Derzeit gibt es fast täglich Meldungen, die darauf hindeuten, dass das RAND-Papier vom Januar umgesetzt wird. Ich habe darüber in den letzten Tagen oft berichtet (hier erfahren Sie mehr) und will das jetzt nicht alles wiederholen. Stattdessen will ich jetzt die Meldungen des 20. Juni zusammenfassen, die in meinen Augen bestätigen, dass die USA einen Ausweg aus dem Ukraine-Abenteuer suchen.

Der Grund liegt auf der Hand: Die USA haben ihre Ziele (Russland wirtschaftlich zerschlagen, international isolieren und die russische Armee entscheidend schwächen) nicht erreicht, sind aber nun in das unglaublich teure Ukraine-Abenteuer verwickelt, bei dem sie nichts zu gewinnen haben, was den Einsatz und die Kosten rechtfertigen würde.

Nord Stream und das RAND-Papier

Seit die ersten Meldungen über die „pro-ukrainische Gruppe“ aufgetaucht sind, die angeblich Nord Stream gesprengt haben soll, schreibe ich, dass das genau ins Konzept passt, denn Kiew den Terroranschlag anzuhängen, könnte einen Vorwand liefern, um der Öffentlichkeit zu erklären, warum die Ukraine nicht mehr bedingungslos unterstützt werden kann, sondern besser in Verhandlungen mit Russland eintreten sollte.

Russland würde für den Westen natürlich der Bösewicht Nummer Eins bleiben und man würde weiterhin Lippenbekenntnisse über die Sicherheit für und Solidarität mit der Ukraine abgeben, aber eben einschränken, dass Kiew sich den Europäern gegenüber unfreundlich verhalten hat, als es die Pipeline gesprengt hat.

Daher interpretiere ich jede Meldung über die angebliche Täterschaft der Ukraine nicht nur als Ablenkungsmanöver vom eigentlichen Täter, also den USA, sondern vor allem als Indiz dafür, dass das RAND-Papier umgesetzt und die Öffentlichkeit langsam auf den politischen Kurswechsel eingestimmt wird.

Das sehe übrigens nicht nur ich so, gerade erst hat der ukrainische Verteidigungsminister in einem Interview gesagt:

„Ich verbinde solche Veröffentlichungen mit dem Wunsch, der Ukraine nicht mehr zu helfen“

Sollte ich damit recht behalten, bin ich gespannt, wie Medien und Politik der Öffentlichkeit im Westen klar machen, dass Kiew immer noch irgendwie ein Freund und Partner ist, obwohl es das Vertrauen des Westens missbraucht und die Pipelines gesprengt hat. Das dürfte amüsant werden.

Der nächste Baustein der „ukrainischen Spur“

Der Spiegel hat am 20. Juni einen weiteren Artikel veröffentlicht, der sehr eindeutig in Richtung Ukraine zeigt. Der Artikel trug die Überschrift „Ermittlungen zum Nord-Stream-Anschlag – Gutachten stützt »Andromeda«-Theorie“ und begann wie folgt:

„Als die Spur zur »Andromeda« im Frühjahr erstmals bekannt wurde, reagierten einige Experten und Politiker skeptisch: Kann eine derart komplexe Operation tatsächlich von einer gerade mal 15,57 Meter langen und 4,67 Meter breiten Segeljacht ausgeführt werden?
Passen darauf ein mehrköpfiges Kommando, umfangreiches Tauchequipment und eine größere Menge Sprengstoff, die nötig war, um die Pipelines zum Bersten zu bringen?
Die deutschen Ermittler geben dazu nun eine Antwort: Ja, die Operation sei mit der »Andromeda« möglich gewesen. So berichtete es nach SPIEGEL-Informationen ein Vertreter der Bundesanwaltschaft im Innenausschuss des Bundestags. Die Karlsruher Behörde hat hierfür eigens ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben, das nun zu dieser Einschätzung gelangt sein soll.“

Dieses Gutachten, das natürlich nicht veröffentlicht wurde, würde ich gerne mal sehen, denn der Spiegel schreibt selbst, dass die Bomben von einem gerade mal 15,57 Meter langen und 4,67 Meter breiten Boot von den Mitgliedern der „pro-ukrainischen Gruppe“ zu Wasser gelassen und dann an den Pipelines angebracht wurden. Zur Erinnerung sei gesagt, dass es sich dabei um vier Bomben mit einem Gewicht von jeweils 450 Kilogramm Sprengstoff gehandelt haben soll. Das ist die offizielle Version, die der Spiegel verbreitet.

Jetzt soll mir mal jemand erklären, wie drei oder vier Leute auf einem so kleinen Boot eine 450-Kilo-Bombe ohne Kran kontrolliert zu Wasser lassen, und wie maximal zwei Taucher ohne Hilfsgerät diese Bombe dann unter Wasser händeln. Das Gutachten, das laut Spiegel erstellt wurde, scheint von Kermit dem Frosch geschrieben worden zu sein, sorry für diese Ausdrucksweise.

Aber das zeigt, dass die westlichen Regierungen (von wem soll der Spiegel seine Informationen sonst bekommen haben?) dabei sind, die Ukraine zum Sündenbock zu machen, was auf die bereits aktiv laufende Umsetzung des RAND-Papiers hindeutet.

