Deutschland

Die Deindustrialisierung nimmt weiter Fahrt auf

Die aktuellen Meldungen aus der Wirtschaft sind alarmierend und zeigen, dass die Deindustrialisierung Deutschlands weiter an Fahrt aufnimmt. Die Bundesregierung fährt die deutsche Wirtschaft zielstrebig und mit Vollgas an die Wand.

Die schnell fortschreitende Deindustrialisierung Deutschlands nimmt weiter Fahrt auf. Das Wort „Deindustrialisierung“ ist auch in den Mainstream-Medien angekommen, aber die nehmen das als eine Naturereignis wahr, das man – wie ein Erdbeben – nicht verhindern kann, dabei ist die Deindustrialisierung eine direkte Folge der Politik der Bundesregierung.

Zahl der Unternehmensinsolvenzen um über 20% gestiegen

Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Anfang Dezember gemeldet hat, gab es in diesem Jahr 18.100 Unternehmensinsolvenzen. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 23,5 Prozent. Im Baugewerbe stieg die Zahl der Insolvenzen um 20,8 Prozent, im Dienstleistungssektor um 22,5 Prozent, im Handel um 26 Prozent und im verarbeitenden Gewerbe sogar 30,2 Prozent.

Mit etwa 80 Prozent der Insolvenzen sind demzufolge kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern am meisten betroffen. Allerdings war ihr Anteil in den Vorjahren war noch höher. Demzufolge ist die Zahl der Insolvenzen von Mittelständlern und Großunternehmen massiv angestiegen. Bei Betrieben mit mehr als 250 Mitarbeitern ist die Zahl der Insolvenzen beispielsweise von 60 auf 90 gestiegen. Bei Unternehmen mit 11 bis 50 Mitarbeitern ist die Zahl um 50 Prozent auf fast 2.500 gestiegen. Bei Unternehmen mit 51 bis 250 Mitarbeiter betrug die Steigerung fast 76 Prozent. 650 solcher Firmen sind in die Insolvenz gegangen.

Für 2024 rechnet man bei Creditreform mit zahlreichen weiteren Insolvenzen. Dass die Zahl der Insolvenzen im Jahr 2024 etwa 20.000 betragen kann, hält man für „durchaus realistisch“.

Die Baubranche geht in die Knie

In Deutschland gibt es eine massive Wohnungsnot und die Bundesregierung hält es seit Jahren nicht für nötig, etwas dagegen zu tun. Selbst wenn der Plan der Bundesregierung umgesetzt würde und in dieser Wahlperiode (also bis 2025) 400.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut würden, wäre das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn in Deutschland fehlen derzeit 700.000 Mietwohnungen für Kleinverdiener. Und da die Zahl der Flüchtlinge ansteigt, wächst die Wohnungsnot rapide weiter.

Wie schlecht die deutschen Regierungen der letzten Jahre gearbeitet haben, machen einige Zahlen deutlich, über die die Tagesschau im Januar berichtet hat. In den 90er Jahren gab es in Deutschland rund drei Millionen Sozialwohnungen, heute sind es nur noch 1,1 Millionen. Die Bundesregierung wollte 2022 100.000 neue Sozialwohnungen schaffen, am Ende des Jahres gab es in Deutschland aber 27.000 Sozialwohnungen weniger als 2021.

Und Besserung ist nicht in Sicht, denn vor einigen Tagen wurde gemeldet, dass die Baubranche weiter den Bach runter geht. Der Spiegel schrieb dazu unter der Überschrift „Kaum Aufträge für Wohnungen – Baubranche fürchtet Verlust von 30.000 Jobs“:

„»Der Giftmix aus stark gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten hat wie erwartet vor allem im Wohnungsbau seine Spuren hinterlassen«, teilte der ZDB mit. Für dieses Jahr rechne man nur noch mit dem Bau von 271.000 Wohneinheiten. »Die Abwärtsspirale geht weiter«, sagte Schubert-Raab. »Für 2024 erwarten wir nach derzeitigen Investitionsbedingungen nur noch die Fertigstellungen von 235.000 Wohneinheiten.« Damit rücke das Ziel der Bundesregierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr in weite Ferne.“

Zum Vergleich: Im angeblich so armen Russland, das von den westlichen Sanktionen angeblich furchtbar geschwächt wurde, werden pro Jahr 1,2 Millionen neue Wohnungen gebaut.

