Fall Navalny: Zerstört die deutsche Regierung endgültig die Beziehungen zu Russland?

Der Spiegel macht nächste Woche als Titelgeschichte mit einem Interview mit Alexej Navalny auf. Die politischen Reaktionen auf das Interview könnten der letzte Tropfen sein, der das Fass der russischen Geduld zum Überlaufen bringt.

Russland zeigt seit fünf Jahren eine Geduld, die politische Beobachter – und sogar US-Think-Tanks – überrascht. Beleidigungen westlicher Spitzenpolitiker gegen Putin, die sich umgekehrt kein westlicher Staatschef gefallen lassen würde, anti-russische Sanktionen, die Ausweisung von Diplomaten, militärische Provokationen der Nato an Russlands Grenzen – all das hat Russland bisher stoisch ertragen und immer nur zur Besonnenheit aufgerufen.

Der Umgang Deutschlands mit dem Fall Navalny könnte das ändern. Es scheint, dass nun auch in Moskau die Geduld zu Ende geht. Bisher hat Moskau zwar die USA regelmäßig scharf kritisiert, sich aber mit Kritik gegenüber den Europäern zurückgehalten. Man versteht in Moskau, dass vieles von dem, was EU-Staaten tun, auf US-Druck geschieht. Bisher wollte Russland die EU-Staaten nicht verärgern und hat keine allzu deutliche Kritik an europäischen Staaten geäußert.

Der Grund dafür, dass sich das nun zu ändern scheint, liegt zum Einen an der Rede von Bundesaußenkasper Heiko Maas vor der UNO, in der er Russland heftig angegriffen hat, aber auch am Spiegel. Der Spiegel wird nächste Woche ein Interview mit Navalny als Titelstory haben und als der Spiegel das heute angekündigt, hat er etwas einmaliges getan: Auf der (deutschen) Seite des Spiegel wurde nicht nur die Titelstory der nächsten Woche beworben, sondern auch ein wortgleicher Artikel auf Englisch und auf Russisch veröffentlicht, der das Interview zusammenfasst. Das ist das erste Mal, dass der Spiegel etwas auf seiner Homepage auf Russisch veröffentlicht.

Navalny beschudligt darin Putin persönlich, ihn vergiftet zu haben, eine andere Erklärung habe er nicht. Außerdem dankt er den deutschen Ärzten, die ihm das Leben gerettet hätten. Dass es in Wahrheit die russischen Ärzte in Omsk waren, die ihm das Leben gerettet und ihn so weit stabilisiert haben, dass er ausgeflogen werden konnte, erwähnt er anscheinend wieder nicht.

Wie nicht anders zu erwarten, macht eine Spiegel-Titelgeschichte eine Menge politische Wellen und viele Politiker nehmen das Navalny-Interview nun zum Anlass, erneut weitere Sanktionen gegen Russland zu fordern und Nord Stream 2 zu beerdigen.

Die vollkommen unbelegten Vorwürfe aus Berlin gegen die russische Regierung scheinen das politische Moskau zu erschüttern. Trotz Merkels offizieller anti-russischer Rhetorik war das Verhältnis zwischen Merkel und Putin nicht schlecht und Deutschland hat fast immer ein wenig gebremst, wenn im Westen eine Verschärfung der anti-russischen Politik gefordert wurde. Hinter den Kulissen dürften die Gespräche zwischen Merkel und Putin weitaus konstruktiver gewesen sein, als es für die Öffentlichkeit aussah. Besonders deutlich konnte man das an Putins Verhalten sehen.

Er äußert sich nie negativ über andere Politiker. Wenn er mit einem Politiker Probleme hat, dann konnte man des eher daran bemerken, dass er sich über den gar nicht ungefragt geäußert hat. Merkel hingegen hat Putin all die Jahre nur positiv erwähnt, was für mich bestätigt, dass es hinter verschlossenen Türen weitaus freundlicher zuging, als vor der Presse. Putin hat die dem US-Druck geschuldeten verbalen Angriffe von Merkel ignoriert, weil sie sich in der Praxis immer wieder für Deeskalation im Verhältnis zu Russland eingesetzt hat. Zumindest ist das mein Eindruck.

