Fürchtet Selensky einen neuen Maidan?
Letzte Woche gab es in der Ukraine zwei Ereignisse, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Aber sie könnten auch ein Anzeichen dafür sein, dass Selensky einen baldigen neuen Maidan befürchtet und zu verhindern versucht.
In der letzten Woche gab es in der Ukraine zwei wichtige Ereignisse: Die Ermordung von Parubij und die überraschende Erlaubnis an unter 22-jährige Männer, das Land zu verlassen, wovon schon am ersten Tag 11.000 junge Ukrainer Gebrauch gemacht haben.
Parubij war ein Berufsrevolutionär, eine der Schlüsselfiguren des Maidan und nicht eben ein Freund von Selensky. Mit seiner Ermordung wurde ein wichtiger potenzieller Organisator eines neuen Maidan, dieses Mal gegen Selensky, ausgeschaltet.
Farbrevolutionen funktionieren deshalb, weil dabei junge Leute emotionalisiert und auf die Straße gebracht werden. In der Ukraine sind die Männer über 25 Jahre an der Front, sie können also nicht an einem Maidan teilnehmen. Und mit der Ausreiseerlaubnis für Männer bis 22 Jahre hat Selensky das revolutionäre Potenzial gegen sich selbst weiter verringert.
Um dieses und um andere Themen ging es am Sonntagabend in dem Bericht aus und über die Ukraine, den das russische Fernsehen in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick gezeigt hat und den ich übersetzt habe. Übrigens wird in dem Bericht ganz nebenbei erwähnt, dass Selensky letzte Woche einen neuen Soldatenfriedhof nahe Kiew eröffnet hat, der Platz für 130.000 Gräber bietet. So viel zu den 40.000 toten ukrainischen Soldaten, von denen Selensky immer spricht, denn solche Riesenfriedhöfe sind bereits in der gesamten Ukraine entstanden.
Beginn der Übersetzung:
Selensky hat die Realität bei der Eröffnung eines Friedhofs teilweise eingestanden
Moldawien befindet sich in einer heißen Phase. Am 28. September finden dort Parlamentswahlen statt und die Präsidentin mit rumänischem Pass, Maia Sandu, plant offenbar, die „erfolgreiche“ Erfahrung des letzten Jahres zu wiederholen.
Die Präsidentschaftswahlen und das Referendum über den EU-Beitritt Moldawiens konnte sie nur durch massive Wahlfälschungen gewonnen. Jeder dritte Moldawier lebt außerhalb Moldawiens, aber in Russland beispielsweise wurden nur zwei Wahllokale geöffnet und nur 10.000 Stimmzettel zur Verfügung gestellt.
Am Mittwoch, dem moldawischen Unabhängigkeitstag, protestierten Vertreter der moldawischen Diaspora vor der moldawischen Botschaft in Moskau. Sie forderten die Eröffnung weiterer Wahllokale in Russland. „Lasst uns wählen!“, skandierten sie.
Dafür werden für Moldawier in Europa über 250 Wahllokale geöffnet. Dort gab es im vergangenen Jahr den wichtigsten Wahlbetrug. Sandu verlor in Moldawien und Russland, und das Referendum über die europäische Integration scheiterte. In den Wahllokalen in ganz Europa wurden Stimmen hinzugefügt. Sandu gefiel der Trick, und der EU auch. Sie haben beschlossen, ihn zu wiederholen.
Überhaupt bereitet Sandu schon lange auf die Parlamentswahlen vor. Doch wie? Indem sie das politische Feld gesäubert hat. Das Verfassungsgericht wurde vollständig unter die Kontrolle der Präsidentin gebracht. Beliebte prorussische Politiker, wie Ewgenia Gutsul, die Baschkanin der Autonomen Region Gagausien, wurden zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Der Anführer des prorussischen Blocks „Sieg“ Ilan Schor ist vor einigen Jahren aus Moldawien geflohen. In seiner Heimat wurde er in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
Im Juli hat die Zentrale Wahlkommission Moldawiens die Zulassung des Blocks „Sieg“ zur Wahl abgelehnt. Danach haben sich mehrere Oppositionsparteien zum „Patriotischen Block“ zusammengeschlossen und wollen an den Wahlen am 28. September als einiger Oppositionsblock teilnehmen. Jüngste Umfragen zeigen, dass Sandus Regierungspartei die Mehrheit im Parlament nicht halten kann. Daher sind nun alle Mittel recht: Verhaftungen, Durchsuchungen, Provokationen.