„Ökonomische Schockstarre“

Der Spiegel hat Anfang Dezember unter der Überschrift „IW-Firmenumfrage – Deutsche Wirtschaft erwartet für 2024 »ökonomische Schockstarre«“ über eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft berichtet, der zufolge nur 23 Prozent der deutschen Unternehmen positiv auf 2024 blicken, während 35 Prozent negative Erwartungen haben. Der Hauptgrund dafür sind die stark angestiegenen Energiepreise, wobei natürlich gesagt wird, dass der Grund dafür wiederum die „russische Invasion in der Ukraine“ sei.

Dass die Energiepreise explodiert sind, weil Berlin und Brüssel kein günstiges russisches Öl und Gas mehr abnehmen wollen, sondern stattdessen auf teureres LNG aus den USA setzen, verschweigen sowohl der Spiegel als auch das Institut der deutschen Wirtschaft. Man kann das Vorgehen Russlands ja schlecht finden, aber an den explodierten Energiepreisen trägt nicht Russland die Schuld, sondern die sind eine Folge der Entscheidungen, die in Berlin und Brüssel getroffen wurden.

Und diese Entscheidungen treiben die Deindustrialisierung Deutschlands immer schneller voran. Die Grünen wird es freuen, denn ein deindustrialisiertes Deutschland wird weniger CO2 ausstoßen.


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

45 Antworten

    1. Ein schönes Beispiel, dass wir eben keinen realen oder gar freien Markt mehr haben. Googeln sie doch mal „Aktienrückkäufe durch Unternehmen“. Die Finanzblase (ich erinnere die EZB erzeugt täglich mindestens 1 Milliarde Euro seit vielen Jahren und kauft damit Schulden von Unternehmen auf) tut ihr übriges. Und wenn sie das alles als „Verschwörung“ abtun, dann fragen sie sich doch mal ob die Anlagen, die Grundstücke usw. tatsächlich also in der Realität 20% wertvoller geworden sein können und wenn ja wie?

      1. Die DAX Konzerne operieren weltweit, wenn da in Deutschland ein paar unrentable Buden dicht gemacht werden, lässt dies den Aktienkurs eher steigen, als das er ihn belastet. Die Entwicklung des DFAX mus nicht unbedingt die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland widerspiegeln. Dazu kommen dann noch psychologische Faktoren sowie ein künstlich hoch gehaltener Kurs.
        Auch bei den Insolvenzen zum Vorjahr sollte man im Vergleich vorsichtig sein. Während Corona wurden Insolvenzen staatlich verordnet aufgeschoben, mit den stattlichen Vorgaben wurde das, was vorher den Straftatbestand der Insolvenzverschleppung entsprach, legitimiert und gefordert. Schon damals wurde eine unvermeidliche Insolvenzwelle vor sich her geschoben, die jetzt so langsam zum Tragen kommt. Das sich die wirtschaftlichen Bedingungen weiter verschlechtert haben (Energiepreise) kommt noch obendrauf.
        Bei der Lage auf dem Wohnungsmarkt wird ab nächsten Jahr dann noch das Heizungsgesetz durchschlagen. Hier wird es eine Menge Hausbesitzer geben, denen es einfach verboten ist, in ihren bisherigen Häusern weiter zu wohnen und die weder das Geld zum geforderten Umbau (Modernisierung mag ich da gar nicht schreiben) haben, bzw wo die Häuser für den Einbau einer Wärmekraftpumpe einfach ungeeignet sind. Da bezahlbarer Wohnraum nicht zur Verfügung steht, hat man im Zweifel dann ein Haus, in dem man nicht wohnen darf und schläft unter der Brücke. ….

        1. Kurz und knapp : Früher haben Aktien durch einbehaltene (thesaurierte) Gewinne an Wert zugenommen; eine „erfolgswirksame“ Bilanzverlängerung durch Aktiv Passiv Mehrung.
          Heute nehmen Aktien durch das „Wetten“ an der Böse zu, was sich im Unternehmen selber und seiner Bilanz, in der Regel (Ausnahmen gibt es kaum) gar nicht auswirkt und dem Unternehmen sogar egal sein kann.
          Die besonders in Wetten erfahrenen Angelsachsen – besser Briten – nennen sowas oft „another fool“, was soviel heißen soll : Kaufe ruhig eine überteuerte Aktie, wenn Du glaubst einen „anderen Narren“ zu finden, der Dir die Aktie noch teurer abkauft.
          Dieser Narr wiederum glaubt natürlich an einen weiteren Narr …

      2. Ein Aktienrückkauf ändert erstmal nichts am Wert des Unternehmens, aber er sorgt dafür dass hinter jeder Aktie etwas mehr Firmenanteil steht. Das ist das Gegenteil einer Kapitalerhöhung.
        Besonders viele Aktienrückkäufe gibt es aber in Deutschland nicht.

