Westliche Medien und Politiker behaupten, der Westen befände sich nicht im Krieg mit Russland. Das ist Irreführung der Öffentlichkeit, wie ich in einer zweiteiligen Artikelserie aufzeigen werde. Im diesem ersten Teil zeige ich, wie sehr der Westen bereits in den Krieg mit Russland verstrickt ist und im zweiten Teil zeige ich, wie die westliche Öffentlichkeit darauf vorbereitet wird, diese Tatsache zu akzeptieren, denn dass der Westen im Krieg mit Russland ist, lässt sich nicht mehr verheimlichen.

Das Scheitern des Westens

Dass der Westen im Krieg mit Russland ist, ist eine Tatsache. Die Versuche des US-geführten Westens, die Ukraine trotz aller Warnungen aus Russland vor dieser roten Linie in die NATO zu ziehen, sind am 24. Februar 2022 gescheitert, als Russland keine andere Wahl mehr gesehen hat, als seine nationale Sicherheit mit Gewalt zu schützen. Der US-geführte Westen konnte oder wollte keinen Schritt zurück machen und ist daher „all in“ gegangen, wie man beim Poker sagen würde.

Der Westen hat den Krieg gegen Russland begonnen, indem er zunächst – außer der Entsendung eigener Soldaten – alle Mittel gegen Russland eingesetzt hat, die man einsetzen kann: Die härtesten Wirtschaftssanktionen der Geschichte (Wirtschaftskrieg), eine diplomatische Offensive mit dem Ziel, Russland international zu isolieren und eine anti-russische Propagandakampagne, die so weit ging, dass beispielsweise Facebook offene Gewaltaufrufe gegen Russen nicht mehr als Hassrede eingestuft hat.

Bekanntlich ist die Strategie des US-geführten Westens gescheitert. Der Versuch, Russlands Wirtschaft mit den Sanktionen zu zerschlagen, hat sich ins Gegenteil verkehrt und Europa leidet mehr unter den eigenen Sanktionen als Russland. Der Westen ist international isoliert, der globale Süden wendet sich immer mehr vom Westen ab, weil man dort die Genese des Ukraine-Konfliktes versteht und die Schuld des US-geführten Westens an der Eskalation sieht. Das Verhalten des Westens gegenüber dem Völkermord, den Israel in Gaza durchführt, hat den Prozess noch verstärkt.

Als seine Strategie zu scheitern begann, hat der Westen begonnen, der Ukraine Waffen im Wert von ungezählten Milliarden zu liefern. Außerdem bildet der Westen ukrainische Soldaten aus, liefert der Ukraine Geheimdienstinformationen über russische Ziele, ist an der Ausarbeitung ukrainischer Offensiven beteiligt und so weiter. All das macht den Westen aus völkerrechtlicher Sicht zur Kriegspartei gegen Russland.

Der Westen ist im Krieg gegen Russland

Offiziell hat der Westen bisher keine Soldaten in die Ukraine geschickt, aber es war lange ein offenes Geheimnis, dass westliche Soldaten in der Ukraine gegen Russland kämpfen, indem sie westliche Waffen bedienen oder sogar an der Front aktiv sind, wobei diese Soldaten offiziell als Söldner bezeichnet werden, um die westliche Kriegsbeteiligung zu vertuschen.

Inzwischen ist es jedoch kein Geheimnis mehr, dass Soldaten aus NATO-Ländern in der Ukraine gegen Russland kämpfen. Das wurde im Westen längst offen gesagt, wie ich anhand einiger Beispiele zeigen will,

Am 28. Februar berichtete die Times, dass der Chef der britischen Streitkräfte der Ukraine bei der Erstellung von „Schlachtplänen“ und bei der „Strategie zur Zerstörung russischer Schiffe und zur Öffnung des Schwarzen Meeres“ geholfen habe. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin kommentierte das wie folgt:

„Es ist überhaupt kein Geheimnis, dass die Briten verschiedene Formen der Unterstützung bieten … Leute vor Ort, Geheimdienst und so weiter und so fort. Das heißt, sie sind tatsächlich direkt in diesen Konflikt involviert.“

Am 1. März wurde das Telefonat der Führung der deutschen Luftwaffe mit den Angriffsplänen auf die Krimbrücke öffentlich, in dem die deutschen Generäle auch ganz offen darüber gesprochen haben, dass zumindest britische Soldaten am Krieg gegen Russland beteiligt sind, weil sie die Angriffsziele in ihre an die Ukraine gelieferten Strom Shadow-Marschflugkörper einprogrammieren.

