Die "pro-ukrainische Gruppe

Was die Nord-Stream-Sprengung mit Kaperfahrten zu tun hat

Die Geschichte mit der "pro-ukrainischen Gruppe", die die Nord Streams gesprengt haben soll, erinnert an alte Zeiten aus einem anderen Jahrhundert.

Eine Korrespondentin der russischen Nachrichtenagentur TASS hat eine sehr interessante Analyse über die Nord-Stream-Sprengung durch die angebliche „pro-ukrainische Gruppe“ geschrieben und am Ende ihres Artikels daran erinnert, dass solche Aktionen, bei denen Gegner in Friedenszeiten wirtschaftlich geschädigt wurden, indem man sich auf angeblich unabhängige Kräfte berief, in der Geschichte ein Vorbild haben. Ich habe die interessante Analyse übersetzt, da sie auch sehr interessante Fakten über die Profiteure der Explosionen in der Ostsee enthält.

Beginn der Übersetzung:

Die „pro-ukrainische Gruppe“ oder wie die Amerikaner Kosaren spielen

Denis Dubrovin, Leiter des TASS-Büros in Belgien, über die Sabotage von Nord Stream und die Informationskriege darum

Die Version in der New York Times und der „Zeit“ über die „pro-ukrainische Gruppe“, die hinter dem Angriff auf die Pipeline steckt, sieht fast wie ein Lehrbeispiel für eine Medienkampagne zur Schadensbegrenzung aus. Das heißt, wie eine organisierte Reihe von Provokationen, um den Verdacht von den wahren Schuldigen abzulenken. Ihr Ziel ist es in der Regel nicht einmal, die öffentliche Meinung davon zu überzeugen, dass sie der Wahrheit entsprechen sondern einfach nur, die Diskussion von den drei Hauptfragen abzulenken, mit denen sich ein Ermittler konfrontiert sieht: Wer hatte das Motiv, wer hat davon profitiert, wer hatte die praktischen Möglichkeiten, die Tat zu begehen?

Stattdessen wird dem Leser etwas anderes präsentiert: Wusste der ukrainische Präsident Wladimir Selensky von dem Terroranschlag, der angeblich von seinen Anhängern verübt wurde? Offenbar soll diese konstruierte Frage folgende These in den Köpfen der westlichen Wähler verankern: „Der Terrorakt ist eine undurchsichtige Geschichte, wie alles, was die Ukraine betrifft, also können die Schuldigen sowieso nicht gefunden werden.“

Meines Erachtens sind die Antworten auf alle drei Fragen in dem am 8. Februar veröffentlichten Enthüllungsartikel von Seymour Hersh ziemlich genau formuliert. Er behauptet, dass die Bombe von US-amerikanischen Spezialisten mit aktiver Unterstützung ihrer norwegischen Kollegen unter dem Deckmantel der NATO-Übung Baltops im Juni 2022 platziert wurde, wobei die Entscheidung zum Angriff von der US-Regierung getroffen wurde.

Diese Recherche mit Insider-Informationen ist bereits sehr ausführlich behandelt worden. Ich schlage jedoch vor, auf einige öffentlich zugängliche Daten zu achten, die jeder überprüfen kann und für die keine „Geheimdienstquellen“ erforderlich sind.

Bidens Versprechen

„Wenn Russland einmarschiert… und das bedeutet, dass Panzer oder Truppen die ukrainische Grenze überschreiten, wird es kein Nord Stream 2 geben. Wir werden dem ein Ende setzen“, sagte US-Präsident Joe Biden auf einer Pressekonferenz in Washington am 7. Februar 2022. Auf die Frage, wie die USA das zu tun gedenken, da die Pipeline unter deutscher Zuständigkeit steht, fuhr er fort: „Ich verspreche Ihnen, wir können es schaffen.“

Falls jemand diese Aussage überprüfen möchte, der englische Text, die Videoversion ist in jeder Suchmaschine in drei Sekunden mit den Worten biden nord stream no longer auffindbar.

NATO-Übung

Die NATO-Übung Baltops 2022 endete am 17. Juni 2022 in der deutschen Stadt Kiel. Am selben Tag gab die NATO eine Mitteilung über die Manöver heraus. Zu den Teilnehmern gehörten 16 NATO- und Partnernationen, darunter die USA und Norwegen, wie Hersh erwähnte.