        1. Nein, natürlich sind das alles Peanauts 😉
          Siemens kauft von November 21 bis November 26 für 3Mrd Euro eigene Aktien auf.
          SAP seit 2022 für eine Mrd
          Linde seit 2022 4,4 Mrd Euro
          Hellofresh kauft für 250 Mio Euro zurück
          Zalando letztes Jahr für 200 Mio Euro
          BASF von 2022 bis Ende 2023 für 3 Mrd eigene Aktien zurück kaufen…

          Aktienrückkauf nimmt Geld, dass man zur Schuldentilgung oder für Investitionen nehmen könnte und nutzt es zur Erhöhung des Wertes der verbliebenen Aktien. Wenns Geld dann alle ist, nimmt man neue Kredite auf oder macht halt wieder einen Aktiensplit. Gewinnen tun immer die ausführenden Banken …. Den Firmen selbst bringt das Ganze nix, es sei denn, man würde sich für einen squeez out entscheiden.

          1. Die meisten Aktiengesellschaften machen nunmal keine Aktienrückkäufe. Die Schulden werden ja zurückgezahlt, aber jetzt alte Schulden mit Niedrigzinsen vorzeitig zurückzuzahlen macht keinen Sinn. Andere AGs zahlen das Geld halt als Dividende aus. Ich werde deine Zahlen nicht einzeln nachprüfen, aber z.B. BASF hat den Rückkauf vorzeitig beendet, also hat die Zahl keine Bedeutung mehr. Was ein Aktiensplit ist hast du wahrscheinlich nicht verstanden, jedenfalls macht das kein Unternehmen dem das Geld ausgeht.

            1. Ich weiss nicht, was Du unter den meisten Aktiengesellschaften verstehst. Schaut man sich den DAX an, dann ist „besonders viele Aktienrückkäufe gibt es in Deutschland nicht“ auf jeden Fall diskussionswürdig. Die Deutsche Börse und die Deutsche Bank könnte ich für 2023 noch hinzufügen. BASF hat in 23 nach 1,4 Mrd Einsatz den Rückkauf dann gestoppt, das stimmt.
              Rückkäufe unterstellt man ja den Firmen, die einen großen Anteil an insttitutionellen Anlegern haben, dass man da nicht unbedingt im SDax suchen muss, sollte klar sein. Biontec hat übrigens auch in 23 ein Rückkaufprogramm gestartet.
              Beim Aktiensplit liegt der Fehler bei mir, hat natürlich nix mit der Ausgabe neuer Aktien zu tun sondern mit der optischen Verbilligerung der vorhandenen.

  1. Deutschland ist mit seiner Bevölkerung, die das willenlose Untertanentum mit kompromißloser Hingabe feiert, eine Gefahr für die ganze Welt. Seine Deindustrialisierung ist daher zu begrüßen, denn dadurch sinkt seine Potenz, andere Staaten mit seiner Wirtschaftskraft an die Wand zu drücken.

    1. Tatsächlich haben französische Unternehmer die deutschen Gewerkschaften gebeten, endlich mal höhere Löhne auszuhandeln, da Deutschland mit seinen Dumpinglöhnen das ganze internationale Preisgefüge kaputt macht.
      Einen ähnlichen Streit gab es mit Holländern, da die Spargelstecher dort bis das dreifache wie hier verdienen.
      Geheimnis der Exportüberschüsse.
      DumpingLöhne werden übrigens nicht in Euro, Rubel oder Peso gemessen, sondern immer als Verhältnis zwischen Lohn und Ertrag.

    2. Einerseits hast du sehr recht, wenn der Imperialismus der Brd geschwächt wird kann es nur gut sein. Doch schlecht ist es für die die zur Miete wohnen. Geld wäre genug da, 85 Mrd für den Kriegsetat plus zig Mrd an die Ukronazis.
      Rechnet man 200.000 Euro für eine Wohnung wären das 250.000 Wohnungen wenn man nur 50 Mrd davon abzweigt. Und das wäre nachhaltiger als Panzer die keinem was nutzen.

