Mit Russland verbundenes Unternehmen des Ehemanns der estnischen Premierministerin wurde durch ein Darlehen von Kallas finanziert

Nach Angaben von Eesti Päevaleht belief sich das Darlehen auf 350.000 Euro.

Die estnische Premierministerin Kaja Kallas hat ihrem Ehemann Arvo Hallik im Jahr 2022 ein Darlehen gewährt, von dem ein Teil zur Finanzierung des Unternehmens Stark Warehousing verwendet wurde, das Lagerdienstleistungen in Russland anbietet. Das berichtet die Zeitung Eesti Päevaleht.

Nach Angaben der Zeitung belief sich das Darlehen auf 350.000 Euro, diese Mittel wurden auf einer rückzahlbaren Basis Beratungsunternehmen Novaria Consult, im Besitz von Callas‘ Ehemann zugewiesen. Diese Firma hielt ihrerseits 25 Prozent des Kapitals des Transportunternehmens Stark Logistics und 30 Prozent des Kapitals von Stark Warehousing, das sich auf das Lagergeschäft in Russland spezialisiert hatte. Hallik selbst bestätigte auf Anfrage der Zeitung, dass er die von seiner Frau erhaltenen Gelder für „finanzielle Investitionen“ in Novaria Consult verwendet hat, unter anderem „um Stark Warehousing zu starten“. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der Inhalt dieser Investitionen angeblich „nie zwischen ihnen besprochen“ wurde.

Die Zeitung weist darauf hin, dass der Geschäftsmann zuvor versprochen hatte, seinen Anteil an Stark Logistics wegen eines politischen Skandals über die Tatsache, dass das Unternehmen in Russland tätig war, zu verkaufen. Die estnische Premierministerin selbst hat sich stets gegen Russland ausgesprochen und gilt nach wie vor als eine der eifrigsten europäischen Unterstützerinnen der Ukraine. Gleichzeitig hat Hallik, wie die Zeitung hervorhebt, „kein solches Signal“ (über den Verkauf seiner Anteile) bezüglich Stark Warehousing gegeben. Der Geschäftsmann hat auch noch nicht auf eine Anfrage des staatlichen estnischen Rundfunks ERR geantwortet, ob er beabsichtigt, aus dem Vorstand des Unternehmens zurückzutreten und ob er seinen Anteil am Aktienkapital verkaufen wird.

Das ERR-Portal berichtete am 23. August, dass das Transportunternehmen Stark Logistics, das zum Teil dem Ehemann der estnischen Ministerpräsidentin gehört, nach Beginn des Ukraine-Konflikts weiterhin mit Russland zusammenarbeitete. Kallas behauptete, dass diese Zusammenarbeit bereits einen Monat nach Beginn der russischen Militäroperation, d. h. im März 2022, beendet wurde. Vor Reportern entschuldigte sie sich für die Geschäfte der Firma ihres Mannes in Russland, lehnte aber einen Rücktritt ab. Die Premierministerin sagte, sie habe immer versucht, Beruf und Familie zu trennen, und habe angeblich keine detaillierten Informationen über die Geschäfte ihres Mannes gehabt.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtenagentur TASS


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

6 Antworten

  1. Irgendwie muss man aber doch eingestehen, dass die durchaus interessante Geschäftsmodelle haben.

    Die Ehefrau gibt dem Mann einen Kredit in einer Höhe, wo ich mich spontan frage wie sie da als Politikerein herankommt und „spricht nicht mit dem Man darüber“…. Ja-Nee-Is Klar!

    Der Mann kann die zu zahlenden Zinsen und Raten von der Steuer absetzen während sie ins Kapital der Familie ääääh, der Frau fließen. Und wenn der Zahlungsausfall droht, kann die Frau den Kredit bei der Steuer als Zahlungsausfall anmelden und die Firma als 1-€ Konkursmasse dann defakto Schuldenfrei übernehmen.

    Ich weiß nicht so recht, aber irgend wie habe ich da ein klein wenig das Gefühl, es riecht nach Korruption.
    (ich weiß selbst dass es in echt komplizierter ist, aber herunter gebrochen läuft es doch genau so!)

  2. Für mich sieht das eher nach einem beginn eines Trend zur Säuberung der Regierungsspitzen verschiedener Länder aus .
    Dieser Trend könnte sich auf ganz Europa ausweiten auch auf Deutschland , einen Neustart in Europa kann es mit diesem Regierungspack so nicht geben , eine Säuberung ist quasi zwingend erforderlich .

  3. „Die estnische Premierministerin Kaja Kallas … “
    Wieviel Einwohner hat die baltische Teilgemeinde Estland? 1.3450.000 Einwohner sollen es sein, die die Ortsvorsteherin von Tallin und Umgebung unter ihrer Fuchtel hat.
    Männer haben es dort nicht leicht. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nach nun 30 Jahren ungezügelter und ungebremster Freiheit vom Joch der Sowjets immerhin 72,4 Jahre.
    Und die Sängerinnen, Estland hat sich ja von der Sowjetunion freigesungen, wie sie stolz von sich behaupten, beträgt durchschnittlich 81,3 Jahre.
    Es dauert noch ein paar Jahre, dann kann Estland wieder als von menschlichen Bewohnern als befreit und als Unesco Kultuerbe registriert werden. Die Geburtenrate beträgt 10 Promill und die Sterberate 14 Promill.
    Da muß die Kallas zusehen, daß sie von ihrem Gatten das Geld wieder bekommt, bevor er dran ist zu sterben.

    Delfi (LT) August 2023
    Ganz Europa leidet unter Kallas-Syndrom

    Die Scheinheiligkeit ist nicht nur in Estland ein Problem, ärgert sich Delfi:
    „Die vermeintlich ahnungslose Ehefrau schlug politisches Kapital, indem sie die Ukraine unterstützte und die zögerliche Unterstützung des Westens für die Ukraine entlarvte, während der logistisch versierte Ehemann in Russland echtes Kapital schlug. … Ganz Europa leidet unter dem Kallas-Syndrom. Die EU hat nach und nach ein erstes, drittes, fünftes, neuntes Sanktionspaket gegen Russland verhängt, aber die Warenströme durch Litauen und Polen – dem Tor der EU zum Osten – haben nicht abgenommen. Polen kündigte die Schließung seiner Grenzübergänge an, aber der Warenstrom nach Osten hielt unvermindert an. Trotz harter antirussischer Worte wurden tonnenweise EU-Handelsgüter an den Sanktionen vorbeigeschleust.“

    Baerbock würde das wohl so kommentieren, daß auf diese Weise die für die russische Armee bestimmten und dringend benötigten Chips, in den deutschen Waschmaschinen versteckt, die Grenze der EU passieren. Also ungesetzliches Verlassen der EU.

  4. Zitat:angeblich „nie zwischen ihnen besprochen“ wurde………warum sollte er Ihr auch erzählen, daß er es im Puff ausgibt?
    Jedenfalls klingt das unglaubwürdig…..Sie gibt Ihm 350000€ und Interessiert sich nicht wofür er das braucht?
    Nee klar, die Russen sind eben so scheiße und unmenschliche Wesen, deswegen macht man mit Ihnen Geschäfte (Ironie Off)

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