Und es war wohl – so interpretiere ich das – auch ein Grund dafür, dass Russland Navalny nach Berlin hat ausreisen lassen. Von Merkel hätte man eine solche Geschichte, wie sie nun entstanden ist, wohl nicht erwartet. Wenn man nun noch weiß, wie wichtig es für Putin ist, sich auf das gegebene Wort und auf das persönliche Verhältnis verlassen zu können, dürfte sich das Verhältnis zwischen beiden nun auch hinter verschlossenen Türen abkühlen.

Merkels Versuche, sich aus der Affäre zu ziehen, indem sie seit einiger Zeit das Mantra wiederholt, der Fall Navalny sei kein deutscher, sondern ein internationaler Fall, wird da kaum helfen. Schließlich hat Merkel den Fall mit ihrer Erklärung über die „zweifelsfreie“ Vergiftung erst los getreten.

Die Spiegel-Titelgeschichte wird das Thema nun wohl erneut anheizen und der Druck der Transatlantiker wird weiter zunehmen.

Der Frust in Russland wurde in einer Erklärung des russischen Außenministeriums deutlich. Über die Rede von Heiko Maas vor der UNO heißt es dort:

„Sie sind auch ein Versuch, die Verantwortung für den eigenen Unwillen, mit uns in diesem Fall zusammenzuarbeiten, auf andere abzuschieben und sich hinter dem Rücken der Verbündeten und internationalen Einrichtungen zu verstecken.
Besonders zynisch erscheint dieser Affront vor dem Hintergrund dessen, dass die deutsche Seite, die diese ganze Kampagne veranlasst hat, drei Rechtshilfeersuchen der Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation ignoriert, mit denen die Nachweise für die sogenannte „Vergiftung“ erbeten wurden. Auch unsere Fragen an das Ärzteteam der Charité werden nicht beantwortet. Die Vorschläge eines Meinungsaustauschs zwischen medizinischen Verbänden werden ausgeschlagen. Unsere Anregungen für gemeinsame parlamentarische Ermittlungen werden abgewiesen.“

Dass das deutsche Verhalten dieses Mal auch Folgen haben könnte, kann man im letzten Absatz der Erklärung lesen:

„Es sei daran erinnert, dass im Westen oft behauptet wird, man könne in den Beziehungen zu Russland nicht zur Tageordnung übergehen, also dürfe es kein „business as usual“ geben. Von unserer Seite kommen wir zum Schluss, dass mit Blick auf dieses Verhalten Deutschlands und seiner EU- und Nato-Verbündeten es der Westen ist, mit dem man unmöglich etwas zu tun haben kann, bis er die Methoden der Provokationen und Manipulationen abgelegt hat und sich ehrlich und verantwortungsbewusst zu verhalten beginnt.“

Russland scheint nun seine Haltung zu ändern, denn so harsche Töne hat es früher gegenüber Deutschland nie gegeben.

Kreml-Sprecher Peskow erklärte unterdessen – und das muss man wohl in Richtung des Spiegel-Interviews mit Navalny verstehen -, dass Navalny seine Anweisungen von der CIA erhält. Zuvor hatte der russische Parlamentspräsident gesagt, Navalny arbeite mit westlichen Geheimdiensten zusammen. Kreml-Sprecher Peskow wurde von Journalisten zu dieser Äußerung befragt und das russische Fernsehen zitiert die Antwort wie folgt:

„“Wahrscheinlich ist es nicht der Patient, der mit westlichen Geheimdiensten arbeitet, sondern westliche Geheimdienste arbeiten mit ihm“, sagte der Kremlsprecher und fügte hinzu: „So ist es korrekter“, denn „es gibt solche Informationen“.
„Ich kann sogar konkret sagen: Spezialisten der CIA arbeiten in diesen Tagen mit ihm zusammen“, zitierte Interfax Peskow.
Er stellte auch fest, dass dies nicht das erste Mal ist, dass man Nawalny von dort aus Anweisungen gibt.
„Tatsächlich gibt es Informationen darüber, dass diese Instruktoren in diesen Tagen mit ihm arbeiten“, sagte der Kremlsprecher.
Peskow fügte hinzu, dass „die Instruktoren arbeiten“ und „die Instruktionen, die der Patient erhält, auf der Hand liegen“.
Darüber hinaus, sagte er, sei eine solche Rhetorik, die an Beleidigungen grenzt, „ein bekannter Weg derer, die sich auf eine Ebene mit einem Staatschef stellen und eine Art Beteiligung am politischen Kampf beanspruchen wollen.“
(…)
Dmitri Peskow erklärte, dass jeder russische Bürger jederzeit in seine Heimat zurückkehren könne und erinnerte daran, dass der Kreml daran interessiert ist, zu untersuchen, was mit Nawalny geschehen ist, aber er weigerte sich, weitere Fragen von Journalisten bezüglich des Interviews des russischen Bloggers mit einer deutschen Zeitung zu beantworten, in dem beleidigende Aussagen gegen den russischen Präsidenten gemacht wurden.
Auf dieser Grundlage halte es der Kreml nicht für möglich, sich an weiteren Gesprächen zu beteiligen und dazu Stellung zu nehmen, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten.“

