US-Biowaffenprogramme

Die US-Regierung ignoriert Fragen von Journalisten zu US-Biowaffen und Covid-19

Eine Routinepressekonferenz des US-Außenministeriums wurde zu einer Bestätigung der "russischen Propaganda", denn Ministeriumssprecher Ned Price verweigerte jede Antwort auf eine Frage zu US-Biowaffen und Covid-19, was exakt das bestätigt, was Russland den USA vorwirft.

Russland wirft den USA vor, dass sie im Ausland – konkret in der Ukraine – an Biowaffen arbeiten. Eines der wichtigsten Programme, dass das russische Verteidigungsministerium dabei nennt, ist das PREDICT-Programm von USAID, über das auch ich schon mehrmals in diesem Zusammenhang berichtet habe. Das US-Außenministerium hat nun eindrücklich die angebliche „russische Propaganda“ bestätigt, indem seine Mitarbeiter eine Journalistenfrage dazu auf sehr dreiste Art ignoriert haben.

Dazu gleich mehr, zunächst umreiße ich kurz, worum es dabei geht.

Das mit Geld der US-Regierung erschaffene Virus

Ich habe mich Anfang 2022 öffentlich festgelegt und behauptet, dass Covid-19 mit Geldern der US-Regierung geschaffen wurde. Im Februar 2022 habe ich das in einem sehr langen Artikel unter der Überschrift „Covid-19 – Neue Enthüllungen: Die (Vor-)Geschichte der Entstehung von SARS-CoV-2 und der Pandemie“ begründet. In dem Artikel bin ich auch auf die EcoHealth-Alliance eingegangen, deren Chef, der Virologe Dr. Peter Daszak, zusammen mit dem US-Virologen Dr. Ralph Baric in Wuhan daran geforscht hat, wie man Coronaviren von Fledermäusen auf den Menschen übertragbar machen kann (Gain of Function Forschung). Die Arbeiten fanden unter anderem mit finanzieller Unterstützung des PREDICT-Programms von USAID, also der US-Regierung, statt.

Anfang August 2022 hat sich auch Russland festgelegt, denn da hat das russische Verteidigungsministerium offiziell erklärt, dass es Covid-19 für eine von den USA erschaffene Biowaffe hält. Im September 2022 hat Russland eine Sondersitzung der Vertragsstaaten der Biowaffenkonvention erwirkt, den Vertragsstaaten seine Erkenntnisse präsentiert und den USA und der Ukraine 20 Fragen gestellt, von denen sie selbst hinter verschlossenen Türen nicht eine beantworten konnten oder wollten. Darüber hat das russische Verteidigungsministerium im Dezember 2022 weitere Details veröffentlicht.

Auch das russische Verteidigungsministerium hat dabei immer wieder das PREDICT-Programm von USAID, die EcoHealth-Alliance und auch die mit Geldern der CIA gegründete Firma Metabiota erwähnt, die hauptsächlich Aufträge der CIA und der Pentagon-Agentur DARPA ausführt und in der Ukraine an Ebola geforscht hat und in die übrigens unter anderem die Investmentfirma Rosemont Seneca von Hunter Biden, dem Sohn von US-Präsident Biden, investiert hat.

Die absurde Pressekonferenz im US-Außenministerium

Als ich heute zu einem anderen Thema recherchiert habe, bin auf die Pressekonferenz des US-Außenministeriums vom 8. März 2023, also vor wenigen Tagen, gestoßen, auf der sich eine sehr bemerkenswerte Szene abgespielt hat. Zunächst kam Ministeriumssprecher Ned Price mit zwei hohen Mitarbeitern, dem stellvertretenden US-Außenminister John Bass und Paloma Adams-Allen, einer leitenden Mitarbeiterin von USAID, auf das Podium. Eine halbe Stunde lief alles hervorragend und die Journalisten haben „brave“ Fragen gestellt.

Im Video der Pressekonferenz kann man ab exakt Minute 30 sehen, wie ein Journalist eine Frage zum PREDICT-Programm stellt. Ich habe die Passage übersetzt, aber ich empfehle unbedingt, sich auch das Video ab Minute 30 anzuschauen, denn aus der schriftlichen Übersetzung geht das, was dann passiert ist, nicht so anschaulich hervor.

Als die Frage gestellt war, wollte die USAID-Mitarbeiterin die Pressekonferenz sofort verlassen, um nicht auf die Frage antworten zu müssen. Ministeriumssprecher Price verstand den Wink und verabschiedete John Bass und Paloma Adams-Allen augenblicklich, während der Journalist seine Frage wiederholte und eine Antwort erbat.

Price wollte die Frage dann ignorieren und einfach zur nächsten Frage übergehen, aber es entstand ein sehr peinlicher Dialog, der auch nur im Video wirklich zu verstehen ist, in der schriftlichen Übersetzung aber nur bedingt zu Geltung kommt. Price hat die Frage schließlich abgewürgt und ignoriert und stattdessen eine Erklärung zum Iran abgegeben, um anschließend einem anderen Journalisten das Wort zu erteilen.

Und auch das war bemerkenswert, denn dieser Journalist hat Price in die Hände gespielt und sich über die Frage zu PREDICT lustig gemacht, anstatt nachzuhaken, warum die leitenden Pentagon-Mitarbeiter bei dieser Frage von der Pressekonferenz fliehen und Price die Frage ignoriert.

Die Episode bestätigt die russische Version, dass die USA Fragen zu ihren Biowaffenprogrammen komplett ausweichen und ihre Beantwortung verweigern, obwohl sie laut Biowaffenkonvention verpflichtet sind, diese Fragen zu beantworten.

