Putin im O-Ton über LGBT und traditionelle Werte
In Russland wird es anscheinend ein neues Interview mit Putin geben, von dem bereits Fragmente veröffentlicht werden. In einem davon wird Putin nach seiner Meinung zu LGBT und traditionellen Werten gefragt.
Der russische Journalist Pavel Sarubin gehört zum Kreml-Pool, also zu den Journalisten, die den russischen Präsidenten Putin bei allen Reisen und Veranstaltungen begleiten, und er scheint Putin besonders nahe gekommen zu sein, denn in letzter Zeit veröffentlicht er immer wieder Interviews mit Putin. Nun scheint ein neues Interview anzustehen, denn Sarubin hat auf seinem Telegram-Kanal bereits erste Fragmente veröffentlicht.
In dem Teil, den ich hier übersetze, fragt Sarubin Putin danach, warum er sich schon vor über zehn Jahren gegen diese damals Fahrt aufnehmende Entwicklung gestellt hat, die heute im LGBT- und Genderwahn gipfelt, schließlich hat Russland schon 2013 verboten, Homosexualität vor Minderjährigen zu propagieren.
Beginn der Übersetzung:
Sarubin: Damals war das völlig entgegen dem westlichen Mainstream und viele, selbst in Russland, glaubten, Sie würden in dieser Angelegenheit aus einer rückständigen Position sprechen. Warum haben Sie so gesprochen, so argumentiert und so gehandelt?
Putin: Wir haben nicht über ein Verbot dieser Beziehungen gesprochen. Wir haben über ein Verbot von Propaganda unter Minderjährigen gesprochen. Wir verbieten nie etwas: Ein Erwachsener hat das Recht, so zu leben, wie er es für richtig hält. Aber was junge Menschen betrifft, die noch nicht vollständig entwickelt sind, so bin ich davon ausgegangen und habe die Abgeordneten unterstützt, damals waren es die Abgeordneten der gesetzgebenden Versammlung von St. Petersburg. So fing das alles an.
Man darf das Bewusstsein eines jungen, noch nicht gefestigten Menschen so lange nicht aggressiv beeinflussen, bis er sich als erwachsen fühlt. Und wir haben über ein Verbot von Propaganda gesprochen. Und das war alles. Aber wir haben nie über ein Verbot nicht-traditioneller Beziehungen gesprochen.
Mehr noch, wir sind immer davon ausgegangen, dass alle Menschen gleich sein müssen. Übrigens haben wir das immer getan, diese Politik haben wir verfolgt. Als ich darüber sprach, tat ich das nicht aus innerem Protest, aus dem Wunsch heraus, mit jemandem zu streiten oder eine Art Rebellion gegen den Mainstream zu zeigen, von dem Sie gesprochen haben. Ganz und gar nicht. Ich habe in dieser Hinsicht selbst für mich nichts entschieden.
Ich ging einfach davon aus, dass es uns, wenn wir uns nicht auf unsere traditionellen Werte stützen, einfach nicht geben wird. Russland wird einfach seine Identität verlieren. Und das ist für die Zukunft des Landes äußerst gefährlich.
Und das russische Volk, und überhaupt alle Völker Russlands, leben seit sehr langer auf demselben Gebiet zusammen, manche seit Jahrhunderten, manche seit tausend Jahren. Trotz aller religiösen und ethnischen Unterschiede haben wir dennoch ein gemeinsames moralisches und ethisches Prinzip, das von fast allen Völkern und ethnischen Gruppen der Russischen Föderation geteilt wird. Im Zentrum dieser moralischen und ethischen Prinzipien stehen unsere traditionellen Werte. Ich wiederhole noch einmal: Ihr Verlust ist äußerst gefährlich für die Wahrung der Identität und damit der Staatlichkeit selbst.
Darum begann ich darüber zu sprechen, als ich sah, dass sich innerhalb des Landes, innerhalb der Gesellschaft, eine gewisse Bewegung abzeichnete: der Wunsch, zivilisiert zu wirken, quasi-zivilisiert, in Anführungszeichen, die Ideen des westlichen Mainstreams in das Bewusstsein der Völker der Russischen Föderation zu tragen. Damals begann ich darüber zu sprechen. Nicht, um – ich wiederhole es noch einmal – mit jemandem zu streiten, sondern um den Zusammenbruch der russischen Staatlichkeit von innen heraus zu verhindern.
Sarubin: Nun, diese, sagen wir, zivilisierten Länder – erinnern wir uns zum Beispiel an die Olympischen Spiele – schockieren jetzt den gesamten Planeten.
Putin: Ja, denn dieser sogenannte „globale Liberalismus“ – darüber habe ich bereits gesprochen – hat sich überlebt. Meiner Meinung nach hat er sich vom Liberalismus zum Totalitarismus entwickelt, auch für viele Menschen, auch im Westen.
Ich habe immer gesagt, dass es viele Menschen gibt, die unsere Positionen teilen, und zwar viele in Westeuropa und in Amerika, einschließlich Nordamerika. Und so ist es gekommen. Wahrscheinlich, zumindest hoffe ich das, wird unsere offene, ehrliche und klare Position zu diesen Fragen von denen unterstützt, die genauso denken wie wir. Gerade jetzt, wo sich die politische Lage auch in den USA geändert hat, die immer noch zu den führenden Ländern der Welt gehören, sie verfügen schließlich über sehr große mediale Ressourcen und haben einen sehr starken Einfluss auf die Weltwirtschaft, auf die Wirtschaft vieler Länder unseres Planeten.
Und als dann Leute an die Macht kamen, die in diesem Sinne mehr oder weniger wie wir denken, exakt gleich gibt es nicht, die aber im Großen und Ganzen diese universellen menschlichen Werte teilen, war das natürlich ein großer Anstoß für die Menschen auf der ganzen Welt, die dort hinten saßen und einfach still hielten, weil sie sich diesem totalitären Vorgehen der liberalen Globalisten nicht stellen wollten. Auch sie begannen, ihren Standpunkt furchtlos zu vertreten, auch auf der politischen Bühne.
Ende der Übersetzung
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