Über die russischen Pranker Vovan und Lexus habe ich schon oft berichtet, vor einigen Wochen habe ich sie auch für Anti-Spiegel-TV interviewt, das Interview finden Sie hier. Die beiden haben sich auf Telefonstreiche spezialisiert, bei denen sie unter falschem Namen berühmte Personen anrufen. Diese Telefonate sind oft sehr aufschlussreich, denn wenn zum Beispiel EZB-Chefin Lagarde glaubt, sie spreche mit dem ukrainischen Präsidenten Selensky, dann wird offen über das gesprochen, was normalerweise nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

Vor einiger Zeit haben Vovan und Lexus auch mit dem Kinderbuchautor Robert Habeck telefoniert, der derzeit den deutschen Wirtschaftsminister spielen darf. Ich war darüber schon im Vorwege informiert, weil die Jungs mich – als die Zeit drängte – mehrmals gebeten haben, einige der Mails zu übersetzen, in denen das Gespräch vorbereitet wurde.

Nach dem Telefonat waren die Jungs ein wenig enttäuscht, denn bei dem Telefonat gab es Probleme mit der Verbindung und das Gespräch war daher recht kurz. Nun haben sie es veröffentlicht und ich muss sagen, ich bin kein bisschen enttäuscht, denn auch wenn das Gespräch nur etwa fünf Minuten dauert, war es doch hochinteressant.

Das Getreideabkommen

Da Habeck angeblich mit einem afrikanischen Politiker sprach, war eines der Themen das Getreideabkommen, das für die afrikanischen Staaten sehr wichtig war.

Mit dem im Sommer 2022 abgeschlossenen Getreideabkommen sollte offiziell ukrainisches und russisches Getreide in die bedürftigen afrikanischen Länder exportiert werden. Das Narrativ war im Sommer 2022, dass die ärmsten Staaten der Welt das ukrainische Getreide zur Bekämpfung des Hungers brauchten, dass aber das böse Russland angeblich den Export des ukrainischen Getreides blockierte. Russland setzte angeblich den Hunger als Waffe ein, so westliche Politiker und Medien.

Als das Abkommen abgeschlossen war, erwies es sich schnell als Farce, denn es gingen nur etwa drei Prozent des ukrainischen Getreides an vom Hunger bedrohte Länder, während der größte Teil in die EU gegangen ist, wie man auf der entsprechenden Seite der UNO erfahren kann.

In dem Abkommen ging es nicht nur um ukrainisches Getreide, das Abkommen sollte auch den problemlosen Export von russischem Getreide und Düngemitteln ermöglichen, der durch die westlichen Sanktionen gegen russische Banken, Versicherungen und Logistikunternehmen behindert wird. Die UNO fordert seitdem die Aufhebung der Sanktionen, die den Export von russischem Getreide und Düngemitteln behindern, was der Westen aber ablehnt.

Da der Westen seinen Teil des Getreideabkommens damit nicht erfüllt hat, ist Russland im Juli 2023 aus dem Getreideabkommen ausgestiegen. Die westlichen Medien haben daraufhin wieder behauptet, Russland setze den Hunger als Waffe ein, anstatt ihren Lesern die Wahrheit zu berichten.

Die Wahrheit ist nämlich, dass Russland aufgrund dieser vom Westen geschaffenen Probleme viele zehntausend Tonnen seines Getreides kostenlos an die bedürftigsten Länder vor allem in Afrika liefert, während die EU aus ihren vollen Getreidesilos keine kostenlosen Lieferungen nach Afrika schickt und sogar russische Düngemittel in ihren Häfen blockiert, die Russland ebenfalls umsonst an notleidende Länder Afrikas abgeben will.

Warum Habeck international nicht ernst genommen wird

Der „afrikanische Politiker“, mit dem Habeck glaubte, zu telefonieren, hat dieses Thema natürlich angesprochen. Mit seinen Antworten hat Habeck gezeigt, warum Deutschland und die EU international nicht ernst genommen werden können, denn er ist auf die Fragen des „Afrikaners“ gar nicht eingegangen, wie Sie in dem Telefonat, das ich am Ende des Artikels verlinkt habe, sehen können.

