Deutsche Medien schweigen

Die Ukraine greift immer wieder russische Atomkraftwerke an

Obwohl sogar in Kiew bestätigt, dass die Ukraine russische Atomkraftwerke angegriffen hat, finden die deutschen Medien finden das nicht berichtenswert.

2022 hat der Beschuss des AKW Saporoschje immer wieder Schlagzeilen gemacht. Russland hat Kiew vorgeworfen, das AKW zu beschießen, während die westlichen Medien das als „russische Propaganda“ bezeichnet und die Version Kiews verbreitet haben, Russland beschieße das unter seiner Kontrolle stehende AKW selbst.

Inzwischen hat sich die „russische Propaganda“ allzu oft als wahr herausgestellt. Es gab diverse Mordanschläge auf russische Journalisten, die nach russischen Angaben vom ukrainischen Geheimdienst mit Unterstützung westlicher Geheimdienste begangen wurden, was der Westen und Kiew zunächst bestritten haben. Aber wenig später rühmten sich Vertreter ukrainischer Geheimdienste dann dieser Taten und bestätigten so die angebliche „russische Propaganda“, worüber deutsche Medien praktisch nicht berichtet haben. Um das im Westen zu erfahren, muss man US-Medien lesen.

Interessant war in diesem Zusammenhang ein Artikel der Washington Post, über den ich vor wenigen Tagen berichtet habe. Darin ging es um die Mordprogramme der ukrainischen Geheimdienste, bei denen die CIA sie mit Ausrüstung aus Ausbildung unterstützt hat, worüber man in Deutschland auch keine Berichte findet. Demnach hat die CIA die ukrainischen Geheimdienste SBU und GUR ausgebildet und mit moderner Ausrüstung im Wert von Millionen Dollar versorgt. An der Organisation der Aktionen der ukrainischen Geheimdienste war die CIA angeblich jedoch nicht beteiligt, die CIA wollte angeblich nicht wissen, was genau die Ukrainer mit dem Wissen und der Ausrüstung in Russland anstellen. Gleiches gilt demnach auch für den britischen Geheimdienst MI6.

In dem Artikel ist die Washington Post vor allem auf die Mordanschläge eingegangen, die ukrainische Geheimdienste auf politische Gegner und Journalisten durchführen, aber es war in dem Artikel auch immer wieder von Sabotage-Operationen die Rede, wobei vor allem die Anschläge auf die Krim-Brücke genannt wurden. Die letzten Anschläge auf die Brücke wurden mit Marinedrohnen verübt, an deren Entwicklung westliche Geheimdienste gemäß russischen Angaben maßgeblich beteiligt waren. Auch das wurde als „russische Propaganda“ bezeichnet, aber die Washington Post hat nun berichtet, dass die Marinedrohnen „im Rahmen einer streng geheimen Operation unter Beteiligung der CIA und anderer westlicher Geheimdienste entwickelt worden waren.“

Außerdem war in dem Artikel auch die Rede davon, dass sich die Aktionen der ukrainischen Geheimdienste ab 2022 „zunehmend auf Ziele nicht nur hinter den feindlichen Linien, sondern weit in Russland hinein konzentriert“ hätten.

Angriffe auf das AKW Saporoschje

Dass das AKW Saporoschje von der Ukraine beschossen wurde, ist kaum zu bestreiten, denn das hat der ukrainische Präsident Selensky schon im August 2022 selbst zugegeben, als er offen sagte, dass russische Soldaten, die zur Sicherheit in dem AKW stationiert sind, „zu einem besonderen Ziel für unseren Geheimdienst und unsere Armee“ werden.

Die russischen Soldaten sind dort stationiert, weil die ukrainische Armee immer wieder Versuche unternommen hat, das AKW-Saporoschje zurückzuerobern, was brandgefährlich ist. Selbst wenn man in Kiew und im Westen der Meinung ist, das AKW sei ukrainisch, ist der Versuch, ein AKW militärisch zu erobern unverantwortlich, denn man stelle sich einmal Häuserkämpfe auf dem Gelände eines AKW vor, bei denen auch in technisch sensiblen Bereichen geschossen wird. Auch diese russischen Vorwürfen an Kiew, das AKW angegriffen zu haben, wurden später in Kiew bestätigt.