Kommen wir nun zur Übersetzung der Episode und ich fordere Sie dringend auf, den Wortwechsel auch im Video der Pressekonferenz ab Minute 30 anzuschauen.

Beginn der Übersetzung:

FRAGE: Über das PREDICT-Programm, ja? Das DNI soll Informationen von 18 Behörden, einschließlich des Außenministeriums, freigeben, die das Wuhan Institute of Virology belasten, nicht aber andere Informationen, die andere Institutionen, einschließlich US-Institutionen, belasten könnten. Letzten Monat habe ich mich nach dem PREDICT-Programm von USAID erkundigt, mit dem über die EcoHealth Alliance die Erforschung von Biowaffenwirkstoffen finanziert wird. Sie haben diese Forschung zur Entdeckung von Biowaffenwirkstoffen finanziert, die von Ralph Baric an der Universität von North Carolina und dem Wuhan Institute of Virology durchgeführt wurde. Inzwischen hat USAID nicht klassifizierte Informationen, die von U.S. Right To Know, einer Transparenzgruppe, ab 2020 angefordert wurden, drei Jahre lang nicht freigegeben, was die Gruppe dazu veranlasste, einen Rechtsstreit gegen USAID zu beginnen.

Meine Frage: Warum finanziert USAID die Erforschung von Biowaffenwirkstoffen? Warum hat USAID insbesondere Forschungsarbeiten an Biowaffenbestandteilen finanziert, die in Zusammenarbeit mit China durchgeführt wurden, was möglicherweise die Pandemie verursacht hat?

Deputy Administrator ADAMS-ALLEN: Möchten Sie darüber reden?

PRICE: Sicher. Vielen Dank Ihnen beiden, stellvertretender Minister und Deputy Administrator.

Deputy Administrator ADAMS-ALLEN: Ja, danke.

PRICE (an die abgehenden Mitarbeiter des Außenministerium): Ich danke Ihnen vielmals für…

FRAGE: Beantworten Sie die Frage?

PRICE (an die abgehenden Mitarbeiter des Außenministerium): …für Ihre Zeit.

FRAGE: Sprechen Sie über das PREDICT-Programm. In welcher Höhe finanzieren Sie das PREDICT-Programm in diesem Jahr?

Deputy Administrator ADAMS-ALLEN: Ich werde Ihnen gerne eine Reaktion darauf geben.

PRICE: Wir können…

FRAGE: Können Sie sagen, in welcher Höhe Sie das Programm finanzieren, das die Pandemie verursacht haben könnte?

PRICE: Wir können auf eine so spezifische Frage schriftlich antworten.

FRAGE: Schriftlich? Ich frage nicht nach einem obskuren Thema, Ned. Ich frage nach…

PRICE: Wir – Sam, danke.

FRAGE: …einem Programm, das Sie durchführen, das Sie weiterhin durchführen, das die Pandemie verursacht haben könnte. Können Sie darauf antworten? Kann sie antworten? Sie verlässt gerade den Raum.

PRICE: Sam, wir finanzieren auf der ganzen Welt Programme zur biologischen Sicherheit. Wir arbeiten überall auf der Welt mit Partnern zusammen, um das zu verhindern, was wir in den letzten zwei Jahren erlebt haben.

Also, es gibt es Bemühungen, wie wir bereits erwähnt haben, den Ursprung von COVID-19 zu ermitteln. Das ist eine Anstrengung, die von der Geheimdienst-Community getragen wird. Sie haben gestern von den führenden Vertretern unserer Geheimdienst-Community erfahren, wie der aktuelle Stand dieser Untersuchungen ist. Wir werden sie zu diesen Einschätzungen sprechen lassen. Die kurze Antwort ist, dass wir die Ursprünge von COVID-19 nicht kennen. Es gibt zwei Haupttheorien; unsere Geheimdienst-Community geht dem weiter nach.

Aber unsere Priorität in der ganzen Welt, wenn es um unsere Finanzierung geht, und auch wenn es um das Programm geht, auf das Sie sich beziehen, ist die biologische Sicherheit, Sam. Ich habe…

FRAGE: Ned, Sie könnten es gut wissen…

PRICE: Sam, wir brauchen…

FRAGE: …und Sie haben die Informationen, aber Sie weigern sich, sie preiszugeben. Warum…

PRICE: Sam, ich bitte Sie, Ihren Kollegen gegenüber respektvoll zu sein.

FRAGE: Ich habe letzten Monat gefragt, warum Sie sich geweigert haben, Informationen an U.S. Right To Know herauszugeben. Die haben im Jahr 2020, also vor drei Jahren, Dokumente, die für dieses Thema relevant sind, per FOIA angefordert. Sie befinden sich in einem Rechtsstreit, und Sie wollen diese Tatsache verbergen. Sie und der Rest der US-Regierung wollen das allein dem Wuhan Institute of Virology anhängen, und Sie…

PRICE: Sam, ich möchte Sie bitten, Ihren Kollegen gegenüber respektvoll zu sein.

FRAGE: Ich bin sehr respektvoll.

PRICE: Das sind Sie in der Tat nicht.

FRAGE: Ich bin zu allen Menschen respektvoll und zu allen, die unter der Pandemie leiden. Werden Sie die Informationen freigeben?

PRICE: Sam, als…

FRAGE: Warum finanzieren Sie weiterhin ein Programm, das die Pandemie verursacht haben könnte?