Bekanntermaßen habe ich ein Buch über Putin geschrieben und bei der Arbeit daran wohl fast jede öffentliche Äußerung Putins gehört und in dem Buch sehr viele davon zitiert. An so deutliche Worte von Putin oder seinen Sprechern gegenüber Deutschland kann ich mich nicht erinnern. Die deutsch-russischen Beziehungen haben einen neuen Tiefpunkt erreicht und das war ganz sicher nicht das Ziel Russlands.

Die Frage ist: Cui bono?


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse. In dem Buch finden sich reichlich Zitate Putins über andere Politiker, auch über Merkel, und Sie werden feststellen, dass Putin bisher kein negatives Wort über Merkel verloren hat.

https://anti-spiegel.com/2019/was-sagt-putin-selbst-zu-den-fragen-der-interbationalen-politk-hier-kommt-er-zu-wort/
Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

20 Antworten

  1. Mir als Russlanddeutschen und wieder in Russland lebendem tut diese Aussage vom Maasmännchen besonders weh. Ich würde es auch nicht mehr auf den absoluten Einfluss der VSA schieben. In der BRinD kristallisiert sich immer mehr eine politische Kaste heraus, die zum Masochismus neigt. Hier wirken nicht mehr so sehr die Befehle aus Übersee sondern die jahrzehntelange Erziehung.
    Ich vermute, das Putin persönlich nichts sagen wird. Um so mehr die zweite Reihe. Putin ist ein brillianter Stratege, er denkt schon viel weiter. Der erste Meilenstein ist der 3. November in den VSA. Je nach Ergebnis der Wahlen, wird Putin reagieren. Der nächste Meilenstein wird die Bundestagswahl 2021 sein, oder auch nicht. Corona ist doch ein Grund für eine Verschiebung der Wahl. Alternative währe eine Briefwahl. 😉
    Entgegen ihrer Meinung zum Verhältnis zwischen Putin und Merkel, glaube ich, dass es schlechter ist als Sie meinen. Und das Merkel nicht das deutsche Volk vertritt, wird Putin oft genung mitgeteilt.

    1. Dieser Maas gehört zur arroganten, selbstgefälligen und transatlantisch-indoktrinierten Nachkriegsgeneration, die darüberhinaus auch noch in historischen und auch aktuellen politischen Fragen völlig ungebildet ist.
      Gerade seit dem Putsch in der Ukraine wird über Russland und vor allem Wladimir Wladimirowitsch in den deutschen regierungstreuen Medien nur noch Unsinn und dümmste, primitivste, antirussische Propaganda betrieben, die ihre Wirkung in weiten Teilen der Gesellschaft bis eben in die höchsten politischen Ämter (Kramp-Karrenbauer, Maas, Baerbock, Trittin …) nicht verfehlt. Die halten sich gegenüber Russland für moralisch überlegen und sind der Auffassung, dass sich die Politik in Russland ihren Forderungen zu fügen habe. Man glaubt immer wieder aufs Neue seinen Ohren nicht zu trauen, wenn man sich deren anmaßende, absurde Forderungen anhört. Und diese Inkompetenz und Arroganz hat auch in Maas´sens Auswärtigem Amt Einzug gehalten. In der Osteuropaabteilung sind nicht mal mehr russische Sprachkenntnisse gefordert, Kenntnisse in russischer Geschichte, vor allem auch nach dem 2. WK sind auch nicht vorhanden und z.T. hat man nicht mal mitbekommen, dass es in Russland keinen Sozialismus mehr gibt. Ich weiß nicht, wohin das noch führen soll. Diese unglaubliche Arroganz und Selbstgefälligkeit der deutschen Seite kotzt mich, um es auch in der notwendigen Deutlichkeit zu sagen, dermaßen an, es ist einfach unerträglich! Wenn ich mir hingegen die russischen Persönlichkeiten in diesem Film über die Leningrader Blockade ansehe, fühle ich mich fast schon zu den Russen hingezogen, denen völlig diese Arroganz fehlt, die hochgebildet sind und einfach nur tolle Menschen sind. https://www.youtube.com/watch?v=8RdM6hB2xmk&list=LLsN3VUtXgTxQM3v3Sj2wK3g&index=4

