Über die lächerliche „Berichterstattung“ des Spiegel, der den Russland-Afrika-Gipfel als „krachend gescheitert“ bezeichnet hat, habe ich schon berichtet. Das konnte der Spiegel seinen Lesern gegenüber nur deshalb behaupten, weil er zwei Zitate aus dem Zusammenhang gerissen, aber alle anderen Erklärungen des Gipfels verheimlicht und auf dieser Basis seinen Artikel verfasst hat.

Tatsächlich war der Gipfel für Russland ein voller Erfolg, wie sowohl die vielen Kurzmeldungen, die ich dazu veröffentlicht habe, schon gezeigt haben, und wie auch die Gipfelerklärung gezeigt hat.

Da die deutschen Medien praktisch alles verheimlicht haben, was auf dem Gipfel gesagt wurde, habe ich einen Bericht des russischen Fernsehens darüber übersetzt, der fast ausschließlich aus Zitaten der Teilnehmer besteht. Sie werden überrascht sein, was die afrikanischen Staatschefs dort alles gesagt haben, weil es zeigt, wie man auf dem afrikanischen Kontinent über den Westen denkt, dem man Neokolonialismus vorwirft, was deutsche Medien natürlich verschweigen, denn sie behaupten ja, der Westen wäre in der Welt immer noch beliebt und gelte als Vorbild für die „unentwickelten“ Länder.

Beginn der Übersetzung:

Vertreter fast aller Länder des afrikanischen Kontinents haben am Russland-Afrika-Gipfel in St. Petersburg teilgenommen. Nach Ansicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin zeigt das den Wunsch Russlands und der afrikanischen Länder, die für beide Seiten vorteilhaften Beziehungen und Kontakte zu erweitern und zu vertiefen.

Bei der Zusammenfassung der Ergebnisse des Russland-Afrika-Gipfels stellte der russische Staatschef fest, dass die afrikanischen Staaten nach für beide Seiten vorteilhaften Projekten mit unserem Land suchen und es daher im Interesse Russlands ist, die Beziehungen zu ihnen auszubauen. Der Gipfel war ein weiterer Beweis dafür, dass solche Projekte gefunden und erfolgreich entwickelt werden.

Dabei haben Russland und seine Partner sowohl bei den Plenarsitzungen, den bilateralen Treffen als auch in der Abschlusserklärung wiederholt betont, dass sie für eine neue, multipolare und gerechte Weltordnung eintreten. Und sie lehnen sowohl die Sanktionen, zu denen der Westen so gerne greift, die sogenannte regelbasierte Weltordnung, von der er ständig spricht und deren Regeln er selbst ständig verändert, kategorisch ab, wie der Bericht unserer Korrespondenten zeigt.

Wer hätte gedacht, dass das glanzvolle St. Petersburg, das von seinem Gründer als Fenster nach Europa konzipiert wurde, ohne Übertreibung zu einem Tor nach Afrika werden würde. Die Bewohner des fernen südlichen Kontinents erkunden die nördliche Hauptstadt Russland und ihre Schätze mit einem obligatorischen Besuch in der Eremitage. Fast fünfzig Staatsoberhäupter und Vertreter von Staaten sind nach Russland geflogen.

Das geheimnisvolle Afrika, das seit Jahrhunderten Wissenschaftler und Reisende anlockt, ist zur Zusammenarbeit mit Russland bereit. Auf der Bühne für das gemeinsame Foto mit dem russischen Präsidenten sind Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen, sich zu verschiedenen Religionen bekennen, und sogar ihre offiziellen Anzüge unterscheiden sich auffallend.

Aber Wladimir Putin betont während des gesamten Gipfels, dass sich in St. Petersburg Freunde und Gleichgesinnte versammelt haben. Sie sprechen über die Rolle Afrikas in der modernen Welt und darüber, wie Russland dem Kontinent helfen kann, seinen rechtmäßigen Platz im System der internationalen Beziehungen einzunehmen, zumal unser Land bereits über entsprechende Erfahrungen verfügt, wie Wladimir Putin sagte:

„Jahrzehntelang haben wir den heftigen Widerstand der afrikanischen Länder gegen das koloniale Joch konsequent unterstützt. Leider sind einige Erscheinungsformen des Kolonialismus bis heute nicht ausgerottet worden und werden von den ehemaligen Kolonialmächten immer noch praktiziert, insbesondere im wirtschaftlichen, medialen und humanitären Bereich. Russland gedenkt und ehrt das Andenken an die herausragenden Söhne Afrikas. Ich werde sie nennen, verehrte Freunde. Wir müssen uns an sie erinnern und dürfen sie nicht vergessen. Ich nenne die Namen von Patrice Lumumba, Gamal Abdel Nasser und Nelson Mandela“