Man sollte meinen, das Beispiel der Ukraine müsste Moldawien Angst machen. Schließlich können nur Verrückte von „Unabhängigkeit“ der Ukraine reden. Erst kürzlich gratulierte Selensky seinen Mitbürgern in einem traditionell bestickten, schwarzen Trauerhemd zum Unabhängigkeitstag.
Wenn man darüber nachdenkt, ist die Ukraine schließlich eine politische Marionette, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Finanziell im tiefsten Abgrund, vollkommen vom Ausland abhängig. Militärisch auch. Die spirituelle Welt ist armselig. Sogar ihre Kirche haben sie zerstört und durch eine abstoßende Neugründung ersetzt. Die Industrie liegt in Trümmern, die Schwarzerde-Böden wurden ans Ausland verkauft. Die Bodenschätze hat Selensky Donald Trump geschenkt.
Von der einst blühenden Republik ist nichts übrig geblieben. Heute ist sie nur noch ein Gebiet, in dem der Westen gegen Russland Krieg führt. Die Ukraine soll nur noch das Kanonenfutter liefern, das jedoch langsam zur Neige geht. Die Ukraine und die Ukrainer verlieren rapide ihre Opferrolle. Ehemalige Verbündete, die „ewige Freundschaft“ schworen, wenden sich ab und beschimpfen sie. Nun hat sich Polen dem angeschlossen. Nawrocki, der neue Präsident des Landes, hat beschlossen, die Einreise für Gäste aus der „unabhängigen“ Ukraine zu beschränken und gleichzeitig Bandera-Symbole mit Nazi-Symbolen gleichzusetzen.
Er erklärte: „Meine Damen und Herren, es wird vorgeschlagen, die Strafe für das illegale Überschreiten der polnischen Grenze zu erhöhen. Sie sollte fünf Jahre betragen. Angesichts der Ereignisse an Polens Ost- und Westgrenze müssen wir diese Strafen verschärfen. (…) Ich bin der Meinung, dass dieser Gesetzentwurf eine klare Parole enthalten sollte: Stoppt den Banderaismus und setzt Bandera-Symbole im Strafgesetzbuch mit Nazi- und kommunistischen Symbolen gleich.“
In der Ukraine wurde man hysterisch. Aber Nawrotski ging noch weiter und schlug vor, den überfälligen Gästen die Rationen zu streichen. Nach dem Motto „Die Polen zuerst“ und die Ukrainer könnten mal arbeiten.
Über die politische Woche in und um die Ukraine berichtet unser Korrespondent.
Kiew will keinen Frieden, vereitelt Initiativen und setzt die Terroranschläge fort. Russland reagierte diese Woche mit massiven Angriffen auf den militärisch-industriellen Komplex des Regimes. In der Nacht zum Samstag trafen 500 Drohnen und Raketen das Juschmasch-Werk in Dnjeprpetrowsk, die Montagestätte der Neptun-Raketen, und den Luftwaffenstützpunkt Osernoye bei Schytomyr.
Am Donnerstag wurde ein mächtiger kombinierter Angriff mit 700 Drohnen und Raketen durchgeführt. So viele zählte jedenfalls die ukrainische Luftüberwachung, die auch die Routen ihrer verwirrenden Bewegungen veröffentlichte, mit denen sie die Luftabwehr überlastet haben.
Der Moment des präzisen Schlages in Kiew, von Passanten aus nächster Nähe gefilmt. Die Fabrik, die türkische Bayraktar-Drohnen produziert, einst die große Hoffnung und „Wunderwaffe“ der Ukraine, raucht.
