Propaganda bei T-Online: Wie Leser von Interviews mit „Experten“ getäuscht werden

Auf T-Online ist ein Interview mit Anne Appelbaum erschienen, in dem sie vor Putin und vor einem Zusammengehen von Deutschland und Russland warnt. T-Online preist das als Interview mit einer Historikerin an und verschweigt seinen Lesern die entscheidenden Informationen.

Anne Appelbaum ist mir bereits hinlänglich bekannt, weshalb ich, als ich das Interview gesehen habe, sofort hellhörig geworden bin. Der Artikel bei T-Online trägt jetzt die Überschrift „Bedrohung der Demokratie – „Boris Johnson ist kein Autokrat, aber er nutzt die gleichen Mittel“.“ Aber ursprünglich trug es eine andere Überschrift, die T-Online dann aber geändert hat. Wahrscheinlich war sie der Redaktion zu plump, denn sie lautete „Historikerin im Interview – Die Deutschen ahnen nicht, wie gefährlich Putin ist.“

Es ist ungewöhnlich, dass deutsche Medien die Überschriften ihrer anti-russischen Artikel entschärfen, ich habe an vielen Beispielen des Spiegel aufgezeigt, dass der Spiegel in der Regel umgekehrt vorgeht und zunächst recht neutral gehaltene Überschriften im Nachhinein verschärft. Mich würde wirklich interessieren, warum die Redaktion von T-Online die Überschrift im Nachhinein „entschärft“ und den bösen Putin aus ihr entfernt hat.

In dem Interview holt Appelbaum zu einem Rundumschlag gegen alle aus, die sie als „Rechte“, „Populisten“, „Autokraten“ und ähnliches bezeichnet. Es ist ein klassisches Interview zur Untermauerung der Thesen des transatlantischen Mainstream und daher nicht sonderlich interessant. Interessant ist, was T-Online seinen Lesern verschweigt. In dem Artikel wird Appelbaum in einem Infokasten folgendermaßen vorgestellt:

„Anne Applebaum, geboren 1964 in Washington, D.C., ist Historikerin und Journalistin. Sie arbeitete für renommierte Blätter wie „The Economist“ und „The Spectator“, derzeit ist Applebaum Autorin für „The Atlantic“. Zudem lehrte sie an zahlreichen Hochschulen wie Yale, Harvard, Oxford und Cambridge. Die Osteuropa-Expertin ist Autorin verschiedener Bücher, für ihr Werk „Der Gulag“ von 2003 hat Applebaum den Pulitzerpreis erhalten. Am 12. März erscheint ihr neues Buch „Die Verlockung des Autoritären. Warum antidemokratische Herrschaft so populär geworden ist“ auf Deutsch.“

Der interessierte Leser erfährt, dass es sich bei Appelbaum um eine echte Expertin handelt, die für bekannte Medien geschrieben, an den besten Hochschulen der Welt gelehrt und viele Bücher geschrieben hat. Sie muss also eine wirklich sehr gute Expertin und ihre Meinung muss entsprechend fundiert sein.

Was T-Online seinen Lesern verschweigt

Ich kenne Appelbaum schon, aber der deutsche Leser wird es schwer haben, herauszufinden, wer sie ist. Im deutschen Wikipedia zum Beispiel fehlt jeder Hinweis darauf, dass diese Dame nicht nur Historikerin, sondern eine bestens vernetzte Transatlantikerin und sogar direkt an die US-Regierung und die US-Geheimdienste angebunden ist. Diese Informationen findet der informierte Leser bei Wikipedia nur, wenn er sich den englischen Artikel über sie anschaut. Dort nämlich kann man lesen, dass Appelbaum unter anderem nicht nur Mitglied beim Council on Foreign Relations ist, sondern sogar im Vorstand des National Endowment for Democracy (NED) sitzt.

Ich habe bewusst „informierte Leser“ geschrieben, denn die meisten werden kaum wissen, was das bedeutet oder was das NED ist. Also will ich das erklären.

