Deutsche Medien und die „10 Regeln der Kriegspropaganda“
Wer die Medienberichte zur Ukraine verfolgt, der stellt, dass die angeblich freien, objektiven und kritischen deutschen Medien Kriegspropaganda betreiben, denn sie folgen exakt den berühmten 10 Regeln der Kriegspropaganda aus dem Lehrbuch.
Die 10 Regeln der Kriegspropaganda wurden von der Historikerin Anne Morelli in ihrem Buch „Die Prinzipien der Kriegspropaganda“ aufgelistet. Wir sehen uns diese Regeln an und dabei werden wir feststellen, dass die Mainstream-Medien sie derzeit exakt befolgen.
Regel 1: Wir wollen den Krieg nicht
Natürlich will der Westen den Krieg, der in der Ukraine tobt, angeblich nicht. Den will nur der böse Putin.
Dass es in Wahrheit anders ist, sieht man erstens an der Vorgeschichte des Konfliktes, denn der Westen hätte den Krieg mit Leichtigkeit verhindern können. Immerhin war seit Dezember 2021, als Russland vom Westen ultimativ Verhandlungen über gegenseitige Sicherheitsgarantien gefordert hat, klar, dass Russland sich bei einer Ablehnung der Verhandlungen gezwungen sehen würde, militärisch zu reagieren.
Die Kernforderung Russlands war, dass die NATO einer Mitgliedschaft der Ukraine eine Absage erteilen und die NATO-Truppen aus der Ukraine abziehen sollte. Der Westen hat Verhandlungen über die gegenseitigen Sicherheitsgarantien abgelehnt, stattdessen haben die westlichen Würdenträger im Februar 2022 auf der Münchner Sicherheitskonferenz applaudiert, als Selensky – explizit gegen Russland – die atomare Aufrüstung der Ukraine angedroht hat.
Wer daran denkt, wie der Westen reagiert, wenn ein Land, das nicht zur westlichen Hemisphäre gehört, über den Besitz von Atomwaffen nachdenkt, der muss sich nicht wundern, dass Russland eine atomar bewaffnete Ukraine, die in ihrer Militärdoktrin offen einen Krieg mit Russland geplant hat, für Russland eine inakzeptable Bedrohung seiner Sicherheit darstellt.
Der Westen hätte, wenn er den Krieg nicht gewollt hätte, nur zustimmen brauchen, dass die Ukraine ein neutrales Land bleibt und nicht in die NATO kommt. Dann wäre der Krieg, der inzwischen sicher mehr als 100.000 Menschen das Leben gekostet hat, verhindert worden.
Regel 2: Das gegnerische Lager ist der alleinige Verantwortliche des Krieges
Da es Russland war, das am 24. Februar 2022 militärisch vorgegangen ist, ist diese Behauptung leicht zu vermitteln, was sie aber nicht wahrer macht. Immerhin herrscht im Donbass schon seit 2014, als die Maidan-Regierung Panzer anstatt eine Verhandlungsdelegation in den Donbass geschickt hat, Krieg.
Hinzu kommt, was in Punkt 1 gesagt wurde: Der Westen wusste, dass er Russland mit einer drohenden NATO-Mitgliedschaft der (zukünftig vielleicht sogar atomar bewaffneten) Ukraine in eine Situation getrieben hatte, in der Russland – zumindest aus seiner Sicht – mit dem Rücken zur Wand stand. Hätte der Westen den Krieg verhindern wollen, hätte er nur einem neutralen Status der Ukraine zustimmen müssen.
Außerdem sprechen sich alle führenden Vertreter des Westens gegen Verhandlungen mit Russland und für Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Das sind jedoch Maßnahmen, die Kriege verlängern und nicht verkürzen.
Der Westen trägt für die russische Intervention in der Ukraine und auch für die unnötige Verlängerung der Kampfhandlungen (und damit auch für die über hunderttausend Toten) zumindest eine sehr große Mitverantwortung. Aber das verschweigen die westlichen Medien ihren Lesern.