Das Szenario des Manövers umfasste „komplexe Verfahren für die Tiefseerettung von U-Boot-Besatzungen“ und testete „die neuesten Fortschritte in der Technologie unbemannter Unterwasser-Minenräumfahrzeuge in der Ostsee, um ihre Wirksamkeit in Einsatzszenarien zu beweisen.“ Die Einsatzkräfte der Übung „durchstreiften die Ostseeregion und übten das Aufspüren von Sprengkörpern, den Einsatz und die Räumung an kritischen Schifffahrtsknotenpunkten.“

Mehr noch: Der Kommandeur der Übung, US-Konteradmiral John Menoni, wies darauf hin, dass die Übung „mehrere Momente umfasste, in denen unsere Streitkräfte die Grenzen bekannter Kriegsführungstechniken und neuer Technologien auf See und an Land ausreizten.“ Macht das nur bei mir den Eindruck, dass der Admiral mit einer äußerst schwierigen Operation oder Leistung prahlen wollte, aber nur dies sagen durfte?

Vielleicht ist das nur Spekulation, aber ich betrachte das Gesamtbild. Die NATO-Pressemitteilung sagt faktisch Folgendes: Die USA und Norwegen haben sich aktiv an der Baltops-Übung beteiligt. Teil dieser Manöver waren hochentwickelte Tiefsee-Sprengstoffeinsätze. Die Manöver fanden in kritischen Gebieten der Ostsee statt. Ihre Teilnehmer haben etwas getan, was noch nie zuvor gemacht wurde. Der Kommandeur hielt es sogar für nötig, das in der Pressemitteilung zu betonen.

„Langweilige“ Zahlen

Vor Beginn der Militäroperation stammten 45 Prozent der EU-Gasimporte aus Russland. Wer profitierte am meisten von der Reduzierung der russischen Gaseinkäufe durch die EU-Länder? Es wird angenommen, dass die USA davon profitiert haben, und das stimmt auch zum Teil, denn die US-Exporte nach Europa haben sich fast um das 2,5-fache erhöht und nähern sich 50 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2022 gegenüber 21 Milliarden im Jahr 2021. Das sind jedoch weniger als 10 Prozent der gesamten Gaseinfuhren der EU.

In absoluten Zahlen ist Norwegen der Hauptprofiteur. Im Jahr 2022 wurde es der größte Gaslieferant der EU und Großbritanniens und hat die EU-Länder mit 122 Milliarden Kubikmetern Gas beliefert, was einen neuen Rekord darstellt. Es ist auch das erste Mal in der Geschichte, dass Norwegen Russland als größter Gaslieferant der EU überholt hat. Während Norwegen im Jahr 2022 20 Prozent der europäischen Gasimporte in die EU lieferte, stiegen seine Exporte nach Angaben der EU-Kommission in den ersten 11 Monaten des Jahres 2022 um fast ein Viertel auf 24,93 Prozent (der Anteil Russlands lag bei 24,65 Prozent).

Darüber hinaus hat die Nord-Stream-Sabotage selbst zu einem Anstieg der Börsenpreise für Gas in der EU geführt, der sich jedoch vor dem allgemeinen Hintergrund nicht so stark bemerkbar machte, aber den Exporteuren zusätzliche Gewinne in Höhe von mehreren Dutzend Millionen Dollar bescherte.

Was Menschen beobachten

„Noch zwei Jahre so wie jetzt, und jede zweite Familie in Norwegen wird einen Lamborghini in der Garage stehen haben“, sagte mir ein bescheidener norwegischer Geschäftsmann. „Die Einnahmen aus dem Gas- und Ölhandel sind in die Höhe geschnellt, Europa ist bereit, alle Mengen zu übernehmen“, fügte er hinzu. „Wir haben [NATO-Generalsekretär Jens] Stoltenberg immer für einen Looser gehalten, der [während seiner politischen Karriere in Norwegen] zunächst gegen die NATO kämpfte, dann versuchte, Norwegen in die EU zu ziehen, und schließlich als Trostpreis den Posten des Generalsekretärs erhielt. Aber jetzt erkennen wir, dass das nicht der Fall ist. Dieser Konflikt war ein Segen für die norwegische Wirtschaft, und es wäre nur fair, wenn Stoltenberg nach seiner Rückkehr aus Brüssel die Zentralbank leiten würde.“

Vor den Augen

Es stellt sich heraus, dass man, ohne auf geheime Quellen zurückzugreifen, wie es der amerikanische Enthüllungsjournalist Hersh getan hat, zu dem Schluss kommen kann, dass die USA und Norwegen die politischen und wirtschaftlichen Motive hatten, um die Sabotage zu begehen. Darüber hinaus verfügen sie über die dafür notwendigen Instrumente – einige der weltbesten U-Tiefseespezialisten und ein ganzes Militärbündnis, dessen Führung vollständig unter ihrer Kontrolle steht. Kaum jemand würde bestreiten, dass die USA auch über die medialen Ressourcen sowie über die politischen und diplomatischen Druckmittel verfügen, um sich jeder Verantwortung zu entziehen.

