Ukraine

Kriegsgetrommel und Nationalismus: Ein Bericht aus der Ukraine

In der Ukraine herrscht eine Kriegshysterie, die von Präsident Selensky an einem Tag angeheizt und am nächsten Tag wieder zurückgenommen wird. Und es werden massenhaft Waffen an Zivilisten verkauft.

Das russische Fernsehen hat in seinem Nachrichtenrückblick am Sonntag einen Bericht aus der Ukraine gebracht, der leider in allem, was er berichtet, die Wahrheit sagt, wie man – die nötigen Sprachkenntnisse vorausgesetzt – in ukrainischen Medien erfahren kann. Ich habe den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Kiew ist zu einem Pilgerziel für gleich mehrere europäische Staats- und Regierungschefs geworden. Offenbar wollten sie die Kampfmoral des ukrainischen Präsidenten testen und herausfinden, inwieweit er bereit ist, einen Krieg mit Russland zu führen. Am Dienstag erschien der britische Premierminister Boris Johnson persönlich mit einer grünen Krawatte bei Selensky. Eine grüne Krawatte hat er zuvor nicht getragen. Jetzt hat er sie demonstrativ getragen, denn er weiß, dass der Nachname Selensky selbst eine Farbe hat. (Anm. d. Übers.: „Selensky“ bedeutet übersetzt etwa „der Grüne“)

Und da ist er, der britische Premierminister, der in dem ungewöhnlichen Grün gekleidet aus der offenen Tür des Flugzeugs tritt: Hallo, Kiew! Der Knoten ist locker, um Aufmerksamkeit zu erregen. Auch die Länge ist gewollt. In Eton muss Boris Johnson beigebracht worden sein, dass die Krawatte bei feierlichen Anlässen zwei Finger unterhalb der Taille getragen werden muss, bei einem Geschäftstreffen jedoch zwei Finger drüber. Die Krawatte von Boris Johnson reicht ihm fast bis zu seinem besten Stück, damit das Symbol auch sicher erkannt wird.

Übrigens stellen wir fest, dass Jen Psaki in den USA eine ähnliche Symbolik annimmt. Wurde ihr Kleid, das sie kürzlich vor Journalisten trug, vielleicht aus der Flagge des Rechten Sektors gemacht? (Anm. d. Übers.: Die in dem Beitrag gezeigten Bilder zeigen, dass Jen Psaki, die Pressesprecherin von US-Präsident Biden, ausgerechnet jetzt in einem Kleid in den Farben des Rechten Sektors – rot und schwarz – vor die Presse getreten ist.)

Doch lassen wir uns nicht ablenken. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki reiste zur Anhebung der Kampfmoral parallel zu Boris Johnso nach Kiew und am Mittwoch kam der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schlug in dieselbe Kerbe.

Aus Kiew berichtet unser Korrespondent.

Es klingt bereits nach einer Massenpsychose im nationalen Maßstab. In ihrer Freizeit lernen Ukrainer – Erwachsene und Teenager, Männer und Frauen – zu kämpfen und zu töten. Einige mit echten Waffen in der Hand, andere mit Waffen aus Holz. Unter den Ausbildern und Schülern gibt es viele Radikale – hier zeigt einer von ihnen den Nazigruß. In Odessa drohen bewaffnete Nationalisten am Bergarbeiterdenkmal damit, alle Gegner zu verbrennen, wie 2014 am Gewerkschaftshaus.

Auch Kriegsveteranen der Ostukraine werden aktiviert. Die britische Sun berichtete über die Scharfschützin Alena Bilozerska, die bereit ist, schon heute an die Front zurückzukehren, und die zeigte, wie sie 2017 Milizionäre im Donbass getötet hat.

Auf die Praxis folgte eine theoretische Unterweisung darüber, wie man nicht von einer Landmine in die Luft gesprengt wird. Die Bewohner ukrainischer Städte kaufen massenhaft Kleinwaffen. Diese Frau hat ein Scharfschützengewehr zu Hause. Die Geschäfte bieten immer das günstigste Gewehr an ,so wie dieser Verkäufer, der eine Pumpgun als ideal zur Selbstverteidigung anpreist. Die Bewaffneten zweifeln nicht mehr daran, dass es einen Krieg geben wird.

