russisch die Muttersprache vieler Menschen in der Ukraine war und ist.

Schon im Mai 2020 sollten die ukrainischen Autoren im Rahmen des „Monats der ukrainischen Diplomatie“ Abschnitte über die „russische Aggression“, die Integration der Ukraine in die EU und die Nato und andere politische Themen „ausbessern“.

Die Tatsache, dass die Wikimedia-Foundation in diesem Projekt als Partner der ukrainischen Regierung fungiert, zeigt deutlich, dass Wikipedia eben kein „basisdemokratisches Onlinelexikon“ ist, sondern eine von oben gelenkte Struktur hat, in der letztlich die Wikimedia-Foundation entscheidet, was „wahr“ ist und was nicht. Bei Wikipedia findet man keine objektiven Informationen, sondern die Narrative der US-Propaganda.

Daher ist Wikipedia nichts anderes als eine PR- oder Propaganda-Plattform im Kampf der US-Regierung gegen Russland. Wikipedia ist keine neutrale Quelle für Informationen, sondern eine Waffe im Informationskrieg.


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

33 Antworten

  1. Sie lügen nicht für die Gegenwart, sie Lügen für die Zukunft, da in der Zukunft niemand mehr weiß wie es wirklich war und somit das geschriebene Wort zur Wahrheit wird.
    So machen sie das auch in der Presse. Da wird von einer nicht existierenden Hitzewelle geschrieben, aber bereits in weniger als 5 Jahren weiß niemand mehr wie das Wetter wirklich war und somit hatten wir dann 2023 eine Hitzewelle, die es niemals gab, es aber in den Archiven der Medien so steht.

  2. „Die russische Regierung ist sich des Problems Wikipedia bewusst und weil in Russland Lügen über das russische Militär unter bestimmten Umständen unter Strafe gestellt wurden (die Details dazu können Sie hier nachlesen), haben die russischen Behörden sich für die Identitäten der dreistesten Lügner auf Wikipedia interessiert.“

    👍👍👍
    Das die Wiki-Lügner die Zusammenarbeit verweigern war ja klar, aber vielleicht schafft es ja der FSB die Banditennester endgültig auszuheben!

    1. >>> Markus Fiedler mir erzählt hat, war auch für mich neu. Also erzähle ich es Ihnen nun.<<<

      Interessant ist ja der Satz vor dem von ihnen eingestelltem Zitat von Thomas Roeper.

      Woher weiss Fiedler was die russische Regierung mit/bei Wikipedia macht ?

      Doch egal.

      Man schreibt ja schon laengere Zeit darueber, dass die Russen selbst sich ein Wiki schreiben.

      Insoweit scheint es ja auch Kommunikation der Russen mit dem Rechercheteam zu geben. Im Ergebnis bleibt den Russen gar nichts uebrig, als Wikipedia in Russland zu sperren.

      Problem ?

      Ich sehe da keines.

      1. Fuer mich- oder sicher auch fuer so manch andere hier- hat WIKI schon seit 2014 nur noch einen gewissen Unterhaltungswert, da ja jedem dem die Situation in der Ulkraine auch beruflich interessierte sehr schnell klar wurde, dass die Politik die Finger im Spiel hatte.

        Doch JETZT ist das Thema natuerlich fuer Roepers RUSSISCHE Seite, bzw. Blog natuerlich sehr interessant wenn man bedenkt, dass logischerweise die Russen sicher werden auch oeffentlich reagieren, wenn nicht sogar dann tatsaechlich den Mist sperren.

  3. Na – nun hoffe ich doch, daß auch hier so einige wiki-lügi-Nutzer mal ein bischen kürzer treten, wenn sie ihren klassischen Unsinn auch noch mit wiki-blöök „beweisen“ wollen, unsere Abneigung gegen dieses Propaganda-Instrument sollte ja nun hinlänglich bekannt sein – und wird nun auch immer mehr faktisch von mehreren Seiten untermauert. 😝😎

    Es lebe das gute alte Buch!!

    1. @VladTepes

      Wenn aber sogar bei Wikipedia Artikel erscheinen, die sich kritisch mit der Politik der USA, der Ukraine und der bundesdeutschen Politiker auseinander setzen, dann sind solche Artikel doch besonders glaubwürdig.

      Wikipedia hat z.B. Anfang April 1999 auf den Hufeisenplan hingewiesen, mit dem Scharping mit angeblichen Greueln der Serben den Jugoslawien-Krieg zu legitimieren versuchte.

      [https://de.wikipedia.org/wiki/Hufeisenplan#Glaubw%C3%BCrdigkeitsverlust_der_Regierung_ab_Anfang_April_1999]

      Oder im Artikel über die Otpor-Aktivitäten, mit denen in Serbien, Georgien, Ukraine, Weißrussland und Venezuela Farb-Revolutionen inszeniert wurden um einen von den USA gewünschten Regime-Change in diesen Ländern einzuleiten.

