Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich versuche, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint.

Hier übersetze ich die Zusammenfassung des 23. April.

Beginn der Übersetzung:

Einstellung konsularischer Dienste und unvermeidliche Kosten für die NATO: Die Ereignisse rund um die Ukraine

Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba hat angeordnet, die konsularischen Dienstleistungen für seine Landsleute im Ausland einzustellen, da ein Aufenthalt im Ausland einen ukrainischen Staatsbürger nicht von der Pflicht befreit, sein Land zu verteidigen.

Die NATO-Länder können sich nicht davor drücken, für Waffenlieferungen an die Ukraine zu zahlen, sagte der Generalsekretär der Allianz, Jens Stoltenberg.

Die TASS hat die Ereignisse rund um die Ukraine zusammengetragen.

Verlauf der Operation

Die Einheiten der russischen Streitkräftegruppe „Zentrum“ haben im Laufe des Tages neun ukrainische Gegenangriffe abgewehrt und auch ihre taktische Position verbessert. Die Einheiten der Gruppe „Süd“ der russischen Streitkräfte haben ihre taktische Position entlang der Frontlinie verbessert, während die Einheiten der Gruppe „Ost“ günstigere Positionen eingenommen haben. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums verlor der Gegner im Laufe des Tages bis zu 1.045 Kämpfer in allen Abschnitten.

Die russischen Streitkräfte beschossen ein Lagerhaus mit Drohnen und zerstörten eine Abschussrampe des US-Flugabwehrraketensystems MIM-23 HAWK. Nach Angaben des Ministeriums wurden auch Personal und militärische Ausrüstung der Ukraine in 115 Bezirken getroffen. Die russische Luftabwehr schoss im Laufe des Tages 104 ukrainische Drohnen, eine Totschka-U-Rakete, 6 HIMARS- und Olkha-Raketen sowie 4 Hammer-Lenkbomben ab.

Bis zur vollständigen Erreichung der Ziele

Die russische Armee hat die Initiative entlang der gesamten Frontlinie und wird ihre Aufgaben so lange erfüllen, bis die Ziele der Militäroperation in der Ukraine vollständig erreicht sind, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf einer Sitzung des Militärrates. Er sagte, die Gesamtverluste der Ukraine beliefen seit dem 24. Februar 2022 sich auf fast 500.000 Soldaten. In Bezug auf die amerikanische Hilfe für Kiew wies Schoigu darauf hin, dass der größte Teil der 61 Milliarden Dollar, die Washington bereitgestellt hat, um den Zusammenbruch der ukrainischen Streitkräfte zu verhindern, „zur Finanzierung des militärisch-industriellen Komplexes der USA verwendet wird“. Der Minister wies auf den Zynismus der US-Regierung hin, die behauptet, dass „die Ukrainer im Kampf gegen Russland für ihre Interessen sterben“.

Schoigu betonte, die Situation im Kampfgebiet zeige das Wachstum der Fähigkeiten der russischen Streitkräfte und die Stärke des russischen militärisch-industriellen Komplexes. Er versprach, die Intensität der Angriffe auf Logistikzentren und Lagerstätten westlicher Waffen in der Ukraine zu erhöhen.

Die Ukrainer werden zum Kämpfen gezwungen

Ein Aufenthalt im Ausland entbindet einen ukrainischen Staatsbürger nicht von der Pflicht, das Land zu verteidigen, und der ukrainische Außenminister hat angeordnet, konsularische Dienstleistungen für Landsleute im Ausland einzustellen. Der Minister kommentierte seine Entscheidung mit den Worten, sie solle dazu beitragen, „die ordnungsgemäße Behandlung von Männern im Mobilisierungsalter in der Ukraine und im Ausland wiederherzustellen“. „Männer im wehrpflichtigen Alter, die im Ausland sitzen“, können keine Dienstleistungen von einem Staat erhalten, den sie nicht verteidigen wollen, fügte Kuleba hinzu.

Ukrainische Medien berichten auch über Schwierigkeiten bei der Ausstellung von Pässen in den Passämtern des Landes. Vielerorts, darunter auch in Kiew, gibt es seit mehreren Wochen keine Plätze mehr in der elektronischen Warteliste für die Einreichung von Dokumenten. Gleichzeitig teilte das ukrainische Staatsunternehmen Document, das Pässe herstellt, mit, dass die Ukrainer seit dem 23. April aufgrund eines „technischen Defekts“ keine Pässe mehr im Ausland bekommen können; der Zeitrahmen für die Behebung des Problems steht noch nicht fest.

Es muss gezahlt werden

Die NATO-Länder können sich nicht davor drücken, für die Waffenlieferungen an die Ukraine zu zahlen, sagte Stoltenberg auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Rishi Sunak. Stoltenberg sagte, man könne den anstehenden Kosten „nicht entkommen“, da „die teuerste Alternative“ ein Sieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine wäre. Der NATO-Generalsekretär erklärte, die Unterstützung für Kiew mache „nur 0,2 Prozent des BIP aller Bündnisländer aus und erfordert nicht die Entsendung von NATO-Soldaten“.

Der britische Premierminister hat versprochen, dass London die Verteidigungsausgaben als Reaktion auf die weltweiten Bedrohungen auf 2,5 Prozent des BIP erhöhen wird. Sunak glaubt, dass die Umsetzung dieses Plans „Großbritannien mit großem Abstand zur größten Verteidigungsmacht in Europa und zur zweitgrößten in der NATO machen wird“. Nebenbei beschuldigte er China, Russland, den Iran und Nordkorea eines zunehmend aggressiven Verhaltens.

Gleichzeitig betonte Stoltenberg, dass die jetzige Zeit keine Vorkriegszeit sei, sondern nur gefährlicher. Sunak stellte seinerseits fest, dass der Westen „nicht am Rande eines Krieges steht und ihn sich auch nicht wünschen sollte“.

Paket ohne Waffen

Das neue US-Hilfspaket für Kiew ist noch nicht mit Waffen und Ausrüstungen gefüllt, sagte die ukrainische Botschafterin in Washington, Oxana Markarowa. Sie erklärte, dass Waffen und Ausrüstungsgegenstände im Wert von 4 Milliarden Dollar aus früheren Hilfsbeschlüssen unrealisiert blieben, da das Pentagon sie nicht übergeben konnte, weil es nicht über die Kapazitäten verfüge, diese Mengen in der eigenen Armee zu ersetzen.

Deutsche Bemühungen

Die Regierung von Bundeskanzler Olaf Scholz versuche, die USA dazu zu bewegen, mindestens ein Patriot-Luftabwehrsystem an die Ukraine zu liefern, berichteten westliche Medien unter Berufung auf Quellen. Demnach will Berlin auch den Druck auf seine EU-Verbündeten, darunter Frankreich und Italien, erhöhen, um deren Möglichkeiten zur Lieferung von Luftabwehrsystemen an Kiew zu prüfen.

Die Ukraine als Testgebiet

Die ukrainischen Streitkräfte testen eine US-Technologie, die künstliche Intelligenz einsetzt, um mit Hilfe von Drohnenvideos potenzielle Ziele auf dem Schlachtfeld ausfindig zu machen, berichtet die New York Times. Der Konflikt in der Ukraine ist, wie viele US-Beamte einräumen, zu einem Testgebiet für einige sich rasch entwickelnde Technologien geworden. „Letztendlich ist das jetzt unser Labor“, sagte Generalleutnant Christopher Donahue.

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