Aber der Krieg hat nun schon vier Monate lang nicht begonnen und die einzige Chance auf einen Sieg für die Ukraine war ein Spiel gegen die russische Mannschaft im Halbfinale der Hallenfußball-Europameisterschaft. Auf den Tribünen des Amsterdamer Stadions waren die ukrainischen Fans in Gelb und Blau deutlich in der Überzahl. Sie hüpften wieder, sie waren weniger an dem Spiel interessiert. (Anm. d. Übers.: Das Hüpfen ist in der Ukraine ein nationalistisches Ritual. Die hüpfenden Menschen skandieren dabei anti-russische Parolen und eine davon ist den Friday-Hüpfern sehr ähnlich, wenn sie frei übersetzt skandieren: „Wer nicht hüpft, der ist ein Russe“ – wobei dabei ein Schimpfwort für „Russe“ benutzt wird)

Die ganze Antiunterstützung konnte der ukrainischen Mannschaft nicht helfen. Sie haben das Spiel mit 2:3 gegen die Russen verloren. Der russische Verband hat von der UEFA eine Untersuchung des Verhaltens der ukrainischen Fans gefordert, die mit ihren Rufen zum Rassenhass aufgestachelt haben. Dabei feuern russische Fans und Kommentatoren bei internationalen Wettbewerben stets die ukrainischen Mannschaften an – eine Unterscheidung, die den derzeitigen moralischen Zustand der ukrainischen Gesellschaft recht deutlich zeigt. (Anm. d. Übers.: Das stimmt, in Sportberichten im russischen Fernsehen sind die Kommentatoren immer für die ukrainischen Sportler, außer vielleicht, wenn es gegen russische Sportler geht)

Das Schüren solcher Stimmungen kommt ukrainischen Politiker sehr entgegen. Es ist einfacher, durch Einschüchterung der Bevölkerung Wählerstimmen zu gewinnen. „Der Feind will, dass wir alle Angst haben, dass die Angst unser Denken, unser Handeln, unseren Staat lähmt, dass das Land stehen bleibt“, sagte Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew.

Doch bisher haben die Ängste, die der Ukraine von ihren westlichen Verbündeten eingeflößt wurden, nur der ukrainischen Wirtschaft geschadet. Die Preise steigen. Die Inflation im Land ist eine der höchsten des Kontinents.

„Unseren örtlichen Kameraden gefiel die Idee von Putins Invasion anfangs sehr gut und sie unterstützten sie freudig. Hier in Saporischschja zum Beispiel sammeln sie Geld von den Eltern für Kerzen in einem Luftschutzkeller, für den Fall, dass die Bombardierung beginnt – ein solcher Wahnsinn herrscht im Land. Und jetzt haben sie gemerkt, dass sie das Land kaputt machen, dass die Leute ihr Geld abziehen, dass Immobilien verkauft werden und plötzlich sind all diese Falken zu Tauben geworden. Und sie schreien: Das war’s, es wird nicht passieren, wir haben uns geirrt. Das ist eine Art von staatlicher Schizophrenie“, sagte der ukrainische Abgeordnete Vadim Rabinovytsch.

Auch Präsident Selensky versuchte, die unkontrollierbare Panik zu stoppen. „In einer Zeit, in der der Medienraum zum Schlachtfeld wird und Nachrichten eine neue Waffe sind, haben alle Nachrichten, vor allem solche, die auf anonymen Quellen beruhen, eine reale Auswirkung auf unsere Bevölkerung, auf ihre Psyche und auf den Staat. Vor allem auf unsere Wirtschaft. In diesem Zusammenhang bin ich den Bürgern der Ukraine und der Wirtschaft sehr dankbar, dass sie sich nicht von dem Panikvirus haben anstecken lassen“, sagte er.