      [https://de.wikipedia.org/wiki/Otpor!#Otpor-Aktivit%C3%A4ten_in_verschiedenen_Staaten]

  4. einer der bekanntesten Autoren die Artikel in Wikilügia verändern konnten und verändert haben war der „Lachende Türke“ der damals für die TAZ gearbeitet hat: Deniz Yücel jetzt Vorsitzender der PEN den die Regierung Merkel BRD aus dem Gefängnis in der Türkei freigekauft hat mit Waffenlieferungen… ich weiß nicht ob er noch da arbewitet, habe mich nicht mehr damit beschäftigt. Das war einer der fleißigsten Veränderer oder gar Löscher in Wikilügia

  5. Das Wiki kein neutraler Boden ist, muss vielen klar sein. Leider ist die Jugend hier nicht so wählerisch unterwegs. Ist es doch sehr einfach mit „copy/paste“ die echte Recherche einfach sein zu lassen und in Zukunft dann noch mit etwas „Chat GPT-3 (oder 4)“ anzupassen. Da macht sich doch keiner mehr die Mühe einer echten Recherche.

    Durch die Massenhypnose, die ja bereits auch schon in den Schulen anfängt und bei uns und der ganzen EU durch Weglassen, Umdeuten und oder Culture-Cancelling einfach ins bewusstseinsfördernde Nirvana geschickt werden, werden unsere Kinder nicht verstehen können das auch Länder, die sich ausserhalb unserer Blase bewegen doch sehr normale und charakterlich gute Individuen beherbergen. Das war schon damals so… welche nicht private Schule bietet denn Russisch (auch nur als Drittsprache) an. Oder vertieft russische Geschichte? Wer weiß was über indische Geschichte, oder chinesische? Huch, da könnte man ja was über die schlafenden Riesen lernen, namens Ausbeutung, Apartheid, Kolonialismus und Rassismus. Das gab es in der westlichen Welt sehr häufig und die Länder haben das nicht vergessen. Wir lernen hauptsächlich Geschichte unseres eigenen europäischen Landes und über das Mittelalter hinaus (auch hier wenig zu finden über unsere direkten Nachbarn). Auch die Ukraine spielt keine Rolle. Wir maßen uns aber an diesen Vielvölkerstaat für „westlich“ zu halten und vergessen dabei den gesamten Osten. Wir vergessen, das großpolnische Reich und seine aktuellen Ambitionen. Vielleicht hat es in der Schule auch nie eine Rolle gespielt. Vielleicht sollte das Fach Geopolitik eingeführt werden. Das wäre wenigstens ehrlich und man könnte die Einflusssphären heute etwas besser auseinanderhalten. Aber indem man das Volk dumm lässt, kann man ja alles so drehen und wenden, wie es einem passt. Geschichte wird einfach angepasst. Läuft ja schon hervorragend in der Ukraine!

    Russland tut das einzig Richtige. Es investiert in die Jugend und in die BRICS+. Ich gratuliere dem russischen Volk für diese Weitsicht und hoffe, dass andere dieser Idee möglichst bald folgen mögen. Jugend die zusammenarbeitet, schiesst nicht auf einander. Kultur, die ein gegenseitiges Verständnis in der Schule entwickelt, kann Desinformation und Einflussnahmen erkennen und frühzeitig bekämpfen. Jugend, die ein gesundes Miteinander erlebt, bildet Empathie und Synergieen, die sich später auf dem Arbeitsmarkt widerspiegeln werden. Egal, was meine Wähler dabei denken! Ich habe fertig…

    Hier aus diesem Anlass noch einen Link, den ich hier einpflegen möchte. Anscheinen werden auch deutsche Delegationen gesucht (was ich kaum glaubem mag). Es zeigt aber um so mehr, wie unvoreingenommen der russische Präsident so eine Unternehmung angeht. Ich bin leider zu alt dafür, sonst wäre ich sicher dabeigewesen…

    Link: https://fest2024.ru/en

    1. « welche nicht private Schule bietet denn Russisch (auch nur als Drittsprache) an. Oder vertieft russische Geschichte? Wer weiß was über indische Geschichte, oder chinesische? »

      Sprachliche Diversität wird überhaupt nicht mehr gefördert. Auch die Geschichte des eigenen Landes wird nicht gelehrt, sondern nur ein Abklatsch davon aus dem Lehrbuch des Feindes. Über die Geschichte anderer Länder erfährt man auch zu wenig, um die Geschichte Europas begreifen zu können. Im wesentlichen habe ich den Geschichtsunterreicht erlebt als eine dumpfe Indoktrination zur Demokratie, wo die Französische Revolution glorifiziert und vor allem das deutsche Nationalbewußtsein abgetötet wird.