PRICE: Sam, wie ich Ihnen schon beim letzten Mal gesagt habe, können Sie diese Art von detaillierten Fragen gerne schriftlich stellen…

FRAGE: Das habe ich letzten Monat getan, und ich habe nichts erhalten.

PRICE: …und wir werden auf Sie zurückkommen. Lassen Sie…

FRAGE: Sie werden auf mich zurückkommen? Nachdem der Senat eine Resolution verabschiedet hat, die besagt, dass wir alle Informationen über das Wuhan Institute of Virology herausgeben werden und keine der anderen Informationen. Das ist Verweigerung und Verzögerung.

PRICE: Sam, wir müssen…

FRAGE: Das ist Verweigerung und Verzögerung. Und währenddessen gefährden Sie die Welt mit diesen Programmen.

PRICE: Lassen Sie mich mit einer Sache an der Spitze beginnen, und dann werden wir…

FRAGE: Und Sie lächeln.

PRICE: Sam, weil Sie sich auf Verschwörungstheorien einlassen. Und diese…

FRAGE: Das ist keine Verschwörung. Das ist genau die gleiche Rhetorik, die wir vor drei Jahren gehört haben. „Oh, das kann nicht aus einem Labor stammen; das ist eine Verschwörung.“ Blödsinn. Blödsinn.

PRICE: Okay, Sam. Ich…

FRAGE: Geben Sie die Dokumente frei. Warum geben Sie die Dokumente nicht frei, Ned?

PRICE: Ich denke, Ihre Kollegen hier, ich denke, Ihre Kollegen wollen von Dingen hören und fragen, die keine Verschwörung sind, die in der Tat…

FRAGE: Das ist absurd. Es ist absurd, nach allem, was wir durchgemacht haben, nach allem, was wir durchgemacht haben, und nach all den Leugnungen und Verzögerungen der Regierung bezüglich der Herkunft von COVID, dass Sie sagen,…

PRICE: Sam…

FRAGE: …dass es sich um eine Verschwörungstheorie handelt, obwohl ich nur gefragt habe – ich habe letzten Monat gefragt: „Warum geben Sie die Dokumente nicht frei“, und Sie geben die Dokumente nicht frei. Und in der Zwischenzeit, das DNI…

PRICE: Wir werden – wie ich bereits sagte – einen Blick auf die spezifische Frage werfen, die Sie gestellt haben, und wir werden auf Sie zurückkommen. Ich möchte nicht noch mehr Zeit Ihrer Kollegen verschwenden.

FRAGE: „Verschwendung“. „Verschwendung“.

PRICE: Ich habe eine Sache an der Spitze, und dann werden wir uns Ihren Fragen zuwenden. Erstens: Heute ist es 16 Jahre her, dass Robert „Bob“ Levinson von der Insel Kish im Iran entführt wurde. Die vergangenen 16 Jahre haben unsagbares Leid über Bobs Familie gebracht, und die iranische Regierung hat noch immer keine Rechenschaft über Bobs Schicksal abgelegt. Wir fordern sie erneut auf, dies zu tun.

Das Vermächtnis von Bob Levinson wird durch das Levinson-Gesetz fortgesetzt, das unsere Möglichkeiten zur Rückführung von Geiseln und zu Unrecht inhaftierten US-Bürgern im Ausland stärkt. Im Juli letzten Jahres unterzeichnete Präsident Biden eine neue Durchführungsverordnung, die auf dem Levinson-Gesetz aufbaut und die Instrumente zur Abschreckung vor und zur Unterbindung von Geiselnahmen und unrechtmäßigen Inhaftierungen verstärkt.

Der Iran hält weiterhin unrechtmäßig Bürger anderer Länder fest, um sie als politisches Druckmittel einzusetzen. Diese Praxis ist ungeheuerlich und muss beendet werden.

Wir setzen uns weiterhin für die Freilassung von Morad Tahbaz, Emad Shargi und Siamak Namazi aus ihrer unrechtmäßigen Haft im Iran ein. Wir arbeiten unermüdlich daran, sie nach Hause zu bringen. Es ist an der Zeit, dass alle drei zu ihren Angehörigen zurückkehren, die schon viel zu lange gelitten haben.

Matt, würden Sie uns bitte den Anfang machen?

FRAGE: Sicher. Ich wollte eigentlich nach dem PREDICT-Programm fragen, aber… (Gelächter) Aber ich denke, wir haben dieses Thema erschöpft, oder zumindest so viel, wie Sie…

MR PRICE: Da haben Sie wahrscheinlich recht, ja.

Ende der Übersetzung


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

28 Antworten

  1. Nun ja.Es wird Zeit, dass sich die Chinesen und die Russen etwas einfallen lassen eben die Antworten zu erzwingen insoweit, dass gerade die amerikanische Bevölkerung zwischen der Wahrheit und enormen Nachteilen für sich selbst wählen müssen.

    1. Sergej Lawrow: „Ich stehe an der Spitze des Außenministeriums. Wir haben unsere eigenen Methoden. Ich werde keine Vorhersagen machen und auch nicht raten.“

      Diese „eigenen Methoden“ sind nicht zu unterschätzen, und die von Zhongnanhai auch nicht. Auch in den USA rumort es mehr, als hier zur Kenntnis genommen wird.

  2. Ist es nicht einfach schön, wenn sich der Pressesprecher und ein überaus kritischer Journalist (Matt) so gut verstehen und sich die Bälle perfekt zuspielen? 😛

    Das SAM trotzdem so ruhig bleiben kann bei der Verarsche. Ich hätte die Nerven nicht.
    Wie lange er seine Zulassung wohl noch haben wird?