Der „Afrikaner“ fragte Habeck nach dem Abkommen, woraufhin Habeck erklärte, die EU versuche das ukrainische Getreide mit der Bahn zu exportieren. Über russisches Getreide und Düngemittel, die in Afrika dringend gebraucht werden, verliert Habeck kein Wort. Stattdessen behauptet er, Putin wolle die Afrikaner als „Geiseln“ nehmen und forderte von Afrika allen Ernstes ein klares Signal an Putin, anstatt auf das russische Getreide einzugehen, dessen Export der Westen mit seinen Sanktionen erschwert, das aufgrund seiner größeren Mengen für Afrika aber viel wichtiger ist als das ukrainische Getreide.

Danach sprach der „Afrikaner“ das Problem an, dass der größte Teil des im Rahmen des Getreideabkommens exportierten ukrainischen Getreides nicht nach Afrika, sondern in die EU gegangen ist, und er fragte, ob Habeck die Initiative des UNO-Generalsekretärs unterstützt, ein neues Getreideabkommen abzuschließen, das auch Russlands Forderungen nach Aufhebung der Sanktionen beinhaltet, die den Export russischen Getreides und Düngemittel behindern.

Darauf geht Habeck gar nicht ein, sondern antwortete, dass Putin Afrika zwischen dem Westen einerseits und Russland und China andererseits spalten wolle. Da müsse Afrika ein Machtwort sprechen, denn Druck sei die einzige Sprache, die Putin verstehe, so der Bundeskinderbuchautor.

Daraufhin versuchte der „Afrikaner“ es noch einmal und sagte, die Ukraine „hasse“ den Passus, die Sanktionen gegen russische Banken aufzuheben und was Habecks Standpunkt dazu wäre, zumal ja nun noch ein weiterer Konflikt eskaliere. Damit war nicht Gaza gemeint, denn als das Gespräch vor einigen Monaten geführt wurde, war der Putsch in Niger und das mögliche militärische Eingreifen der ECOWAS das Thema, das Afrika beunruhigt hat.

Wieder ignorierte Habeck die Frage und erzählte stattdessen, dass die Situation auf dem Schlachtfeld in der Ukraine schwierig sei, dass die EU der Ukraine aber helfen wolle, ihr Getreide zu exportieren.

Danach ging es in dem Gespräch noch kurz um Erdgas, aber wegen der Verbindungsprobleme war das leider schon alles.

Der kollektive Westen hat den globalen Süden verloren

Dieses Gespräch war keine Satire. So sprechen Habeck und andere westliche Politiker mit den Vertretern des globalen Südens. Sie ignorieren deren Probleme und klopfen stattdessen die gleichen Phrasen, die wir ohnehin in den Medien lesen. Und dann wundern sie sich, dass man den Westen im globalen Süden nicht mehr allzu ernst nimmt, sondern die Forderungen aus dem Westen rundweg ignoriert, wie der G20-Gipfel in Indien und andere Gipfel der vergangenen Monate gezeigt haben.

Kein afrikanisches Land hat sich der anti-russischen Politik angeschlossen und wenn man dieses Gespräch anhört, dann versteht man auch warum. Die Vertreter des Westens fordern von den Afrikanern, sie sollten hungern und den Westen dabei unterstützen, russische Exporte von Getreide und Düngemittel nach Afrika zu behindern, die Afrika so dringend braucht. Anstatt den Hunger in Afrika zu bekämpfen, sollen die Afrikaner sich an die Seite des Westens und gegen Putin stellen, der ihnen Getreide und Düngemittel sogar kostenlos liefert, wenn die westlichen Sanktionen gegen russische Banken die Afrikaner daran hindern, dafür zu bezahlen.

Wer kann solche ideologisch verbrämten Politiker, wie Habeck & Co., die nicht einmal versuchen, die Probleme ihrer Gesprächspartner zu verstehen, ernst nehmen?

Hier verlinke ich das Telefonat, damit Sie es selbst „genießen“ können.