Boeing 737 MAX: „Von Clowns unter der Anleitung von Affen konstruiert“
Wo ist das Problem mit der Boeing 737 MAX und warum hat Boeing es so schwer, das Flugzeug wieder zugelassen zu bekommen? In der New York Times wurden interne Mails von Boeing veröffentlicht, die tief blicken lassen. Die Mails wurden von leitenden Boeing-Mitarbeitern geschrieben und zeigen, dass der Flieger von Anfang an eine Fehlkonstruktion war. […]
Wo ist das Problem mit der Boeing 737 MAX und warum hat Boeing es so schwer, das Flugzeug wieder zugelassen zu bekommen?
In der New York Times wurden interne Mails von Boeing veröffentlicht, die tief blicken lassen. Die Mails wurden von leitenden Boeing-Mitarbeitern geschrieben und zeigen, dass der Flieger von Anfang an eine Fehlkonstruktion war. So schrieb einer, „das Flugzeug wurde von Clowns konstruiert, die von Affen angeleitet werden“. Andere Mitarbeiter schrieben offen, dass sie ihre Familien nie in diese Maschine einsteigen lassen würden.
Wo ist aber das Problem, warum ist das Flugzeug so eine Fehlkonstruktion? Die Antwort zeigt sich, wenn man in die Geschichte schaut.
Die Boeing 737 wurde schon in den 1960er Jahren entwickelt. Sie war ein sehr gutes Flugzeug und wurde zum erfolgreichsten Modell der Welt. Das Problem begann mit der Modernisierung. Die 737 wurde „kurzbeinig“ und mit sehr tief sitzenden Flügeln entwickelt. Das war mit den Triebwerken der ersten Generation auch kein Problem, wie dieses Foto einer der ersten 737 zeigt.

Später aber wurden modernere, leisere und sparsamere Triebwerke gebraucht, die einen größeren Durchmesser haben. Und so entstanden dann 737, bei denen das Triebwerk an der Unterseite bereits abgeflacht werden musste, damit es noch unter den niedrigen Flügel passt. Schon das war ein Notlösung. Man wollte keinen neuen Flugzeugrumpf entwickeln, sondern „presste“ die Triebwerke noch gerade so unter den Flügel.

Aber bei der 737 MAX wurden die Triebwerke noch größer und sie passten nicht mehr unter den Rumpf. Also wurden sie nicht nur abgeflacht, sondern auch nach vorne gezogen und hängen jetzt schon vor dem Flügel.

Der Flügel ist aber das wichtigste Teil eines Flugeuges, denn er sorgt für den Auftrieb, den es braucht, um ein Flugzeug in der Luft zu halten. Dort muss die Luft ungehindert um den Flügel strömen können, was bei der 737 MAX von dem Triebwerk gestört wird. Das kann zu unkontrolliertem Flugverhalten führen und so hat Boeing eine Software eingebaut, die in einem solchen Fall eingreifen kann. Das Problem dabei: Die Piloten wussten davon nichts und sie hatten auch keine Chance, dagegen etwas zu tun. Wenn die Software irrtümlich eingriff, sorgte sie dafür, die Nase nach unten zu richten. Das führte in 2019 zu zwei Abstürzen des Modells und die Piloten waren chancenlos.
Das ist nun das Problem von Boeing. Das Flugzeug hätte wahrscheinlich nie zugelassen werden dürfen. Aber da Boeing für die US-Wirtschaft so wichtig ist, hat die Flugaufsicht nicht allzu genau hingeschaut und Boeing wollte schnell Geld verdienen und hat bei der Sicherheit die Augen zugedrückt, frei nach dem Motto „Wird schon gut gehen“.
Ging aber nicht gut und die Ingenieure wussten das vorher, wie man an den internen Mails sehen kann. Aber Boeing wurde nicht mehr von Ingenieuren geleitet, sondern von Wirtschaftsfachleuten, denen es nur um den schnellen Verdienst ging. Ob die 737 je wieder fliegen darf, steht in den Sternen. Vermutlich wird sie irgendwann wieder fliegen dürfen, aber ich werde ich mich in der Fehlkonstruktion nie wohl fühlen.
Warum hat Airbus das Problem nicht?
Das vergleichbare Modell bei Airbus ist die 320er-Reihe. Die wurden erst zwanzig Jahre später in Dienst gestellt, als schon größere Triebwerke gebraucht wurden. Daher war die A-320 „hochbeiniger“ konstruiert und hat entsprechend genug Platz unter den Flügeln, damit die großen Treibwerke problemlos unter die Flügel passen.

Boeing müsste also eigentlich die 737 MAX einstampfen und ein komplett neues Model entwickeln, aber die Kosten wären gigantisch, der Imageverlust auch. Ob diese konsequente Entscheidung also getroffen wird, ist fraglich.
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