    1. Dem Lumpenstaat werden in nicht zu weiter Ferne jegliche Tricks ausgehen zur Verarsche gerade rechtsschaffender Journalisten. Gerade solche, in Video und auf Papier gebannte Pressekonferenzen finden nun mal WELTWEIT in Sachen Biologischen Waffen erhebliche Beachtung. Bis hin zum kleinsten Inselstaat. Corona traf sie alle ohne Ausnahme.

  3. …netter Eiertanz – den beherrschen die Bienen jedoch weitaus besser… 😝😝

    Und keine Antwort ist auch eine Antwort trifft hierbei mal wieder den Kern der Sache…. – Feiglinge! 🙈🙉🙊

    1. In dem Fall ist die „Keine Antwort“ nun mal die bestätigende Antwort derer, die man bisher nun mal auch fast weltweit als Schurbler, CoranaIdioten usw. verunglimpfte. Die „Keine Antwort“ ist im Sinne der Wahrheit in diesem Falle die BESTE. Sie lässt Raum für Eigeninterpretation, wie das ja auch T.Röper praktiziert.

  4. Ein Schauspiel das uns zu den unterschiedlichsten Themen – insbesondere zur „Corona-Pandemie“ – ja aus der Bundespressekonferenz bestens bekannt ist. Einfach nur lächerlich wenn es nicht Realität wäre!

  5. Ei ganz interessantes Video mit Alexander Dugin „Dugin: „Es wird keine Ukraine, kein Problem und keine Nazis mehr geben“

    In einem Exklusiv-Interview mit RT spricht der russische politische Philosoph Alexander Dugin über den Ukraine-Konflikt und die Veränderungen, die ein Sieg Russlands für die Welt bedeuten würde. Russland, so Dugin, sei das Hindernis für die Schaffung einer globalen Welt westlicher Prägung.

    https://meinungsfreiheit.rtde.life/europa/165149-dugin-es-wird-keine-ukraine-mehr-geben/

  6. Anbei eine Analyse aus Afrika, die Furore macht, viel gelesen wird.

    Teil 1:

    Das angekündigte Ende der westlichen Hegemonie

    In den wenigen Monaten seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine hat sich die Welt verändert. Zugegeben, die Veränderungen haben sich langsam aufgebaut, bevor sie mit einem Schlag unter den Schlägen Rußlands gegen die alte Weltordnung und die westliche Hegemonie sichtbar wurden.

    Was auch immer geschieht, ob man mit dem Vorgehen Rußlands in der Ukraine einverstanden ist oder nicht, die Welt wird nie wieder dieselbe sein. Alle Seiten sind sich darin einig, dies zu erkennen, die Führer der westlichen Welt ebenso wie die des Rests der Welt.

    Der Westen ist nackt

    Im Zuge des Krieges in der Ukraine entdeckten die Menschen auf der ganzen Welt verblüfft, daß der Westen militärisch gesehen nackt ist. Er hat nicht genügend Waffen, um sie dem ukrainischen Regime zu geben. Er hat keine Bestände an leichter oder schwerer Munition, die er einem Rußland entgegensetzen könnte, das über eine mächtige Kriegsindustrie verfügt und diese Munition sowie verschiedenste Waffen in großem Umfang herstellt. Der französische General Thierry Bukhard warnte vor kurzem, am 26. Februar, in einem Interview mit der französischen Wochenzeitung „Le journal du dimanche“ vor Munitionsknappheit in den westlichen Ländern. Die Financial Times berichtete, daß die Waffenbestände der deutschen Armee nur noch für wenige Tage reichen würden, während der deutsche Generalstabschef erklärte, daß er keine Armee habe. Ein großer Teil der „Leopard“-Panzer ist aufgrund mangelnder Wartung ausgefallen. Das gilt auch für diejenigen, die von europäischen Ländern gekauft wurden.

    In der Tat sind alle europäischen Armeen verarmt und nicht in der Lage, einen Krieg mit hoher Intensität zu bewältigen. Dies erklärt neben der Angst vor einer Eskalation zum Teil auch die Verzögerung bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine. Präsident Macron und seine Vorgänger versuchten, durch widersprüchliche Erklärungen den Mangel an französischen Waffen zu verschleiern, sobald man zugunsten der Ukraine schmerzhaft auf die in geringer Zahl vorhandenen Kanonen und Panzer aus französischem Besitz verzichten mußte.

    Selbst die USA haben Schwierigkeiten, die ukrainischen Streitkräfte mit Munition zu versorgen. Sie gingen sogar so weit, daß sie Israel und Südkorea baten, ihnen Munition aus ihren US-Waffenbeständen zu liefern, während sie die Russen beschuldigten, ihre Waffen aus Nordkorea zu beziehen. Tun Sie, was ich sage, und tun Sie nicht, was ich tue.

    Die westlichen Länder haben nicht mehr denselben militärischen Status. Wenn heute beispielsweise eine Delegation des britischen Verteidigungsministeriums in Algerien eintrifft, wie kürzlich, ist das Ereignis mittlerweile harmlos und bleibt praktisch unbemerkt. Und wenn Militärdelegationen nach Frankreich reisen, um sich mit ihren Gegenübern zu treffen, müssen sie womöglich feststellen, daß die französische Armee nicht viel zu bieten hat, um einen hochintensiven Krieg zu bewältigen. Die Zeiten haben sich geändert.