Doch sobald der ranghöhere Kamerad aus London in Kiew eintraf und dem Präsidenten gönnerhaft auf die Schulter klopfte, wurde der Ton von Selenskys Reden wieder kämpferisch: „Ich sage ganz offen, dass es keinen Krieg zwischen der Ukraine und Russland geben wird. Es wird einen Krieg in Europa geben. Einen großen Krieg. Denn niemand wird seine Gebiete und Menschen mehr aufgeben.“

Dieser Zickzack-Kurs des derzeitigen Präsidenten wurde vom ehemaligen Präsidenten Petro Poroschenko sofort kritisiert: „Die Unzurechnungsfähigkeit der Kiewer Regierung wird durch die letzte Pressekonferenz bestätigt, die ich gerade mit Entsetzen verfolgt habe. Selensky hält sich nach wie vor für einen Mann, der mit den westlichen Führern hervorragend verhandeln kann. Internationale Journalisten waren schockiert und westliche Politiker wissen nicht, wie sie das kommentieren sollen.“

In dieser Woche sind so viele ausländische Besucher nach Kiew gekommen, dass der Protokolldienst des ukrainischen Präsidenten zusammengebrochen ist. Erdogan wurde im Mariinsky-Palast erwartet, aber die Hausmeister reinigten noch eine Minute vor seiner Ankunft den Teppich. Als der türkische Staatschef erschien, haben Selensky und seine Frau ihn nicht am Eingang empfangen. Der ukrainische Präsident wurde erst wenige Minuten später gefunden. Erst danach begaben sich die Staatsoberhäupter und ihre Ehefrauen zu einem Fototermin, nach dem Erdogan die ukrainischen Soldaten begrüßte.

Der Besuch hatte zwei wesentliche Ergebnisse. Die Ukraine wird nun türkische Bayraktar-Drohnen produzieren. Und Erdogan selbst sagte bei seiner Rückkehr aus Kiew, er sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Omikron-Stamm hat eine Inkubationszeit von nur drei Tagen. Die Krankheit wird vorübergehen, aber der Einfluss der Türkei auf die ukrainische Wirtschaft wird bleiben.

„Als wir in dieser Saison den Weizen geerntet haben, wohin haben wir ihn exportiert? In die Türkei. Und was hat uns die Türkei gebracht? Richtig, Mehl. Und sie verkaufte es für den doppelten Preis. Das sind so grundlegende Nuancen, wie können solche Fehler gemacht werden?“ ist der Wirtschaftsexperte Mykhaylo Mishchanyuk entrüstet.

Das einzige, was die Ukraine jetzt kostenlos und in großen Mengen erhält, sind Waffen und Munition. Fast täglich landen Flugzeuge mit verschiedenen Angriffssystemen. Amerikanische Sturmgranatwerfer beherrschen ukrainische Soldaten bereits. Diese Unterstützung lässt die Fantasien der ukrainischen Nationalisten wieder aufblühen.

„Gemeinsam mit unseren westlichen Partnern alles tun, damit Russland als Staat in, sagen wir, 20 nationale Staaten zerfällt. Dann werden wir in der Lage sein, die Krim und unsere anderen verlorenen Gebiete schmerzlos zurückzuerobern. Das ist unser Ausweg – der Zusammenbruch des Moskauer Imperiums“, sagte der ukrainische Politiker Oleg Tjahnybok. (Anm. d. Übers.: Tjahnybok war eine Führungspersonen des Maidan, er war Führer einer damals von der Bundesregierung als neonazistisch eingestuften Partei, dem Steinmeier damals aber trotzdem freundlich die Hand geschüttelt und den er unterstützt hat. Daran sollte man sich immer erinnern, wenn der heutige Bundespräsident über Werte und Moral spricht.)

Doch auch wenn sie die Erwartungen an einen Krieg in der Ukraine schüren, versprechen die NATO-Staaten Kiew nicht die Mitgliedschaft im Bündnis oder Hilfe mit Soldaten, sondern sagen, dass sie Waffen geben, dass die Ukraine dann aber selbst handeln muss. Es wird angekündigt, dass die ukrainische Armee in den nächsten Jahren um 100.000 Mann wachsen wird. Die ukrainischen Streitkräfte haben beschlossen, ihre Wintermanöver in der Nähe der Grenzen zur Halbinsel Krim abzuhalten.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

10 Antworten

  1. Diese angebliche „ukraine“ wird regelrecht in einen Stellvertreterkrieg hineingeprügelt – der so nebenbei auch ein Bruderkrieg wäre… – sind die wirklich sooo blind oder was ist mit denen los?!?