      1. > Joe: die derzeitige Regierung steht nicht so auf Nachhaltigkeit, eher auf nachhaltige Zerstörung, und Aufbau eines nicht funktionierenden „nachhaltigen“ Systems.
        Mir scheint, daß trotz allen Nebels aus grünen Idealismus und Dummheit, das höchste Ziel dieser Regierung ist, es dem US-Vormund, den Dep… aus Brüssel, Herrn Schwab, Herrn Gates, und den ganzen Orwell-Fans im Hintergrund recht zu machen.
        Für das Klima, Soziales, Vernünftiges… ist da kein Raum.

    3. > Momus: der Gedanke ist gar nicht so schlecht, solange dt. Regierungen sowieso nur im Mastdarm der USA wohnen.

      Zudem könnte es sein, dass wenn wir wirtschaftlich (an unserer geopolitischen Lage können wir ja nichts ändern) und finanziell schwächer sind, auch ein „beschaulicheres“ Leben führen können, wie z.B. die südamerikanischen Länder, bzw. Länder, die nicht im Fokus stehen.

      Aber das Leid, das dieser Selbstzerstörungsweg erzeugt, ist keinesfalls gutzuheissen, und wenn wir gegen diesen Weg bis zu nächsten Wahl auch nur wenig tun können, außer – erträumten – Massendemonstrationen, dann sollten die Verantwortlicher irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden…. aber wenn man sieht, wie das mit den C.-Verantwortlichen läuft, könnte man pessimistisch sein.

  2. Machen Sie sich Sorgen um das Sozialgefüge? Deutschland ist eine Baustelle. Hier ist alles abgesperrt, umgeleitet, verkehrsbehindert und notversorgt. Wiesen sind „Baulücken“, überall schießen die hässlichen Computerhäuser wie Krebsgeschwüre aus dem Boden.
    Ich vermute eher, daß dieser ganze sozialdemokratische Gerümpüelhaufen mit einer Staubvolke plötzlich zusammenbrechen wird, weil die nur neidzerfressene Politik machen und von nichts eine Ahnung haben.
    Wenn man mal Fachleuten zuhört, die über die E-Mobilität und die Wasserstoffwirtschaft reden, dann ist das reine Ideologie. Nichts davon wird funktionieren.
    Um mal klar zu sehen, mit welchem Druck Wasserstoffautos betankt werden müßten, um das einigermaßen zügig hinzukriegen, das sind 1000 bar. Mit 1000 bar kann man eine Wasserfontäne 10 km in den Himmel schießen.

    Die Studenten werden in wenigen Jahren Müll fressen.

    1. „… Um mal klar zu sehen, mit welchem Druck Wasserstoffautos betankt werden müßten, um das einigermaßen zügig hinzukriegen, das sind 1000 bar. Mit 1000 bar kann man eine Wasserfontäne 10 km in den Himmel schießen. …“
      Für diese 1000 Bar braucht man wiederum Energie.
      Den Bundesabg.-Darstellern fehlt jegliches Wissen. Das brauchen die nicht zu haben und auch nicht die Wissenschaftler-Darsteller, weil die Wissenschaft zur fanatischen Religion wurde.

      1. (….“Für diese 1000 Bar braucht man wiederum Energie“….)
        ********************************

        Jop.

        Ein Drittel der im Wasserstoff enthaltenen Energie geht allein für die Verdichtung drauf.

        .

      2. Wasserstoffquatsch:

        „Die Ampel-Regierung setzt auf Wasserstoff als Brückentechnologie zur „klimaneutralen“ Volkswirtschaft. Bis 2030 soll im großen Umfang Wasserstoff importiert und ein 1800 Kilometer langes Leitungsnetz verlegt werden.

        Die Grundidee dabei ist, aus Wind- und Sonnenenergie durch Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen, derdann wieder in Strom umgewandelt oder zur Hitzeerzeugung verbrannt wird. So entstünde weder bei der Herstellung noch beim Verbrauch CO2.

        Für einen Grünen ohne Schulabschluss klingt das sicherlich nach einer brillanten Idee. Allerdings sollte man auch ohne Schulabschluss auf die offensichtlichste aller Fragen kommen: Wenn Wasserstoff bereits im Jahr 1766 entdeckt wurde und die Wasserstofferzeugung mit Elektrolyse im Jahr 1800, warum hat das in den letzten 200 Jahren niemand gemacht?