Das Council on Foreign Relations

Vom Council on Foreign Relations dürften vielen gehört haben, es ist ein transatlantischer Think Tank mit enormem Einfluss auf die US-Politik, und es hetzt auf allen Ebenen gegen die von Washington zu Feinden erklärten Staaten. Und es sagt in Studien auch gleich, wie die US-Politik gegenüber diesen Staaten aussehen sollte. Das Council on Foreign Relations entscheidet wohl auch selbst, wer denn die Feinde Washingtons sind. Das ist nicht meine Fantasie, das hat die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton selbst 2009 in einer Rede gesagt. Damals sagte sie vor dem Council on Foreign Relations, es wäre gut, dass das Council nun ein Büro direkt um die Ecke vom US-Außenministerium eröffnet hat, denn:

„Wir bekommen eine Menge Ratschläge vom Council und das bedeutet, ich muss nicht mehr so weit laufen, um erzählt zu bekommen, was wir tun sollten und wie wir über die Zukunft denken sollten.“

Hillary Clinton admits the CFR gives the Orders

Und Appelbaum gehört zu jenen, die dem US-Außenministerium erzählen, was es tun sollte und wie es über die Zukunft denken sollte. Sie ist eine von denen, die die US-Außenpolitik definieren, sie ist keine neutrale Expertin und Historikerin, wie T-Online es für seine Leser darstellt. Aber das erfahren die Leser von T-Online ja nicht.

Das National Endowment for Democracy (NED)

Noch eindeutiger ist es beim National Endowment for Democracy, von dem die wenigsten in Deutschland je gehört haben. Das National Endowment for Democracy ist ein klassisches Beispiel für „NGOs“, die keine sind. Wir müssen uns daran erinnern, dass „NGO“ „Nicht-Regierungsorganisation“ bedeutet. Aber wie kann man von einer Nicht-Regierungsorganisation sprechen, wenn die Organisation von einer Regierung gegründet wurde und von ihr finanziert wird?

Das National Endowment for Democracy (NED) ist eine US-amerikanische Stiftung mit dem erklärten Ziel der weltweiten Förderung der Demokratie. Es wurde 1983 vom US-Kongress in Washington gegründet und erhält von diesem für seine Arbeit eine jährliche Finanzierung aus dem US-Bundeshaushalt.

Nicht in allen Fällen haben die Aktivitäten des NED zu demokratischen Veränderungen geführt, das NED war offensichtlich schon zufrieden, wenn mit seiner Hilfe pro-amerikanische Regierungen an die Macht kamen, sodass danach das Ziel der „Förderung der Demokratie“ nicht weiterverfolgt werden musste. Ohne allzu sehr in die Tiefe gehen zu wollen, seien einige Kritikpunkte zitiert: Der US-Politiker Pat Buchanan nannte die NED-Aktivitäten eine “weltweite Agitation für demokratische Revolutionen und Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder“

Im Oktober 2003 kommentierte das Mitglied der Republikanischen Partei Ron Paul die Aktivitäten des NED wie folgt: „Das … NED ist nichts anderes als ein teures Programm, das mit dem Geld der Steuerzahler freundlich gesinnte Politiker und politische Parteien im Ausland fördert. … Was die NED in fremden Staaten unternimmt, wäre in den USA illegal. Dass NED bringt „weiches Geld“ in Wahlen im Ausland, um die eine oder andere Partei zu fördern. Stellen Sie sich vor, was ein paar hunderttausend Dollar Unterstützung für einen Politiker oder eine Partei in einem relativ armen Land ausmachen. Es ist orwellianisch zu behaupten, US-Manipulationen von Wahlen in fremden Staaten würde die Demokratie befördern. Wie würden die Amerikaner reagieren, wenn die Chinesen mit Millionen von Dollar bestimmte pro-Chinesische Politiker unterstützen würden? Wäre das eine ‘demokratische Entwicklung’?“

Das sagte Ron Paul vor 28 Jahren, heute kennen wir die Antwort auf seine Frage: Die USA machen seit Jahren einen Riesenwirbel um angebliche Einmischungen aus dem Ausland in ihre Wahlen, wenn die Wahlergebnisse nicht so sind, wie es die Eliten gerne hätten.

Auf den Punkt brachte die Arbeitsweise des NED sein Mitbegründer und ehemaliger Vorsitzender Allen Weinstein, der zur Tätigkeit des NED in einem Interview mit der Washington Post am 21. September 1991 sagte, das NED tue das, „was vor 25 Jahren die CIA verdeckt getan hat.“ Dieses Interview selbst ist leider nicht mehr im Netz verfügbar, jedoch wird es bis heute übereinstimmend von „Freund und Feind“ zitiert.

Das NED war seit seiner Gründung an allen Regimechanges der USA beteiligt und finanziert jeden, der die Gegner der USA – egal mit welchen Mitteln und Zielen – bekämpft.

