Vor knapp zwei Wochen habe ich bereits darüber berichtet, dass der neue Bundeskanzler Merz persönlich bei der EU darauf gedrungen hat, die Nord Streams zu sanktionieren. Das ist ein Vorgang, den man in so ziemlich jedem Land der Welt als Verrat behandeln würde, denn seit wann ist es die Aufgabe eines Regierungschefs, Maßnahmen aus dem Ausland gegen eigene Unternehmen (deutsche Unternehmen sind Teilhaber an den Nord Streams) und auch gegen die Interessen der eigenen Wirtschaft zu verhängen? Schließlich wird billiges Gas in Deutschland dringend gebraucht.

Nun kam die offizielle Bestätigung für diese Meldung. Der Spiegel beispielsweise berichtete unter der Überschrift „Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums – Bundesregierung will Betrieb von Nord-Stream-Pipelines aktiv verhindern“ darüber. Es ist tatsächlich kein Scherz, dass die Bundesregierung nun ganz offiziell erklärt hat, gegen die Nord Streams – und damit gegen deutsche Unternehmen und die deutsche Wirtschaft insgesamt – vorgehen zu wollen, denn der Spiegel schreibt:

„Die Bundesregierung will verhindern, dass die umstrittenen Nord-Stream-Leitungen jemals wieder Gas aus Russland nach Deutschland transportieren. »Die Bundesregierung wird sich gegen eine Inbetriebnahme bzw. eine Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines einsetzen«, heißt es in einem Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums unter Katherina Reiche (CDU) an den energiepolitischen Sprecher der Grünen im Bundestag, Michael Kellner.“

Nur zur Erinnerung: Das wohl wichtigste Problem der deutschen Wirtschaft sind die explodierten Energiekosten, weil LNG, grüne Energien und so weiter viel teurer sind als das russische Pipeline-Gas, das zuvor knapp 50 Jahre lang die Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft war. Seit die Energiepreise explodiert sind, sinkt die Produktion in Deutschland und sogar deutsche Medien sprechen manchmal offen davon, dass in Deutschland eine Deindustrialisierung stattfindet.

Da ein Strang von Nord Stream 2 noch intakt ist, könnte hier schnell geholfen werden. Aber die Bundesregierung will das nicht.

Besonders unterhaltsam war in diesem Zusammenhang übrigens das Treffen von Kanzler Merz und US-Präsident Trump. Trump sagte bei dem Treffen unter anderem, dass er in den USA schnell die Energiepreise gesenkt habe, weil die der Grund für jedes Übel seien – angefangen bei der Inflation, weil höhere Energiekosten alles verteuern, bis hin zu Wirtschaft, für die hohe Energiepreise nun einmal Gift sind.

Und Merz saß brav nickend daneben, während Trump sich damit rühmte, er sei es gewesen, der den Bau von Nord Stream 2 seinerzeit mit Sanktionen gestoppt hat. Und Merz war davon ganz begeistert, obwohl das zu explodierenden Energiepreisen, also zu Gift für die deutsche Wirtschaft geführt hat.

Trump hat damit offen gesagt, dass billige Energie wichtig für die Wirtschaft ist, aber Deutschland gleichzeitig das Recht auf billige Energie abgesprochen und gefordert, Deutschland solle Öl und Gas in den USA kaufen, was viel teurer ist als der Kauf von Russland. Und Merz hat dazu brav lächelnd ununterbrochen genickt.

Auch der Spiegel scheint die Absurdität nicht zu verstehen, denn der Artikel darüber, dass die Bundesregierung Nord Stream endgültig stoppen will, endete allen Ernstes mit folgendem Absatz:

„Über die sogenannte Versorgungssicherheitsbewertung hatte zuvor auch die »Zeit« berichtet. Der Bericht aus dem Wirtschaftsministerium kommt zu einem klaren Fazit, wie sich der Wiederbetrieb von Nord Stream 2 auswirken könnte: Das Projekt gefährde »die Gasversorgungssicherheit in Deutschland und der Europäischen Union«. „

Im Klartext: Wenn über Nord Stream zusätzliches und sogar billigeres Gas nach Deutschland kommt, dann gefährdet das „die Gasversorgungssicherheit in Deutschland und der Europäischen Union“. Sagt zumindest die Bundesregierung.

Echt jetzt?

Könnte mir mal jemand verraten, was die Leute, die sowas schreiben, rauchen? Das Zeug muss richtig geil sein, das würde ich auch gerne mal probieren…