    Der Niedergang der wirtschaftlichen Hegemonie

    Nein, der Westen ist nicht mehr derselbe. Wirtschaftlich gesehen konkurriert China mit den Vereinigten Staaten um den ersten Platz in der Weltwirtschaft. Wenn man ihr gegenseitiges BIP in nominellen Dollars bewertet, ist China immer noch an zweiter Stelle, aber wenn man es in Kaufkraftparität (KKP) bewertet, liegt es bereits weit vor den Vereinigten Staaten. Die derzeitigen BRICS-Staaten werden 2030 50 % des weltweiten BIP ausmachen, ganz zu schweigen von den Ländern, die sich ihnen noch anschließen werden.

    Die westliche Propaganda versucht sich derzeit damit zu beruhigen, daß Rußland ein BIP in der Größenordnung von Spanien hat, aber wie erklärt sich dann seine enorme militärische Stärke und die Tatsache, daß es sich gegen alle westlichen Staaten behaupten kann? Auch hier muß die Realwirtschaft und die Produktion von materiellem Wohlstand berücksichtigt werden. Im Übrigen ist Rußland, gemessen am BIP nach Kaufkraftparität, die sechstgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. In dieser sich abzeichnenden neuen Ordnung scheinen die neuen Perspektiven für die Zusammenarbeit mit und zwischen dem Rest der Welt, Indien, China, Rußland, Brasilien, dem Iran, Asien, Afrika und Lateinamerika nunmehr grenzenlos zu sein. Der Dollar beginnt, seine Vorherrschaft zu verlieren und mit ihm die Diktatur des westlichen Finanzsystems.

    Die Vereinigten Staaten behaupten, der Krieg in der Ukraine habe Europa und die NATO zusammengeschweißt. Das ist nicht wahr. Das genaue Gegenteil ist der Fall, zumindest mittel- und langfristig. Die Wahrheit ist, daß dieser Krieg die totale Herrschaft der USA über Europa, die Zerschlagung Europas durch eine außereuropäische Macht, enthüllt und verstärkt hat. Er hat ein Europa gezeigt, das der Vorherrschaft amerikanischer Interessen unterworfen ist. Sie ist auch eines der bedeutenden Elemente des perspektivischen Endes der westlichen Hegemonie. Daß die USA, wie von der ganzen Welt vermutet, die Nord-Stream-Pipeline zerstören, um die Energieversorgung Deutschlands, eines ihrer wichtigsten Verbündeten, über diese Pipeline endgültig zu beenden, daß sie ihrem Verbündeten prohibitive Energiekosten aufzwingen und so ohne Gewissensbisse seine Wirtschaft und die anderer europäischer Staaten allein zu ihrem Vorteil schwächen, das kann nicht auf Dauer ertragen werden und muß Spuren hinterlassen. Dies ist einer der Aspekte der Verwirrung und der Verantwortungslosigkeit der amerikanischen Politiker im Zusammenhang mit dem Ende ihrer ungeteilten Herrschaft. Wenn sich ihre Verantwortung bestätigt, hätten sie damit einen Akt von äußerster Schwere begangen, einen Sabotageakt, einen Akt des internationalen Terrorismus. Es ist erstaunlich, daß dies im Westen und in erster Linie von der deutschen Führung nicht ausreichend betont wird. Haben sie etwa Angst vor den Amerikanern? Die Amerikaner haben die Büchse der Pandora geöffnet, mit dem Risiko eines allgemeinen Chaos, in dem sich jeder berechtigt fühlen würde, die Gas- und Ölpipelines, die Unterwasserkabel des Gegners, Telefonkabel, Internetkabel und Datenautobahnen zu zerstören. Dies scheint neben der Gefahr eines Atomkriegs das beunruhigendste Ereignis für die Zukunft zu sein.

    Par maliweb -9 Mar 2023 – Source: Le Quotidien Oran
    La fin annoncée de l’hégémonie occidentale
    https://www.maliweb.net/international/la-fin-annoncee-de-lhegemonie-occidentale-3014371.html
    lop

  7. Teil 2:

    Die Medien

    Eines der deutlichsten Zeichen für den Niedergang der westlichen Hegemonie ist der Verfall der Kommunikations- und Informationsethik in vielen westlichen Medien. Diese Entwicklung hatte in den vergangenen Jahrzehnten begonnen, als die USA ihre ungeteilte Weltherrschaft behaupteten. Mit dem Ukraine-Konflikt hat sich diese Entwicklung noch einmal drastisch verschärft.

    Informationen sind nur noch Propaganda. Und Propaganda ist brutal, grob, karikaturistisch, ungeschönt und vor allem furchtbar aggressiv. Fernsehmoderatoren, Leitartikler und Journalisten nennen Ihnen ohne mit der Wimper zu zucken Zahlen zu den russischen Verlusten, die so enorm sind, daß sie das Verschwinden der russischen Armee voraussetzen würden. Man hämmert darauf ein, daß „Putin lügt“, ohne zu sagen, worüber und wann er nicht getan hat, was er gesagt hat. Man wird sorgfältig und regelmäßig das Thema des Urteils über Putin wieder aufgreifen, obwohl man genau weiß, daß dies keinen Sinn macht. Aber darum geht es nicht, sondern darum, ihn und mit ihm Rußland abzuwerten, indem man versucht, das Land zu unterminieren, indem man unterstellt, daß es besiegt und unterworfen werden kann, so wie der Westen es mit anderen Ländern getan hat.

