Jetzt ist es offiziell: Westliche Soldaten kämpfen bereits in der Ukraine
Nach der Erklärung des französischen Präsidenten Macron, er schließe die Entsendung westlicher Bodentruppen in die Ukraine nicht aus, haben die Reaktionen gezeigt, dass westliche Truppen bereits in der Ukraine gegen Russland kämpfen.
Die Erklärung des französischen Präsidenten Macron, er schließe die Entsendung westlicher Bodentruppen in die Ukraine nicht aus, hat viel Staub aufgewirbelt. Unter anderem hat das dazu geführt, dass im Westen eingestanden wurde, dass bereits westliche Truppen in der Ukraine gegen Russland kämpfen. So hat Kanzler Scholz seine Weigerung, Taurus-Raketen zu liefern, unter anderem damit begründet, dass mit den Taurus auch deutsche Soldaten in die Ukraine müssen, um die Raketen zu programmieren, was die Franzosen und Briten bei den von ihnen gelieferten Raketen bereits tun. Und auch das Büro des britischen Premierministers hat das bestätigt, als es erklärt hat, es wolle keine Truppen in die Ukraine schicken, die über die „geringe Anzahl von Truppen hinausgehen, die bereits im Land sind, um die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen“, wie Sie hier nachlesen können.
Soldaten aus dem Westen kämpfen in der Ukraine
Offensichtlich waren diese Erklärungen nicht eben durchdacht oder gar abgesprochen, denn nun wird die Kakophonie im Westen immer lauter. Obwohl das Büro des britischen Premierministers die Anwesenheit britischer Truppen in der Ukraine selbst bestätigt hat, ist man in London nun sauer auf Scholz wegen seiner Äußerung. Die Bild-Zeitung berichtet darüber unter der Überschrift „Briten sauer auf den Kanzler – Scholz soll Militär-Geheimnisse verraten haben – Es geht um Raketen in der Ukraine“ und behauptet, Scholz habe mit seiner Aussage Geheiminformationen verraten.
Nun, da kann ich die Bild beruhigen, denn wer den Anti-Spiegel liest, der weiß, dass diese Dinge nicht nur dem russischen Geheimdienst bekannt sind, sondern von russischen Analysten öffentlich diskutiert werden: Die meisten komplizierten Waffen, die der Westen geliefert hat, können von den Ukrainern nicht bedient werden und machen die Entsendung westlicher Soldaten in die Ukraine nötig. Und dass die Briten und Franzosen ihre an Kiew gelieferten Marschflugkörper nicht von irgendwelchen Söldnern programmieren lassen, sondern dafür eigene Soldaten benötigen, ist auch kein Geheimnis.
Daher steht zu vermuten, dass Macron mit seiner Erklärung zwei Ziele verfolgt hat: Erstens muss er die eigene Bevölkerung darauf vorbereiten, dass französische Soldaten früher oder später in so großer Zahl in Zinksärgen aus der Ukraine zurückkommen, dass sich das nicht mehr verheimlichen lässt, und zweitens wollte er sicherlich auch den medialen Boden dafür bereiten, die Zahl der in der Ukraine kämpfenden Soldaten zu erhöhen.
Schon am 27. Februar berichtete die Financial Times:
„Ein hochrangiger europäischer Verteidigungsbeamter sagte jedoch, Macrons Aussage ziele darauf ab, Abschreckung und Unklarheit gegenüber Russland zu schaffen, und fügte hinzu: „Jeder weiß, dass es westliche Spezialeinheiten in der Ukraine gibt – sie haben es nur nicht offiziell eingestanden.““
In Russland ist das wie gesagt kein Geheimnis. Die beiden russischen Prankster haben am Mittwoch einen weiteren Beleg geliefert. Sie haben mit dem US-Söldner Jason Freeman telefoniert, der dachte, er spreche mit dem ehemaligen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, doch in Wirklichkeit hatte er die russischen Prankster am Telefon. Freeman prahlte damit, dass er 21 russische Soldaten getötet habe, gab aber zu, dass seine gesamte Einheit in der Schlacht von Artjomowsk (ukrainisch Bachmut) vernichtet worden sei. Er beklagte sich auch über Probleme bei der Bezahlung und kritisierte die Inkompetenz der ukrainischen Streitkräfte. Freeman zufolge sind weiterhin CIA- und US-Spezialeinheiten in der Ukraine präsent und beraten die ukrainischen Streitkräfte an der Front.
Das Gespräch mit Freeman ist Teil einer ganzen Reihe von Telefonaten mit ausländischen Soldaten, die in der Ukraine kämpfen. Die Prankster haben die Telefonate am Mittwoch unter dem Titel „Unglücksritter“ veröffentlicht. Alle Söldner sagen offen, dass Spezialeinheiten aus dem Westen in der Ukraine aktiv sind.
Streit in Europa
Auch wenn allen führenden Politikern in Europa bekannt ist, dass Soldaten aus dem Westen in der Ukraine kämpfen, fühlen sich viele dabei offenbar nicht wohl. Bundeskanzler Scholz wird nicht müde, auszuschließen, dass europäische Länder Soldaten in die Ukraine schicken könnten, obwohl die schon dort sind. Dem schloss sich auch der tschechische Premierminister an, der sagte, es gebe in Europa eine einheitliche Meinung, keine Soldaten in die Ukraine zu schicken.
Von einhellig kann jedoch keine Rede sein, denn in Frankreich bleibt Macron bei seiner Aussage und nennt sie „abgewogen“:
„Das sind durchaus ernste Themen. Jedes Wort, das ich zu diesem Thema sage, ist abgewogen, durchdacht und überprüft.“
In Frankreich wird die Debatte um eine mögliche Entsendung französischer Truppen in die Ukraine durch das Trio bestehend aus Präsident Macron, Premierminister Attal und dessen früheren oder aktuellen Lebenspartner Außenminister Séjourné weiter angeheizt. Attal bezeichnete Russland als „direkte und unmittelbare Bedrohung für Frankreich“ und schloss der Aussage an, Frankreich solle die Entsendung von Soldaten in die Ukraine nicht ausschließen.
Während sich sogar die traditionell sehr anti-russischen Polen bisher gegen die Entsendung westlicher Bodentruppen in die Ukraine aussprechen, sind die Balten wieder in ihrem Größenwahn gefangen. Die estnische Premierministerin Kallas fand Macrons Vorschlag ganz toll und fand es „gut, dass wir alle Optionen diskutieren“.
Russland warnt vor Atomkrieg
In Russland sind die Reaktionen allerdings sehr deutlich. Ich habe die Antwort, die der russische Präsident Putin Macron in seiner Rede an die Nation gegeben hat, schon übersetzt. Putin fragte, ob man im Westen nicht begreife, „dass damit ein realer Konflikt mit dem Einsatz von Atomwaffen und damit die Zerstörung der Zivilisation droht“ und stellte fest, dass die Entscheidungsträger im Westen „keine harten Prüfungen erlebt haben“ und „schon vergessen haben, was Krieg ist“. Für die westlichen Politiker scheint das laut Putin eine Art Spiel zu sein, weil sie den Ernst der Lage nicht erkennen und sich nicht vorstellen können, was ein Krieg bedeutet. Putin fügte hinzu:
„Die denken, dass das alles nur irgendwelche Comic-Filme sind“
Da kann man Putin angesichts der verantwortungslosen Erklärungen, die wir auch von deutschen Politikern immer wieder hören, nicht wirklich widersprechen.
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