Donald Trump ist offenbar ein Fan von Atomwaffen und träumt davon, wieder welche zu testen. Schon 2020, im letzten Jahr seiner ersten Amtszeit, hat seine Regierung laut über die Wiederaufnahme von Atomtests nachgedacht und das damit begründet, Russland führe angeblich solche Tests durch, was jedoch gelogen war, wie jeder weiß. Ich habe seinerzeit im April und Mai 2020 über die Erklärungen der damaligen Trump-Regierung berichtet.

Nun folgt Trump wieder dem gleichen Muster. Am Donnerstag hat er darüber auf Truth Social geschrieben und natürlich wieder andere Länder beschuldigt, Atomtests durchzuführen, was heute nicht wahrer ist, als 2020. Trump schrieb am Donnerstag:

„Die USA haben mehr Atomwaffen als jedes andere Land. Das wurde, einschließlich einer umfassenden Modernisierung und Erneuerung der bestehenden Waffensysteme, während meiner ersten Amtszeit erreicht. Aufgrund der enormen Zerstörungskraft habe ich es GEHASST, das zu tun, aber ich hatte keine Wahl! Russland liegt an zweiter Stelle, China mit großem Abstand an dritter, wird aber innerhalb von fünf Jahren gleichauf liegen. Wegen der Atomwaffentests anderer Länder habe ich das Kriegsministerium angewiesen, unsere Atomwaffen auf gleicher Basis zu testen. Dieser Prozess beginnt unverzüglich. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! PRÄSIDENT DONALD J. TRUMP“

Trumps Lügen

Gehen wir kurz durch, welche offensichtlichen Lügen Trump hier verbreitet. Schon seine erste Behauptung, die USA hätten „mehr Atomwaffen als jedes andere Land“, ist unwahr. Tatsächlich hat Russland mindestens 600 Atomwaffen mehr als die USA.

Auch dass Trump die US-Atomwaffen während seiner ersten Amtszeit umfassend modernisiert und erneuert haben will, ist mindestens übertrieben, wenn nicht gelogen. Das US-Atomwaffenarsenal ist veraltet und für deren Erneuerung sind in den Pentagon-Budgets seit Jahre viele Milliarden Dollar vorgesehen. Der Prozess dauert also an und ist keineswegs abgeschlossen

Auch dass China bei den Atomwaffen in fünf Jahren mit Russland und den USA gleichziehen könnte, ist reine Fantasie. China baut sein Atomwaffenarsenal zwar aus, aber es ist nicht in der Lage, in den nächsten Jahren mit den beiden führenden Ländern gleichzuziehen. Dazu müsste China sein Arsenal etwa versiebenfachen, denn nach aktuellen Schätzungen verfügt China derzeit über etwa 600 Sprengköpfe, während die USA etwa 3.700 und Russland je nach Schätzung zwischen 4.300 und 4.500 Atomsprengköpfe hat. Nach bisherigen Schätzungen könnte China in zehn Jahren auf etwa 1.500 Sprengköpfe kommen.

Was meinte Trump?

Nun fragt sich die ganze Welt mal wieder, was Trump gemeint haben könnte, als er behauptete, „andere Länder“ würden Atomwaffentests durchführen. Die Aussage ist gelogen, weil unterirdische Atomtests Erdbeben auslösen, die auf der ganzen Welt gemessen werden können. Es kann also kein Land der Welt heimlich Atomwaffen testen. Und hätte ein Land in den letzten Jahren einen Atomtest durchgeführt, hätte das sehr große Schlagzeilen gemacht.

Westliche Experten meinen nun, Trump habe möglicherweise nicht Atomsprengköpfe gemeint, sondern Trägersysteme für Atomsprengköpfe. Da könnten die USA tatsächlich vorne liegen und Russland hat in letzter Zeit ja tatsächlich einige neue Träger für Atomwaffen getestet.

Allerdings tun das auch die USA, wenn sie neue atomwaffenfähige Trägersysteme wie Bomber und Raketen testen, oder eine ihrer alten, im Dienst stehenden Raketen starten, um zu überprüfen, ob die nach teilweise 50 Jahren in Raketensilos noch funktionsfähig sind. Das tun die USA recht regelmäßig. Der letzte solche Test fand im Mai 2025 statt.

Wir werden sehen, ob die USA demnächst tatsächlich wieder Atomtests durchführen, denn geheim halten lässt sich das nicht. Allerdings heißt es in westlichen Medien, die Vorbereitungen dafür würden Jahre erfordern, weil das Testgelände der USA seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt worden und in keinem guten Zustand sei.

Russland hat auf Trumps Erklärung geantwortet, dass es die Tests von Atomwaffen ebenfalls wieder aufnehmen werde, sollten die USA wieder Atombomben testen.

Spiegel-Propaganda zum Schluss

Wie immer ist es amüsant, was Spiegel-Leser dazu erfahren. Grundsätzlich waren die Spiegel-Artikel zu dem Thema recht brauchbar, aber ohne anti-russische Propaganda ging es beim Spiegel natürlich nicht. So lautete eine Zwischenüberschrift in einem Spiegel-Artikel (Screenshot siehe unten):

„Kreml will keine Atomtests gemacht haben“

Damit soll dem Spiegel-Leser suggeriert werden, dass Russland ja vielleicht doch Atomwaffen getestet hat, aber nur behauptet, es habe keine Tests durchgeführt. Schließlich wissen ja nur die wenigsten Spiegel-Leser, dass man Atomwaffen nicht heimlich testen kann. Anstatt seine Leser zu informieren, nutzt er deren Unwissenheit für unterschwellige Propaganda und Desinformation aus.

Wäre der Spiegel tatsächlich ein Nachrichtenmagazin, in dem Journalisten arbeiten, hätte die Teilüberschrift beispielsweise lauten müssen „Russland hat keine Atomtests gemacht“. Aber der Spiegel ist bekanntlich eine Propaganda-Schleuder, und kein Nachrichtenmagazin.