Bloomberg: EU riskiert, aufgrund hoher Gaspreise nicht auf den nächsten Winter vorbereitet zu sein

Kolumnist Javier Blas fügte hinzu, dass der Mangel an Preisanreizen ab November 2024 dazu geführt habe, dass „viele Unternehmen keine Kapazitäten“ in unterirdischen Speichern gebucht hätten.

NEW YORK, 2. April. /TASS/. Aufgrund der hohen Erdgaspreise, die die Vorratsbildung erschweren, ist Europa möglicherweise nicht auf den nächsten Winter vorbereitet, schreibt Javier Blas von Bloomberg.

Ihm zufolge sinkt die Nachfrage nach Gas im Frühjahr und Sommer normalerweise, wodurch es günstiger wird. Während dieser Zeit kaufen Unternehmen aktiv Gas und pumpen es in unterirdische Speicher. Nach dem vergangenen Winter seien die Reserven jedoch geringer als üblich und „aufgrund der Einstellung der Lieferungen durch russische Pipelines muss Europa höhere Preise zahlen“, stellt der Experte fest.

„Die Gasvorräte [in den Speichern] beginnen normalerweise ab Ende März zu steigen, insbesondere an Wochenenden, wenn der Verbrauch geringer ist. Bisher ist nur sehr wenig in die Speicher gelangt“, fuhr Blas fort. „Händler erwarten, dass die Pumpmengen im April steigen werden. Dies liegt zum Teil daran, dass einige Speicherkapazitäten, insbesondere in Frankreich, bereits im September und Oktober 2024 vertraglich vereinbart wurden.“ Der Kolumnist fügte hinzu, dass der Mangel an Preisanreizen seit November 2024 dazu geführt habe, dass „viele Unternehmen keine Kapazitäten“ in unterirdischen Speichern gebucht hätten.

Laut im März veröffentlichten Eurostat-Daten und TASS-Berechnungen kaufte die EU im Januar russisches Pipelinegas im Wert von 833 Millionen Euro und Flüssigerdgas im Wert von 1,07 Milliarden Euro. Die Gesamtkäufe von 1,9 Milliarden Euro waren die höchsten seit zwei Jahren. Die TurkStream-Pipeline bleibt die letzte aktive Route für russische Gaslieferungen nach Europa.


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

2 Antworten

  1. wir müssen bereit sein, wegen der russischen Gefahr Entbehrungen in Kauf zu nehmen.
    Nee? Das wird uns doch täglich gepredigt.
    Ergo: So lange die Medien nicht gezügelt werden, bestimmen sie, was abgeht und wer gewählt wird. Da liegt das Problem. Für alles. Aber keiner geht das an.

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