Was das bedeutet

Anne Appelbaum hat beste Kontakte in die US-Regierung und zu US-Geheimdiensten, sie arbeitet sogar maßgeblich an den Entscheidungsprozessen in Washington mit. Das ist an sich nicht verwerflich, aber es ist verwerflich, wenn T-Online seinen Lesern das verschweigt. Wüssten die Leser das, könnten sie einschätzen, dass Appelbaum eine Propagandistin der US-Politik ist und würden ihre Äußerungen in dem Interview entsprechend einordnen können. Ihre Aussagen sind ja aus diesem Blickwinkel durchaus interessant und geben einen Einblick in die Ziele der USA. Nur sind sie eben keine neutrale Einschätzung einer renommierten Expertin.

Man erfährt zwischen den Zeilen sogar etwas über den Richtungsstreit in der US-Regierung, wo man derzeit streitet, ob Washington Russland oder China als Feind Nummer 1 ausrufen soll. Appelbaum ist klar dafür, Russland als Feind Nummer 1 zu beizubehalten, wie man in dem T-Online-Interview lesen kann:

„China will Geschäfte machen und seine Einflusszone ausweiten. Aber es ist nicht das eigentliche Problem. Wladimir Putin ist für Deutschland viel gefährlicher als Xi Jinping. Und für die Demokratien weltweit. Denn Russland will unsere politischen Systeme untergraben, deshalb finanziert es die extreme Rechte in Europa und betreibt Desinformation.“

Ich will mich mit der Aussage nicht inhaltlich beschäftigen, Leser des Anti-Spiegel wissen, dass diese Vorwürfe durch nichts belegt sind, man muss sie als das sehen, was sie sind: Anti-russische Propaganda, die in diesem Fall von einer Frau geäußert wird, die innerhalb der US-Regierung dafür kämpft, weiterhin Russland anstatt China als Staatsfeind Nummer 1 zu behandeln. Da bei solchen Richtungsstreitigkeiten in Regierungen auch die öffentliche Meinung eine Rolle spielt, rennen führende Personen aus Washington derzeit zu allen Medien und werben für ihre Sicht der Dinge. Genau das tut Appelbaum auch.

Gleiches gilt für diese Aussage von Appelbaum bei T-Online:

„Die Deutschen ahnen nicht, wie gefährlich Putin ist. Ich beschreibe Ihnen einfach mal die Realität: Putin will die EU zerstören, er will, dass die deutsche Demokratie scheitert. Wenn es nach ihm geht, sollen alle US-Soldaten Europa verlassen, damit er die Beziehungen zu den europäischen Staaten dominieren kann.“

Die Lüge, Putin wolle die EU zerstören, wird von den Gegnern Russlands eifrig am Leben erhalten, obwohl man gerade in Washington weiß, dass das unwahr ist. Putin sagt seit 20 Jahren offen, was er will: Er möchte eine gemeinsame kulturelle und wirtschaftliche Zone von Lissabon bis Wladiwostok. Dabei geht es nicht um Dominanz. Es geht Putin darum, gegenseitig voneinander zu profitieren: Russland würde von der Technologie Europas profitieren, Europa würde von Russlands unermesslichen Bodenschätzen profitieren.

Genau das ist der Albtraum von US-Geopolitikern wie Appelbaum, denn es würde das Ende der US-Weltherrschaft bedeuten, die man in den USA als „worldwide dominance“ bezeichnet und deren Voraussetzung es ist, dass die USA auch weiterhin Europa dominieren. Darum wettern Leute wie Appelbaum so heftig gegen Putin und Russland.

Aber Putin weiß, dass er sein Ziel nur erreichen kann, wenn die EU einig und stark ist, denn nur eine einige und starke EU hätte die Kraft, sich von den USA zu emanzipieren. Russland hat also keineswegs das Interesse, die EU zu schwächen, im Gegenteil. Das Interesse haben eher die USA, die mit der bekannten Politik von Teile und Herrsche die EU stark genug halten, damit ihre Wirtschaftssanktionen gegen Feinde der USA eine möglichst große Wirkung haben, aber die EU auch immer so weit schwächen, dass sie nicht die Kraft hat, sich von der US-Dominanz zu befreien.

Russland könnte eine EU, die stark genug ist, sich von der USA zu lösen, garantiert nicht dominieren. Daher ist es offensichtlich, dass es Putin bei seinen Ideen für die Zone von Lissabon bis Wladiwostok nicht um die Dominanz über Europa geht, sondern um eine partnerschaftliche und enge Zusammenarbeit mit Europa auf Augenhöhe.