    2. Ich glaube nicht, dass Putin auf den 3. November wartet. Einer der Punkte, in denen sich Trump und Biden überhaupt nicht unterscheiden, ist dass beide radikale Russlandhasser sind, die am liebsten heute noch Bomben auf Moskau werfen würden.

  2. Ich habe mich auch schon mehrfach gefragt, wer da aus dem Hintergrund die Strippen zieht, so dass die Merkel so reagiert hat, reagieren musste. Maas ist einfach nur saudumm, von dem ist nichts anderes als ein derartiger Schwachsinn zu erwarten.
    Und da sind wir wieder bei Maria Pewtschich und ihren anzunehmenden Beziehungen zum britischen Geheimdienst. Es ist auch auffällig still aus den USA.
    Die Merkel ist zwar skrupellos und menschenverachtend-zynisch, aber dieses Verhalten passt nicht zu der. Was für eine Rolle haben hier überhaupt BND, CIA und MI6 gespielt? Ich frage mich, was die da inszeniert haben, damit die Merkel vor die Presse treten musste und eben diesen Spruch vom „zweifelsfreien“ Nachweis loslassen musste. Die Geschichte vom Novitschok ist einfach nur dummes Zeug, zumal sich die Merkel weigert, diese angeblichen Befunde öffentlich zu machen, weil der ganze Schwindel dann ja herauskommen würde. Offensichtlich sollen die Beziehungen zu Russland komplett zerstört werden und die einzigen, die daran wirklich Interesse haben, sind nun mal die USA. Also wird man die Urheber wohl dort suchen müssen.

    1. Was heißt die Strippen zieht? Da sich die beiden Parteien in den USA bz. der Wünsche einer Energieabhängigkeit Deutschlands von US-dominierten Unternehmen nicht unterscheiden, und alle Energiegeschäfte der Deutschen (ohne Beteiligung der Amerikaner) diesen schon immer ein Dorn im Auge(angefangen Ende der 50er Jahre!) waren , dürften wohl die „Five Eyes“ die Causa Nawalny auf die Schiene gesetzt haben, um Merkel in eine Zwickmühle zu treiben. So wie amerikanische Stellen schon die Grünen hochgejubelt (z.B. mit der Deutschen Amerikanerin und Ford-Stipendiatin Petra Kelly) und dann gegen die deutsche Technologie-Überlegenheit bei der Nuklear-Technologie haben erfolgreich haben opponieren lassen.

      Durch die (pseudo-erzwungene) – ich kann mir nicht vorstellen, daß Mutti einen vernünftigen Energiemix nicht genauso hätte durchsetzen könne wie ihre Asylpolitik – Abhängigkeit von Erneuerbaren hat sich sich von erheblichen Gaslieferungen nicht nur für die „Dunkelflaute“ abhängig gemacht. Gibt sie den Forderungen nach Stopp von Nordstream 2 nach, riskiert sie in wenigen Jahren den Zusammenbruch der Bundesrepublik (und in der Folge Europas durch fehlende „deutsche Nettozahlungen“). Zumal, wenn die zusätzlichen Kosten (oder die Stromabschaltungen a la USA) die letzten (nicht mit Notstromagregat versehenen) Kleinbürger endgültig gegen das Polit-Establishment aufgebracht hat und dann neben der AfD Spaßvereinigungen wie ‚Die Partei‘ Macht erhalten.

      Gerade eben war im HR in der Reihe „defacto“ („Ausgebremst beim Klimaschutz – Wie Behörden Bürger blockieren“, 24.9.) zu sehen, wie grüne Verwaltungen (mit grünem Minster an der Spitze) die Energiewende sabotieren. Und heute hat ACHGUT („Die bizarre Idee eines Endlagers für 1 Million Jahre“) einen weiteren Hinweis darauf geliefert, wie die Regierung Schröder/Fischer Forschungen im Bereich der nuklearen Abfallentsorgung durch Mittelentzug (!!) sabotiert haben.