Am 10. März sagte der polnische Außenminister Sikorski, dass NATO-Soldaten bereits in der Ukraine aktiv sind.

Am 18. März berichtete die spanische Zeitung El País, dass aktive und ehemalige Soldaten aus NATO-Staaten seit Langem in der Ukraine aktiv sind und den Einsatz der vom Westen gelieferten Waffen beaufsichtigen. Die US-geführte NATO sei neben aktiven Kampfhandlungen „in praktisch jeden möglichen Aspekt“ der Feindseligkeiten involviert. Dazu gehören die Lieferung von Waffen, die Bereitstellung von Zielinformationen und die Ausbildung ukrainischer Soldaten in der Ukraine. Aus westlichen Streitkräften ausgeschiedene Soldaten, die sich den ukrainischen Streitkräften als „Freiwillige“ angeschlossen haben, dienen laut El País auch als Agenten für ihre Heimatländer. Sie stellen „Wissen über die Situation an der Front zur Verfügung, um die Wirksamkeit der gelieferten Waffen und mögliche Probleme bei ihrer Verwendung zu ermitteln“, so die Zeitung. Die Anwesenheit aktiver und ehemaliger NATO-Truppen sei von offizieller Seite stillschweigend zugegeben worden, berichtete El País außerdem.

Das Schweigen der deutschen Medien

Das waren nur Beispiele, aber sie zeigen, dass der Westen längst im Krieg mit Russland ist, was in Russland schon länger offen gesagt wird, im Westen aber bisher bestritten wurde. Inzwischen gibt man es aber auch im Westen zu, auch wenn die deutschen Medien das bisher noch verschämt verschweigen.

Es ist immer wieder faszinierend, wie gut die deutschen Medien ihre Leser und Zuschauer dumm und uninformiert halten. Die Idee eines Krieges gegen Russland ist in Deutschland – höflich ausgedrückt – höchst unpopulär. Deutsche Journalisten geben sich zwar alle Mühe, in Kommentaren und Kolumnen Stimmung zu machen und jeden als „zu zögerlich“ zu diskreditieren, der sich beispielsweise gegen die Lieferung der Taurus-Raketen ausspricht, aber der gewollte Erfolg, den Deutschen eine Kriegsbeteiligung gegen Russland schmackhaft zu machen, will sich nicht einstellen.

Die aktuelle Bundesregierung ist die unbeliebteste Bundesregierung der deutschen Geschichte und die Kanzler-Partei SPD ist in den Umfragen im Sturzflug. Trotzdem macht die SPD in aktuellen Umfragen wieder ein wenig Boden gut, weil sich Kanzler Scholz offiziell gegen die Lieferung der Taurus an die Ukraine stellt, während die Parteien, die für die Lieferung sind, an Beliebtheit verlieren.

Da ein Krieg gegen Russland in Deutschland so unpopulär ist, dass derzeit sogar die Partei des äußerst unbeliebten Kanzlers ein wenig Boden gut machen kann, verschweigen die deutschen Medien ihren Lesern und Zuschauern konsequent alle Meldungen über die Kriegsbeteiligung des Westens. Die oben genannten Beispiele sind ja keine russische Propaganda, es sind Meldungen renommierter westlicher Medien wie Times, El País und so weiter.

Trotzdem haben deutsche Medien darüber nicht berichtet. Wer beispielsweise bei Google unter dem Suchbegriff „Sikorski“ danach sucht, dass der polnische Außenminister schon vor zehn Tagen offen gesagt hat, dass NATO-Soldaten bereits in der Ukraine aktiv sind, der findet in den deutschen Mainstream-Medien keine Meldungen darüber. Darüber haben lediglich einige wenige, nicht zum Mainstream gehörende Medien wie der Anti-Spiegel, die Berliner Zeitung oder in der EU zensierte russische Medien wie RT-DE berichtet.

Die deutschen Mainstream-Medien haben lediglich berichtet, dass Sikorski den Vorschlag von Macron unterstützt, die Entsendung von europäischen Truppen in die Ukraine nicht auszuschließen, aber dass Sikorski auch gesagt hat, dass NATO-Soldaten bereits in der Ukraine aktiv sind, wissen die Konsumenten der deutschen Mainstream-Medien bis heute nicht.