Aber von all dem ahnen die Leser von T-Online nichts, ihnen werden Propagandisten ja als „Experten“ vorgestellt.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

26 Antworten

  1. Lieber Herr Röper,

    vielen lieben Dank für die Einordnung von Applebaum – hatte das gesehen aber mir fehlt mittlerweile die Energie über alle „Experten“ zu recherchieren. Ich sehe nur Interview in T-Online, MSN, ARD, Süddeutsche,… und denke, aha – gelogen, wollen wir das jetzt durchforsten ob wir auch ein Körnchen Wahrheit darin finden können?

    Was Europa betrifft: Ich denke das wird sich für Putin geändert haben. Die EU ist als Furunkel fest im Arsch Washingtons verwachsen.

    Sie müssen das überdehnte Ex-Imperium zur Ader lassen wo es nur geht bis diese Diktatur (des tiefen Staates) zusammenbricht. Und die EU als von Washington gegründeten zivilen Arm der Nato müssen Sie ebenfalls zerstören und auseinandertreiben. Z.B. Locken mit bilateralen Verträgen, wer kein Arschkriecher ist wird belohnt. Was meinen Sie was passiert wenn Italien bekommt was Deutschland oder Frankreich verwert bleibt?

    Etwas anderes macht keinen Sinn mehr. Was diesen Punkt betrifft (Zerstörung der EU) stimme ich mit Frau Apfelbaum überein – den Rest (vor allem die Bewertung), nunja – ich denke sie wäre von einem Gespräch mit meiner Wenigkeit alles andere als begeistert.

  2. Dankenswerterweise wird die fragwürdige Funktion des „Experten“ in (i.d.R. anti-russischen) Pseudo-Dokumentationen einmal öffentlich gemacht. Dort ist das Einbauen parteiischer Statements der „Gegenseite“ als „Experten“-Stellungnahmen gang und gebe. Worauf sich der vorgebliche Expertenstatus begründet, wird dabei oft nicht näher erläutert, da hier oftmals lediglich politische „zivilgesellschaftliche Akteure“ durch den vom TV-Team verliehenen „Expertenstatus“ über den Meinungsstreit hinweg in den Rang unumstrittener Expertise erhoben werden sollen.
    Medienwirksam firmieren dann diversitätsaffine politische Strömungen als „Institut“,
    „Forschungszentrum“ oder „Dokumentationsstelle“ und erwecken hierdurch gezielt einen
    pseudowissenschaftlicher Bezug. Inder „Doku“ „Nachtwölfe – Russlands Rockerbanden“ wird etwa ein vierschrötig aussehender, ca. 150 Kilo wiegender Herr als „Experte für organisierte
    Kriminalität“ bezeichnet, auf welcher Seite des Gesetzes er seine Expertise gesammelt hat,
    bleibt offen. Im weiteren Verlauf wird er als „Journalist“ bezeichnet, dieser
    rechtlich nicht geschützte Begriff suggeriert bürgerliche Seriosität, obgleich der angebliche
    Journalist vom äußeren Erscheinungsbild her eher der Türsteherszene zugehörig scheint.
    Zu beobachten ist auch eine Scharnierfunktion von Thinktanks wie etwa „stiftung
    wissenschaft und politik“, welche in Dokumentationen die dort benötigten, zitierfähigen
    „Experten“ zur Verfügung stellen. Dies finden hier ihrerseits eine Plattform, ihre
    unbewiesenen Vermutungen mit dem Flair valider wissenschaftlicher Ergebnisse zu
    verbreiten. Im Beitrag „Sorok Sorokow – Russlands militante Kirche“ wird Wilfried Jilge als „Experte“ der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V. (DGAP) vorgestellt, der vor einer „Radikalisierung strenggläubiger Gruppen“ in Russland warnt, die Reizwörter „Fundamentalisten“ und auch „Mob“ werden verwandt. Selbst Desinformationsspezialisten wie ehemalige Geheimdienstchefs werden als neutrale Experten präsentiert, so in „Putins Rache – Angriff auf die US-Wahl“, wo die „ehemaligen Chefs der drei wichtigsten US-Geheimdienst- und Staatschutzbehörden – John O. Brennan von der CIA, James R. Clapper, ehemaliger Nationaler Geheimdienstdirektor (DNI), und Jeh Johnson, bis 2017 Chef der Heimatschutzbehörde, Department of Homeland Security-“ zu Wort kommen. Im Beitrag „Die Ukraine im Krieg. Ein Land – zwei Fronten“ durfte eine Vertreterin des dortigen Inlandsgeheimdienstes als „Expertin“ ihre Vermutungen als objektive Tatsachen präsentieren.