Am Tisch sitzen Menschen mit einer Vielzahl von Lebenserfahrungen. Einige, wie der Präsident von Eritrea, regieren ihren Staat bereits seit seit der Unabhängigkeit vor 30 Jahren. Aber Ibrahim Traoré, der Übergangspräsident von Burkina Faso, ist erst seit September letzten Jahres an der Macht und seine Regierung hat es bereits geschafft, die französische Armee aus dem Land zu werfen. Er erklärte:

„Seit acht Jahren sind wir mit der barbarischsten und brutalsten Form des Kolonialismus, des Imperialismus, konfrontiert. Uns wird eine moderne Sklaverei aufgezwungen. Sieg für unsere Nationen. Vaterland oder Tod. Vielen Dank, Kameraden“

Putin erklärte dazu:

„Afrikas Kampf um seine Unabhängigkeit, Afrikas Kampf gegen die Apartheid wurde und wird nicht nur im Interesse Afrikas selbst geführt, sondern im Interesse der gesamten Menschheit“

Der Kontinent, der reich an Diamanten, Öl und Gas, seltenen Erden und exotischen Früchten ist, ist gezwungen, all diese Rohstoffe für fast umsonst an die reichen westlichen Länder zu verkaufen, wie der ugandische Präsident sagte:

„Wir bauen Kaffee an, aber Deutschland nicht, es verdient aber mehr Geld mit Kaffee als alle afrikanischen Länder zusammen. Ich würde das als eine moderne Form der Sklaverei bezeichnen. Die gesamte Wertschöpfung bleibt in Europa. Wir wollen Stahl verkaufen, nicht Erz, Batterien, nicht Lithium, Schokolade, nicht Kakao“

Darauf antwortete Putin:

„Die Sowjetunion und Russland sind nie davon ausgegangen, dass man nur Rohstoffe aus Afrika kaufen sollte. Wie viele Fabriken, Kraftwerke und Stahlwerke hat die Sowjetunion in Afrika gebaut. Wir sollten zu dieser Praxis zurückkehren“

Russland baut bereits ein Kernkraftwerk in Ägypten. Und es ist bereit, diese Technologien mit allen zu teilen, die das wünschen, wie der Leiter von „Rosatom“ Alexej Lichatschow sagte:

„Die Länder Nord- und Zentralafrikas sind sehr an der Entwicklung der Kernkraft und der damit verbundenen Technologien interessiert, und wir sprechen über kleine Kraftwerke, sowohl landgestützte als auch mobile schwimmende“

Russland verfügt auch über eigene Flugzeuge, Lokomotiven und Waggons, Waffen, Autos und andere Technologien.

Auf dem Messegelände geht es um die Dinge, die Russland Afrika schon jetzt anbieten kann. Zum Beispiel hervorragende Hubschrauber. Der Kontinent ist seit Jahrzehnten mit russischer Ausrüstung vertraut. Man weiß um ihre Zuverlässigkeit und Anspruchslosigkeit. Für Länder mit extrem heißen Wetterbedingungen sind sie die beste Option.

Und das Cockpit des Hubschraubers bleibt nie leer. Ein afrikanischer Popstar setzt sich ans Steuer und auch der Präsident von Simbabwe besuchte die Ausstellung. Er begutachtete einen Passagierhubschrauber mit VIP-Ausstattung. Und wie später bekannt wurde, hat er von der Russischen Föderation einen solchen Hubschrauber geschenkt bekommen.

Zwischen den zahlreichen Treffen hatten die afrikanischen Staats- und Regierungschefs Zeit, über Geschäfte zu sprechen. Eines der wichtigsten Treffen galt der Lösung der Ukraine-Krise. Vor mehr als einem Monat legte eine Gruppe afrikanischer Länder ihren Friedensplan vor, den Kiew sofort ablehnte, ohne ihn auch nur in Betracht zu ziehen.