      Und jetzt haben wir Mutti, die auf der einen Seite auf einen Haufen ungeeigneter (AKK, Röttgen und wohl auch Laschet wg. mangelndem Charisma, vgl. NRW-Kommunalwahl) Parteifreunde als Kandidaten blickt, auf den anderen Seite persönliche Feinde (Merz, CSU – diese nicht nur wg. der Seehofer-Rede auf dem Parteitag 2015 auch wg. der Unabhängigkeit von Merkel!) als Nachfolger wittert. Ob der Möchtegern-Kini Markus I. dazu gehört, werden wir sehen, schließlich gibt er sich doch mit seinem „Verbrennungsmotor-Verbot für 2035“ als Kandidaten-Streber. Und ob Mutti 2021 wirklich nicht kandidieren wird – das habe ich schon früher angedeutet – steht in den Sternen.

      Außerdem war Mutti immer so klug, die „bösen Dinge“ anderen zu überlassen und abzuwarten. Da kann man die Versager dann höflich per Beförderung abservieren. Und sich möglicherweise einen potentiellen Verlierer „bestellen“, um dann als ‚Phönix aus der Asche‘ wieder ins Bundeskanzleramt zu gelangen (das würde für den sicheren Verlierer Söder sprechen). Das wäre mit den Kombination aus – inoffiziell – guten Beziehungen und(!!) Nordstream 2 nicht möglich. Also optiert Mutti gegen Putin und für – leise –Nordstream, damit die schöne Unionswelt (mit den Grünen als folgsamen Koalitionären*) nicht schon 2025 zusammenbricht. Und Maas muß jetzt an die Front!

      Und Thomas wird uns künftig uns dabei helfen, zu entscheiden, wie die neue, von Putin ins Auge gefaßten Optionen weiter laufen, weil die meisten Leser der russischen doch nicht mächtig sind.

      *) Die Grüne als folgsamen Koalitionäre bezieht sich nur auf Fischer Plazet für den Jugoslawien-Krieg sonder auch auf KGEs Plazet für amerikanisches Fracking-Gas.

  3. Apropos Spiegel. Der macht heute abend mit der Schlagzeile auf:

    „Putins toxische Männlichkeit“

    und weiter:

    „Viel ist geschrieben worden über toxische Männlichkeit in den vergangenen Monaten. Aber wohl kaum ein Männlichkeitsverständnis kann im Wortsinn toxischer sein als das des russischen Präsidenten: Wenn Putin seine Macht bedroht sieht, geraten seine Gegner in Gefahr. Der Fall des Kremlkritikers Alexej Nawalny zeigt das nicht zum ersten Mal: Der russische Oppositionelle sollte wohl mit dem Nervengift Nowitschok getötet werden. Die Umstände deuten stark auf den Kreml hin; der dementiert jede Beteiligung.“

    Damit wird der o.g. Aufmacher-Artikel der Druckausgabe ab Samstag angekündigt.
    Der verantwortliche Redakteur dieser Hetze ist übrigens Oliver Trenkamp, und wird vorgestellt als „Blattmacher in der Chefredaktion“. Also offenkundig keine niedere Charge.

    Hier der Link, aber ich weiß nicht, ob der Artikel lange so stehenbleibt. Diese „Lage“-Artikel werden ja ständig verändert:

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/news-des-tages-alexej-nawalny-wladimir-putin-andreas-scheuer-oliver-bierhoff-don-winslow-a-e3012328-2084-41a8-a8e3-f3a9dcf3e001#

    1. „Toxische Männlichkeit“ – sehr schön, damit haben die Spiegel-Schreiber noch ein Zeitgeist-Thema (die Abschaffung der Männlichkeit) hineingezogen, in dem sie Männlichkeit neben Gift stellen. Auslassung und strategische Positionierung von Begriffen – zentrales Handwerk jeder Propaganda.

      1. Es sind halt keine Männer. Jedes Männlein fühlt sich von Männlichkeit bedroht und nennt sie dann eben toxisch. Offen gestanden, macht es wirklich Spaß, solchen Männlein gegenüber die eigene Männlichkeit herauszustellen. ?