  3. Daß Putin für den „Westen“ eine intellektuelle Gefahr ist, wollen wir o.w. einräumen.
    Und irgendwie hat man es geschaft, in die Hirne der Menschen die Vorstellung zu meißeln, daß „Autorität“ und „Demokratie“ gewissermaßen unvereinbar seien. Wie günstig für Alphabet, BlackRock und co.
    „Die unbekannten Väter“ mögen einen „NatonalStaat“, dessen „Autorität“ nicht nur formal auf so etwas wie „demokratischer“ Legitimation beruht, überhaupt nicht.

    1. Im Übrigen:
      3Sat brachte gerade eine Sendung zu internationalen Frauentag „im Zeichen von Diversity, Identity“ ö.s.ä. bzw. u.ä. fertig.
      Man sei sich in der Wissenschaft inzwischen einig, daß es mehr als zwei Geschlechter gäbe.

      Liebe Brüder und Schwestern, was wir hier erleben, ist nichts weniger als eine Facette, eine von vielfältigen Erscheinungsformen oder Methoden, des zweiten elementaren – sekundären – Herrschaftsgrundsatzes, den bereits die alten Lateiner so „knackig“ formuliert haben: „Teile und Herrsche!“
      Derselbe gewinnt in dem Maße an Bedeutung, in dem das erste – primäre – Herrschaftsprinzip, nämlich „Leben und Leben lassen“, erodiert – aus welchen Gründen auch immer.

  4. Wie plump die Aussagen von ihr auch sind, hochgradig infantil:
    „Er will die EU zerstören“, „gefährlich für die Demokratie“, „politische Systeme untergraben“ – von nix, aber auch gar nix belegt, einfach behauptet, also wenn das keine Verschwörungstheorie ist, dann weiss ich auch nicht: hochgradige Geschwurbel. Und dann ist sie auch noch so dreist zu behaupten er würde extreme Rechte finanzieren – dass ich nicht lache. Was macht die EU/USA denn gerade mit einem extrem Rechten namens Navalny? Stilisiert ihn als heldenhaften Oppositionellen und unterstützt seine Sache mit Geld und Propaganda. Das hingegen ist bereits belegt, s. Aufenthalt in DE mit Villa und staatlichen Personenschutz, sowie Transportmöglichkeiten erster Klasse.
    Wer nicht gerade Ethnomathematiker ist, muss doch nur 1 und 1 zusammen zählen…

  5. Interessant sind auch Frau Applebaums familiäre Verbindungen: Sie ist die Frau von Radoslaw Sikorski, ehem. polnischen Verteidigungs- und später Außenminister, jetzt Europaabgeordneter.
    Das war der Herr, der u.a. im Herbst 2014 öffentlich behauptet hat, Putin habe Polen die Teilung der Ukraine vorgeschlagen und dabei Lemberg angeboten – um später kleinlaut zuzugeben, dass das angebliche Gespräch zwischen Putin und dem damaligen polnischen Ministerpräsidenten Tusk nie stattgefunden hat.

  6. Ich habe diesen hirnverbrannten Unsinn heute auch gesehen, aber nicht gelesen.

    „Sie arbeitete für renommierte Blätter wie „The Economist“ und „The Spectator“, derzeit ist Applebaum Autorin für „The Atlantic“. Zudem lehrte sie an zahlreichen Hochschulen wie Yale, Harvard, Oxford und Cambridge.“
    Neben vielen anderen Dingen zeigt uns dass mit erschreckender Deutlichkeit, dass Yale, Harvard, Oxford und Cambridge nichts als Klippschulen sind, Brettergymnasium haben wir so was früher genannt, zumindest was den Bereich Geschichte und Politik betrifft! Die Absolventen können nichts!

  7. Ihre Mitgliedschaften hat gestern jemand in der deutschen Wikipedia ergänzt. Mal sehen, ob sich das hält. Die Änderung kam von einer IP-Adresse ohne Namen; da werden die Admins sicherlich einen nervösen Finger über der Löschtaste haben.