Hinzu kommt, dass es der US-Präsident war, der acht Monate vor dem Angriff offen versprochen hat, dass die USA die Pipeline zerstören würden.

All das verleiht den Schlussfolgerungen der Hersh-Untersuchung zusätzliches Gewicht und lässt die Version der „pro-ukrainischen Gruppe“ noch zweifelhafter erscheinen.

Schadensbegrenzung

Seit der Veröffentlichung der Seymour-Hersh-Recherche am 8. Februar gab es in Washington, Brüssel und Berlin kaum Reaktionen (oder sie wurde einfach als Spekulation bezeichnet). Viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, hatten den Eindruck, dass die Arbeit des renommierten Journalisten totgeschwiegen wurde.

Wären die bevorstehenden US-Wahlen nicht gewesen, hätte das vielleicht ausgereicht, aber der politische Kampf und die immer schärfer werdenden Angriffe der Republikaner auf die Regierung Biden haben den Versuch erzwungen, die öffentliche Aufmerksamkeit zu verlagern oder zumindest die Debatte zu fragmentieren. In dieser Situation musste man offenbar auf die Instrumente der Medien zurückgreifen, um den Schaden der Hersh-Recherche zu kontrollieren oder zu mildern.

Die belgische Journalistin und Expertin für internationale Politik Tania Hatimi teilte ihre Beobachtungen darüber mit, wie das geschah. Sie vermutete, dass das Informationsleak in der New York Times und der „Zeit“ am 3. März auf höchster Ebene zwischen den USA und Deutschland während des Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz in Washington vereinbart wurde, wobei alle wichtigen Ereignisse hinter verschlossenen Türen stattfanden:

„Die Gleichzeitigkeit der Veröffentlichungen auf beiden Seiten des Atlantiks über die unabhängige pro-ukrainische Gruppe, die angeblich für den Angriff auf die Nord-Stream-Pipelines verantwortlich ist, lässt vermuten, dass es sich um eine organisierte Medienkampagne handelt, die einzig und allein zu dem Zweck durchgeführt wird, die Aufmerksamkeit von den USA und Norwegen abzulenken, die aus dieser Sabotage einen echten wirtschaftlichen Nutzen gezogen haben. Die gleichzeitige Veröffentlichung der gesamten Geschichte in großen Medien auf beiden Seiten des Atlantiks lässt vermuten, dass der Leak sorgfältig inszeniert wurde. Das ähnelt dem klassischen Beispiel einer Operation zur Schadensbegrenzung dessen, was durch die Veröffentlichung der Seymour-Hersh-Recherche über die Rolle Washingtons und Oslos bei diesem Angriff aufgedeckt hat“, sagte sie.

„Über die Theorie einer unabhängigen pro-ukrainischen Gruppe, die in der Lage war, den ausgeklügelten Terroranschlag in einer Tiefe von 80 Metern zu verüben und gleichzeitig mehrere hochleistungsfähige Industrieanlagen in der Ostsee mit extrem dichtem Seeverkehr zu zerstören, kann man nur schwer ernsthaft sprechen. Aber das Beharren darauf, dass weder Washington noch Kiew etwas von diesem Angriff wussten, ist ein klares Zeichen für den Zweck dieser undichten Stellen“, so Hatimi weiter.

Die Artikel in der amerikanischen „New York Times“ und der deutschen „Zeit“ erschienen am 7. März, vier Tage nach dem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in den USA. Es ist daher logisch anzunehmen, dass diese Medienkampagne auf höchster Ebene koordiniert wurde, da es höchstwahrscheinlich um eine noch nie dagewesene Sabotage der USA gegen ihren größten europäischen Verbündeten handelt, der sich in der gegenwärtigen Situation einen Konflikt mit Washington offenbar nicht leisten kann. Die Zeitspanne von vier Tagen zwischen dem Besuch und der Veröffentlichung in den Medien scheint das Minimum zu sein, um einerseits sicherzustellen, dass der Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen nicht auffällt und andererseits zeigt das, dass die Kampagne möglicherweise schon früher begonnen hat“, so Tania Hatimi. „Was die anschließenden Spekulationen zu diesem Thema, auch in den britischen Medien, betrifft, so könnten sie entweder organisiert oder spontan entstanden sein, da sich die romantische „unabhängige pro-ukrainische Version“ gut für die Politik dieser Medien eignet“.