  4. Bei den ausgewiesenen „Transatlantikern“ – also denen, die Mitglied in mindestens einem der Kreise wie „Atlantik-Brücke“ sind – scheint mir die Sache klar: Aus irgendwelchen Gründen machen sie da mit, und wo es nun schon mal sozusagen offiziell ist, lassen sie sich dann auch vor den Karren der Strippenzieher spannen.

    Bei denen, die eigentlich „nur“ geschworen haben, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden, grübele ich auch immer wieder über die Motive. Ich meine, fast jeder Mensch macht im Leben mal Mist, und wenn ein Geheimdienst das erfährt und das sonst niemand weiß, dann ergibt das ein Kompromat. Die Frage ist da nur eben, zu wie viel Verrat ein Mensch bereit ist, um einen vielleicht nur kleinen Fehltritt dauerhaft zu kaschieren – Verrat an seiner Moral, an seinem Selbstwertgefühl, an seinem Land, ja, und letztlich ja auch an der Menschheit, wenn es um Krieg und Frieden geht. Und da fällt es mir schwer, mir vorzustellen, dass all diese Leute derart viel Dreck am Stecken haben, dass der auf Gedeih und Verderb nicht herauskommen darf.

    Ein Grund, warum mir das schwer fällt, ist ein Freund von mir, der Kindheit und Jugend in der Ukraine verbracht hat und seit ca. zehn Jahren in Deutschland lebt, ein hochintelligenter Mann, kein Fachidiot, liebender Vater und – daher, möchte ich sagen – sozial kompetent. Aber ich könnte auch andere, kaum weniger ausgeschlafene Menschen aus meinem näheren Bekanntenkreis anführen. Wenn ich denen mit WTC7 komme oder mit dem NSU-Komplex oder mit Paul Schreyers jüngstem Buch oder mit dem Fall Navalny oder damit, wer unter den Ländern USA, China und Russland wohl der größte Schurke ist, dann bin ich aber so was von der ausgemachte Verschwörungstheoretiker! Und ich frage mich, wieso das so ist. Denn die sind ja nun gewiss nicht von der NSA gesteuert, schon gar nicht auf mich angesetzt. Dafür bin ich wirklich zu unbedeutend. Haben die Angst, dass ihnen ihr schönes Weltbild zerbricht, wenn sie anfangen, hinter den Kulissen herumzustöbern? Kann mir da mal jemand weiter helfen?

    1. Letztlich dient Russlandfeindlichkeit als Identität schaffendes Menschenbild, das langfristig geerbt/erlernt wurde – und von seinen zentralen Überzeugungen rückt man nicht ab.
      Natürlich, bei Russen genauer hinzuhören wird selbst von den meisten Normalbürgern mit Kampfbegriffen wie „Verschwörungstheoretiker“ unf „Russlandversteher“ versehen. Nichts anderes als „Feindsender hören“.

      Warum aber die normalen Leute? Ich bin davon überzeugt, dass es ein sozialer/Herdentrieb ist. „Alle sagen es schließlich“ – „schaust Du kein Fernsehen“ sind übliche Fragen, die sie einem stellen. „Da doch alle Medien das sagen – und auch viele Leute, da muss dann schon etwas dran sein“. Wer also von der allgemein anerkannten und wiederholten Mehrheitsmeinung abweicht, muss doch verrückt sein.

      Was ist mit den Politikern? Hier bin ich überfragt, ob Beispielsweise der erbarmungswürdige Herr Röttgen hier ein Verhalten zeigt, das Folge von Sozialisierung ist, oder ob er damit eher persönlichen Erfolg (Macht, Geld) in Aussicht hat. Dass unsere Politiker vom bekannten Player unter Druck gesetzt werden, glaube ich eher nicht. Eher schon wird es ihnen Vorteile bringen.

      Was beim Thema „Feindsender“ völlig obsolet wird ist die edle Forderung, dass sich jeder Bürger doch nach Möglichkeiten ein so direktes Bild wie möglich machen möge. Im Fall von Russland kann man Putin und Lawrow ungefiltert erfahren (Youtube, Englischkenntnisse reichen). Und das eben nicht nur bei Marketing-Aktionen (Putin mit nacktem Oberkörper), sondern bei ernsthaften Konferenzen, im Gespräch mit Jourmalisten, im Gespräch mit Bürgern…
      Die Forderung wird ins Gegenteil verkehrt, wenn es um den „Feind“ geht. Da möge man bitte dem Volksempfänger vorziehen.