  8. Ich finde die Aussage von Killery so interessant. Ich finde es gut, dass die eine Büro in meiner Nähe haben, dann muss ich nicht mehr soweit laufen um mich „Beraten“ zu lassen.
    Himmel, wenn die Außenministerin zu einem Think Tank ins Büro kommt, dann holt sie sich ihre „Befehle“ ab. Eigentlich kann nur der Präsident sie antanzen lassen.
    Daran kann man sehen, wer dieses Land jetzt wirklich regiert. Und man merkt es an der Umsetzung der von den Think Tanks ausgearbeiteten Studien.
    Wir können auch sehen, wie dreist diese uns und auch die Amerikaner immer mehr verarschen. Die „Briefwahl“ in den USA wird jetzt Gesetz und verpflichtend für alle Bundesstaaten. Das wird als „großer Sieg für die Demokratie“ gefeiert. Diese Briefwahl geht sicherlich auch auf das Konto eines Think Tanks.
    Wir sehen jetzt das Ende eines Weltreiches. Die USA werden in Zukunft durch innere Unruhen, dem maroden Bildungssystem und der Ga Ga Gender Politik von innen ausgehöhlt. Mich wundert da nur, warum die Think Tanks das nicht sehen.
    In den USA gibt es 2 Lager, die einen, die Russland als Feind Nummer 1 ansehen und die anderen China diesen Tittel geben wollen. Es ist vollkommen Gleichgültig wer jetzt Feindbild Nr.1 wird. Hauptsache es ist eins da. Ohne Feindbild würde die USA noch viel schneller auseinanderfallen. Ein Feindbild lässt die Bürger zusammenrücken und eine Einheit bilden. Gemeinsam gegen den gemeinsamen Feind. Auch lassen sich die Militärausgaben damit rechtfertigen. Die letzte Triebfeder der USA für Ihre Wirtschaft.

    1. „Ich finde die Aussage von Killery so interessant. Ich finde es gut, dass die eine Büro in meiner Nähe haben, dann muss ich nicht mehr soweit laufen um mich „Beraten“ zu lassen. Himmel, wenn die Außenministerin zu einem Think Tank ins Büro kommt, dann holt sie sich ihre „Befehle“ ab.“

      Es ging auch schon mal eine Stufe höher:

      „Das Auto hielt vor der Terrasse, und bei unserem Anblick sagte Roosevelt: „Sieh da, Rosenman, Stephen Wise und Nahum Goldmann bei einer Diskussion! Macht nur weiter, Sam wird mir Montag sagen, was ich zu tun habe.“ Sein Wagen fuhr an, und Roosevelt ließ ihn noch einmal halten, um uns zuzurufen: „Könnt Ihr Euch vorstellen, was Goebbels dafür gäbe, ein Foto dieser Szene zu bekommen: Der Präsident der Vereinigten Staaten empfängt Verhaltensmaßregeln von den drei Weisen von Zion.“
      (Nahum Goldmann: Das jüdische Paradoxon“, S. 211)

      Keine Ahnung, ob das Zitat so dort steht, ich habe das Buch nicht gelesen, finde aber im Netz auch keine Widerlegung.

  9. Kann nur empfehlen, sich das Interview durchzulesen, auch wenn es für den informierten Leser wie eklige Propaganda daher kommt. Interessant fand ich diese Passage:

    ———————–
    „Frage: Sollte der Westen nicht vor allem wieder glaubwürdiger werden?

    Antwort: In der Tat. Es gibt zwei wichtige Baustellen. Zunächst einmal das Internet. Wissen Sie, was Chinesen sehen, wenn sie unser „westliches“ Internet betrachten?

    Frage: Google, Facebook und Co.?

    Antwort: Richtig. Sie sehen kein demokratisches Internet, das auf den Werten Offenheit und Transparenz beruht, sondern ein Internet, das von ein paar großen Techkonzernen beherrscht wird, die sich ihre eigenen Regeln machen. Soll so unsere Alternative zu dem „chinesischen“ Internet aussehen, das Überwachung und Zensur unterliegt? Ich hoffe nicht.“
    ——————

    Kritik an den verbündeten Technokraten?
    Interessant. Vllt ist man sich doch nicht so einig, wie viele von uns gedacht haben. Evtl werden die Zensurorgien von ‚oben‘ verordnet und die Tech-Konzerne sind kein bestimmender Teil des Spiels, sondern werden bedroht und genötigt, so wie wir anderen auch. Warum sollte zB Twitter *öffentlich* stolz verkünden, eine Unmenge von Accounts abgeschaltet zu haben? Passt eigentlich nicht ins Bild, die Zensur öffentlich zuzugeben.

