Leserfragen

Wurden Ausländer auf der Krim auf Befehl Putins enteignet?

Deutsche Medien melden seit einigen Tagen, dass Ausländer, die Grundstücke auf der Krim besitzen, per Dekret des russischen Präsidenten enteignet wurden. Was sind die Hintergründe?

In Russland gilt ein Gesetz, das Ausländern generell verbietet, Land in Grenzregionen, also auch in Küstenregionen, zu besitzen. Auf der Krim wurde bei diesem Gesetz seit der Wiedervereinigung mit Russland lange ein Auge zugedrückt, aber am 20. März 2020 erließ Putin einen Erlass, der Ausländern ein Jahr Zeit gegeben hat, die betroffenen Grundstücke zu verkaufen. Dieses Jahr ist abgelaufen.

Für betroffene Grundstücke gilt nun, dass der russische Staat sie zwangsweise verkauft und den Eigentümern die dabei erzielte Summe auszahlt. Das führt höchstwahrscheinlich dazu, dass viele der Grundstücke unter Wert verkauft werden. Eigentümer haben bemängelt, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie Schwierigkeiten gehabt hätten, innerhalb eines Jahres Käufer für ihre Grundstücke zu finden.

Die Mehrzahl der Betroffenen sind ukrainische Staatsbürger, die jedoch diverse Möglichkeiten gehabt haben, das Problem zu lösen. Unter anderem hat Russland Bewohnern der Krim seit 2014 die Möglichkeit geboten, russische Staatsbürger zu werden, ohne dass sie die ukrainische Staatsbürgschaft deshalb verlieren. Wer davon Gebrauch gemacht hat, ist von dem Gesetz also gar nicht betroffen.

Auch wenn man das Gesetz trefflich kritisieren kann, war allen seit 2014 bekannt, dass es das Gesetz gibt. Die Betroffenen hatten also vor Putins Erlass sechs Jahre Zeit, ihre Grundstücke zu Marktbedingungen zu verkaufen, anstatt darauf zu warten, dass das Gesetz greift und die Grundstücke zwangsweise verkauft werden.

Betroffen von dem Gesetz sind nur Grundstücke, keine Wohnungen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Eine Antwort

  1. Ich finde es positiv, wenn ein Land sein Eigentum vor Fremden, was ja Ausländer sind, schützt. Es gibt viele Länder der Erde, die das bis heute tun. Die BRD ist in sämtlichen Fragen hilflos. Jeder kann hier rein, jeder kan Eigentum erwerben, die deutschen Pässe werden jedem nachgeschmissen. Ich finde es unverantwortlich unseren Vorfafahren gegenüber, die ihr Land mit ihrem Blut in vielen Kriegen verteidigt haben, das nun weggeschenkt wird an jeden, der die Kohle hat. Genauso, wie mittlerweile jeder Nichtdeutsche als Lehrer in deutschen Schulen unterrichten darf. In den 80ern durfte ich als mitreisende Ehefrau in Leningrad nicht meinem Beruf, sogar nur als Deutschlehrerin, in einer russischen Schule nachgehen, denn das war verboten, was ich bis heute verstehen kann.
    Daß der globalistisch eingestellte Westen nun heult und zetert, kennt man, denn es ist das Gegenteil der ihm aufdiktierten Agenda.

    war allen seit 2014 bekannt, dass es das Gesetz gibt.

    Eben. Man kann alle kriminellen Handlungen dieser Regierung durch eine richtige Gesetzgebung ankündigen und das dann nach verstrichener Frist durchziehen. Putin betreibt nationale Politik, das ist der Unterschioed zum Merkelstaat.

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