In diesem Fall möchte ich darauf hinweisen, dass die Organisation dieser Kampagne sehr geschickt war – die ersten beiden Veröffentlichungen überschnitten sich nicht, sondern entwickelten sich gegenseitig. Es wurde der Eindruck erweckt, dass unterschiedliche Fakten zum Ausdruck gebracht wurden, da die Informationen aus unterschiedlichen Quellen stammten. Die Veröffentlichungen ergänzen sich jedoch zu gut und enthalten keine Diskrepanzen oder Ungereimtheiten. Ist es möglich, so ein Informationspuzzle ohne Zusammenarbeit zusammenzusetzen?

Und wenn wir an der Version festhalten, dass es sich tatsächlich um eine gezielte Medienkampagne handelt, ist sie kaum vorbei und wir sollten eine Reihe von Veröffentlichungen in den westlichen Medien erwarten, in denen die These der „pro-ukrainischen Gruppe“ als selbstverständliche Tatsache ausgegeben wird. Als ich mit der Arbeit an diesem Text begann, dachte ich interessanterweise, dass in diesem Kontext wahrscheinlich bald Veröffentlichungen erscheinen würden, in denen von „einem besorgniserregenden Maß an Reibung zwischen den USA und der Ukraine die Rede ist, da Washington angeblich unglücklich darüber ist, dass ukrainische Kämpfer Angriffe gegen Nord Stream verüben, obwohl die Biden-Administration nicht generell ausschließt, dass Kiew möglicherweise nichts von diesen Plänen wusste“. Sie enthielten dann einige Ergänzungen, aber genau das haben wir von Politico bereits erhalten.

Der Verlauf der Ereignisse überzeugt mich zunehmend davon, dass sich der Fokus der Aufmerksamkeit des westlichen Publikums nahtlos von den Fragen „Wer ist schuld?“, „Wem nützt es?“ und „Wie konnte Deutschland eine solche Demütigung zulassen?“ auf die künstlich konstruierte Frage „Wusste Kiew von dem Terroranschlag?“ verlagern wird.

„Highly likely“

Nichtsdestotrotz läuft die offizielle Untersuchung von Deutschland, Schweden und Dänemark, so die EU-Politiker. Sie findet auf nationaler Ebene der von dem Vorfall betroffenen Länder statt, wie die Sprecherin der EU-Kommission, Dana Spinant, klarstellte. Doch obwohl russische Gaspipelines sabotiert wurden, ist es Russland kategorisch untersagt, an den Ermittlungen teilzunehmen. Dieses Vorgehen erinnert an die Geschichte der malaysischen Boeing, den Fall Skripal und Alexej Navalny. Eine weitere „highly likely“ („highly likely“ ist ein Umschreibung für eine unbegründete Anschuldigung)?

Ich vermute, dass die Täter des Angriffs auch bald von europäischen „Ermittlern“ „identifiziert“ werden und der Öffentlichkeit vielleicht sogar ihre mit Blumen geschmückten Gräber auf irgendeinem ukrainischen Friedhof gezeigt werden, auf denen Soldaten der ukrainischen Streitkräfte begraben sind, die in Artjomowsk, Soledar oder Ugledar gefallen sind.

Meiner Meinung nach gibt es in dieser ganzen Situation noch einen weiteren beunruhigenden Aspekt. Wenn wir an der Version festhalten, dass die größte Gaspipeline der Ostsee von einer Gruppe unbekannter Aktivisten in die Luft gesprengt wurde und kein Staat direkt etwas damit zu tun hatte, besteht die ernste Gefahr, dass sich ähnliche Ereignisse wiederholen werden. In den europäischen Meeren verlaufen zahlreiche unterseeische Gaspipelines und Energiekabel, und durch den Atlantik (und andere Meere) führen mehrere wichtige Glasfaserkommunikationsverbindungen. Übrigens wird auch norwegisches Gas über Unterwasserpipelines, die unter der Ostsee verlaufen, nach Europa geliefert.