    Bleibt weiter spannend.

    1. Und, hat die Dame da schon einen Plan, wie man das ändern könnte?
      Die hat überhaupt keinen dahingehenden Plan, das interessiert sie nämlich nicht wirklich. Die hat ganz andere Pläne.

      Das Offensichtliche zu verkünden, ist natürlich ein guter Trick.

      Und wenn „Zwitscher“ das nicht tut, dann verbreitet sich das bekanntermaßen gerade heutzutage ggf. „wie eine Lauffeuer“, das immer das Potential zur „Feuerwalze“ hat.

      Und natürlich sind die sich da nicht in jeder Hinsicht einig.
      Dazu habe ich schon hier –
      ___://www.anti-spiegel.ru/2021/geopolitischer-albtraum-der-usa-schliessen-moskau-und-peking-noch-in-diesem-jahr-ein-militaerbuendnis/#comment-14926
      – kühn fabuliert.

      Wir nannten das früher „staatsmonopolistischen Kapitalismus“, eine „Erfindung“ eines gewissen Rudolf Hilferding, aber so etwas gibt es natürlich gar nicht.

      Schön – nur wenn der Begriff „Tiefer Staat“ überhaupt einen einen Sinn haben soll, dann doch nur, wenn damit diese Verflechtung von Staat (Apparat) und privaten Wirtschaftsmonopolen, oder allgemeiner, von Wirtschaftsmacht beschrieben wird, die da eine Arte Symbiose eingehen.
      Daß das tendenziell dazu führt, daß der Staat von seiner Legitimationsgrundlage abhebt, erleben wir doch gerade – da fabuliert man heutzutage in den herrschenden Kreisen auch gern von einer „Demokratieverdrossenheit“, eine ganz perfide Masche.

      Und was ist doch gleich aus dem Firmenmotto von Google geworden?

      1. Ich finde es wichtig, zu ermitteln, welche Machtblöcke mit welchen Interessen es in diesem Spiel gibt und welche Allianzen bestehen. Nur so kann man die Feinde klar erkennen und gegen sie vorgehen.

        Mit dem Wissen über Interessen der Machtblöcke kann man Allianzen behindern bzw ändern.

        Die Vorgänge einem persönlichen Denkmuster unterzuordnen um das eigene Ego zu streicheln mag eine schöne Beschäftigung sein, bringt aber nichts, wenn man nach Methoden sucht, diese Verschwörung zu bekämpfen.

        In diesem Lichte gesehen finde ich es sehr wichtig zu wissen, ob die Technokratie diesen ganzen NWO- Versklavungs- Sche*ss aktiv unterstützt, oder ob einzelne Tech- Oligarchen gezwungen werden, hier mitzumachen. ZB mit Todesdrohungen. Falls sie gezwungen werden, kann man vllt an dieser Schraube drehen und die Freiheitsbewegung könnte an Macht gewinnen und schliesslich den Spuk beenden.

        Wenn wir unsere Freiheit zurück haben wollen, müssen wir Ross und Reiter ermitteln und gegen diese Leute vorgehen.

        1. „Wenn wir unsere Freiheit zurück haben wollen, müssen wir Ross und Reiter ermitteln und gegen diese Leute vorgehen.“

          Wie geht man denn gegen Leute vor, die im Besitz von Atomwaffen sind? Wie bekämpft man so eine Verschwörung? Es scheint völlig klar, dass solche Gedanken absurd sind.

          1. Wir bekämpfen doch nicht das gesamte US-Militär. Wir bekämpfen eine Gruppe korrupter und/oder wahnsinniger Leute innerhalb des Militärs, innerhalb der Geheimdienste und innerhalb der Wirtschaft.

            Es scheint völlig klar, dass solche Pauschalisierungen absurd sind.