Dazu sagte Putin bei dem Treffen:

„Die Kiewer Regierung hat den Rechtsrahmen geschaffen und der ukrainische Präsident hat sogar ein Dekret erlassen, das Verhandlungen verbietet. Wir haben uns nie geweigert zu verhandeln, wir haben immer öffentlich gesagt, dass wir bereit sind, einen Dialog anzubieten. Der Ball liegt ganz auf ihrer Seite. Aber ich möchte Sie daran erinnern, dass Kiew seine Autonomie und Unabhängigkeit nach dem Zusammenbruch der UdSSR auf der Grundlage seiner Unabhängigkeitserklärung erhalten hat. Und in dieser Erklärung wurde schwarz auf weiß festgehalten, dass die Ukraine ein neutraler Staat ist. Und das ist für uns von grundlegender Bedeutung. Warum der Westen begonnen hat, die Ukraine in die NATO zu ziehen, ist uns nicht ganz klar. Unserer Meinung nach stellt das eine grundlegende Bedrohung für unsere Sicherheit dar, denn das Vorrücken der Infrastruktur eines Militärblocks, der uns de facto feindlich gesinnt ist, in Richtung unserer Grenzen ist inakzeptabel“

Und wieder, wie auf allen internationalen Plattformen, erklärt der Präsident im Detail, warum Russland gezwungen war, die Militäroperation zu beginnen:

„Ich bin sicher, dass wir in voller Übereinstimmung mit der UN-Charta gehandelt haben. Aber unsere westlichen Partner haben vergessen, wie sie im Irak gehandelt haben, als sie die Staatlichkeit dieses Landes zerstört und schließlich Saddam Hussein liquidiert haben. Sie haben vergessen, wie sie in Libyen gehandelt haben, ohne jeden Beschluss des UN-Sicherheitsrats. Sie haben vergessen, dass sie die Situation im Sudan zerstört haben. Sie haben vergessen, dass sie in Syrien einmarschiert sind. Sie spucken auf die UN-Charta. Sie erinnern sich nur dann an das Völkerrecht, wenn sie der Meinung sind, dass man diese Instrumente gegen jemanden anderen einsetzen können – in diesem Fall gegen Russland. Das wird ihnen nicht gelingen, das ist zu primitiv. Wenn sie wollen, dass jemand die UN-Charta und andere Normen des Völkerrechts respektiert, dann sollen sie selbst daran arbeiten, diese Rechtsnormen zu erfüllen“

Aber unter dem Konflikt in Europa leidet auch das ferne Afrika, wie der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa sagte:

„Der andauernde Konflikt wirkt sich auf alle afrikanischen Länder äußerst negativ aus. Deshalb sind wir alle der Meinung, dass er durch Friedensverhandlungen und Dialog gelöst werden sollte“

An erster Stelle stehen die weltweit steigenden Lebensmittelpreise, die für viele der dicht besiedelten, aber nicht wohlhabenden Länder des Kontinents eine echte Bedrohung für die Stabilität darstellen. Das Getreideabkommen ist gescheitert, weil der Westen seine Bedingungen nicht erfüllt hat. Aber den Bedürftigsten, so sagte Wladimir Putin auf der Sitzung des Gipfels über Wirtschaftsfragen, ist Russland bereit, kostenlos zu helfen:

„Wir werden bereit sein, Burkina Faso, Simbabwe, Mali, Somalia, die Zentralafrikanische Republik und Eritrea in den nächsten drei bis vier Monaten kostenlos mit 25.000 bis 50.000 Tonnen Getreide zu versorgen. Wir werden sie auch kostenlos an die Verbraucher liefern“

Der Beifall auf diese Ankündigung zeigte, wie sehr Afrika diese Haltung Russlands zu schätzen weiß. Nach jedem Treffen ließen sich die Politiker des Kontinents als Andenken mit dem russischen Staatschef fotografieren. Wladimir Putin führte in dieser Woche mit jedem von ihnen auch bilaterale Gespräche.

Der ägyptische Präsident Abdelfattah Sisi und Wladimir Putin haben das Format Russland-Afrika vor vier Jahren gemeinsam ins Leben gerufen. Bei seinem Treffen mit Sisi sagte Putin:

„In genau einem Monat feiern wir den 80. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen unseren Ländern. Wir haben große, mächtige Projekte im Energiebereich, insbesondere das berühmte Projekt zum Bau eines Atomkraftwerks, alles entwickelt sich nach Plan“

Trotz aller Versuche der USA und ihrer Verbündeten, den Gipfel zu stören oder zumindest seinen Stellenwert herunterzuspielen, steht St. Petersburg in diesen Tagen im Mittelpunkt des Interesses von fast anderthalb Milliarden Menschen auf dem afrikanischen Kontinent. Die Staats- und Regierungschefs haben vereinbart, sich alle drei Jahre in diesem Format zu treffen.

Ende der Übersetzung