Greifen die USA den Iran an?
Im Iran finden landesweite Proteste statt. Der Iran wirft Staaten des Westens vor, hinter den Unruhen zu stecken. Die USA drohen dem Iran mit militärischem Eingreifen, um die Protestler zu unterstützen. Und es mehren sich die Anzeichen, dass ein US-Angriff unmittelbar bevorsteht.
Im Iran gibt es mal wieder schwere Proteste, die sich Ende Dezember an der Abwertung der Landeswährung entzündet haben. Der Iran wirft dem Westen vor, hinter den Unruhen zu stecken, während die USA dem Iran wegen angeblicher Polizeigewalt mit militärischem Eingreifen drohen. In diesem Artikel schauen wir uns all das einmal näher an und werden einiges sehen, was deutsche Medien verschweigen.
Die Proteste und die Gewalt
In deutschen Medien sehen wir derzeit täglich viele Artikel, die dem Iran Polizeigewalt vorwerfen und von tausenden toten Zivilisten sprechen. Allerdings muss man bei diesen Angaben vorsichtig sein, denn die Angaben kommen von Organisationen, die von der US-Regierung finanziert werden und offen für den Sturz der iranischen Regierung kämpfen, wie ich schon bei den Protesten im Iran von 2022 aufgezeigt habe, als sie ebenfalls vollkommen übertriebene Horrormeldungen verbreitet haben.
Das ist das bekannte Schema der vom Westen orchestrierten und finanzierten Farbrevolutionen: NGOs mit sympathisch klingenden Namen heizen Unruhen in einem Land an, beklagen Polizeigewalt und melden vollkommen übertriebene Opferzahlen. Westliche Medien übernehmen deren Meldungen, stellen sie als Fakten dar und befeuern so den vom Westen gewollten Umsturz in einem Land.
Natürlich haben die Iraner aufgrund der Armut im Land allen Grund, zu protestieren, und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die iranische Regierung im Land nicht eben beliebt ist, aber das ändert nichts daran, dass die heftigen Proteste, die wir im Iran alle paar Jahre sehen, vom Westen mindestens befeuert, wahrscheinlich sogar komplett orchestriert werden.
Ein „Markenzeichen“ solcher Proteste, an das viele sich noch vom Maidan erinnern, ist es, dass die Organisatoren der Proteste die Gewalt anheizen, indem sie sowohl auf Demonstranten als auch auf Polizisten schießen. Das ist nun auch im Iran wieder passiert.
Am 9. Januar warnte der Chef der iranischen Polizei beispielsweise, Frauen und Kinder sollten die Orte der Proteste meiden, weil unter den Demonstranten Leute seien, Protestler mit Messern und sogar mit selbstgebauten Granaten angreifen.
Der Grund für die Warnung waren die Ereignisse vom 8. Januar, als mindestens elf Zivilisten, darunter ein Kind, und mehrere Polizisten, darunter der Staatsanwalt von Esfarayen, bei Ausschreitungen getötet wurden. Teherans Bürgermeister berichtete, dass Randalierer in der Hauptstadt 25 Moscheen in Brand gesteckt und 26 Banken, drei medizinische Zentren, zehn Regierungsgebäude, 48 Feuerwehrwagen, 42 Busse und Krankenwagen sowie 24 Wohnhäuser beschädigt hätten.
Und am 9. Januar feuerten Unbekannte von Hausdächern aus auf Passanten und Demonstranten, wobei sowohl militärische als auch Jagdgewehre und Brandsätze eingesetzt wurden.
Das waren nur einige Beispiele, die zeigen, dass die Demonstranten im Iran bei weitem nicht so friedlich sind, wie das in westlichen Medien dargestellt wird. Gewisse Kräfte haben ganz offensichtlich das Ziel, die Lage weiter zu eskalieren. Und das ist sicher nicht die Polizei, die vor allem will, dass im Land wieder Ruhe einkehrt.
Einmischung aus dem Westen
Der Iran wirft dem Westen vor, hinter den Unruhen zu stecken. Am 12. Januar hat das iranische Außenministerium die Botschafter Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs und Italiens vorgeladen und sie aufgefordert, die Unterstützung der Protestler einzustellen. Am gleichen Tag begründete die iranische Regierung die Abschaltung des Internets im Land damit, dass die Organisatoren der Unruhen „Befehle aus dem Ausland“ bekommen und daraufhin Terroranschläge durchgeführt hätten.
Einen Tag später warf der Iran den USA und Israel vor, IS-Terroristen in den Iran geschleust zu haben, die bei den Unruhen Teilnehmer getötet haben, um die Stimmung aufzuheizen. Am gleichen Tag meldete der Iran die Festnahme von 297 Menschen, die randaliert und gebrandschatzt und gegen die Polizei Gewalt angewendet hätten.
In der Nacht zum 15. Januar meldete die iranische Regierung, die Lage im Land habe sich wieder entspannt und sei unter Kontrolle.
Über die Zahl der Toten könne der Iran bisher keine Angaben machen, berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf eine Quelle in der iranischen Regierung, die die TASS wie folgt zitierte:
„Die Opfer lassen sich derzeit in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe umfasst getötete Sicherheitskräfte, die zweite zufällig zu Schaden gekommene Zivilisten und die dritte besteht ausschließlich aus bewaffneten Terroristen.“
Laut der Quelle tragen iranische Polizisten niemals Stichwaffen, daher gingen alle entsprechenden Verletzungen ausschließlich auf Randalierer zurück. Außerdem sei eine große Zahl an Polizisten getötet oder verletzt worden, aber auch zu deren Zahl hat der Iran bisher keine Angaben gemacht.
Die Anzeichen für einen bevorstehenden US-Angriff
Obwohl sich die Lage im Iran offenbar entspannt, scheinen die USA einen Angriff zu planen, obwohl Saudi-Arabien, Katar und der Oman die USA laut US-Medien von einem Angriff abbringen wollen.
Der Iran warnte seinerseits alle Länder der Region, er werde im Falle eines US-Angriffs die US-Basen in den Ländern angreifen.
Ein klares Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff ist es immer, wenn Länder plötzlich beginnen, Botschaftspersonal abzuziehen und Zivilflugzeuge anweisen, den Luftraum eines Landes zu meiden. Und genau das begann am 14. Januar.
Am 14. Januar berichtete Reuters, dass einige Armeeangehörige im US-Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid in Katar angewiesen wurden, die Einrichtung bis zum Abend zu verlassen. Es soll sich demnach um einen Standortwechsel handeln und nicht um eine angeordnete Evakuierung. Beim letzten Angriff der USA auf den Iran hatte der Iran diesen US-Luftwaffenstützpunkt mit Raketen angegriffen.
Am Abend des 14. Januar gab die deutsche Luftfahrtaufsicht die Warnung heraus, den iranischen Luftraum wegen möglicher Gefahren für zivile Flugzeuge zu meiden. Etwas später schloss der Iran seinen Luftraum für aus dem Irak kommende Flugzeuge, woraufhin indische Airlines bekannt gaben, den iranischen Luftraum nun zu meiden. Weitere Airlines dürften dem Beispiel folgen.
In der Nacht meldeten britische Medien, dass Großbritannien einen Teil seiner Diplomaten aus dem Iran evakuiert habe. Außerdem riet das britische Außenministerium von Reisen nach Israel ab.
Kommentare werden geladen...