  10. T-Online ( Ströer Media ), GMX/Web.de, Schaubimperium (Süddeutsche, Rheinpfalz, Wochenblatt-Reporter, usw.), Tagesschau, Heute…blablabla.
    Alles eins, Haltungsjournalismus, Kampagnenjournalismus, Hofberichterstattung, das trifft es ziemlich genau.
    Warum sich so etwas antun? Man weiß schon im Vorfeld was kommt…
    Wir sind die guten, moralischen, die Demokratischen Werte Hochhaltenden, alle anderen sind böse, böse und noch mal böse und wollen nur unsere Demokratie vernichten, in der es uns allen gut geht, und das können die Bösen einfach nicht ertragen. Deshalb müssen wir sie immer in die Schranken weisen, damit unsere Werte nicht gefährdet werden…

    Diese Werte lauten: Abkassieren, Umverteilen von unten nach oben, die blöden Eseltreiber in Afrika ausbeuten, was sitzen sie auch auf unserem Öl und den seltenen Erden? Die können damit gar nix anfangen, denn sie schnackseln viel zu gern.
    Nicht das die Ausbeutung den Westlichen Bürgern zu gute käme, Gott bewahre und siehe Umverteilen von unten nach oben. Es geht schlicht darum, wenn ich auf einer goldenen Schüssel Scheiße, dann brauch ich umgehend noch eine weitere goldene Schüssel, denn eine reicht nicht. Ironie off…

  11. Die brave Frau Appleboom, zu deren Lieblingsthemen auch die Ukraine und der sogenannte „Holodomor“ gehören, ist nicht nur intelligent, einflußreich und vermögend, sondern übrigens mit Radosław Sikorski verheiratet, einem hard core Transatlantiker, der für seine Bemühungen, Polen der Nato und der EU zuzuführen, mit reichlich Posten belohnt wurde.

    Zitiert nach Wikipedia, nicht mal die konnte das unter der Decke halten:
    Sikorski sorgte Mitte Oktober 2014 für einen politischen Eklat, als er gegenüber der amerikanischen Politik-Website Politico erklärte, im März 2008 habe Putin in Moskau dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk vorgeschlagen, die „künstliche“ Ukraine gemeinsam militärisch zu zerschlagen und zwischen Russland und Polen aufzuteilen. Putin habe dabei für Polen die Einverleibung der westukrainischen Stadt Lemberg, die in der Zwischenkriegszeit zu Polen gehört hatte, vorgesehen.[14] Sikorski nahm seine aufsehenerregende Aussage im Folgenden zurück. Zuerst erklärte er sie für nicht autorisiert und „überinterpretiert“; anschließend räumte er ein, dass es das Treffen zwischen Putin und Tusk nicht gegeben habe, sein Gedächtnis habe „versagt“.

    Solche Leute waren also federführend beim Maidan Putsch. Um das Bild abzurunden: zum National Endowment for Democracy gehört natürlich auch die vielen bekannte und gerade wieder unter Biden zu Amt und Würden gekommene Victoria Nuland. Verheiratet mit Robert Kagan, der wie Applebaum Mitglied beim Council on Foreign Relations ist. So, und nun ist mir schlecht.

  12. >>>Diese Informationen findet der informierte Leser bei Wikipedia nur, wenn er sich den englischen Artikel über sie anschaut.<<<

    Das ist falsch…

    Auf de.wikipedia.org/wiki/Anne_Applebaumel heißt es:

    "Anne Applebaum ist Mitglied des Council on Foreign Relations.[6] Sie ist im Vorstand des National Endowment for Democracy.[7] Sie ist zudem Mitglied des Beirats des Center for European Policy Analysis.[8]"

  13. Sternstunde Philosophie 5. 5. 2019. Anne Applebaum : Von Stalin zu Putin – das Erbe des Totalitarismus. Da zieht die Historikerin und Pulitzer-Preisträgerin eine Parallele zwischen den Gulags und Putin und sagt indirekt was dieser ist. Ich habe damals der Sternstunde Philosophie ein Putin Buch von Herrn Röper gesendet mit dem Wunsch doch auch mal etwas Positives über Russland zu hören, leider habe ich nie eine Antwort bekommen.

  14. Mir ist nach dem Lesen richtig schlecht, auch der Kommentare hier. Ein Netzwerk von Staat (Parteien), globalen Konzernen und Medien tut sich auf, von nED habe ich noch nie etwas gehört. Das Schlimme ist, daß der Staat Banken und Konzerne nicht durch Gesetze bindet, etwas für das Volk zu tun, sondern sie völlig von der Leine gelassen hat. Die Medien kontrollieren die Politik nicht mehr, sondern lobhudeln. Das Schlimme aber ist nicht die Vernetzung an sich, eher daß die Köpfe, die „Macher“ krank im Kopf zu sein scheinen und widernatürliche Ziele verfolgen. Man hat den Eindruck, sie wollen überall keine Ordnung, sondern Chaos, und das weltweit. Überall haben sie ihre Pfoten drin.

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