    Es werden astronomische Zahlen über Putins Privatvermögen genannt, ohne daß dafür auch nur der geringste Beweis angeführt wird, abgesehen von einigen bizarren Videos über Präsident Putins angebliche Besitztümer, die wie Hochglanzprospekte von Hotels aussehen. Nur der Off-Kommentar sagt, daß dies ihm gehört. Aber was zum Teufel sollte er mit einem Vermögen anfangen, das er angesichts seiner Sichtbarkeit, seiner überwältigenden Verantwortung und seiner Präsenz an allen Fronten nicht genießen kann. Wie es der Zufall so will, belaufen sich die Zahlen für sein Vermögen auf rund 300 Milliarden US-Dollar, was genau der Höhe der russischen Staatsgelder entspricht, die von den USA und anderen europäischen Ländern eingefroren wurden und die sie sich gerne aneignen würden, und von denen die Europäische Union und Präsident Zelenski lautstark fordern, daß sie der Ukraine „für ihren Wiederaufbau“ zur Verfügung gestellt werden.

    Wir erinnern uns, daß die gleichen Techniken und Themen gegen die Präsidenten Saddam und Gaddafi eingesetzt wurden. Trotz der unterschiedlichen Größe und Stärke des Gegners, diesmal Rußland, werden sie wiederverwendet. Ist man sich des Kräfteverhältnisses nicht bewußt, ist man wahnhaft oder will man den Gegner klein halten? Das alles wirkt wie ein Déjà-vu, wie ein bereits Gehörtes. Genauso hämmerten die USA und ihre Verbündeten darauf ein, daß Saddam und Gaddafi gelogen hätten, als sie die Bedingungen der UNO akzeptierten, und daß die Befürworter einer Intervention befürchteten, daß diese dadurch verhindert werden könnte. In ähnlicher Weise wurde immer wieder das Thema ihrer Verurteilung angesprochen. Ebenso wurden astronomische Zahlen zu ihrem persönlichen Vermögen genannt, die wiederum auf seltsame Weise mit den in den USA und anderen westlichen Ländern eingefrorenen irakischen und libyschen Staatsgeldern übereinstimmten. Wenn also die Völker der Welt den Westen im Zusammenhang mit der Ukraine an diese Konflikte erinnern, weichen sie nicht vom Thema ab, wie es ihnen die westlichen Führer ärgerlich erklären. Die Völker irren sich nicht. Sie weisen lediglich darauf hin, daß die Vergangenheit die Gegenwart erklärt und daß es hier eine Kontinuität desselben Konflikts gibt, den der Westen führt, um seine globale Hegemonie aufrechtzuerhalten.

    Die schlimmsten Schrecken

    In den Talkshows werden die schlimmsten Horrorgeschichten über Russland erzählt, ohne jede Hemmung. Journalisten berichten ungerührt von 200.000 bis 700.000 ukrainischen Kindern, die nach Rußland deportiert wurden, von Kindern, die „vier Jahre alt! “ vergewaltigt wurden. Das Einzige, was (noch?) nicht gesagt worden sein wird, ist, daß die Russen … Kannibalen sind.

    Die westlichen Fernsehstudios sind zu Orten geworden, an denen geschwatzt und fabuliert wird. Kohärenz, Logik und Plausibilität spielen keine Rolle, die Fantasie ist grenzenlos, man sieht sich mit einer durch und durch verschwörungstheoretischen Berichterstattung konfrontiert. Aber es gibt manchmal Pannen, Momente, in denen die Wahrheit plötzlich und ungewollt ans Licht kommt. So rief der französische General Nicolas Richoux, der sich über die Vorbehalte der Republikaner in den USA gegen die Finanzierung des Krieges in der Ukraine ärgerte, aus: „Die amerikanische Armee bezahlt die russische Armee für 5 % ihres Budgets (40 Milliarden Dollar von 800 Milliarden Dollar, NB), aber immerhin! Wer könnte gegen ein solches Ergebnis in den USA sein? ( Nachrichtensender LCI, 7. Januar 2023).

    Um die große Beliebtheit Putins bei seinem Volk zu erklären, kommt die gesamte westliche organische Intelligenzia, Akademiker, Leitartikler, zivile und militärische Analysten, die offensichtlich mit Offiziellen und anderen Diensten verbunden sind, und sagt, es handele sich um den Untertanengeist der Russen, die Eigenschaften der slawischen Seele. Die russischen „politischen Exilanten“, von denen jedes Plateau einen Vertreter haben möchte, werden gebeten, dies zu bestätigen. Sie tun dies eifrig. Sie legen sogar noch einen drauf. Hier wie auch anderswo hat der Westen im Laufe seiner jahrhundertelangen Hegemonie immer diese Art von okzidentalistischen Eliten und den Selbsthaß, den sie in sich tragen, hervorgebracht. Das ist der Beweis dafür, daß die westliche Ideologie überall als herrschende Ideologie funktioniert hat. Aber warum nicht einfach davon ausgehen, daß Putin den Willen seines Volkes ausdrückt und daß das in ihn gesetzte Vertrauen daher rührt, daß er Russland nach der schrecklichen Krise, die durch den Zusammenbruch der UdSSR verursacht wurde, wieder aufgerichtet hat.

