Selensky holt sich in Paris eine Abfuhr bei Trump
Der gewählte US-Präsident Trump hat sich in Paris mit Selensky getroffen. Das Gespräch dauerte nur 20 Minuten und offenbar hat Selensky sich eine deutliche Abfuhr geholt.
Der gewählte US-Präsident Trump ist in Frankreich, um an der Eröffnungszeremonie der Kathedrale Notre Dame teilzunehmen, die nach dem Brand im Jahr 2019 wieder aufgebaut wurde. Bei der Gelegenheit hat er sich am Samstag mit dem französischen Präsidenten Macron im Elysee-Palast getroffen und zu dem Treffen ist auch Selensky hinzugekommen. Das Treffen zwischen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem designierten US-Präsidenten Donald Trump und Wladimir Selensky endete nach nur 20 Minuten ohne eine Abschlusserklärung, wie Filmmaterial von BFMTV zeigt.
Nach Angaben des Senders wurde das Treffen erst unmittelbar vor dessen Beginn vereinbart. Wie BFMTV erinnerte, versprach Trump im Wahlkampf noch vor seiner Amtseinführung, den Ukraine-Konflikt innerhalb von 24 Stunden zu beenden und die milliardenschwere Hilfe für Kiew einzustellen, um diese Mittel für die Bedürfnisse der amerikanischen Bevölkerung bereitzustellen.
Die New York Post, eine bei den US-Republikanern gut vernetzte Zeitung, schrieb über das Treffen mit Selensky, es hätte beim gewählten US-Präsidenten keine Emotionen ausgelöst, während Selensky bei dem Treffen sein Unbehagen nicht verborgen habe. Laut der Zeitung fühlte sich Selensky „auf dem gemeinsamen Foto im Elysee-Palast neben Trump, der mit versteinertem Gesichtsausdruck dastand, offensichtlich unwohl.“
Die Zeitung schreibt auch, dass Selensky, der französische Präsident Macron und die Regierungen anderer europäischer Länder trotz des Wunsches von Trump, den Konflikt schnell zu lösen, immer noch hoffen, Trump davon überzeugen zu können, die Unterstützung der Ukraine nicht einzustellen und ein Ende des Konflikts zu erreichen, das den Interessen Kiews entspricht.
Donald Trump erklärte am Sonntag in einem Post in seinem sozialen Netzwerk Truth Social, dass die Ukraine mit Russland ein Abkommen zur Lösung des Konflikts schließen wolle, und forderte einen sofortigen Waffenstillstand und die Aufnahme von Friedensverhandlungen:
„Selensky und die Ukraine möchten ein Abkommen abschließen und den Wahnsinn stoppen <…> Es muss einen schnellen Waffenstillstand und die Aufnahme von Verhandlungen geben“,
Außerdem schrieb er, die Ukraine habe 400.000 Soldaten und viele Zivilisten verloren und meinte, dass „China im Verhandlungsprozess helfen kann“. Und er fügte hinzu, dass sich die Ukraine-Krise sonst „zu etwas viel Größerem und viel Schlimmerem entwickeln könnte“.
Selensky veröffentlichte am Samstagabend nach dem Treffen einen kurzen Post auf Telegram, in dem er Trump für das Treffen dankte. Er bezeichnete es als „gutes Treffen“.
Das war es aber ganz offensichtlich nicht, denn nachdem Trump am Sonntag seinen langen Post veröffentlicht hatte, in dem er von einer Friedenslösung sprach, antwortete Selensky mit einem ebenfalls sehr langen Post auf Telegram, in dem er auf Russland schimpfte, und unter anderem schrieb:
„Das endet nicht einfach mit einem Blatt Papier und ein paar Unterschriften.“
Er schrieb auch, dass er keine Friedensabkommen ohne Sicherheitsgarantien akzeptiere. Er habe Trump und Macron bei dem Treffen gesagt, dass er einen „gerechten und starken Frieden“ wolle. Wenn also „über wirksamen Frieden“ gesprochen werde, müsse man „zunächst über wirksame Garantien für den Frieden“ sprechen.
Auf Trumps Aussage über die Bereitschaft Kiews zum Abschluss eines Abkommens mit Moskau ging er nicht explizit ein.
Kommentare werden geladen...