Das Coronavirus beherrscht natürlich die Nachrichten. Daher gebe ich hier ein Update über die Situation.

Die erste Frage ist, was das Coronavirus von einer normalen Grippe unterscheidet.

Das Coronavirus ist mindestens zehnmal so tödlich, wie eine Grippe. Zwar ist der Krankheitsverlauf beim Coronavirus bei ca. 80 Prozent der Erkrankten harmlos, sie haben Schnupfen, Kratzen im Hals und vielleicht erhöhte Temperatur. Das Problem sind die restlichen 20 Prozent, bei denen die Krankheit schlimmer verläuft. Ca. 15 Prozent der Erkrankten benötigen im Laufe der Behandlung ein Beatmungsgerät. In Deutschland gibt es ca. 30.000 Beatmungsgeräte. Die Bundesregierung geht jedoch davon aus, dass sich 60 oder 70 Prozent der Deutschen infizieren, das wären ca. 50 Millionen Menschen. Wenn davon 15 Prozent ein Beatmungsgerät brauchen, wären das 7,5 Millionen. Und das ist das Problem: Wenn der Virus nicht eingedämmt werden kann, wird er das Gesundheitssystem überfordern und es werden weit mehr Menschen in Lebensgefahr geraten, weil sie nicht beatmet werden können. In Norditalien ist dieser Fall bereits eingetreten.

Ein weiteres Problem ist, dass der Virus sehr ansteckend ist und Menschen schon vor Ausbruch der Krankheit ihr Umfeld anstecken können. Hinzu kommen noch die Erkrankten mit einem harmlosen Krankheitsverlauf, die vielleicht nicht einmal ahnen, dass sie infiziert sind und das Virus wochenlang weitergeben können. Die Krankheit dauert im Schnitt nämlich 30 Tage. Jeder Erkrankte oder Infizierte steckt nach den ersten Zahlen aus China im Schnitt 2,5 Menschen an, daher wächst die Zahl der Infizierten so schnell.

In dieser Kombination ist das Coronavirus tatsächlich ein echtes Problem. Das haben wir in China beobachten können, wo schon bei 80.000 Infizierten das Gesundheitssystem an seine Grenzen gestoßen ist und zusätzliche, improvisierte Krankenhäuser gebaut werden mussten, um die Infizierten zu isolieren und die Krankheit einzudämmen.

Italien hat bereits eine landesweite Quarantäne ausgerufen, die wohl bis Anfang April gelten wird. Das bedeutet, dass das Leben in Italien vollständig zum Erliegen kommt, die Menschen müssen wochenlang zu Hause bleiben. Da es keine Impfstoffe gibt, ist das die einzige Möglichkeit, die Krankheit einzudämmen. China hat es vorgemacht und mit seinen radikalen Maßnahmen die Krankheit im Land fast vollständig gestoppt. Aber in Wuhan gilt die Quarantäne seit fast sechs Wochen, es ist also zu erwarten, dass die Italien seine Maßnahmen noch verlängert.

Und Italien wird nicht das einzige Land bleiben, es ist gut möglich, dass andere Länder dem Beispiel folgen.

In Deutschland wird das nicht so einfach sein, denn in Deutschland entscheiden die Länder über die notwendigen Maßnahmen und nicht der Bund. Es ist aber denkbar, dass man sich auf eine gemeinsame Linie einigt. Dass flächendeckende Quarantäne auch in Deutschland denkbar ist, konnten wir in Brandenburg sehen, wo bereits einige Ortschaften mit über 2.000 Menschen unter Quarantäne stehen.

Die deutsche Regierung in Berlin reagiert entsprechend hilflos, denn mehr als Ratschläge geben, kann sie nicht. Aber mittlerweile ist beschlossen, dass auch die letzten Bundesligaspiele vor leeren Tribünen stattfinden werden. Diese Einschränkungen sind wahrscheinlich nur der Anfang und Minister Spahn sagte bereits: „Wir reden nicht von Wochen, wir reden von Monaten„

Wir können also davon ausgehen, dass wir uns mit dem Problem noch mindestens bis Sommer herumschlagen werden. Damit dürften die Deutschen ihren Urlaub in diesem Jahr wohl auf Balkonien verbringen, denn es gibt massive Reiseeinschränkungen. Die Lufthansa streicht massenhaft Flüge und das tun auch alle anderen Fluggesellschaften. Die Aeroflot hat ihre Flüge nach Hamburg eingestellt, meine geplante Reise zu einem Vortrag in Hamburg Ende März ist damit auch endgültig abgesagt.

Am Abend hat die WHO den Coronavirus offiziell zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.