        Die Gründe, warum Wasserstoff bisher nicht als Energieträger eingesetzt wurde, sind vielfältig. Obwohl Wasserstoff ein hochreaktives Gas ist, hat es aufgrund seiner geringen Energiedichte unkomprimiert kaum einen Wert als Energieträger. Ein modernes Kraftfahrzeug fährt zum Beispiel durchschnittlich mit einem Liter Benzin (32 Megajoule/Liter) 14,3 Kilometer, mit einem Liter Erdgas (0,036 MJ/L) 16 Meter und mit einem Liter Wasserstoff (0,003 MJ) 1,3 Meter. Daher verdichtet man Methan auf 250 bis 300 bar und Wasserstoff sogar auf 700 bar, um beide sinnvoll nutzen zu können. In diesem Zustand hat Methan eine ähnliche Energiedichte wie Benzin und Wasserstoff mit 10,8 MJ/L immer noch nur ein Drittel davon. Für das Beispiel Kraftfahrzeug wirft dies das offensichtliche Problem auf, dass man voluminöse Druckbehälter im Fahrzeug mitführen muss. EinTankschiff, das Wasserstoff transportieren würde, könnte bei gleichem Volumen nur ein Drittel der Energiemenge transportieren, die es mit Methan liefern könnte.

        Die geringe Energiedichte ist aber bei weitem nicht das einzige Problem von Wasserstoff als
        Energieträger. Wasserstoff gewinnt man entweder aus der Umwandlung von Erdgas oder durch
        Elektrolyse. Bei der Umwandlung von Erdgas verliert man zwischen 15 bis 30 Prozent der aufgewendeten Energie, bei der Elektrolyse 20 bis 40 Prozent. Weitere zehn Prozent Energieverlust erleidet man bei der Kompression. Wandelt man den Wasserstoff wieder in Strom um, verliert man je nach Art der Wasserstoffzelle 30 bis 60 Prozent der Energiemenge. Im Durchschnitt hat man bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff, der Kompression und der Rückwandlung einen Verlust von 68,5 Prozent der ursprünglichen Energiemenge.
        Im August 2022 unterzeichnete Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck einen Vertrag mit der kanadischen Regierung zur Lieferung von grünem Wasserstoff ab 2025 an Deutschland. Da Kanada allerdings auf der anderen Seite des Atlantiks liegt, muss der Wasserstoff mit Tankschiffen transportiert werden. Wasserstoff kann aufgrund seines Volumens nur schwer in Tankschiffen transportiert werden, daher wird er für den Transport in Ammoniak umgewandelt. Bei der Umwandlung zu Ammoniak gehen ca.30 bis 40 Prozent der Energie verloren und bei der Rückumwandlung in Wasserstoff erneut 15 bis 30 Prozent.
        Um Strom von Kanadas Windmühlen in ein deutsches Wasserstoffelektroauto zu bringen, findet also Folgendes statt: Elektrolyse zu Wasserstoff, Kompression für den Transport, Dekompression und Umwandlung in Ammoniak, Transport über den Atlantik, Umwandlung von Ammoniak in Wasserstoff, Kompression, Transport durch Pipelines, Umwandlung von Wasserstoff in Elektrizität.Vom kanadischen Windmühlenstrom kommen höchstens noch zehn Prozent der ursprünglichen Energie im Elektromotor des Fahrzeuges an.

        Berücksichtigt man, dass die gesamte Infrastruktur für den oben dargestellten Prozess weder in Kanada noch in Deutschland vorhanden ist, erst entwickelt und gebaut werden muss und zusätzlich die Verarbeitungs- und Transportkosten gezahlt werden müssen, bekommt
        man eine Vorstellung davon, wie teuer eine einzige Tankfüllung mit grünem Wasserstoff aus Kanada werden würde.

        Bis zum Jahr 2030 soll in Deutschland zusätzlich die Kapazität geschaffen werden, zehn Gigawatt (GWh) Wasserstoff pro Jahr als Energieträger zu erzeugen. Der jährliche Benzinverbrauch in Deutschland entspricht 425.000 GWh, der jährliche Dieselverbrauch 170.000 GWh, Erdgas 880.000 GWh, Heizöl 190.000 GWh und Strom 480.000 GWh.

        Die von Habeck bis 2030 in Deutschland angestrebte Wasserstoffproduktion von zehn Gigawatt entsprechen also der Energiemenge, die Deutschland für Treibstoff und Heizstoff jede drei Minuten benötigt.“

  3. Der Unterschied zwischen dieser reGIERung und ihrem Vorbild von vor 90 Jahren: Das Vorbild hat zuerst die Industrie aufgebaut und sie dann durch wahnsinnige Kriegstreiberei zerstört. Die Neuauflage ist da effizienter und fängt gleich mit dem zweiten Teil an.