Es besteht die Gefahr, dass die USA, indem sie die Version der tapferen unbekannten Taucher propagieren, sich selbst und die ganze Welt in ein neues Zeitalter des anonymen Unterwasserterrorismus führen. Übrigens gab es das in der Geschichte der Seefahrt schon, allerdings über Wasser und mit Segelschiffen. Man nannte das Privateering oder Kaperfahrt, als vermeintlich unabhängige Seeräuber in Wirklichkeit für die führenden Seemächte arbeiteten und die Schiffe ihrer Konkurrenten ausraubten. Aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Ende der Übersetzung


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

12 Antworten

  1. @„Offenbar soll diese konstruierte Frage folgende These in den Köpfen der westlichen Wähler verankern: „Der Terrorakt ist eine undurchsichtige Geschichte, wie alles, was die Ukraine betrifft, also können die Schuldigen sowieso nicht gefunden werden.““

    Zumindest dürfte die Nebenwirkungen sein, dass man sich von diesem undurchsichtigen Land lieber fernhalten sollte. Gibt es in Russland Erklärungen, wieso die Russen kürzlich die US-Drohne zum Absturz gebracht haben – wie die Amis Wetterballons? Ob es bloß Zufall oder Übereifer eines Piloten sein konnte?

    Mittlerweile redet man schon vom heißen Krieg Russland-USA.

    https://uncutnews.ch/russische-su-27s-griffen-us-reaper-drohne-ueber-dem-schwarzen-meer-an/

  2. Offtopic aber relevant, da unsere Gesellschaften ja KI-gläubig sind – doch KI wiederkäut das, was man ihr zu fressen gab… Hier die Antwort, wie es zu den Tschetschenien-Kriegen kam:

    „‚warum kam es zum Tschetschenien-krieg?‘

    Der Tschetschenien-Krieg, auch bekannt als der Erste Tschetschenien-Krieg (1994-1996) und der Zweite Tschetschenien-Krieg (1999-2009), hatte unterschiedliche Ursachen und Auslöser.

    Der Erste Tschetschenien-Krieg begann im Dezember 1994, als russische Truppen in Tschetschenien einmarschierten, um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Tschetschenen zu unterdrücken. Die Ursachen für diesen Konflikt lagen in den historischen Spannungen zwischen den Tschetschenen und Russland, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, als das Gebiet von Russland erobert wurde. In der Sowjetzeit wurde Tschetschenien Teil der Russischen Föderation, aber nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 forderten viele Tschetschenen die Unabhängigkeit.

    Im Zweiten Tschetschenien-Krieg (1999-2009) ging es hauptsächlich um die Kontrolle über das Gebiet und den Kampf gegen den Terrorismus. Nachdem Tschetschenien 1996 vorübergehend seine Unabhängigkeit erlangt hatte, eskalierte der Konflikt erneut im Jahr 1999, als tschetschenische Rebellen in die benachbarte Republik Dagestan einmarschierten. Russland betrachtete dies als Bedrohung seiner nationalen Sicherheit und startete eine militärische Intervention, um die Kontrolle über Tschetschenien wiederzuerlangen. Während des Konflikts kam es zu schweren Menschenrechtsverletzungen, einschließlich Folter und Verschleppungen.

    In beiden Kriegen spielten auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle, da Tschetschenien reiche Ölvorkommen besitzt und Russland versuchte, seine Kontrolle über die Region aufrechtzuerhalten.“

  3. Vielleicht hat der Westen tatsächlich bereits an der Wirtschaft-Front verloren? (Was ich nicht so wie die Fortschritte der Banderastan-Front bejubeln kann – wer bejubelt schon eigene Verarmung, zumindest von den Klima-Glaubenden:innen abgesehen?)

    „Dominoeffekt Weltfinanzkrise – Was kommt 2023 auf uns zu?“

    https://de.rt.com/wirtschaft/165335-dominoeffekt-weltfinanzkrise-was-kommt-2023/

    „… kam die Bekanntgabe des Finanzbewertungsunternehmens Moody’s Investors Service am Montagabend, dass sie dem US-Bankensektor die bisherige Bewertung „stabil“ auf „negativ“ herabsetzten, aufgrund eines „sich rapide verschlechternden betrieblichen Umfelds“. …“

    „… Nach dem Montagsauftritt des US-Präsidenten Joe Biden zu diesem Thema und seiner Beteuerung, dass „das Bankensystem sicher ist“, sind die Aktien der Bankenholding-Gesellschaft Western Alliance und die der First Republic Bank um jeweils dramatische minus 77 Prozent und minus 66 Prozent gefallen. Diese Kursabstürze waren dicht gefolgt von FinWise Bancorp und PacWest, mit jeweils minus 40 Prozent und minus 42 Prozent. Viele Weitere schlossen sich diesem Wert-Abfall an. … Öffentliche Zusicherungen und Beteuerungen befinden sich inzwischen in einer Etappe, in der sie den gegenteiligen Effekt auf dem Finanzmarkt auslösen – zu groß erscheinen die Diskrepanzen über die Aufklärung der Ursachen und die aufrichtige Suche nach den Verantwortlichen. …“

