Die US-Propaganda, der die im Zweiten Weltkrieg besiegten und seitdem von den USA besetzten Länder seit 1945 ausgesetzt sind, hat es in die Schulbücher und Dokus dieser Länder geschafft und dafür gesorgt, dass die Kriegsverbrechen der USA im Zweiten Weltkrieg von den Opfern nicht als solche angesehen werden. Gezielte Angriffe auf Zivilisten waren jedoch auch nach dem damaligen Völkerrecht Kriegsverbrechen, aber da die Sieger die Geschichte schreiben, sind die Kriegsverbrechen der USA kein Thema und deren Opfer vergessen.

Das sehen wir in Deutschland, wo Kommissionen gebildet werden, die die Zahl der Opfer amerikanischer Bombardements, wie beispielsweise in Dresden, klein reden und behaupten, in der mit Flüchtlingen überfüllten Stadt seien dem dreitägigen Bombardement nur maximal 25.000 Menschen zum Opfer gefallen. In deutschen Städten erinnern heute – völlig zu Recht – sogenannte „Stolpersteine“ an die jüdischen Opfer der Nazis, aber es gibt keine „Stolpersteine“, die an die von den USA ermordeten deutschen Frauen und Kinder erinnern. Die Bombardierung Hamburgs, bei der offiziell 34.000 Zivilisten getötet wurden, wird auf Wikipedia verharmlosend als „Luftschlacht um Hamburg“ bezeichnet. Und so weiter und so fort.

In Japan ist es ähnlich oder sogar schlimmer. In japanischen Schulbüchern wird nicht erwähnt, wer die Atombomben auf Japan abgeworfen hat, stattdessen heißt es bei den Gedenkfeiern inzwischen, „Hiroshima wurde durch Atomwaffen in Schutt und Asche gelegt“, ohne den Täter beim Namen zu nennen.

Dass der US-amerikanische Luftangriff auf Tokio vom 10. März 1945 wahrscheinlich mehr direkte Todesopfer gefordert hat, als beispielsweise der Atombombenabwurf auf Hiroshima, ist kaum jemandem bekannt. Beim Abwurf der Atombombe starben sofort etwa 80.000 Menschen und bis Ende 1945 lag die Zahl der Toten bei 136.000. Bei der US-Bombardierung Tokios wurden nach Schätzungen zwischen 80.000 und 185.000 Menschen getötet.

Da sich der Jahrestag dieses bestialischen amerikanischen Angriffs auf Zivilisten gestern zum 80. Mal gejährt hat, hat die russische Nachrichtenagentur TASS in einem Artikel an die Tragödie erinnert und ich habe den TASS-Artikel übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

80 Jahre Bombardierung Tokios: Wie die USA eine Metropole in eine Mondoberfläche verwandelt haben

In Tokio fand eine buddhistische Trauerzeremonie statt, um der Opfer der US-Bombardierung der japanischen Hauptstadt zu gedenken, die in ihrem Ausmaß mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki vergleichbar ist. Vor 80 Jahren warfen mehr als 330 Bomber über 1.600 Tonnen Brandbomben auf die Stadt ab, die ein gigantisches, fast zusammenhängendes Feuer entfachten.

Der Luftangriff kostete mehr als 100.000 Menschen das Leben, Zehntausende wurden verwundet, etwa eine Million Menschen verloren ihr Zuhause, und die Stadt selbst, damals eine der größten Metropolen der Welt, wurde dem Erdboden gleichgemacht und verwandelte sich Augenzeugenberichten zufolge in eine „Mondoberfläche“.

Die Bombardierung Tokios in den frühen Morgenstunden des 10. März 1945 gilt als der tödlichste nichtnukleare Angriff in der Geschichte der Menschheit.

Tragische Nacht

Seit November 1944 hatte das US-Militär zahlreiche Luftangriffe auf Tokio unternommen, doch der Angriff am 10. März war der größte.

Das Ziel des US-Militärs war es, maximalen Schaden anzurichten und den Widerstandswillen zu brechen. Der formale Grund für die Angriffe auf Wohngebiete waren kleine Fabriken, die für die Militärindustrie arbeiten und über die Stadt verteilt waren.

Kurz vor dem Angriff am 10. März wurde Generalmajor Curtis LeMay an die Spitze des für die Bombardierung zuständigen Kommandos gesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die wichtigste Verteidigung der amerikanischen „Luftfestungen“, der B-29-Bomber, die ohne Jagdbegleitung flogen, die Höhe. Das hinderte sie jedoch auch daran, präzise Angriffe zu unternehmen.

LeMay beschloss, die Taktik zu ändern, indem er die Aufgabe stellte, Ziele nachts (wenn die Wirksamkeit der Luftabwehr gegen Null ging) in einer für schwere Bomber extrem niedrigen Höhe von etwa 2.000 Metern und mit entfernten Abwehrwaffen anzugreifen. Dadurch konnte Treibstoff gespart und die Bombenlast der Bomber erhöht werden.

Am Abend des 9. März starteten Hunderte B-29-Bomber von den Inseln Saipan und Guam und nahmen Kurs auf Tokio. Die ersten Brandbomben mit Napalm warfen die Bomber als „Tracker“ ab: lodernde Brände zeigten dem Rest der Flugzeuge das zu treffende Ziel. Daraufhin ging ein Bombenhagel auf Tokio nieder, der insgesamt mehr als 300.000 Brandbomben umfasste.