      1. @ Lumi

        „Sprachliche Diversität wird überhaupt nicht mehr gefördert. “

        Naja, die Rudoph-Steiner Schule macht da noch einen kleinen Unterschied. Ich werde Ihr bis an mein Lebensende dafür dankbar sein…

  6. Fehlentwicklungen bei Wikipedia aufzuzeigen finde ich ersteinmal gut und richtig. Allerdings würde ich mich schon fragen, welches Verlagslexikon denn jemals nicht Parteiansichten einer bestimmten Gesellschaft oder politischer Herrschaftsverhältnisse in ihr abgebildet haben soll, ähnlich wie es Zeitungen tun. Es braucht immer (echte) Medienkompetenz, würde ich sagen.

    1. @Herr Hase

      Jedes gedruckte Lexikon unterläuft Fälschungsversuche das man ja nicht 24/7/365 willürlich verändern kann.

      Ein Buch in die Hand nehmen hat natürlich auch andere positive Effekte für kognitive Kompetenz.

    2. Sicher, so was gibt das. Mein DTV-Brockhaus von 1968 hat eine recht eurozentristische Sichtweise. Aber davon ab in der Sprache sachlich und in der Darstellung recht ausgewogen. Wikipedia hat den enzyklopädischen Stil verlassen und ist zu einer Propagandaorgel geworden. Wobei politische und ideologische Reizthemen in Wikipedia Deutsch besonders schlimm sind. Zu „harmlosen“ Themen gibt es immer noch brauchbare Artikel, und Wikipedia Englisch und in weiteren Sprachen ist weniger schlimm.

      Wikipedia Russisch ist erstaunlich, weil es viele Artikel von Wikipedia Deutsch übernommen hat. Über russische Ereignisse findet man da nichts Russisches, sondern die gleichen Belege deutscher und anderer westlicher Lügenpressen.

      1. Wikipedia Englisch ist zur deutschen und allgemeinen Geschichte des 20.Jh. eine einzige Zumutung der verlogensten und heuchlerischsten Art. Absolut und komplett unbrauchbar, es sei denn natürlich, man will wissen, was die westlich-orthodoxe Propaganda zu einem Thema ist.

    3. Medienkompetenz ist immer gut, aber:
      Im Gegensatz zu den klassischen Lexika wird die Wikipedia allerdings (und angeblich) von „uns allen“, also der Teilmenge der Freiwilligen, geschrieben.
      (Waere dem tatsaechlich so, saehe es dort natuerlich anders aus.)

  7. Seit vielen Jahren nutze ich Wikipedia nicht mehr und das nicht mal, um ein Kochrezept nachzuschlagen, da dabei garantiert nur grün-rote globalistische Grütze bei herauskommt.

    Wikipedia ist auf meiner schwarzen Liste ganz ganz weit oben.

  8. Das Wikipedia politisch gesteuert wird, habe ich erstmals durch Jan Bönermann erfahren. Politiker können gegen Geld positive Eintragungen vornehmen lassen, oder nehmen die Eintragungen gleich selbst vor.
    So wie unseren Medien, glaube ich Wikipedia auch nichts mehr.
    Die vielen Änderungen unter einem Beitrag, sagen ja schon genug aus.

  9. Der Westen ist leider über Jahrhunderte hinweg bis tief ins Mark durchheuchelt, da wird fürchte ich keine Reparatur mehr möglich sein. Als einzige Chance sehe ich eine grundsätzliche Tiefenreinigung, und die ist denk ich eh schon initialisiert …

  10. « … in Russland keine Journalisten, die sich ernsthaft mit Wikipedia, seiner Arbeitsweise und den Autoren beschäftigen. … Thema in Russland weitgehend unbekannt … viele Russen … glauben, Wikipedia wäre eine Lexikon, dem man glauben kann. »

    Leider muß man immer wieder feststellen, daß viele Russen extrem naiv unterwegs sind, die Geschichte ihres eigenen Landes nicht kennen und auch jene der zwei Weltkriege gegen Deutschland nicht verstanden haben, weil sie offenbar ihr eigenes Land darin nur als Opfer zu sehen gelernt haben.

    Besonders verstörend sind dabei Vorstellungen von einem hehren oder zumindest vorbildhaften Westen. Da fragt man sich, was die russischen Behörden eigentlich als Ziel der schulischen Erziehung ansehen. Vielleicht gibt es gar keine Ziele, so daß Massenmedien wie Wikipedia leichtes Spiel haben.

  11. Es wäre doch interessant zu wissen, ob diese Wikipedia-Autoren in NGOs sitzen, die von der „Open Society Foundation“ finanziert werden. Soros ist ja bekannt dafür, dass er viel Geld in „Medienarbeit“ investiert.