    „… Die ersten Symptome sind auch in der Europäischen Union nahezu synchron in Erscheinung getreten. Am Montag verzeichneten europäische Bankgiganten wie Credit Suisse (minus 14 Prozent), Santander (minus acht Prozent), Commerzbank (minus elf Prozent), UniCredit (minus neun Prozent) sowie die Raiffeisen Bank und Deutsche Bank (mit jeweils minus sieben Prozent) seriöse Aktien-Wertverluste. Während am selben Tag der Aktienhandel von mehr als 30 US-Banken schlicht eingestellt wurde. … Die Europäische Zentralbank (EZB) annullierte die Banklizenz der Baltic International Bank (BIB), einer der zehn größten Banken Lettlands. Die BIB war – ähnlich wie Credit Suisse – schon vorher bekannt für ihre ominösen Finanzberatungs- und Investitionspraktiken, was die Frage aufdrängt, weshalb die EZB für solche Einrichtungen überhaupt erst Lizenzen verliehen hat. …“

    „… Die mächtigste Zentralbank der Welt steht vor einem fragilen, entflammbaren Dilemma: Mit weiteren Zinserhöhungen riskiert sie einen systemischen Bankensturm. Oder sie kurbelt diese nun zurück und greift auf die altbewährte Geldneuschöpfung zurück und gießt somit Kerosin auf den schon jetzt wütenden monetären Flächenbrand namens „Inflation“. …“

    Wäre es nicht längst an der Zeit, auf Weltkriege um Weltherrschaft zu verzichten? (Rhetorische Frage)

    1. Von Pepe Escobar:

      „Sergey Glazyev: „Der Weg zur finanziellen Multipolarität wird lang und steinig sein“

      https://uncutnews.ch/sergey-glazyev-der-weg-zur-finanziellen-multipolaritaet-wird-lang-und-steinig-sein/

      „… In einem Exklusivinterview mit The Cradle kritisiert Russlands führender Makroökonomie-Stratege das langsame Tempo der Finanzreformen in Moskau und warnt, dass es ohne Peking keine neue Weltwährung geben wird. …“

      Ich wünschte ebenso, alles würde schneller gehen – bevor die Woken sich überlegen können, wie die reagieren wollen. Zur Eurasischen Wirtschaftsunion:

      „… Glazyev betonte, dass die EWG von den Mitgliedsstaaten nicht verlangen kann, eine bestimmte Wirtschaftspolitik zu betreiben. Es gibt in der Tat ernsthafte Vorschläge zur Gestaltung einer neuen Währung, aber die endgültige Entscheidung liegt bei den Staats- und Regierungschefs der fünf ständigen Mitglieder. Das setzt einen politischen Willen voraus, der letztlich von Russland, das für über 80 Prozent des EAEU-Handels verantwortlich ist, aufgebracht werden muss. …“

      „… Glazyev skizzierte die Möglichkeit, dass eine ähnliche Debatte über eine neue Währung innerhalb der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) stattfinden könnte – doch die Hindernisse könnten noch größer sein. Auch hier wird es auf den politischen Willen ankommen, in diesem Fall von Russland und China: eine gemeinsame Entscheidung von Xi und Putin, mit entscheidendem Beitrag Indiens – und, da der Iran Vollmitglied wird, auch des energiereichen Teheran. …“

      Je schneller, desto besser…

      „… Was bisher realistisch ist, ist ein zunehmender bilateraler Handel in den eigenen Währungen, wie in den Fällen Russland-China, Russland-Indien, Iran-Indien, Russland-Iran und China-Iran. … Im Wesentlichen sieht Glazyev nicht, dass das mit schweren Sanktionen belegte Russland eine führende Rolle beim Aufbau eines neuen globalen Finanzsystems übernehmen wird. Diese Aufgabe könnte Chinas Globale Sicherheitsinitiative übernehmen. Die Teilung in zwei Blöcke scheint unvermeidlich: die dollarisierte Zone – mit ihrer eingebauten Eurozone – im Gegensatz zur Mehrheit des globalen Südens mit einem neuen Finanzsystem und einer neuen Handelswährung für den internationalen Handel. …“