  4. Der Journalist Franz Alt praegte einmal den Satz: „Die Sonne schickt keine Rechnung.“ Das stimmt, laesst aber einen ganz entscheidenden Punkt außer Acht: Die dafür zu schaffende Energieinfrastruktur schickt enorme Rechnungen, die Frage ist: an wen? Wer zahlt dafür? In Deutschland der Endverbraucher mit den stetig steigenden Netzentgelten, mit steigenden CO2-Preisen obendrein. Und mit steigenden Mieten für verordnete Waermedaemmung von Altgebaeuden. Allein das ist bei dem niedrigen Einkommensniveau abhaengig Beschaeftigter ein perfektes Mittel zur Konsumschrumpfung, gerade auch bei notwendigen Anschaffungen. Kein Wunder, dass die Insolvenzen und Abwanderungsplaene der Industrie ins Ausland mit günstigeren Energiepreisen Fahrt aufnehmen.

    Der Minister für Industrie und Fortschrittstechnologien in den VAE, Sultan Ahmed al-Dschaber hat in diesem Dialog mit Mary Robinson, der Vorsitzenden der Gruppe der Ältesten und ehemaligen UN-Sonderbeauftragten für den Klimawandel, das ungelöste Dilemma der westlichen/deutschen Klimastrategie auf den Punkt gebracht:

    “ Bitte helfen Sie mir, zeigen Sie mir den Fahrplan für den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, der eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung ermöglicht, es sei denn, Sie wollen die Welt zurück in die Höhlen führen.

    Und weiter…

    Ich glaube nicht, dass Sie zur Lösung des Klimaproblems beitragen können, indem Sie mit dem Finger auf andere zeigen oder zur Polarisierung und Spaltung der Welt beitragen, die bereits im Gange ist. Zeigen Sie mir die Lösungen. Hören Sie auf, mit dem Finger zu zeigen. Hören Sie damit auf.“

    Quelle: https://www.hintergrund.de/globales/umwelt/cop28-deutschland-verfehlt-sein-ziel/

  5. Es kommt noch dicker:

    Das EU-Lieferkettengesetz sei der „nächste Sargnagel für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie“, klagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). [..] Die Lieferkettenrichtlinie verfolgt einen radikalen neuen Ansatz: Sie privatisiert die Verantwortung für den Schutz der Menschenrechte. – 14.12.2023 handelsblatt

    „Abschreckendes Beispiel“ für EU-Politik: Wirtschaft übt scharfe Kritik am Lieferkettengesetz
    Das EU-Parlament will auch Mittelständler verpflichten, die Einhaltung von Menschenrechten bei ihren Lieferanten zu überwachen. Unternehmensverbände sind entsetzt. – 01.06.2023 handelsblatt

    Die Idee ist zwar gut und notwendig (Rana Plaza collapse, Bangladesh), allerdings wurde daraus ein Monstergesetz und die Politik stiehlt sich generell bei Menschrechtsverletzungen aus der Verantwortung

    Größere Unternehmen müssen zudem einen Plan erstellen, der sicherstellt, dass ihr Geschäftsmodell und ihre Strategie mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbar sind. Und auch bei der Haftung gehen die EU-Regeln über das deutsche Recht hinaus: Vorgesehen ist, dass Unternehmen vor europäischen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn es in ihren Lieferketten zu Verstößen gegen Menschenrechte kommt.

    Zudem

    – Mauterhöhung für LKW-Verkehr >3,5t ab 01.12.2023
    – Mauterhöhung für LKW-Verkehr >3,5t auf Bundesfernstraßen ab 01.07.2024

    Beispiel Maut: „Sandra Herbst ist Vizepräsidentin des Landesverbandes Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) und führt selbst ein Unternehmen in Bamberg. Für ihre 130 Lkw musste sie bis jetzt rund 200.000 Euro monatlich an Maut kalkulieren. Ab Dezember werden es 400.000 Euro sein.“ – 13.09.2023 br.de

    [1] 23.02.2022 Gerechte und nachhaltige Wirtschaft: Kommission legt Unternehmensregeln für Achtung der Menschenrechte und der Umwelt in globalen Wertschöpfungsketten fest
    https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_22_1145