Die dicht mit Holzhäusern bebaute Stadt ging in Flammen auf und ein starker Wind sorgte für eine rasche Ausbreitung des Feuers. Die Flammen schlugen Hunderte von Metern in die Höhe und der Rauch füllte sogar die Cockpits der amerikanischen Bomber, deren Besatzungen den Geruch von brennendem Menschenfleisch wahrnahmen.

Der Feuersturm, der Tokio erfasste, tötete Menschen, wo immer sie waren: Sie verbrannten bei lebendigem Leibe, wurden in geschlossenen und vom Feuer erhitzten Unterkünften gebacken und ertranken in den Flüssen.

Nach Angaben von Shizuko Nishio, einer Überlebenden des Bombenangriffs, gab es am Morgen danach nichts als verkohlte Leichen und kaum noch erhaltene Gebäude in der Umgebung: „Es war wie eine Mondoberfläche.“

Die Änderung der Taktik des US-Militärs

Zunächst ging das US-Militär davon aus, dass die beste Taktik punktgenaue Angriffe seien, die die eigenen Verluste minimieren und die strategischen Stützpunkte des Feindes zerstören sollten, so der japanische Historiker Hiroyuki Shindo, Leiter der Abteilung für internationale Konfliktgeschichte des Zentrums für Militärgeschichte am Nationalen Institut für Verteidigungsstudien. „Ab Juni 1944 begannen US-Flugzeuge von Stützpunkten in China aus mit punktgenauen Höhenbombardements auf Japan, die bei Tageslicht durchgeführt wurden. Aufgrund der großen Entfernung zu Japan und der Schwierigkeit, die Stützpunkte zu versorgen, wurde jedoch entschieden, dass es schwierig sei, die strategischen Bombenangriffe von diesen Stützpunkten aus fortzusetzen“, erklärte er gegenüber der Zeitung Asahi.

Im November 1944 begannen die Bombenangriffe von den von den Amerikanern besetzten Marianeninseln aus. „Aber es wurde festgestellt, dass punktgenaue Bombardierungen aus großer Höhe bei Tageslicht nicht effektiv genug waren“, sagte Shindo. Das lag daran, dass in einer Höhe von 10.000 Metern über Japan der sogenannte Jetstream, eine Zone mit starken Winden, festgestellt wurde, was die Treffsicherheit der Bomben verringerte. Hinzu kam, dass die Flüge der damals hochmodernen Bomber in solchen Höhen zu einer erhöhten Belastung der Triebwerke führten.

Außerdem „hatte Japan viele kleine Fabriken und die Produktionsstätten waren über ein weites Gebiet verteilt, so dass punktgenaue Bombardierungen nicht die erwarteten Ergebnisse brachten“, erklärt Shindo.

„Da die punktgenauen Bombardierungen nicht den gewünschten Erfolg brachten, wuchs die Unterstützung für General Curtis LeMays Ansicht, dass wahllose Nachtbombardierungen notwendig seien. Der Große Luftangriff auf Tokio (wie die Ereignisse vom 10. März 1945 in Japan genannt werden, Anm. der TASS) gilt als der erste groß angelegte wahllose Bombenangriff bei Nacht“, so der Historiker.

Danach führte das US-Militär wiederholt wahllose nächtliche Bombenangriffe auf andere japanische Städte durch, darunter Osaka, Nagoya und Kobe.

Obwohl eines der Ziele des US-Militärs laut Shindo darin bestand, „den Widerstandswillen zu brechen“, „gelang es vielen Forschern zufolge nicht, den Kampfgeist der Japaner durch die wahllosen Bombardierungen vollständig zu brechen“.

Unmenschliche Bombardierung

Die USA waren sich über die Folgen der Bombardierung im Klaren. „Das US-Militär wusste, dass der Große Luftangriff auf Tokio auf der japanischen Seite viele Opfer gefordert hatte. Die vorherrschende Meinung war jedoch, das sei eben Krieg“, so Hiroyuki Shindo. Diese Einstellung erklärte er mit „sensorischer Taubheit“: Nur eine Minderheit sah den Angriff als „unmenschlichen Akt, der gegen das Völkerrecht verstieß“, während die Mehrheit glaubte, dass „es ein unvermeidlicher Akt war, um den Sieg zu erringen“.

Zum Gedenken an die Opfer des Bombenangriffs vom 10. März wird in Tokio eine bescheidene Zeremonie nach buddhistischem Ritual abgehalten. In diesem Jahr nahmen etwa 160 Personen daran teil, darunter Angehörige der Opfer, Kronprinz Akishino und die Gouverneurin von Tokio Yuriko Koike, die dazu aufrief, der Bemühungen derer zu gedenken, die Tokio so wiederaufgebaut haben, wie man es heute kennt. Der japanische Premierminister Shigeru Ishiba rief in seiner Botschaft dazu auf, „die Erinnerungen und Lehren aus dem tragischen Krieg zu bewahren und sie an künftige Generationen weiterzugeben“.

Die Trauerfeiern haben keinen politischen Hintergrund. Der offizielle Standpunkt der japanischen Regierung, der in Antworten auf Anfragen von Abgeordneten wiederholt geäußert wurde, lautet, dass die Bombardierung Tokios „nicht den Prinzipien des Humanismus entsprach“, aber „es kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass sie unter Verletzung des damaligen Völkerrechts begangen wurde“.

Ende der Übersetzung