    Die wissen doch ganz genau, daß sie nicht „gewinnen“ können… 😤

  2. Über die Hälfte der Bürger ist unzufrieden mit der Arbeit des Kanzlers

    Massive Umfrageverluste für Kanzler Scholz und seine Ampel-Koalition

    https://www.freiewelt.net/nachricht/massive-umfrageverluste-fuer-kanzler-scholz-und-seine-ampel-koalition-10087939/#comment-form

    Schlechter Start: Die Ampel-Koalition und die Scholz-Regierung haben ihr Vertrauen bei den Bürgern schneller verspielt, als andere mit den Augen zwinkern können.

    Was die Ampelkoalition insgesamt angeht, sind die Zustimmungswerte auf magere 38% gefallen. …ALLES LESEN !!

    1. Eine bessere Auszeichnung kann es zu diesem Zeitpunkt kaum geben als „schlechte Umfragewerte“, die ja eh nur von Werbeagenturen als „content“ produziert werden und somit genau so Blendwerk sind wie „Nachrichten“ oder „Faktenchecks“.
      Man erinnert sich doch wie „beliebt“ Merkel immer war, laut „Umfragen“…. und zwar umso beliebter je mehr sie den Karren in den Dreck fuhr.

  3. Scholz zu Antrittsbesuch im Weißen Haus – Ukraine im Zentrum

    https://www.epochtimes.de/politik/ausland/scholz-zu-antrittsbesuch-im-weissen-haus-ukraine-im-zentrum-a3711722.html

    Der USA-Besuch von Kanzler Scholz soll der Start einer diplomatischen Offensive im Ukraine-Konflikt sein. In Washington dürfte Scholz nun unterstreichen, dass Deutschland im „Team Nato“ spielt.

    Vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts wird Bundeskanzler Olaf Scholz an diesem Montag in Washington von US-Präsident Joe Biden empfangen.

    Zwei Monate nach seiner Vereidigung ist es für den SPD-Politiker der Antrittsbesuch als Kanzler im Weißen Haus.

    Vor seinem Abflug nach Washington lehnte Scholz am Sonntag im ARD-„Bericht aus Berlin“ von der Regierung in Kiew geforderte deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine erneut strikt ab. ….ALLES LESEN !!!

    Sting kommentiert

    ICH BIN SICHER DASS DER UMFALLER DANN HEIMLICH WAFFEN AN SEINE BRÜDER DIE „UKRA-NAZIS“ LIEFERT

    ÜBRIGENS IST RUSSLAND DER DRITTGRÖSSTE ÖL- & GASLIEFERANT DER USA !?!?!?

  4. Wird die FDP durch Beendigung dieser Ampelkoalition sorgen ? Das Erste Mal wäre es nicht !

    Nicht nur mit der Arbeit sondern auch mit den künstlich erzeugten Mehrkosten für Kraftstoffe und Energie die weder unserer Umwelt noch unserer Wirtschaft helfen.

    Anstatt einige Steuern und Sonderabgaben auf Eis zulegen werden noch mehr Kosten und Verknappung erzeugt .

    Wer günstige Energiemöglichkeiten unter dem Umweltschutz-Mäntelchen ablehnt und gleichzeitig unsere Energielieferant RUSSLAND diskreditiert , darf sich nicht wundern wenn wir bald im Kalten Dunkel stehen!!!

  5. Jeder größenwahnsinnige Vollidiot hat sich bisher bei den Russen eine blutige Nase geholt oder ist gleich ganz eliminiert worden.
    Und das wird auch so bleiben.
    Leider werden dabei immer Millionen von Sklaven umkommen die mit diesen Größenwahnsinnigen eigentlich nichts am Hut haben.

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