    [2] 20.10.2023 Bundestag beschließt Ausweitung der Mautpflicht für Lkw
    Drucksache 20/8092
    A. Problem
    B. Lösung
    C. Alternativen: Keine
    [https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw42-de-maut-971416]

  6. REZEPT ZUR DEINDUSTRIALISIERUNG DEUTSCHLANDS.

    1. Um Russland für den Krieg mit der Ukraine zu bestrafen, verweigere man die Einfuhr von preisgünstigem russischen Gas und Öl. Das hat nicht nur zur Folge, dass die Energie teurer wird, sondern dass alle Artikel, für deren Produktion Energie erforderlich ist, teurer werden

    2. Damit die Preissteigerungen doppelt schwer wiegen, brumme man den Deutschen noch Steuern für die Klima-Rettung auf, sowie den kostspieligen Einbau von Wärme-Pumpen, gleichzeitig bitte man sie zur Kasse um die Nutzung von Plastik zu reduzieren.

    3. Wer glaubt, dass Deutschland immer noch zu viel Geld zur Verfügung hat, beschließe die Ukraine so lange finanziell zu unterstützen, bis alle von Russland eingenommenen Gebiete, einschließlich der Krim, von der Ukraine zurück erobert sind, und damit der »maximale Ruin Deutschlands« gewährleistet ist, verhindere man alle Friedensverhandlungen.

    4. Um sicher zu stellen, dass die Punkte 1.,2. und 3. funktionieren, wähle man die Ampelkoalition.

  7. „Wie schlecht die deutschen Regierungen der letzten Jahre gearbeitet haben“

    Sehr geehrter herr röper,

    „schlecht gearbeitet haben“,aus sicht von wem?
    denken sie, man nimmt sie nichtmehr ernst, wenn sie die wahrheit sagen?

    1. eben. Für bestimmte Gruppen macht die Regierung alles richtig.

      Lt. aktueller Studie Hans-Boeckler-Stiftung besitzen 4300 BRD-Haushalte mindestens ein Vermögen von zusammen 1,4 Billionen Euro.

      Lt. UBS-Golbal Wealth Report hat sich die Anzahl der Vermögensnmillionäre in BRD in den letzten 20 Jahren vervierfacht, von rund 620T auf 2,6 Millionen. Also plus 2 Millionen Vermögensmillionäre.

      Lt. Deutsche Bundesbank Monatsbericht April 2023 beträgt das Nettovermögen (inkl. Immobilienbesitz) der privaten Haushalte in Deutschland im Durchschnitt 316.500 Euro, Median bei 106.600. Die 10% der vermögendsten Haushalte besitzen 56 % des gesamten Nettovermögens. Um zu den 10% zu gehören benötigt es 725.900 Euro.

      Der operative Gewinn der 40 DAX-Unternehmen 2022 vor Zinsen und Steuern 171 Milliarden Euro.

      Zu wenige Wohnungen bedeuten eben auch satte Mieten = satte Einkommen aus Nichtstun. Hohe Inflation begünstigt höhere Margen = mehr Gewinn. Gezielte Förderung/Subventionen von „Grüntraumschlössern“ direkte Gewinnmitnahmen usw. usf.

      Wenn dabei ein kleiner Handwerksberieb auf der Strecke bleibt, who cares?

      Denn am Ende der Kette zahlt Ottonormalo die Zeche. Notfalls mIt Luftsteuern. Damit das funktioniert werden die ausführenden ÖD-Kaffeekocher mit zweistelligen Bezügezuwächsen, Inflationsausgleichsprämien und dergleichen beglückt. Die Politbonzen sind ohnehin in eigener Blase.

      1. yo. und die absolute mehrheit des volkes ist nicht willens aufzustehen ( bzw liegen zu bleiben, was ein paar tage ausreichen würde)
        um den eigenen untergang, das leid ihrer nachkommen etc blabla zu verhindern.
        dann sei es so.
        das deutsche volk bekommt hiermit von mir den darwin award überreicht, wohl bekomme euer abgang von der weltbühne.

  8. Ich haue mir jetzt schon seit zwei Jahren jeden Tag mit dem Hammer auf die Finger, nur um Putin zu quälen. Aber der Rüpel beschwert sich noch nicht einmal.

    Ich verstehe das alles nicht.

    Ich glaube, ich brauche einen größeren Hammer. Wenn das auch nicht hilft, kippe ich mir Benzin über den Kopf und zünde es an.