      „… Glazyev hatte jahrelang davor gewarnt, dass Moskau unbedingt Devisenanlagen in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und anderen Ländern veräußern müsse, die später Sanktionen gegen Russland auslösten. … Diese Vermögenswerte hätten durch Investitionen in Gold und andere Edelmetalle, in Aktien mit hochliquiden Rohstoffwerten, in Wertpapiere der EAEU-, SOZ- und BRICS-Mitgliedstaaten sowie in das Kapital internationaler Organisationen mit russischer Beteiligung wie der Eurasischen Entwicklungsbank, der GUS-Staatsbank und der BRICS-Entwicklungsbank ersetzt werden sollen. …“

      Hoffentlich machen es jetzt die anderen nichtwestlichen Länder…

      „… Für Russland, so Glazyev, besteht die wichtigste währungspolitische Herausforderung darin, das Kreditwesen zu modernisieren. Um negative Auswirkungen ausländischer Finanzquellen zu verhindern, ist der Schlüssel die inländische Monetarisierung – „einschließlich der Ausweitung der lang- und mittelfristigen Refinanzierung von Geschäftsbanken gegen Verpflichtungen von Produktionsunternehmen und autorisierten Regierungsstellen. Es ist auch ratsam, ausländische Anleihen von staatlich kontrollierten Banken und Unternehmen konsequent durch inländische Kreditquellen zu ersetzen.“ … Der zwingende Weg nach Russland ist also in der Tat die „De-Offshorisierung“. Was im Wesentlichen bedeutet, sich von einer „überkritischen Abhängigkeit seiner Reproduktionskonturen von angelsächsischen Rechts- und Finanzinstitutionen“ zu befreien …“

  4. Jener „bescheidene norwegische Geschäftsmann“ sollte besser den Russen als dem Looser Stoltenberg danken. Wäre Stoltenberg nur ein Looser, so hätten die meisten kein Problem damit, aber er ist ein rücksichtsloser Scharfmacher und Lügner, wie ja selbst dieser Geschäftsmann durchblicken lässt. Das mit dem Lamborghini ist sehr zweifelhaft. Zwar geht es dem unteren Drittel der Beschäftigten in Norwegen deutlich besser als dem in Deutschland und erst recht dem in den meisten übrigen Staaten, aber schon jetzt öffnet sich die Schere zwischen den Wohlhabenden und den Habenichtsen immer weiter. Einen Lamborghini dürfte sich bestenfalls das obere Drittel leisten können, aber die Haupteinnahmen aus Öl und Gas fallen an den Staat. Der kann damit noch mehr unsinnige Projekte realisieren, Schnellstraßen ohne Autos zum Beispiel, die in der Pampa enden, oder noch mehr umstrittene US-Kampfflugzeuge.

    Ohne die – viel zu späte – Entscheidung Russlands, seine Sicherheitsinteressen nachdrücklich zu vertreten, würde Europa immer noch (trotz grüner Querschläger) mithilfe preiswerter Energieträger prosperieren. Und Norwegen wäre auf dem Teppich geblieben.

  5. „Putin: USA hinter Nord Stream-Sabotage und Deutschland nicht souverän“

    https://tkp.at/2023/03/15/putin-usa-hinter-nord-stream-sabotage-und-deutschland-nicht-souveraen/

    Anscheinend hat Putin mit uns mehr vor als uns nur zu entnazifizieren:

    „… Der Terroranschlag auf Nord Stream sei von „staatlicher Ebene“ gekommen, sagte Wladimir Putin am Dienstag in einem Interview. Nord Stream habe aber eine Zukunft. … Dass eine „proukrainische Gruppierung“ für den Anschlag verantwortlich wäre, ist für Putin „totaler Unsinn“. Alle Hinweise die Russland vorlägen, würden eine deutliche Sprache sprechen. Er beschuldigte zwar die USA nicht direkt, doch es besteht kein Zweifel …“

    „… Generell sagt Putin weiterhin, dass Deutschland von den USA „besetzt“ sei. Es gebe aber noch weitere Staaten in Europa, die weder souverän noch unabhängig seien. … Aber der vielleicht wichtigste Satz: „Nord Stream hat eine Zukunft.“ …“

  6. Vom Prinzip her das gleiche in Grün :

    https://anti-spiegel.com/2023/die-washington-post-bezweifelt-dass-kiew-noch-eine-offensive-starten-kann/#comment-159048

    Man sollte sich gar nicht mehr mit dem Gewäsch amerikanischer und deutscher Medien beschäftigen. Egal mit welchem Unsinn sie uns beschäftigen WOLLEN. Es gibt nun mal Themen, die sich auf die Bevölkerungen aller EU-Staaten dermaßen katastrophal auswirken werden, dass man beginnen wird, sich zu erinnern.