Dass es die Ukraine ist, die das AKW beschießt, wurde im September 2022 besonders deutlich, denn damals kamen endlich Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in das Kraftwerk. Diesen Besuch hat Kiew bis zur letzten Minute zu verhindern versucht und noch in der Nacht davor einen Versuch gemacht, das AKW zu erobern. Aber Kiew kann beruhigt sein, denn die IAEO berichtet zwar über den Beschuss, äußert sich jedoch nicht dazu, wer das AKW beschießt. Dabei ist das eindeutig, denn auf dem Gelände des AKW schlagen Granaten aus westlicher Produktion ein, aber die IAEO sieht sich nicht als zuständig dafür an, den Täter zu benennen.

Angriffe auf andere russische AKWs

Es gab schon früher Meldungen über Terroranschläge auf russische AKWs. Dabei haben von der Ukraine ausgebildete Terroristen versucht, Stromleitungen zu sprengen, was zu einem atomaren Unfall führen kann, weil AKWs bei der Kühlung der Brennstäbe auf externen Strom angewiesen sind. Auch diese versuchten Terroranschläge Kiews wurde im Westen natürlich als „russische Propaganda“ bezeichnet.

Allerdings hat Kiew keinerlei Hemmungen so etwas zu tun, wie ein Vorfall im AKW Saporoschje vom Juli 2023 zeigt. Das AKW Saporoschje wurde trotz der Kampfhandlungen aus der Ukraine über die Dnjepr-Stromleitung mit Strom für die Kühlung der abgeschalteten Reaktoren des AKW Saporoschje versorgt. Diese Stromversorgung hat Kiew Anfang Juli 2023 abgeschaltet, wie nicht nur die Russen, sondern auch die im AKW stationierten Experten der IAEO berichtet haben.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat im August 2023 ukrainische Saboteure festgenommen, die von Spezialeinheiten der britischen Armee ausgebildet wurden, um unter anderem Sabotageakte in Atomkraftwerken in Russland zu begehen. Darüber berichtete Alexander Bortnikow, der Direktor des FSB, Anfang Oktober bei einem Treffen der Geheimdienstchefs der GUS-Mitgliedstaaten. Demnach hätten die Saboteure die AKWs Kursk und Smolensk angegriffen. Dem russischen Geheimdienst sei es gelungen, mehr als 20 Sprengsätze zu entschärfen, die die Terroristen an den Stromleitungsstützen der beiden Anlagen angebracht hatten. Die Aktion war dennoch teilweise erfolgreich, denn wegen der Sabotage sei es zur Notabschaltung des zweiten Blocks des AKW Kursk gekommen. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitierte den FSB-Chef:

„Solche Aktionen des ukrainischen Militärgeheimdienstes und seiner britischen Mentoren sollten nicht anders als der Nuklearterrorismus eingestuft werden.“

Bortnikow zufolge ht die terroristische Bedrohung nun eine neue Qualität:

„Es stellt sich die Frage: Ist sich London der Vernunftwidrigkeit des Vorgehens seiner Geheimdienste bewusst? Und was erwarten diese Irren letztendlich? Schließlich treiben sie durch ihr Handeln die terroristische Bedrohung auf eine höhere Ebene.“

Am 26. Oktober hat laut Russland wieder ein Angriff auf das AKW Kursk stattgefunden, bei dem Drohnen eingesetzt wurden. Eine mit Sprengstoff beladene Drohne sei demnach in das Atommülllager des AKW eingeschlagen und habe die Wände des Gebäudes beschädigt. Zwei weitere Drohnen seien auf Verwaltungsgebäude des AKW gestürzt. In den Drohnen seien westliche Bauteile gefunden.