    Weil ich es voll drauf habe! Und Putin von Nichts eine Ahnung hat.

    1. > mechter:

      das finde ich ja mal kosequent. – So muss man das machen. 😉
      Bist wirklich ein guter Deutscher: solche Untertanen, … äh Bürger, lieben Scholz, Baerbock, Lindner, Habeck und die anderen Clowns.

      Der Putin war doch beim Geheimdienst, vielleicht liegt es daran?

      Mach nur weiter so, denn wir sind doch die Guten: und die Guten machen immer alles richtig.

      Irgendwann wird Putin angekrochen kommen, und dich um Gnade anflehen, aufzuhören, weil dein Tun ganz Russland in den Ruin getrieben hat.

      Nachhaltiges Handeln ist alles: du musst es nur weiter glauben. UND: ja nicht drüber nachdenken! – Ganz gefährlich.

  9. Es ist vlt. erstmalig so, dass eine Regierung maßgeblichen Anteil an einer sog. Deindustrialisierung hat, obwohl ich mit diesem Wort vorsichtiger umgehen würde. Der Kapitalismus in den hochentwickeltsten Ländern ist schon vor Jahrzehnten in die Phase des Imperialismus eingetreten und d.h. die Konzentration im Gefüge der Macht nimmt immer weiter zu.
    Ich erinnere: bis Mitte der siebziger Jahre gab es in jedem Stadtteil, in jedem Dorf „Tante Emma“ Läden. Verschwunden! Automobilkonzern Borgward, Metallgesellschaft genauso erledigt wie AEG, die Banken Dresdener/Commerz, Holzmann… alles DAX-Unternehmen. Jetzt geht es Karstadt an den Kragen. Das alles sind typische Herangehensweisen im Kapitalismus. Der gesamte Ruhrpott – ehemals das Herzstück der BRD – ausgebeutet und zu nichts mehr nutze. Lebensmittelkonzern Real… pleite. Wenn wir die letzten 70 Jahre Revue passieren lassen, stellen wir fest, es war nie anders. Jetzt geht’s dem Mittelstand an den Kragen. Er ist überflüssig.
    Wir haben bei der von T. Röper genannten Deindustrialisierung noch nicht erlebt, dass auch nur EIN DAX-Konzern die Grätsche gemacht hat. Nein, die verdienen Unmengen an Geld. Der Profit wird ins unermessliche gesteigert. Und sollte es, wie geplant, für einige Industriezweige zu teuer werden, dann gehen die Großkonzerne eben in die USA oder nach Asien.
    Das hier die „Plebs“ dabei auf der Strecke bleiben, dass in der BRD die Arbeitslosigkeit steigen wird, ist eingepreist. Die „Reichen“ können problemlos mit einem armen Staat leben. Die haben ihre Privatschulen, ihre Privatkliniken usw.
    Für solche Veränderungen wird immer, wirklich immer, die SPD gebraucht. Diese Partei ist willfährig genug. Dazu das grüne Pack und alles läuft so wie wir es jetzt erleben. Das Volk hat von der Ampel die Schnauze gestrichen voll, wählt beim nächsten Mal CDU/CSU und AfD und alles wird schlimmer.
    Das Ganze nennt sich die höchste Form des Kapitalismus, nämlich Imperialismus. Und die repräsentative Demokratie – sprich der deutsche Parlamentarismus – suggeriert dem Dummvolk eine Demokratie.
    Fröhliche Weihnacht.

    1. Eine Marktwirtschaft muß reguliert werden. Hier haben die Industriemarionetten, angefangen bei Kohl, das Gegenteil getan. Es wurde immer mehr dereguliert und liberalisiert. (EU-Richtlinie „Verschmelzung von Kapitalgesellschaften“ suchen)

      Russland läuft in dieselbe Falle wie der Westen. Es importiert Gastarbeiter, weil die Wirtschaft das fordert und der Arbeitsmarkt eng ist. Wenn die Russen das Diktat der Wirtschaft nicht stoppen, werden die Gastarbeiter in 50 Jahren die Mehrheit stellen. Und dann ist auch der Wirtschaftsboom nur noch eine ferne Erinnerung.
      Die Wirtschaft muß gezwungen werden, entweder sich zu verkleinern, schließlich ist die Wirtschaft für den Bürger da und nicht der Bürger für die Wirtschaft, oder Produktionsstätten in bedürftige Länder auszulagern.

      Putin wird nicht ewig leben. Und er macht auch Fehler. Weniger ist mehr.

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