In den letzten Tagen gab es eine Reihe von Meldungen, die für mich in die Kategorie „unglaublich, aber wahr“ gehören, weshalb ich heute eine kleine Artikelserie mit den Meldungen veröffentliche. Bei dieser Meldung habe ich extra tagelang gewartet, bevor ich darüber einen Artikel schreibe, denn ich wollte sehen, ob deutsche Medien darüber berichten. Das haben sie nicht getan, also tue ich es.

Am 22. Juni hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einem Interview mitgeteilt, dass Waffen, die der Westen an die Ukraine geliefert hat, bereits in der Nähe der israelischen Grenzen auftauchen.

Dass Kiew die vom Westen gelieferten Waffen entweder nicht unter Kontrolle hat, oder sie selbst auf dem Schwarzmarkt verkauft, ist nicht neu, denn vom Westen in die Ukraine gelieferte Waffen sind inzwischen in fast allen Krisenherden dieser Welt aufgetaucht. Laut Netanjahu ist das einer der Gründe, warum Israel der Ukraine keine Waffen liefert, denn die Waffen könnten danach gegen Israel eingesetzt werden.

Auf die Frage nach der Position seiner Regierung zur Lage in der Ukraine betonte Netanjahu, dass „Israel sich in einer besonderen Position befindet, die sich von der Position Polens, Deutschlands oder anderer westlicher Länder, die die Ukraine unterstützen, unterscheidet“, denn „erstens haben wir eine nahe Militärgrenze zu Russland. Unsere Piloten fliegen neben russischen Piloten im Luftraum über Syrien. Und ich denke, es ist wichtig, dass wir unsere Handlungsfreiheit gegen die Versuche des Irans, an unserer Nordgrenze militärisch Fuß zu fassen, bewahren“, sagte er.

Und dann kam er zu den westlichen Waffen für die Ukraine: „Zweitens“, so der Ministerpräsident weiter, „sind wir auch besorgt, dass jegliche [Waffen-]Systeme, die wir der Ukraine zur Verfügung stellen, gegen uns verwendet werden könnten, weil sie in iranische Hände fallen und gegen uns eingesetzt werden könnten. Übrigens ist das keine theoretische Möglichkeit. Das ist bereits in der Praxis mit den westlichen Panzerabwehrwaffen geschehen, die wir jetzt in der Nähe unserer Grenzen finden. Wir müssen hier also sehr vorsichtig sein.“

Aber die deutschen Medien sind nicht der Meinung, dass deutsche Leser erfahren sollten, dass niemand so genau weiß, wo die an Kiew gelieferten Waffen am Ende landen.