    „Die wahre Lüge“

    Die Amerikaner verbreiten weiterhin im gesamten Westen ihre neuen Informationstechniken, die der Theorie der „wahren Lüge“ (1), nach der man davon ausgeht, daß „eine Lüge nützlich sein kann“, wenn sie ein schädliches Ereignis verhindern kann. So wurde China beschuldigt, die Absicht zu haben, Rußland mit Waffen zu beliefern, und die USA gaben an, sie seien „überzeugt“, daß China Wagner mit Satelliteninformationen versorgt. Gemäß diesen Vorstellungen von einer virtuellen oder potenziellen Wahrheit könnten Schlußfolgerungen , Vorhersagen aus einer einfachen Analyse oder einfache Annahmen als Information betrachtet werden, da sie „stattfinden könnten“. Wenn Sie der Propaganda genau zuhören, werden Sie feststellen, daß sie zum größten Teil nach diesem Muster aufgebaut ist.

    Wo sind die Zeiten der großen westlichen Nachrichtenorgane, die selbst in Kriegszeiten als Maßstab für ihre Objektivität der Fakten dienten. Sie verbreiteten den westlichen Einfluß bei westlich orientierten Eliten, die von einem freien Ton und einer Qualität der Debatten verführt wurden, die es in ihren Ländern kaum gab.

    In der Frage der Information machen der Westen und vor allem die Amerikaner einen strategischen Fehler: Sie glauben, daß die Medien alles können und daß es nur darum geht, den Geist der Menschen zu erobern. In diesem Punkt irren sie sich. Die Fakten sind hartnäckig. Meinungen lassen sich nicht herstellen, und schon gar nicht gegen die eigenen Interessen einer Nation. Die Meinung des Rests der Welt über den Westen ist ein Beweis dafür. Sie ist dem Westen gegenüber feindselig eingestellt, trotz der enormen Anstrengungen, die die westliche Propaganda in diese Richtung unternimmt. Wenn diese Propaganda in den westlichen Ländern Wirkung zeigt, dann deshalb, weil viele in der Bevölkerung immer noch glauben, durch die westliche Hegemonie ihre Interessen, Vorteile und Privilegien gegenüber anderen Völkern zu finden. Aber selbst dort glauben viele, und es werden immer mehr, daß die Medien lügen und alternative Informationen in die sozialen Netzwerke geflüchtet sind.

    La fin annoncée de l’hégémonie occidentale
    par Djamel Labidi
    http://www.lequotidien-oran.com/index.php?news=5319446

  8. Teil 3:

    Die Verwirrung

    In Wirklichkeit ist der Westen völlig verwirrt. Er hat sich isoliert, oder genauer gesagt, er fährt blind fort, sich vom Rest der Welt zu isolieren. Selbst die Begriffe, die er mittlerweile verwendet, weisen auf diese Isolation hin. Er spricht nicht mehr, oder nur noch selten, von der internationalen Gemeinschaft. Er sieht sich nicht mehr als die Welt. Der Westen wird immer einsamer. Der Westen trifft sich mit dem Westen und applaudiert sich selbst. Die letzte Tour von Präsident Zelensky durch die Parlamente der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreichs, in Brüssel, im Europäischen Parlament, ist ein eindrucksvolles Bild davon. Die Menschen drängten sich, um ein Foto mit Präsident Zelensky zu machen, und applaudierten frenetisch dem Toreador, dem Gladiator, während sich Ukrainer und Russen in Bakhmut gegenseitig umbrachten.

    Der Westen krümmt sich immer mehr in sich selbst, ohne daß er es überhaupt merkt. Er bezieht andere Länder der Welt nicht mehr in sein Schicksal mit ein. Wenn er von sich selbst spricht, sagt er regelrecht den Westen und manchmal sogar einfach nur die NATO. Er trennt klar zwischen sich und den anderen Nationen der Welt. Er sagt klipp und klar, daß er seine Interessen verteidigt. Manchmal fügt er, wie die ukrainische Führung, die „zivilisierte Welt“ hinzu, um sie klar von den „Barbaren“ zu unterscheiden – eine Übertreibung von Neulingen.

    Der Westen ist besorgt

    Der Westen ist heute beunruhigt. Er hält jeden Tag Ausschau nach dem kleinsten Anzeichen einer Divergenz oder Entfremdung zwischen China und Rußland oder einer Revolte in diesen Ländern. Er schießt Wetterballons ab.

    Wir sind weit entfernt von den großen Zeiten eines selbstbewußten, selbstsicheren Westens, von den großen Zeiten der westlichen Ideologie , in denen der Westen sich für die Welt hielt, Freiheit, Demokratie und Liberalismus für sich beanspruchte und von der Macht der von ihm verkündeten Werte zur Lösung aller menschlichen Probleme überzeugt war.

    Heute hat er seine eigenen Totems selbst zu Fall gebracht. Er hat das unantastbare Prinzip des Privateigentums angegriffen, indem er das Geld stahl, das souveräne Staaten seinen Banken anvertraut hatten, und das Eigentum von Menschen konfiszierte, nur weil sie Bürger eines fremden Landes waren, mit dem sie jedoch erklärten, daß sie keine Kriegspartei seien. Er griff selbst seine sakrosankte Regel des „freien und fairen Wettbewerbs“ an und trat sie zynisch mit Füßen, je nachdem, was seinen Interessen entsprach. So hat er den Grundsatz der freien Meinungsäußerung und des Informationswettbewerbs angegriffen, indem er seit Beginn des Krieges in der Ukraine alternative Informationsquellen, insbesondere die russischen Medien, verboten hat, obwohl er früher den Ruf hatte, daß „er nicht wie totalitäre Staaten handelt“. Er denkt sogar darüber nach, soziale Netzwerke zu reglementieren. Er hat den Grundsatz des freien Handels und der freien Wirtschaft angegriffen, indem er sich das souveräne Recht herausnimmt, Länder und Völker außerhalb jeder völkerrechtlichen Entscheidung wirtschaftlich zu bestrafen, ihren Schiffen und Flugzeugen Häfen und Flughäfen zu verbieten usw. Er hat sich auch das Recht herausgenommen, den Handel und die Wirtschaft zu beschränken. Kurzum, er hat selbst alle Werte verleugnet, die er angeblich in der Welt verbreiten wollte und in deren Namen er seine bewaffneten Interventionen rechtfertigte.