  5. Ich habe mal einen wurklich guten Artikel gelesen (glaube des war die FTD) mit dem Thema, wie es im Nationalsozialismus bis zum Vergasen von Millionen Juden in den KZs kam. Es hieß, dass die herkömmlichen Erklärungen, also Befehle von oben, die man aus Angst vor Strafe ausführen musste, oder der Vielzahl von Nazis die alle Juden hassten, alle Stuss sind.
    Die Theorie des Autors war, dass immer wieder einzelne besonders „engagierte“ Nazis gab, die um Wohlwollen zu erregen besonders hart vorgingen. So wurde die Grenze immer weiter verschoben. Bis am Ende Millionen Juden vergast worden sind.
    Und wieso erzähle ich das jetzt? Weil Maas und Röttgen und Göring-E, aber auch die „Journalisten“ genau solche Typen sind. Sie treiben jetzt immer weiter in Richtung Russenhass. Am Ende fragt sich die Generation unserer Kinder und Enkel wieder wie es so weit kommen konnte. Es ist einfach, die Nazis sind allenoch da, es sind aber nicht die dümmlichen Glatzen auf der Straße. Es sind so Typen wie Maas, Röttgen uvm. die echten Neonazis.

    1. Leider finde ich den Artikel nicht mehr. Der war wirklich gut. Da fallen die Parallelen zu heute gut auf. Nur anders als in der Schule erzählt. Nichts von wegen der Mob von der Straße hat die Kontrolle übernommen. Ne es waren wie heute einzelne Karrieristen, die immer schlimmer agierten. Und das ohne vom Führer oder Führerin dazu gezwungen worden zu sein.

    2. „Weil Maas und Röttgen und Göring-E, aber auch die „Journalisten“ genau solche Typen sind. Sie treiben jetzt immer weiter in Richtung Russenhass.“

      Quatsch, das ist gesteuert: Röttgen war schon zu doof, um die Wahl im abgewirtschafteten Land NRW zu gewinnen (vgl. den WP-Artikel „Rücktritt oder Entlassung als Wahlmöglichkeit“), was ihm den Zorn von Mutti zuzog. Danach hat er sich den Atlantikern sehr weit angenähert in dem Glaube, diese verhelfen ungeeigneten Kandidaten zum Sieg, äh Pöstchen als Maas.

      Auch KGE ist ja eher abgehalftert: Wenn sie jetzt gegen Nordstream und für US(=Fracking)-Gas eintritt, dann kann sie ihre „grüne Joppe“ sofort ausziehen. Der Russenhass ist genauso „gesteuert“ wie die gesamte grüne Agenda. Unsere MSM werden dafür schon eine Menge Ausreden für KGE erfinden!

  6. Die heutige Zeit macht jedem Angst. Corona scheint die Krücke zum Krieg. Was kommt, wenn der Tiefe Staat die Wahl verliert? Eines macht Hoffnung, die heutige positive Entscheidung von Dänemark zu Nordstream 2. Es wäre ein gefährliches Theater.

    1. „Was kommt, wenn der Tiefe Staat die Wahl verliert?“

      Der tiefe Staat verliert niemals eine Wahl!!!

      Oder mit einem einem uralten Sponti-Spruch verbunden: „Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten.“

      Nicht meine Ansicht, aber denk mal drüber nach, wie US- und D-Wahlen organisiert wurden und werden (Stichwort: Kandidaten-Duel AM – Gegner)!

  7. Mit diesem Tiefen Staat meine ich den Tiefen Staat um Clinton, Obama, Biden und Co. Dazu gehört auch der Ausleger um Merkel und Co. Der Sieg von Trump hat bei denen zu einer schier endlosen Kette von Verbrechen geführt, dass einem vor der Zukunft bange wird. Danach kommt sicherlich die nächste Verbrecherbande mit anderen Köpfen.

  8. Ich bin unheimlich beschämt über die Einfältigkeit unserer Politik und zunehmend (es wird erlernt!) auch der deutschen Bürger. Nun bin ich wahlweise Russlandversteher und Anti-Amerikaner. Nun, ich möchte das längst geschlossene Blog https://usaerklaert.wordpress.com/ empfehlen, hier werden viele Vorurteile ausgeräumt, denn sowohl was Russland angeht, konnte ich auch immer diese dumme US-Feindlichkeit nicht ausstehen. „Die Amerikaner wissen nicht mal, dass Kaffee heiß ist, das muss man denen auf den ToGo-Becher schreiben“ – das wohl prominenteste Beispiel das in den Volksmund einging… für die Dummheit des Volkes.