Die ukrainische Offensive ist am Ende

Aus der Ukraine gibt es unterdessen schlechte Nachrichten über den Verlauf der Offensive. Die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin wiegelt auf Kritik hin ab und verkündet, man solle den Erfolg der Offensive nicht in Landgewinnen (sie spricht von der Zahl der Siedlungen) messen. Sie sagt allerdings nicht, worin man den Erfolg der Offensive, deren Zweck ja die Rückeroberung von Land ist, sonst messen sollte.

Ukrainische Medien berichten, dass es im Kampfgebiet einen akuten Mangel an Schläuchen zum Stoppen von Arterienblutungen gibt, was die russischen Berichte über die schweren ukrainischen Verluste bestätigt. Die Ukraine muss so viele Verwundete versorgen, dass schon derart elementare medizinische Hilfsmittel Mangelware werden. Die Lage muss wirklich schrecklich sein.

Auch der „Nachschub“ an Soldaten scheint zu stocken, wie die bekannten Meldungen aus der Ukraine, nach denen Männer auf der Straße mit Gewalt abgeführt und in die Kasernen gebracht werden, zeigen. Im ukrainischen Ivano-Frankowsk ist man nun zu noch rabiateren Mitteln übergegangen. Anscheinend versuchen Männer dort, sich vor der Einberufung zu drücken, indem sie sich krank stellen. Jedenfalls hat die dortige Militärverwaltung die Krankenhäuser angewiesen, jeden Tag detaillierte Berichte über Männer im wehrfähigen Alter zu übermitteln, die in ein Krankenhaus gekommen sind. Außerdem dürfen Männer im wehrfähigen Alter dort nur noch mit Erlaubnis der Militärverwaltung den Wohnort wechseln.

Der Westen kann die militärische Unterstützung nicht durchhalten

Und auch mit Nachschub an Waffen sieht es schlecht aus, denn nun hat sogar der NATO-Generalsekretär erklärt, dass die Waffenlager des Westens leer sind. Stoltenberg sagte das in Berlin vor Vertretern der Rüstungslobby und wollte damit die Produktion von Waffen beschleunigen.

Aber auch damit gibt es Probleme, denn EU-Chefdiplomat Borrell hat erklärt, dass die nötigen Materialien für die Produktion von Munition fehlen. Die müssten importiert werden, was bedeutet, dass der Westen – selbst, wenn er die nötigen Produktionskapazitäten hätte – nicht mehr in der Lage wäre, Kiew in dem Maße mit Waffen und Munition zu versorgen, wie Kiew beides verbraucht.

Auch hier sehen wir also ganz praktische Gründe dafür, Kiew die Schuld an der Nord-Stream-Sprengung in die Schuhe zu schieben, denn ansonsten müsste der Westen demnächst kleinlaut eingestehen, dass es Russland gelungen, gegen die vereinten Kräfte von etwa 40 westlichen Ländern zu bestehen und dabei siegreich zu sein.

Um das zu verhindern, bleibt nur die Umsetzung des RAND-Papieres, also der Rückzug aus dem Ukraine-Abenteuer unter anderen Vorwänden, weshalb es aus Sicht des Westens eine tolle Idee ist, Kiew den Terrorakt in die Schuhe zu schieben, den die USA verübt haben.

Die EU hat kein Geld

Die EU hat ihre Gelder aus dem Haushaltsplan bis 2027 praktisch ausgegeben. Corona, Green-Deal und die Ukraine haben massive Sonderausgaben verursacht und die Kassen in Brüssel sind leer. EU-Kommissionschefin von der Leyen will Kiew aber bis 2027 weitere 50 Milliarden überweisen. Daher hat die EU-Kommission von den Mitgliedsstaaten der EU gefordert, Geld für den bis 2027 laufenden Haushalt nachzuschießen:

„Die Europäische Kommission bittet die 27 EU-Mitgliedstaaten, ihr bis zum Ende der mehrjährigen Haushaltsperiode zusätzliche Mittel in Höhe von 66 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen“

Übrigens würde selbst diese ungeheure Summe eine massive Reduzierung der Ukraine-Hilfe der EU bedeuten. Das wären im Schnitt etwa 12,5 Milliarden Euro jährlich für Kiew, aber für 2023 hat Brüssel alleine 18 Milliarden Euro als Zuschüsse zum ukrainischen Staatshaushalt eingeplant, hinzu kommen weitere EU-Programme zum Kauf von Waffen, Munition und so weiter.

Ob die EU-Mitgliedsstaaten, die inzwischen alle ein Schuldenproblem haben, dazu bereit wären, so viel Geld nachzuschießen, darf bezweifelt werden.

Das ist noch ein Hinweis darauf, dass dem Westen nur die Umsetzung des RAND-Papiers bleibt, weil die Unterstützung der Ukraine weder mit Waffen noch mit Geld aufrecht erhalten werden kann, weshalb es aus Sicht des Westens eine tolle Idee ist, Kiew den Terrorakt in die Schuhe zu schieben, den die USA verübt haben.

Irgendwie wiederhole ich mich, aber es deutet in meinen Augen eben alles in diese Richtung.