Regel 3: Der Führer des gegnerischen Lagers hat das Angesicht des Teufels
Das braucht wahrscheinlich keine weiteren Ausführungen, denn wie die westlichen Medien über den russischen Präsidenten Putin berichten, ist allgemein bekannt.
Regel 4: Wir verteidigen eine gute Sache und keine Sonderinteressen
Natürlich geht es dem Westen nur um Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Das sagen zumindest die westlichen Medien und Politiker.
Leider geht es in der Ukraine um keines dieser Themen, denn der Kriegsgrund ist ganz banal die Tatsache, dass der Westen die Ukraine in die NATO ziehen wollte, um sie als Stachel im Fleisch von Russland zu benutzen. Das war der Hauptgrund für die russische Intervention.
Dem Westen geht es – und das wird inzwischen sogar schon offen gesagt – in der Ukraine darum, in Russland einen Regimechange herbeizuführen. Im Westen wird von vielen Offiziellen offen gesagt, dass man mit „Putins Russland“ nicht verhandeln wolle, was wieder zeigt, dass dem Westen eine Kriegsverlängerung lieber ist, als Friedensgespräche.
Das zeigt auch deutlich, dass es dem Westen in der Ukraine gar nicht um die Ukraine geht, es geht um Russland selbst. Russland soll geschwächt werden. Seit 2014 hat der Westen mit allen möglichen einseitigen Wirtschaftssanktionen versucht, die russische Wirtschaft und Währung zu zerstören, damit eine verarmende und unzufriedene russische Bevölkerung endlich gegen den bösen Putin aufsteht, der es westlichen Konzernen nicht mehr erlaubt, sich an Russlands Bodenschätzen so zu bereichern, wie es in den 90er Jahren unter Jelzin möglich war.
Aber von diesen Zusammenhängen erfährt man in den westlichen Medien nichts, stattdessen verteidigt der Westen angeblich eine gute Sache.
Regel 5: Der Feind begeht wissentlich Gräueltaten; wenn wir hingegen Grenzen überschreiten, geschieht dies unabsichtlich
Dafür gibt es ohne Ende Beispiele und die westlichen Medien versorgen ihre Leser täglich mit neuen Horrorgeschichten über angebliche russische Gräueltaten und Kriegsverbrechen. Ukrainische Kriegsverbrechen, die es unbestritten gibt (und von denen die westlichen Medien auch wissen), wie zum Beispiel die Tatsache, dass die ukrainische Armee Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht, werden hingegen nicht thematisiert.
Besonders eindrücklich wird das, wenn man vergleichbare Vorfälle anschaut. Anfang März haben die westlichen Medien tagelang berichtet, Russland habe eine Geburtsklinik in Mariupol bombardiert. Die Bilder gingen um die Welt, aber als sich herausstellte, dass die Geschichte anders war, hat niemand darüber berichtet. Andererseits hat die ukrainische Armee wiederholt und gezielt eine Geburtsklinik in Donezk beschossen, was die westlichen Medien einhellig verschwiegen haben.
Die Liste der Beispiele ließe sich sehr lange fortsetzen.
Regel 6: Der Feind benutzt unzulässige Waffen
Das Thema ist besonders beliebt bei den westlichen Medien. Im Falle der Ukraine geht es dabei um nukleare Themen, zum Beispiel um das Kernkraftwerk Saporoschschja. Der Westen beschuldigt Russland, das Kernkraftwerk, das unter russischer Kontrolle steht, zu beschießen. Dass es genau umgekehrt ist und dass Kiew das AKW beschießen lässt, wird verschwiegen, obwohl das spätestens beim Besuch der Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) klar wurde, weil auch die dort die Spuren der NATO-Munition gefunden haben, mit der Kiew das AKW beschießt, verschweigen die westlichen Medien. Der Westen hat in der UNO sogar eine Resolution verhindert, die den Beschuss des AKW verurteilt. Aber darüber wurde im Westen gar nicht berichtet.