Das russische Außenministerium veröffentlichte dazu eine Pressemeldung, in der es hieß:

„Mit der Bombardierung des Kernkraftwerks Kursk hat sich das Kiewer Regime auf eine Stufe mit den abscheulichsten Terrororganisationen gestellt. Besonders alarmierend ist, dass dieses Verbrechen nicht ohne die Erlaubnis und möglicherweise sogar auf direkten Befehl seiner westlichen Drahtzieher begangen werden konnte.
Wir fordern alle Regierungen auf, die barbarischen Aktionen Kiews, die äußerst gefährlich sind und irreparable Folgen haben könnten, aufs Schärfste zu verurteilen. Auch die einschlägigen internationalen Organisationen, Umwelt-NGOs und die Zivilgesellschaft sollten eine angemessene Bewertung dieses Terrorakts abgeben.“

Aber in deutschen Medien habe ich darüber nicht einmal eine Meldung gefunden. Dass britische und US-amerikanische Geheimdienste die Ukraine dabei unterstützen, Anschläge auf Atomkraftwerke durchzuführen, erfährt man in deutschen Medien natürlich auch nicht.


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

16 Antworten

  1. Warum sind russische Soldaten im AKW Saporoschje, wenn es angeblich darum geht Kampfhandlungen von dem AKW fernzuhalten?
    Das ist wie bei der Hamas die ihre Stützpunkte in und unter Krankenhäuser verlegt um entweder nicht angegriffen zu werden oder einen hohen Kollateralschaden zu provozieren.

    1. Das AKW liegt in der Nähe der Front. Wenn dort niemand stationiert wäre, um es zu bewachen, würde das Kiewer Regime das AKW sofort übernehmen.

      Durch den Beschuss des AKW hat Kiew oft gezeigt, dass Selenskyj kein Problem damit hat, ein AKW als Waffe zu verwenden – es in solche Hände fallen lassen, wäre deshalb gefährlich.

      Auf dem Gelände des AKW und in seiner direkten Umgebung sind keine russischen Soldaten, die Angriffe durchführen.

      1. @Stop Bush….
        Ganz so einfach ist das nicht. Das AKW Soporischia liegt auf der rechten Dnepr-Seite. Russich kontrolliert. D.h. so einfach können das die Ukrainer nicht übernehmen. Beschiessen können sie es-und da stimme ich Maskete unten zu: Das machen nur Irre.
        Zur Technik: Ein AKW ist nichts weiter als eine Dampfmaschine. Nur eben nicht mit Kohle befeuert. Es braucht aber zur Dampferzeugung+Kühlung Wasser-viel Wasser. Aus diesem Grund baut man sowas an grossen Gewässern. Wenn die Reaktoren in Betrieb sind, erzeugen die Generatoren die wenigen Prozent Eigenbedarf selbst. Es wird nur kritisch, wenn die Eigenerzeugung ausfällt. Dann muss extern elektrische Energie zugeführt werden.
        Das war ja auch die Ursache für das Fukushima-Unglück: Das Wasser hat die komplette Elektrik ausser Betrieb genommen und die habens nicht hinbekommen. Wie auch- ein Pumpenmotor unter Wasser ersäuft und ein Schaltschrank auch. Fazit> keine Kühlung und der Reaktor „geht durch“.
        Wenn ich-so irre der Gedanke auch sein mag- einem AKW schaden will, kappe ich die elektrische Infrastruktur zum und vom Kraftwerk mit der Folge einer Notabschaltung. Ergebnis> kein Strom= keine Kühlung=…..