  9. „1950, USA: Der Nationale Sicherheitsrat (NSC) legt unter dem Aktenzeichen NSC 68 eine neue Sicherheitsstrategie vor, wonach revolutionäre Veränderungen in der Welt nicht auf binnengesellschaftliche Ursachen sondern auf den „Sowjetimperialismus“ zurückzuführen seien. Auf der Grundlage von NSC 68 stationieren die USA über eine Million Soldaten auf 675 Mitiärbasen in Übersee. Bis 1975 kommt es weltweit zu 2l5 militärischen Interventionen der USA.“

    https://derfunke.at/nostalgie/hp_artikel/usverbrechen.htm

    „Zum vierten sollten die Vereinten Nationen zur politischen Vorbereitung, moralischen Legitimation, aber auch zur militärischen Entlastung amerikanischer Aktionen gegenüber der Sowjetunion eingesetzt werden35“

    https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1984_4.pdf

    Ein sehr tiefer Blick in das Lügenkonstrukt der „sowjetischen Bemühungen“ jetzt „russischen Bemühungen“ den Kommunismus in die Welt zu tragen und den Russischen Einflussbereich zu erweitern.
    Wirklich, sollte man gelesen haben um zu verstehen was noch heute abgeht.
    Diese „heldenhaften Verlierer“ des 2. Weltkrieges, den Briten und Franzosen denen ihre Kolonien um die Ohren flogen, den Amerikanern, die erstmals feststellten das Autos mit Benzin fahren welches nicht so schnell über den großen Teich kommt.

    Während man bei jeder Gelegenheit mit der Moralkeule über Deutschland wedelt und dieses Wedeln medial aufbereiten lässt ist es verdächtig leise wenn es um das koloniale Erbe der großen „Friedensstifter“ geht. Da fällt ein Denkmal und alle hoffen sich damit von der kolonialen Schuld befreit zu haben. Ein Irrtum, wie man weltumspannend beobachten kann.

    Deshalb denkt man sicher auch das „Die Sowjetunion mal einfach so in Afghanistan einmarschiert ist “ nie als Lüge auffliegt.

    https://monde-diplomatique.de/artikel/!568899

    Ja ja so Kriegslüstern war der Russe das man ihn 13 Mal bitten musste. Mittendrin der BND.

    „Die sowjetische Militärjustiz verurteilte hunderte ihrer Soldaten für Verbrechen und Vergehen, die von Diebstahl und Drogenkonsum bis zu Vergewaltigung und Mord reichten.“

    Zum Vergleich

    https://www.spiegel.de/geschichte/sowjetische-invasion-in-afghanistan-1979-das-vietnam-der-russen-a-1301765.html

    https://www.hrw.org/de/news/2019/10/30/afghanistan-von-cia-unterstuetzte-einheiten-verueben-graeueltaten

    https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/istgh-ermittlungen-kriegsverbrechen-afghanistan-usa-cia/

    „Bensouda will gegen mutmaßliche Täter bei den Taliban und den afghanischen Streitkräften ermitteln. Aber auch US-Soldaten und Mitglieder des US-Geheimdienstes CIA sind im Visier der Anklage. US-Präsident Donald Trump hatte im Vorfeld mit Gegenmaßnahmen gedroht. So sollte etwa Mitarbeitern des Gerichts, auch Richtern, die Einreise in die USA verweigert werden.“

    Und dann sollen ja die Russen Kopfgelder auf US Soldaten ausgesetzt haben.

    https://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan-russland-usa-101.html

    Rein zufällig zum Abzug der USA ? Wer soll das denn glauben? 3 Monate nachdem der IStGH endlich anfing zu ermittel? Die USA ist selbst ja unwillig eine Mörder und Kriegsverbrecher angemessen zu bestrafen. Die Jagen lieber mit ihrem Busenfreund GB die Aufdecker der Verbrechen.

    Und dann maßt sich dieser Haufen elendiger Lügner an Russland zu maßregeln?
    Einfach lachhaft.

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