    Wahrscheinlich wird man sich schon daran erinnern wird müssen, dass ja ein kopletter Strang noch ganz – und wahrscheinlich sogar noch voll Gas ist….

    Oder glaubt man wirklich, diese aus den Ärmel gezauberten Ruck-Zuck Lösungen mit den mobilen Anlagen würden den „Dauerstress“ ohne Unfall etc. bestehen… ?

    Der nächste Crash kommt genauso wie der kommende Winter auch kommen wird. Warten wir mal auf die Geheimni- und die Leitungslecks. Das Ding ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Weder für die Amis- die Norweger und Deutschen.

    Man sollte das wirklich so wie der EX.Präsident in Russland sehen…. Popcorn raus …und sich mal zum Lachen volllullen lassen….

  7. Das Thema ist müßig! Habe darüber schon in vielen Posts berichtet und ich denke hier ist dem hinterletzten Leser sicherlich klar, dass das nicht nur eine doofe Finte war, sondern auch ein zimlich schlechtes Ablenkungsmanöver. Die Gründe dafür sind allen nur zu gut bekannt.

    Aus diesem Grund möchte ich hier nur eine Sache hinzufügen.

    Röper schreibt weiter oben:“Auf die Frage, wie die USA das zu tun gedenken, da die Pipeline unter deutscher Zuständigkeit steht, fuhr er fort: „Ich verspreche Ihnen, wir können es schaffen.“

    Falls jemand diese Aussage überprüfen möchte, der englische Text, die Videoversion ist in jeder Suchmaschine in drei Sekunden mit den Worten biden nord stream no longer auffindbar.“

    Ich kann dies so nicht bestätigen und verlinke hier aus diesem Grund 3 Videos (2 aus Youtube), welche die Szene noch ganz klar zeigen:

    (h)ttps://www.youtube.com/watch?v=k8YC7UQVmis

    (h)ttps://duckduckgo.com/?q=biden+there+will+be+no+more+nord+stream+2+we+will+bring+an+end+to+it&iax=videos&ia=videos&iai=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3D3yz92XW2T2A

    (h)ttps://www.youtube.com/watch?v=oSPfXLPUJHM

    Vielleicht meinte er aber auch was ganz anderes und ich habe es nicht ganz sauber verstanden. Kann heute schon sein, denn mein Schlafpensum heut war fast nicht vorhanden… ;O)

  8. Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß es (wahrscheinlich) noch einen bisher nicht hochgegangenen Sprengsatz gibt, dessen Entschärfung von Dänemark verhindert wird.

    https://smotrim.ru/article/3248983?utm_source=internal&utm_medium=main2-news&utm_campaign=main2-news6 -14 марта 2023:
    „… Putin fügte hinzu, dass ein Antennenmast 30 Kilometer von einem der Explosionsorte entfernt von Mitarbeitern der Gazprom, die die Pipeline wartet, gefunden wurde. Diese Antenne könnte dazu gedacht gewesen sein, einen weiteren Sprengsatz zu aktivieren. Der russische Präsident fügte jedoch hinzu, dass es für Russland schwierig sei, seine eigenen Ermittlungen zum Terroranschlag auf Nord Stream durchzuführen, wenn es den Ort nicht betreten dürfe.

    Der Antennenmast wurde an der am stärksten gefährdeten Stelle der Gaspipeline gefunden, an der Kreuzung der Rohre. Darunter könnte sich ein weiterer Sprengsatz befinden. Und wenn er dort gefunden wird, wird er einseitig oder gemeinsam entschärft werden. Moskau bittet um die Erlaubnis, den Standort des verdächtigen Objekts an der Gasleitung zu inspizieren. Dänemark hat jedoch geantwortet, dass es über eine Antwort auf das russische Ersuchen nachdenken muss. …“
    (Translated with DeepL)

  9. Eine gute Analyse, wie ich meine.
    Dieser Terrorakt darf n i e m a l s vergessen werden.
    Er zeigt die Heimtücke auf, mit der wir uns alle verscheißern lassen.
    Immer wieder.

    Es werden so viele (unsinnige) Gesetze verabschiedet, ich fordere die Politikerhaftung.
    Schluss mit lustig und Schluss mit ’nach bestem Gewissen‘.

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