Offenbar bekommen die Europäer angesichts der Tatsache, dass die USA unter Präsident Trump die Ukraine nicht mehr nennenswert unterstützen und den Europäern bei ihrem Kampf gegen Russland auch nicht beistehen wollen, nun allmählich kalte Füße.

Vor einigen Monaten hatten der französische Präsident Macron und der britische Premierminister Starmer noch großspurig die „Koalition der Willigen“ ausgerufen, die bald schon europäische Truppen in die Ukraine entsenden sollte, um gegen Russland zu kämpfen. Zunächst sprachen sie noch verharmlosend von Friedenstruppen, bevor Macron ehrlicher wurde und von „Unterstützungstruppen“ sprach, womit deren geplanter Kampfeinsatz gegen Russland kaum mehr kaschiert wurde.

Zuerst sprachen die „Willigen“ von einer Streitmacht von 100.000 Soldaten aus Europa, die in die Ukraine geschickt werden sollte, aber dann erklärten die Militärs den politischen Traumtänzern Macron und Starmer, dass man so viele Soldaten gar nicht schicken könne, woraufhin das geplante Kontingent schrittweise auf 30.000, dann auf 10.000 und dann auf noch weniger Soldaten verringert wurde.

Die ganze Zeit über machten die „Willigen“ deutlich, dass eine Voraussetzung für die Entsendung europäischer Truppen in den Kampf gegen Russland eine Sicherheitsgarantie der USA sei, ihnen bei Bedarf (und dieser Bedarf würde sehr schnell kommen) beizustehen. Beim letzten NATO-Gipfel hat US-Verteidigungsminister Hegseth aber ganz deutlich gesagt, dass ein Einsatz europäischer Truppen in der Ukraine nicht vom NATO-Vertrag geschützt werde, dass die USA die Folgen davon nicht als gemeinsamen Verteidigungsfall der NATO einstufen würden.

Damit stehen die „Willigen“ nun alleine da und müssen zurückrudern.

Der französische Präsident Macron besucht derzeit London und dabei sagte er über die „Koalition der Willigen“ nun vor dem britischen Parlament:

„Diese Koalition ist zu einem Signal geworden, dass die Europäer die Ukraine niemals im Stich lassen werden.“

Aus der großspurig angekündigten Entsendung europäischer Soldaten in die Ukraine ist nun also ein bloßes Signal der Unterstützung für Kiew geworden.

Und während Macron und Starmer lange gegen jede Art von Waffenstillstand waren und posaunten, Kiew müsse gegenüber Russland in eine Position der Stärke gebracht werden, bevor man über Verhandlungen reden könnte, klingt der französische Präsident nun auch bei diesem Thema ganz anders, denn er sagte auch, Frankreich und Großbritannien würden „einen Waffenstillstand und anschließend die Aufnahme von Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden“ anstreben.

Macron und Starmer werden am 10. Juli, dem letzten Tag des Besuchs des französischen Präsidenten in Großbritannien, auf dem Militärstützpunkt Northwood nahe London ein Treffen der „Koalition der Willigen“ abhalten. Bundeskanzler Friedrich Merz und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni werden per Videoschalte daran teilnehmen. Außer Signalen der moralischen Unterstützung für Kiew dürfte dabei nicht viel herauskommen, wenn man sich Macrons aktuelle Erklärungen anhört.

Der russische Botschafter in Großbritannien hat gegenüber einem TASS-Korrespondenten vor einigen Tagen erklärt, das britisch-französische Projekt zur Gründung der sogenannten „Koalition der Willigen“ habe sich zu einem weiteren Klub von Kiew-Freunden entwickelt, wonach die Begeisterung um dieses Projekt abgeebbt sei.

So kann man es auch ausdrücken.