          1. Na also wirklich, was machen die bösen Russen denn im AKW Saparoshije wo doch der Dnepr da fließt. Das der Dnepr Frontlinie ist, ist erst mal egal, dass die Ukrainer öfter mal versuchen mit Schnellbooten den Dnepr zu überqueren, auch egal. Das es schwierig ist, solch ein AKW zu verteidigen, ohne schwere Technik auf dem Gelände einzusetzen, was die Russen ja nicht tun … wen interessiert denn das? Die Soldaten müssen einfach mal weg 😉
            Vielleicht einfach mal zurückdenken an Februar 22. Als die Russen Tschernobyl relativ schnell übernahmen, einigte man sich mit den ukrainischen Wachmannschaften, gemeinsam die Sicherheit der Anlage zu gewährleisten. Aha, ukrainische Wchmannschaften …die Ukriner hatten Militär auf dem Gelände des AKW ..ach ja die durften das ja auch 😉 Wurden ja von Russen angegriffen, di kein erneutes Armageddon riskieren wollten ..oder irgendwie so …
            Wenn man sich an die Katastrophe von Tschernobyl erinnert haben die Russen danach eine ganze Armee geopfert um den Sarkopharg zu bauen und die Schäden durch die radioaktive Strahlung halbwegs zu minimieren. Eine Armee, Personal inclusive Technik. Schlimm genug war es trotzdem. Nun hat man da ein AKW in Kursk, was wäre für die Ukraine besser, als das erneut eine ganze russische Armee über die Klinge springt? Saparoshije ist es ja ähnlich.
            Es scheint aber, das die Russen international immer wieder auf die Gefahren, die von ukrainischen Handlungen ausgehen, hinweisen, das Problem aber alles in allem für beherrschbar halten.

  2. Werden Geisteskranke mit Macht genug in die Ecke gedrängt, haben sie meist keine Skrupel, auch einen ganzen Planeten dem Sensenmann zu übergeben. In leichterer Form: Hitler, der von seinen vollkommen verblendeten Nächsten am Leben gelassen wurde, um weiter an der Kontrollkonsole herumzufummeln, schmiß ohne zu zögern nochmals Hunderttausende in den dampfenden Kochkessel, obwohl der Krieg schon verloren war. Auf der anderen Seite dieser Auseinandersetzung zwischen den Clans geisteskrank gemachter Völker der andere wahnsinnige „Fürst“, der WUSSTE, daß die Zerbombung dutzender deutscher Großstädte zuvorderst hunderttausende wenn nicht gar Millionen Zivilisten ausradieren würde. Er fühlte sich ebenfalls an die Wand gedrückt, obwohl er es nicht war, aber sein „Glaube“ war, er müsse nun zu dieser Maßnahme schreiten und er tat es!

    So sind diese plemplem-Maschinen immer! Nur ausnahmsweise besinnt sich da jemand an der Macht und versucht, eine schonende Lösung zu finden. SELTEN!

    1. Und vollständig plemplem muss man fraglos sein, zu glauben, die Russen würden selber Nuklearanlagen bombardieren, die von den eigenen Truppen bewacht werden.
      Aber die westliche Elite-Journaille scheint so plemplem zu sein – zumindest ein wesentlicher Teil davon.

      Man sieht an solchen grausigen Details, zu was eine „Elite“ fähig ist, der jahrelang Zucker in den A_r_s_c_h geblasen wird, ohne dafür echte journalistische Arbeit zu verlangen.

      1. Plemplem sind sie (die Riegierigen) leider nicht …Wenn bei diesen Fakenews die positiven Effekte nicht überwiegen würden, dann würden unsere Journalisten-Lakaien diese nicht verbreiten. Ich denke, wir müssen auf der Hut sein und aufklären!!!

  3. Wie lange will sich Russland das noch bieten lassen, bis es sich den Kiewer Regierungssitz vornimmt? Mich wundert auch, dass Selensky noch lebt. Für die Amis war es ein Leichtes, Kennedy, King, Palme zu liquidieren …

    1. Der sogenannte „Wertewesten“ handelt nach der Doktrin: Was uns stört, im Weg ist oder nicht nach unserem Willen handelt, wird ausgelöscht. Wer nicht parriert, dem werden seine Lebensgrundlagen entzogen.
      Menschenleben spielen hier keinerlei Rolle.

      Da aber die RF nicht Teil des Wertewestens ist, meidet man diese Art der Vorgehensweise.

  4. Hoffentlich passiert kein AKW Unglück! Hoffentlich kommt es endlich zu Verhandlungen, aber nicht erst, wenn sleepy joe nicht mehr im Amt ist, denn sonst ist Hopfen und Malz verloren. Hoffentlich wird Herr Lawrow baldmöglichst Gelegenheit bekommen und kann seine langjährigen Erfahrungen einsetzen und zum Waffenstillstand bringen!

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