Zwei Raketen schlugen im Abstand von wenigen Sekunden am selben Ort ein, das war das Unternehmen „Ukrspetssystems“, wo die Drohne „Akula“ und die Mehrzweckdrohne PD-2 produziert werden. Vor dem Angriff war die Adresse der Fabrik, Zhylianska-Straße 30, auf der Website des Unternehmens zu finden. Am nächsten Tag besann man sich und löschte sie.
Der Militärexperte und Historiker der Luftverteidigungsstreitkräfte Juri Knutow sagte dazu: „Sie haben gesagt, sie über große Entfernung angreifen, bis zum Ural, Moskau, St. Petersburg und wo immer sie wollten. Wir haben also nicht darauf gewartet. Unsere Geheimdienste haben die Unternehmen gefunden und angegriffen.“
Am Donnerstag versenkte unser Militär das ukrainische Aufklärungsschiff „Simferopol“ an der Donaumündung, unweit der rumänischen Grenze. Aufnahmen zeigen das russische unbemannte Boot, das einige Zeit auf den Wellen schaukelt, während im Nachtsichtgerät Matrosen auf den Decks zu sehen sind. Der Angriff erfolgte an Steuerbord und die Luftüberwachung filmte die Explosion.
Die Ukraine bestritt wie üblich zunächst den Verlust des Schiffes, räumte dann aber ein, dass es untergegangen ist. Dies ist der erste dokumentierte Kampfeinsatz eines russischen unbemannten Bootes. Um welchen Typ handelt es sich genau? Im Juli wurden entsprechende Entwicklungen auf der Marineausstellung in Kronstadt vorgestellt. Berichten zufolge erreicht so ein Boot eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Knoten und eine Reichweite von 500 Kilometern. Während der Manöver im Juli in der Ostsee wurden mehrere Systeme getestet, die an der Oberfläche erfolgreich Trainingsziele trafen.
Dieses Boot meisterte die Aufgabe, ein relativ neues ukrainisches Schiff zu zerstören, das 2019 vom Stapel lief und mit einer sechsläufigen Kanone, Igla-MANPADS und Aufklärungsfunkgeräten westlicher Produktion ausgestattet war, in der Realität hervorragend.
Alexander Artamonow, Professor an der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums und internationaler Militärexperte, erklärte: „Sie tragen einen mehr als robusten Sprengkopf von etwa 200 bis 300 Kilogramm. Und aus dieser Sicht sind sie durchaus in der Lage, in den Reihen der ukrainischen und vielleicht nicht nur der ukrainischen Flotte Unruhe zu stiften.“
Selensky eröffnete einen großen Soldatenfriedhof in der Nähe von Kiew, der für 130.000 Bestattungsplätze ausgelegt ist, und erkannte damit zumindest in gewisser Weise die Realität an, als bei der Gelegenheit sagte: „Wir werden unsere Grenzen nicht mit Waffen wiederherstellen können, dazu reicht unsere Kraft nicht.“
Doch erst nach seiner Rückkehr von Trump begannen die Gespräche über Gebiete, und sofort wurde der Chef des Regimes von Nationalisten bedroht, und zwar in der Times, die titelte: „Wenn Selensky auch nur irgendein Stück unbesetztes Gebiet aufgibt, wird er politisch und dann auch physisch zu einer Leiche.“
Das geht in der Ukraine ganz einfach. Dies sind Aufnahmen vom Mord an Andrej Parubij, dem ehemaligen Präsidenten der ukrainischen Rada und ehemaligen Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrates. Er wurde in Lwow erschossen, als er morgens in Shorts, T-Shirt und mit einer Tasche unter dem Arm die Straße entlangging. Der Schütze war ein als Kurier verkleideter Mann.