    Ein weiteres Zeichen des Niedergangs ist, daß der Westen keine großen Führungspersönlichkeiten mehr hervorbringt. Staats- und Regierungschefs wie Joe Biden, Emmanuel Macron, Olaf Scholz, Boris Johnson, Liz Truss usw. haben offensichtlich nicht die Statur eines Xi Jining, Wladimir Putin, Narendra Modi oder Erdogan, egal wie man zu ihnen steht. In der Ukraine wurde ein Schauspieler für die Rolle des Staatsoberhauptes als am besten geeignet erachtet.

    Den herrschenden Eliten des Westens fehlt ein universalistisches Projekt, eine neue Vision für die Zukunft der Welt. Diese Vision ist nun auf der anderen Seite zu finden: eine Welt ohne jede Form von Hegemonie, eine Welt, die von der Diktatur des Dollars und der Erpressung durch Wirtschaftssanktionen befreit ist, eine Welt gleichberechtigter Nationen, in der die Souveränität die Garantie für gegenseitigen Respekt und die Freiheit der Bürger ist, kurzum eine Welt, in der die internationale Demokratie die Entwicklung der nationalen Demokratie fördert.

    Die ständigen westlichen Verweise auf Demokratie, Freiheit und Menschenrechte erscheinen heute wie leere, unglaubwürdige Slogans, wie eine kaputte Schallplatte, die von der nicht-westlichen Welt mit einem höflichen und zugleich zweifelnden Blick aufgenommen wird. Außer bei den westlich orientierten Minderheiten, die es hier und da noch gibt, finden sie keinen Anklang mehr. Der Westen kann diese Eliten noch so sehr pflegen und ihre treuesten intellektuellen Vertreter in die Medien bringen, sie haben keine andere Funktion mehr, als ihn zu beruhigen, indem sie ihn für die neuen Realitäten der Welt blind machen.

    Ein weiteres Symptom eines ängstlichen, sich abschottenden Westens ist die panische Angst vor Auswanderung. Wir sind weit entfernt von dem gelassenen Westen, der 1975 in Helsinki das Ende des „Eisernen Vorhangs“, die Öffnung der Grenzen und die Freizügigkeit der Menschen forderte. Wir sind auch weit entfernt von der Zeit, in der die Bushs im Namen der Demokratie 35 Staaten zusammenbringen konnten, um den Irak anzugreifen.

    Es ist offensichtlich, daß wir heute in einer Zeit tiefgreifender historischer Veränderungen leben, vielleicht der größten, die es in der Neuzeit gegeben hat. Solche Zeiten des Wandels und der Transformation sind die gefährlichsten. Ein Ende der westlichen Hegemonie wäre nur gerecht. Es wäre für alle von Vorteil, auch für die westlichen Völker, deren Beziehungen zu den anderen Völkern sich normalisieren würden.

    Dennoch sollten wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sehr auf diese historische Entwicklung freuen. Die Geschichte hat uns gelehrt, wie gefährlich die Kräfte im Niedergang sind, weil sie ihn als Drama, als ihr Ende wahrnehmen. Kann die Menschheit diese Wende schaffen, ohne in eine globale Konfrontation zu geraten? Für die heutige Welt, zumindest für die bewußtesten Führer, laufen alle Fragen der Geopolitik auf diese eine Frage hinaus: Sein oder Nichtsein.

    (1) Der neue Informationskrieg oder „Die Wahrheit, wenn ich lüge“ von Djamel Labidi.

    La fin annoncée de l’hégémonie occidentale
    Géopolitique/10 mars 2023/Djamel Labidi
    https://reseauinternational.net/la-fin-annoncee-de-lhegemonie-occidentale/

  9. Wie kann man es schaffen, zu lügen, um andere Lügen, die vorher kommen, aufrechtzuerhalten und dabei nicht rot im Gesicht vor lauter Scham zu werden? Nun, man lernt, wie man das Blut im Kopf von diesem fern hält, wobei allerdings dann auch das Hirn in ihm nicht mehr ausreichend versorgt wird! Außerdem lernt man professionell das Lügen. Alles Standardvorgehensweisen in Konzernetagen wie der im Weißen Haus. Aber auch die meisten anderen Erdenvölker kennen das von ihren Obrigkeiten im besonderen. Voran freilich wie immer der Deutsche. Den Russen möchte ich da auch nicht ausnehmen.

    Wie schon mindestens einmal dargelegt: Willst Du andere kontrollieren (statt sie zu führen), dann lüge sie an und das standardmäßig, also ständig! So gehen alle Kriminellen und Oberaffen vor und die unteren schlucken es brav und stecken den Schnuller wieder in den Mund.

  10. …..den Ursprung von COVID-19 zu ermitteln. Das ist eine Anstrengung, die von der Geheimdienst-Community getragen wird.

    Mal ne rethorische Frage:
    war das bei der Erforschung der Pocken , der Pest , der Cholera , der Grippe etc. auch schon immer Geheimdienstaufgabe ?🙄

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