  12. Meine dringende Empfehlung: Benutzen Sie für Ihre Recherchen seröse Quellen!
    Selbst als Stichwortgeber taugt dieses linke Ideologieprojekt nichts.
    Vergeudete Zeit, sich damit zu befassen.

  13. Was ich nicht verstehe, ist, warum um Wikipedia so ein Aufsehen gemacht wird.

    Wikipedia ist ein gescheitertes Lexikonprojekt,
    da W. zu einem Propagandainstrument der USA verkommen ist.

    Warum sich viele darüber aufregen, bzw. W. überhaupt noch ernst nehmen, ist mir ein Rätsel.
    Klar, es ist ein US- / Propagandainstrument der Westlichen Verbrecherbande.
    Aber schließlich gibt es davon etliche, und auch dass das ein hoher Prozentsatz in der Westlichen Hemisphäre nicht wissen / verstehen, ist mir auch klar.

    Ich nutze W. schon seit Jahren nicht mehr, wozu auch die Beiträge von Wikihausen / Herrn Fiedler und Herrn Pohlmann beigetragen haben.

    Ich bin jedoch auch nicht so bekannt / stehe nicht in der Öffentlichkeit, dass ich eine eigene Seite auf W. hätte.

    Wenn die Welt multipolar – immer multipolarer – wird, müssen die ganzen Einrichtungen, Organisationen, die ganzen Strukturen – wie UNO, OSZE, IWF, OECD usw. – sowieso wieder neu aufgebaut oder mindestens saniert, bzw. neue Organisationen geschaffen werden, da im alten System alles von der US-Fäulnis durchsetzt ist: und das betrifft auf die Wikipedia.

    1. Und noch eine Ergänzung:
      im Westen leben die Menschen in einer Propagandablase: ihre Werte sind häufig auf den Kopf gestellt, und viele merken es gar nicht.

      Aber was hat Russland und viele andere Länder der Welt damit zu tun? – Antwort: gar nichts.
      Der Westen sabotiert sich selbst mit seiner dummen Propaganda: mit Höchstgeschwindigkeit zum Ziel: dem Abgrund.

  14. Personenbezogene Argumente oder Ad-hominem-Argumente nennt man Fehlschlüsse, die auf die Position des Sprechers oder der Sprecherin oder auf eine konkrete Person zielen, statt das Argument selbst zu beachten oder zu entkräften.

    Klar ist, Wikipedia ist kein wissenschaftliches Medium. Der Herkunft von Autoren belegt für sich aber keine inhaltlichen Fehler von Artikeln oder deren Umfang. Um Belege für fehlerhafte Artikel bemüht sich der Beitrag hier gar nicht erst, er begnügt sich mit impliziten Desinformationsvorwürfen, damit sich die Kommentatoren im Anschluss gegenseitig in ihrer Haltung zur „westlichen Lügenpresse“ auf die Schulter klopfen können.

    TLDR: Angriffe auf Absender von Informationen wirken sehr schnell wie ein Versuch, eine Sachdebatte zu umschiffen.

  15. Wikipedia ist nicht das erste nicht-objektive Lexikon, das Bertelsmann Lexikon und die Brockhaus Enzyklopädie waren vor der Einführung des Internet ebenfalls politisch rechts aufgestellt, wobei hier politisch rechts in seiner ursprünglichen Bedeutung verstanden wird, das heißt dass Skepsis an der Wirksamkeit von mRNA-Impfstoffen nicht ausreichen um Menschen als politisch rechts einzustufen.

  16. Habe heute morgen nach den Lebensdaten des russischen Dichters Michail Lermontow gesucht. Sehr offensichtlich war der Artikel in Lettland verfasst oder zumindest zuletzt bearbeitet: es wird ein kritischer Kommentar des lettischen Nationaldichters „Rainis“ zur russischen Dichtung zitiert – die Russen hätten ihre Volkskultur nicht genügend ausgeschöpft. Hm-m klar, die Volkskultur (also Sagen, Volkslieder usw.) ist bedeutsam, allerdings vor allem für Völker, die keine Dichter von Weltbedeutung hervorgebracht haben. Im deutschen Sprachraum wären dann zB Achim von Arnim und Clemens Brentano die echten deutschen Dichter. Goethe, Schiller und speziell bei den Russen beliebt: Heinrich Heine würden verunglimpft, was letzterem als blutmässiger Jude ja schon passiert ist. Es ist ein Wahnsinn, wie und wo überall Hass gesät wird.

  17. Mittlerweile sind einige Länder aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ nicht mehr einsehbar, inklusive Russland. Ich konnte noch einen Screenshot sichern, der ohne den ausgegrauten Ländern ist.

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