Acht Kugeln in sechs Sekunden, berechneten Forensiker. Parubij war ein Nationalist mit Familientradition. Seine Vorfahren kämpften in der Ukrainischen Aufständischen Armee. Seit seiner Jugend baute er die Gräber von Banderas Henkern wieder auf. Zusammen mit Tjahnybok gründete er die extremistische Partei „Swoboda“. Im Parlament warf er faule Eier und Rauchbomben auf Abgeordnete und prügelte sich mit Abgeordneten.
2014 war er der berühmte und einflussreiche Kommandant des „Maidan“, verantwortlich für die Ausbildung der Militanten. Er kommandierte auch die Scharfschützen, die vom Hotel „Ukraina“ aus feuerten. Hier sind die berühmten Aufnahmen, auf denen Parubij den Abzug der Schützen in der Nähe des Hotels überwacht. Sie tragen schwarze Gewehrkoffer. Dazu wurde er vor Gericht dazu befragt.
„Das sind Fälschungen der russischen Propaganda“, lautete seine Antwort.
Und das war’s. Es gab keinerlei Ermittlungen.
Er war auch in Odessa, wo Menschen im Gewerkschaftshaus verbrannt wurden. Er koordinierte und leitete die Operation und auf diesen Bildern verteilte er kugelsichere Westen an Radikale.
Unter Poroschenko wurde er gepäppelt und wurde sowohl Parlamentssprecher als auch Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats. Unter Selensky wurde er aus allem rausgeworfen.
2022 sagte er, wie stolz auf seine Wurzeln ist: „In meiner Familie haben sowohl mein Großvater in der „Ukrainischen Galizischen Armee“ als auch die Brüder meines Vaters in der Ukrainischen Befreiungsarmee gekämpft!“
In Kiew wird lautstark über eine russische Spur geredet, wie schon beim Mord an der bekannten Nationalistin Irina Farion im vergangenen Sommer, ebenfalls in Lwow. Damals übernahm eine ukrainische Neonazi-Gruppe die Verantwortung. Früher oder später frisst die Revolution ihre Kinder.
Die Anwohner sind seit langem gegen den von Selensky nun eröffneten Friedhof. Sie meinen, dass das Grundwasser dort die Särge an die Oberfläche spülen und dass das Wasser in den Brunnen vergiftet wird. Doch die Demonstranten wurden von dem Friedhof vertrieben und Selensky erschien persönlich, um mit dem Tod PR zu machen.
Wer hier nicht demnächst selbst einen Platz einnehmen möchte, stand letzte Woche an den Grenzen Schlange, denn nach Inkrafttreten eines neuen Gesetzes können Wehrpflichtige im Alter von 18 bis 22 Jahren ausreisen, müssen sich aber vorher beim Militär registrieren lassen und nachweisen, dass sie nicht gegen die Mobilisierung verstoßen haben.
Das Ziel, „wenigsten mal Europa zu sehen“, ist ja auch lobenswert. Nach dem Blutvergießen auf dem Maidan und im Südosten waren sie trotz der visafreien Einreise nach Europa jahrelang in ihrem Land eingesperrt.
In diesem Sinne könnten der Mord an Parubij und die Erlaubnis für junge Menschen, das Land zu verlassen – auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Ereignisse – etwas miteinander zu tun haben und für Selensky dasselbe Ziel verfolgen.
„Einige schließen einen innenpolitischen Hintergrund des Mordes nicht aus und erinnern daran, dass Andrej gut wusste, wie man Maidane organisiert. Das deutet darauf hin, dass der Mord möglicherweise mit der Erwartung bevorstehender politischer Umwälzungen im Land zusammenhängt“, schreiben ukrainische Telegram-Kanäle.
Der Mord hat jegliches Potenzial für einen zukünftigen Maidan – nun gegen Selensky – durch einen Berufsrevolutionär, den der Ausführer des letzten Putsches Parubij, beseitigt. Und auch durch die protestierende Jugend, die immer wieder Antreiber bei Farbrevolutionen ist, verschwindet aus dem Land. Allein an ersten Tag des Inkrafttretens der Ausreisegenehmigung verließen 11.000 Menschen die Ukraine und standen dabei kilometerweit im Stau.
Ende der Übersetzung
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