Regel 7: Wir erleiden nur geringe Verluste; die Verluste des Feindes sind riesig
Das ist der Klassiker der Kriegspropaganda und er findet sich auch in der Ukraine. Objektive Angaben über die Zahl der Opfer sind schwer zu bekommen, aber im Westen wird berichtet, dass die Ukraine nur geringe Verluste erleidet, während Russland massenhaft Soldaten verliert.
Dass es wahrscheinlich umgekehrt ist, haben wir erfahren, weil EU-Kommissionschefin von der Leyen sich verplappert hat. In einer Videobotschaft hat sie über 100.000 Verluste der ukrainischen Armee eingestanden. Das Video wurde nach Protest aus Kiew jedoch schnell so verändert, dass diese Passage nicht mehr zu sehen war.
Regel 8: Die Künstler und Intellektuellen unterstützen unsere Sache
Von diesem psychologischen Trick wird im Westen nach Kräften Gebrauch gemacht, dabei ist es weder für einen Kriegsverlauf, noch für eine politische Lösung von Bedeutung, welche politische Meinung irgendwelche Schauspieler haben. Sie sind keine Experten, deren Wort in der Sache Gewicht haben, aber sie sind Sympathieträger. Ihre Aufgabe ist es, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, mehr nicht.
Daher überrascht es nicht, dass es bei der Prominenz aus Hollywood in Mode gekommen ist, nach Kiew zu fahren, sich dort kamerwirksam in Szene zu setzen und als Krönung ein Gespräch mit dem Schauspielerkollegen Selensky zu führen, der derzeit den ukrainischen Präsidenten spielt. Und natürlich berichten die westlichen Medien jedes Mal ausführlich darüber.
Regel 9: Unser Anliegen ist etwas Heiliges
Natürlich, schließlich geht es ja angeblich um die „heiligen“ Werte des Westens, also um Demokratie und Menschenrechte.
Das Thema hatten wir schon und leider geht es in der Ukraine, in der nach dem Maidan viele Regimekritiker ermordet wurden und die demokratisch gewählte Opposition vom Geheimdienst verfolgt wird, ganz und gar nicht um Demokratie und Menschenrechte. Im Gegenteil: In Kiew herrscht eine Regierung, deren Ideologie bei den Nazis ihren Ursprung hat, was in der Ukraine auch ganz offen gezeigt wird. Aber dass die Nazis demokratisch waren, wäre mir zumindest neu.
Regel 10: Wer unsere Propaganda in Frage stellt, ist ein Verräter
Heute ist das Wort „Verräter“ nicht mehr aktuell. Man sagt heute wahlweise „Putin-Versteher“, „Kreml-Troll“, „Verschwörungstheoretiker“, „Anti-Amerikanismus“ und was sonst noch aktuell für Bezeichnungen kursieren. Eins haben alle diese Bezeichnungen gemein: Sie bezeichnen den genannten Menschen als Gegner der „westlichen Werte“ oder der Demokratie. Ergo: Es ist ein Verräter.
Dass im Westen alle kritischen Stimmen zum Schweigen gebracht werden, dass russische Medien zensiert werden und dass es sogar strafbar ist, öffentlich eine abweichende Meinung zu den Vorgängen in der Ukraine zu vertreten, ist etwas, das wir eigentlich nur in Diktaturen erwarten, dabei findet es im angeblich freien und demokratischen Westen statt.
Es ist schockierend, aber die deutschen Medien betreiben tatsächlich Kriegspropaganda wie in den dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte. Und das nicht erst seit gestern, das geschah schon 1991 im Ersten Golfkrieg mit der Brutkastenlüge und wurde seit dem nicht etwa weniger, sondern mehr, wie wir aktuell erleben.
Meinen Sie, es ist Zufall, wenn die Medien exakt nach dem Lehrbuch für Kriegspropaganda arbeiten?
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